Samstag, 22. September 2012

Trotz Offensivfeuerwerk: Torloses Remis gegen 60 München



Dem VfL Bochum gelang es am Freitagabend nicht, eine seiner besten Leistungen der vergangenen Jahre in drei
Punkte umzusetzen. In dem spielerisch hochklassigen Aufeinandertreffen zweier starker Mannschaften liessen die
Bochumer mehrfach beste Gelegenheiten aus und mussten sich nach überlegen geführter Partie mit einem
0:0 Unentschieden abfinden.

Die Bochumer begannen im Vergleich zum spiel in Regensburg unverändert, auch zlatko dedic, wenig
erfolgreich in den beiden Qualifikationsspielen für Slowenien, war an der Spitze der Truppe mit dabei.

Beeindruckend und selten gesehen war die Zielstrebigkeit und Durchschlagskraft im Offensivspiel. Das junge
Mittelfeld, angekurbelt vom heimlichen Chef der Mannschaft, Christoph Kramer, und von Leon Goretzka, Marc
Rzatkowski und Yusukue Tasaka spielstark unterstützt, wirbelte und kominierte, freilich geleitet vom
Meister der Ballbehandlung persönlich, Alexander Iashvili. Der Georgier, der leider mit einer Grosschance
an Löwen-Keeper Kiraly scheiterte, ist ein Instinktfussballer, einer, den die VfL-Offensive seit Jahren
in dieser Form nicht in seinen Reihen hatte.

Doch da der VfL nach 20, 25 Minuten nicht im Stile einer Spitzenmannschaft zwei, drei null führte, muss
auch erwähnt werden, woran es zumindest im Spiel gegen die Münchener ab deutlichsten haperte: Am
Abschluss.
Vielleicht fehlt der dieses Jahr deutlich spritzigeren und aktiveren Mannschaft für den ganz grossen
Wurf ein echter Mittelstürmer. Zlatko Dedic ackerte und mühte sich auch gegen 60 erfolglos, hatte
bei einem beeindruckenden Lattenknaller zudem noch Pech. Trainer Andreas Bergmann verspricht sich durch die
hoffentlich baldige Rückkehr der beiden "Raketen" Aydin und Delura eine schnelle Lösung dieses
Problems.
Freilich sind Aydin und Delura für Zweitligaverhältnisse aussergewöhnliche Spieler, doch beide
weilen eben auch schon seit dem Fürth-Spiel vom Februar im Krankenstand.
Dedic' erster Nachrücker, Kevin Scheidhauer, Siegtorschütze in Regensburg, erhält bislang noch
keine längeren Einsatzzeiten. Und Nika Gelashvili, der Stürmer, der durch Alexander Iashvilis Hilfe
näher an die Mannschaft heran geführt werden sollte, wird wohl keine Verstärkung mehr
darstellen.
Wäre da noch Daniel Engelbrecht zu nennen, der Mittelstürmer der stark in die Saison gestarteten
zweiten Mannschaft, und wie Sören Bertram nahe dran an einer Berufung in den Kader der Ersten Mannschaft.
Der Ex Aachener konnte auch schon in der vorbereitung mit Treffern für die Profis auf sich Aufmerksam
machen.

Aber trotz der Mängel im Abschluss, auch einem herausragenden Gabor Kiraly und dem brutal langem
Verteidigerbeins Valloris geschuldet, überwog doch das positive. Zwar hatten auch die "Sechzger" ihre
Möglichkeiten da sie mitspielten und auch Andreas Luthe zu mehreren Paraden zwangen, dennoch machte der
VfL einen gefestigten Eindruck. Der sehr offensiv ausgerichtete Carsten Rothenbach absolvierte seine beste
Leistung in blau-weiss, und auch Lukas Sinkiewicz muss erwähnt werden. Sinkiewicz war in den beiden
letzten Partien nicht zu überwinden, konnte seine gesamte Wucht in die Zweikampfe einbringen und ist in
dieser Verfassung eine grosse Absicherung. Man möge hoffen, dass die einzigen Schwachpunkte des 90Kilo
Baums, die beiden Knie, weiterhin halten werden!

Wohin geht es diese Saison?

Es wird spannend zu sehen sein, wohin die Reise dieser nun sichtbar "spannenden" Mannschaft diese Saison
gehen wird. Der Start war mittelmässig, dennoch der beste seit sieben Jahren. Braunschweig, der
Tabellenführer, hat zwar bereits mehr als doppelt so viele Punkte eingespielt, die
Hauptaufstiegsfavoriten, zu denen man ruhig auch 1860 München zählen darf, sind in der Tabelle im
direkten Umfeld anzutreffen.

Vieles, da ist sich wohl jeder VfL-Insider aus gemachten Erfahrungen sicher, wird vom kommenden Spiel in
Duisburg abhängen. Hier wird sich wohl zeigen, wie hoch hinaus es dieses Jahr gehen könnte an der
Castroper Strasse, oder ob Duisburg der Knackpunkt für eine ähnlich zähe Saison wie im Vorjahr
wird.
Der MSV, noch immer punktlos, hat ja bereits den Trainer gewechselt, und mit Neo-Coach Runajic (Ex-Darmstadt)
trotz starker Leistung in Kaiserslautern 1:2 (Traumtor Azaouagh) verloren. Für Duisburg beginnt die
Saison nun von Neu, man wird an der Wedau alles daran setzen, das Derby gegen den VfL zu gewinnen. Somit
heisst es für den VfL in dieser giftigen Partie gegen zu halten, seine vorhanden Qualität
einbringen, und das Spiel unbedingt für sich zu entscheiden!

Gewinnt man in Duisburg, so kann man sicher sein, dass auch die direkt darauffolgenden beiden Heimspiele
gegen Kaiserslautern und Ingolstadt erfolgreich bestritten werden. Andernfalls werden diese Partien wieder
einmal zur Nervenprobe...

Vielleicht schadet es nicht, dass diese Woche die Champions League Saison beginnt. Denn Duisburg-Coach
Runajic arbeitet in einem "Nebenjob" für das ZDF seit gut zwei Jahren die Spielanalysen für
TV-Experte Olli Kahn aus. "Kein Problem" laut MSV-Sportchef Ivo Grlic - doch zumindest eine Trainingseinheit
wird in Duisburg diese Woche ohne den Cheftrainer stattfinden müssen.


Glück Auf!


VfL Bochum 1848 - TSV 1860 München 0:0


Luthe - Rothenbach, Maltritz, Sinkiewicz, Chaftar - Kramer - Tasaka(90.Freier), Rzatkowski -
Goretzka(86.Ortega) - Iashvili, Dedic(76.Scheidhauer)

Dienstag, 11. September 2012

Marcel Koller: "Der Feinschliff ist erledigt"

Es ist in den letzten Jahren fast zur Gewohnheit geworden - ein Duell mit dem Lieblingsnachbarn Österreich. Seit 2008 spielte man bereits drei mal gegen einander, freilich gewann jedes mal Deutschland. Dass es heute, am 11.September 2012, dem Geburstag des Fußball-Kaisers Franz Beckenbauer, anders aussehen könnte, daran könnte auch ein ehemaliger Bochumer Trainer seinen Anteil haben.

Marcel Koller wurde vor einem knappen Jahr überraschend zum Österreichischen Teamchef berufen und hat dem lange Zeit vor sich hin vegetieren Verband Ruhe und Professionalität vermittelt. Trotz starkem Gegendwind aus den heimischen Lagern hat Marcel Koller in weniger als einem Jahr das Nationalteam soweit gebracht, dass es optimistisch in die Partie gegen Deutschland geht. Die Österreicher wollen dieses Spiel gewinnen!

Zunächst im Abseits, mittlerweile akzeptiert: Marcel Koller
Marcel Koller, in Bochum nach über vier Jahren nach schleichendem Abwärtstrend vom Hof gejagt, ist der erste Schweizer Nationaltrainer Österreichs. Er bracht zweifelsohne fachliche Kompetenzen in das Skifahrer-Land, das sich noch immer ihren 78er (Krankl, Prohaska, etc.)- und 98er (Vastic, Polster, Konsel)-Helden hingibt, seit Jahren schon kein Bein mehr auf internationalen Fußball-Boden gebracht hat und in der heimischen Liga nach den Launen eines Energy-Drink-Moguls dominiert wird.

Dass der österreichische Nachwuchs seit Jahren auf höchstem Niveau agiert wird dabei oft unter den Tisch gekehrt. Zu oft verschleuderten österrerichische Talente ihr Talent, weil sie in der heimischen Liga in Spielen gegen Mattersburg, Ried oder Kapfenberg nicht ausreichend gefordert wurden, oder viel zu früh den beliebten Weg nach Deutschland, Holland oder England suchten. Dass heutzutage die Deutsche Bundesliga voll von starken österreichischen Kickern ist, ist deshalb nur die logische Folge.

Duell auf Augenhöhe?
Marcel Kollers Aufgabe wird es nun sein, das definitiv vorhandene Potential zu bündeln. In den Testspielen gegen die Türkei oder Ukraine konnte man bereits eine neue Kompaktheit und Sicherheit im Offensivspiel erkennen. Katastrophale Aussetzer, die das österreichische Team in entscheidenden Qualifikationsspielen immer wieder böse zurück warfen (1-1 Farör '08, 0-2 Litauen '08, 0-2 Belgien '11, 0-2 Türkei '11) müssen der Vergangenheit angehören. Dann wird Österreich zumindest um den zweiten Tabellenplatz in dieser Qualifikationsrunde mitspielen.


Vorgestellt:

ÖFB-Team:

Christian Fuchs (unten links) holte Koller 2008 zum VfL
Herz des Teams ist der Münchener David Alaba. Alaba fehlt jedoch heute in der Partie gegen Deutschland. Neben Martin Harnik und Kapitän Christian Fuchs ist sicherlich Marko Arnautovic der auffälligste Spieler. Das Team, das sich heute gegen Deutschland versuchen wird, besteht ausschließlich aus Legionären. Nicht einmal ein Spieler des Dauermeisters Red Bull Salzburg schafft den Sprung in die A-Mannschaft. Als Einwechselspieler gelten Guido Burgstaller (Rapid) und Patrick Bürger (Mattersburg) als erste Kandidaten aus der heimischen Liga.


Aufstellung AUT:

Almer (Düsseldorf) - Garics (Bologna), Prödl (Werder), Pogatetz (Wolfsburg), Fuchs (Schalke) - Baumgartlinger (Mainz), Kavlak (Besiktas) - Arnautovic (Werder), Junuzovic (Werder), Ivanschitz (Mainz) - Harnik (Stuttgart)






Montag, 10. September 2012

VfL siegt in der Oberpfalz - Heute Jahreshauptversammlung

Der VfL Bochum hat das wenig attraktive Auswärtsspiel beim SSV Jahn Regensburg knapp aber letztlich verdient 1:0 (0:0) gewonnen und somit Revanche genommen, neun Jahre nach dem blamablen Ausscheiden in der 1.Hauptrunde des DFB-Pokals.

Der VfL agierte wieder etwas verändert - die Stammformation ist immer noch in der Findungsphase - diesmal mit einer Mittelfeldraute, an deren Spitze erstmals Leon Goretzka den "Spielmacher" gab. Links hinten feierte der technisch beschlagene Mounir Chaftar sein Startelfdebut.

Die Bochumer kontrollierten in der Anfangsphase den Ball, ohne jedoch überraschende Spielzüge nach vorne zustande zu bringen. Das doch recht behäbige Spiel in die Breite verhinderte ein schnelles Spiel in die Tiefe. So sahen die gut 5.000 Zuschauer ein chancenarmes Spiel zwischen ideenlosen Bochumern und arg limitierten Regensburgern. Einzig Marcel Maltritz brachte mit unsauberen Abspielen das eigene Tor in Gefahr, der Regensburger Angriff in Person von Sembolo vergab aber die einzige Chance kurz vor der Halbzeit kläglich (42.).

Wenngleich unverändert aus der Kabine gekommen, zeigte der VfL in der zweiten Halbzeit gegen etwas offensiver agierende Oberpfälzer ein besseres Spiel, gewann mehr Zweikämpfe im Mittelfeld und spielte zielstrebiger nach vorne. Besonders Christoph Kramer, der heimliche Chef des Teams, konnte seine enorme Zweikampfpräsenz besser ins Spiel bringen und gewann etliche Bälle im Zentrum. So kam der VfL vermehrt zu Halbchancen, Stoßstürmer Zlatko Dedic blieb aber weiter harm- und glücklos. Es dauerte bis zur 60.Minute, ehe der VfL eine kleine Drangphase starten konnte, Rzatkowski (62.) per Kopf und Goretzka (63.) vergaben beste Einschussgelegenheiten.

Doch kurze Zeit später setzte Jahn-Kapitän Laurito einen Kopfball nach einer Ecke knapp neben den Bochumer Kasten. Die Bochumer Abwehr, bis dahin besonders in Form von Lukas Sinkiewicz abgeklärt, offenbarte abermals Schwächen beim Defensivkopfball.

Erlöste die VfL-Fans: Kevin Scheidhauer
Trainer Bergmann wechselte jedoch offensiv, brachte Freier für den technisch starken Tasaka und Scheidhauer für Dedic. Die Joker sollten stechen. Freier leitete den besten Angriff des Nachmittags ein, der ansonsten wenig überzeugende Rothenbach flankte ideal auf den Kopf Scheidhauers, der den Ball perfekt ins Regensburger Tor verlängerte (82.).

Die Erleichterung bei den knapp 300 Bochumer Fans war spürbar, Torwart Luthe musste zwar noch einmal eingreifen, doch der Sieg war gesichert. In der Nachspielzeit holte sich Jahn-Verteidiger Ziereis noch eine Rote Karte ab. Das Nachtreten gegen Rzatkowski bedeutet für Ziereis vier Spiele Sperre.


Nach Länderspielpause kommen die Löwen


Der VfL hält nun in der Länderspielpause nach fünf Pflichtspielen bei sechs Punkten und dem Erreichen der Zweiten Pokalrunde. Auf der Habenseite stehen ein starkes Spiel gegen Dresden, ein Pflichtsieg in Regensburg sowie ein finanziell wichtiger Sieg beim starken Pokalgegner Heidenheim (Tabellenführer 3.Liga). Leider verlor man aufgrund schwacher Leistungen die Spiele in Paderborn und völlig unnötig zu Hause gegen Aalen. Es deutet sich wieder einmal an, dass in der Zweiten Liga einzig und allein die eigene Leistung über das Ergebnis entscheidet.

Mit Alexander Iashvili war ein Neuzugang die prägende Figur der Ersten Wochen. Iashvili zählte in allen Partien zu den besten Spielern der Mannschaft, erzielte jedoch noch kein Tor. Zlatko Dedic traf zwar in Heidenheim, blieb aber ansonsten blass. Im Angriff wartet man immer noch sehnlichst auf Mirkan Aydin. Doch auch Kevin Scheidhauer zeigt mit seinem Tor in Regensburg auf. Sorgenkind bleibt nach wie vor Flopeinkauf Nika Gelashvili.
Im Mittelfeld haben sich Christoph Kramer und Leon Goretzka längst einen Stammplatz erspielt. Der 17-jährige Goretzka wurde bereits auf vielen verschiedenen Positionen eingesetzt, was mit Sicherheit nicht ideal für den jüngsten Spieler der Liga sein kann. Dennoch überzeugt Goretzka durch Spielverständnis, Zweikampfstärke und Schnelligkeit.
Yusukue Tasaka konnte noch nicht ganz an Takashi Inuis Leistungen anknüpfen, spielt mittlerweile auf der rechten Seite im Mittelfeld, wird jedoch von Spiel zu Spiel stärker im Pass- und Kombinationsspiel.
M.Ortega
Die Länderspielpause wird auch genutzt werden, um Michael Ortega näher an die Startelf zu bringen. Besonders im Offensiven Mittelfeld liegt beim VfL noch viel Potential bracht, sind neben Ortega doch noch Faton Toski und Michael Delura in der Aufbauphase, zudem wartet Sören Bertram noch auf seinen ersten Einsatz in der Ersten Mannschaft.
Die dünn besetzte Abwehr, vielleicht das Sorgenkind, in der Marcel Maltritz und Lukas Sinkiewicz die Nase vor Holmar Eyjolfsson haben, bringt sich durch Eigenfehler immer wieder in Gefahr, konnte aber auch immerhin bereits zwei Spiele zu Null absolvieren. Carsten Rothenbach, der Rechtsverteidiger, bereitete bereits zwei Tore mustergültig vor, besticht aber nicht durch technische Fähigkeiten und kann in Sachen Einwürfen nicht mit seinem Vorgänger Kopplin konkurrieren.

Es bleibt abzuwarten, wie der VfL am 14.9. gegen die Löwen aus München auflaufen wird.



Hans-Peter Villis wohl neuer Aufsichtsratschef


H.-P. Villis
Wenn am heutigen Montag die Jahreshauptversammlung des VfL ansteht, wird sich Aufsichtsratsvorsitzender Ernst-Otto Stüber nicht erneut zur Wahl stellen. Der ehemalige Oberbürgermeister, der 2010 nach dem unrühmlichen Abgang Altegoers einsprang, wird den Weg frei machen für einen jüngeren Nachfolger. Dieser heißt aller Voraussicht nach Hans-Peter Villis. Der Castrop-Rauxler und Aufsichtsratsmitglied seit 2010 scheidet zum Monatsende als Vorstand der EnBW aus und könnte somit den Posten des "Präsidenten" beim VfL mit Leben füllen.


Glück Auf.



SSV Jahn Regensburg - VfL Bochum 1848   0:1 (0:0)

0-1 Scheidhauer   82.


Luthe (C) - Rothenbach, Maltritz, Sinkiewicz, Chaftar - Kramer - Tasaka(77.Freier), Rzatkowski - Goretzka(86.Eyjolfsson) - Iashvili, Dedic(74.Scheidhauer)


Torschüsse: 10 - 11
Ballbesitz(%): 46 - 54
Zweikämpfe(%): 53 - 47
Ecken: 5 - 3
Fouls: 17 - 15
Abseits: 0 - 4
Laufleistung(km): ? - ?
Zuschauer: 5.912

Alter der Teams(Jahre): 25.3 - 26.6

Alter der Startelf VfL: 26.3


Samstag, 1. September 2012

Nach dem Tiefschlag gegen Aalen - was holt der VfL in Regensburg?

Es hätte ein ganz netter Saisonstart werden können für den VfL Bochum: Nach dem so hoffnungsvollen Auftaktsieg gegen Dresden schien die deftige Pleite in Paderborn durch das doch ordentliche Pokalspiel in Heidenheim wieder vergessen. Denn: Mit zwei folgenden Siegen gegen die Aufsteiger aus Aalen und Regensburg würde man sich schon zum Saisonauftakt weit oben in der Tabelle festsetzen können. Doch der Theorie folgte am vergangenen Sonntag die ernüchternde Praxis gegen den VfR Aalen.

Kevin Kampl schoss den VfL ab und wechselte jetzt zu Red Bull
Das letztendlich späte 0:1 durch Kevin Kampl, heute schon Spieler von Weltauswahl Red Bull Salzburg, war doch sehr entmutigend. Der VfL erspielte sich im Dauerregen von Bochum, was in diesem Spiel sicherlich ein Nachteil für den VfL war, einfach zu wenige Torchancen und offenbarte zum Ende abermals gravierende Konzentrationsschwächen und Aussetzer. Da halfen auch keine 117! Ballkontakte von Lukas Sinkiewicz, der wohl einen persönlichen Rekord in dieser Kategorie aufstellte, aber das Gros seiner über 80 Pässe zu Nebenmann Maltritz schob. Der unglaublich behäbige Spielaufbau aus der Defensive war der eine Grund, der grobe "Doppelbock" von Maltritz' und Sinkiewicz' beim Gegentor der andere für diese schlechte Leistung der Bochumer Abwehr.
Die tief stehenden Aalener, die mit Kampl einen herausragenden Offensivspieler die ersten drei Spieltage in ihren Reihen hatten, wurden viel zu selten vor Probleme gestellt, der VfL stellte sich mit seiner Spielweise erneut zu sehr auf den Gegner ein als der Gegner auf den VfL, was normalerweise für einen Aufsteiger gegen einen ehemaligen Bundesligaclub angebracht gewesen wäre.

Die Bochumer raubten sich fast jeglicher Offensivpower, lediglich Leon Goretzka setzte einzelne Offensivakzente. Nur kann es Ziel einer Mannschaft sein, sich auf einen 17-jährigen, freilich hoch veranlagten und schon jetzt gefestigten Stammspieler, zu verlassen, der zudem von Position zu Position geschoben wird und (bislang) noch nicht auf seiner Hauptposition eingesetzt wurde.

Früher in der Führungsrolle als angedacht?
Letztendlich hängt das ständige Positionsgeschiebe von Goretzka auch damit zusammen, dass aufgrund einiger Verletzungen sich die endgültige Stammaufstellung noch längst nicht gefunden hat, andererseits aber auch durch die längst nicht mehr vorhandene Leistungsfähigkeit ehemaliger Bundesligaspieler zusammen, die über kurz oder lang aus der Mannschaft des VfL verschwinden werden.

Nur: Auch wenn der erneute Black-out gegen Aalen, gegen das man ja trotz mangelnder Offensivpower auch mal gerne einen Punkt mitnehmen darf, die Hoffnungen auf eine bessere Saison erstmal dämpfen, muss der Blick nach vorne gerichtet werden. Auf einen ähnlichen Gegner, Mitaufsteiger Regensburg.

Die No-Name-Truppe aus der Oberpfalz wird am Sonntag zum zweiten Mal gegen den VfL auflaufen, das erste Aufeinandertreffen im August 2003 gewann der Jahn. Es war damals die 1.Runde des DFB-Pokals, der VfL enttäuschte an der Donau auf ganzer Linie, spielte im Anschluss aber die erfolgreichste Saison seiner Vereinsgeschichte.

Auch diesmal wird die eigene Leistung über das Ergebnis entscheiden. Die Regensburger werden den VfL sicherlich nicht an die Wand spielen, nur macht dieser wieder haarsträubende Individualfehler, so wird auch das vermeintlich nächste "leichte" Spiel zur Nervenprobe. Der VfL muss in Bayern wichtige drei Punkte einfahren, um nicht früh in der Saison in den Tabellenkeller gedrückt zu werden. Nicht teilnehmen an der Aufgabe Regensburg können Christoph Dabrowski und wahrscheinlich Carsten Rothenbach. Erstmals im Kader auftauchen werden aller Voraussicht nach Michael Ortega und Sören Bertram.

Der VfL wird in Regensburg auch von einer mehrköpfigen Fan-Delegation aus Passau unterstützt!

Glück Auf!



Aufstellung VfL:


Luthe - Brügmann(Rothenbach), Maltritz, Sinkiewicz, Chaftar - Goretzka, Kramer - Tasaka, Rzatkowski - Iashvili, Dedic

Brach sich 2003 in Regensburg den Fuß: Slawo Freier


Freitag, 24. August 2012

Vorgestellt: Der VfR Aalen

Während am heutigen Freitag die Fußball Bundesliga endlich nach langer Sommerpause in ihre 50.Spielzeit startet - beginnend mit der Abendpartie Borussia Dortmund gegen Werder Bremen - ist die Zweite Liga schon seit drei Wochen im Geschäft.
Am Wochenende wartet bereits der 3.Spieltag, inclusive DFB-Pokalspiel somit bereits das vierte Pflichtspiel für die Teams im Unterhaus. Der VfL kann mit dem bisherigen Saisonstart leben: Zwar wurde man vor 13 Tagen in Paderborn böse vermöbelt, doch konnte man mit den beiden anderen, wohl wichtigeren Siegen (Heimauftakt Dresden, Pokalerfolg Heidenheim) schon etwas Lust auf eine erfolgreiche Saison wecken. Besonders der Sieg im Pokal in Heidenheim, einem der stärksten Drittligisten und somit doch sehr anspruchsvollen Los, sollte der Mannschaft um Kapitän Andreas Luthe Sicherheit und Selbstbewusstsein gegeben haben.

Nun heißt es im Ligarhythmus endlich einmal konstant zu spielen, keine Aussetzer ins Spiel zu integrieren, die dem Team seit Jahren immer wieder entscheidende Punkte gekostet haben. Als nächster Gegner stellt sich am Sonntagmittag der VfR Aalen im rewirpowerSTADION vor.

VfR Wer?

Der VfR Aalen aus Baden-Württemberg, unweit entfernt von Heidenheim, ist nicht zu verwechseln mit dem ehemaligen Zweitligisten LR oder später RW Ahlen aus Westfalen, die zuletzt 2009 mit ihrer Angriffreihe Großkreutz-Reus-Naki für Furore in Liga 2 gesorgt haben. Der VfR Aalen wird erstmals in Bochum erwartet und schwebt durch die jüngste Erfolgsgeschichte etwas auf Wolke Sieben. Dem sehr überraschenden Aufstieg im Mai folgte ein wahrer Blitzstart im Profifußball, in dem die Aalener erstmals in der Vereinsgeschichte aktiv sind. Nach dem überragenden 4-1 Auftaktsieg in Duisburg ging zwar das Match gegen Kaisierslautern im ehemaligen Waldstadion 1-2 verloren, doch der klare 3-0 Pokalsieg gegen Mini-Wolfsburg Ingolstadt liess diesen schnell vergessen. In Aalen herrscht Fußball-Euphorie!

Obwohl der Verein für Rasenspiele, angetrieben durch die Großsponsoren Imtech und Scholz, bereits 2008/09 in die Zweite Liga strebte, war der Aufstieg 2012 eine große Überraschung. Schließlich war man 2009, mit großem Etat und erklärtem Aufstiegsziel letztlich vollkommen unerwartet in die Regionalliga Süd abgestiegen. Ein Schock für den VfR, der den Neuaufbau in Liga 4 hervorragend nutzte und 2010 wieder in der 3.Liga angekommen war. Nach einer durchnschnittlichen Saison 2010/11, in der man dem Abstieg knapp entging, folgte dann die Sensation: Das Team um Ösi-Coach Ralph Hasenhüttl, Ex-Unterhaching-Chefcoach, der bereits seit Anfang 2011 auf der Ostalb tätig war, formte eine Mannschaft, die nach einer ordentlichen Hinrunde im Frühjahr 2012 den Turbo zündete und unaufhaltsam Richtung Aufstieg steuerte. Trotz einer statistisch keineswegs herausrragenden Saison stiegen die Aalener in der umkämpften und wahnsinnig ausgeglichenen 3.Liga-Saison 2011/12 mit 64 Punkten aus 38 Spielen als Tabellenzweiter hinter dem SV Sandhausen in die 2.Fußball Bundesliga auf.

Einen nicht unerheblichen Anteil am Aufschwung in Aalen hat Markus Schupp. Der Ex-Wattenscheider ist seit gut einem Jahr Sportchef auf der Ostalb, und, obwohl noch immer in Graz beheimatet, das Gesicht des Vereins. Das Duo Schupp-Hasenhüttl hat auch für diese Saison einen hervorragenden Grundstein gelegt, sodass den Aalenern von den drei Aufsteigern sicherlich das größte Potential unterstellt werden dürfte.
Riesentalent Kevin Kampl
Eckpfeiler des Teams ist ein sogenannter "Unterhaching-Block", dem neben Trainer Hasenhüttl auch die Ex-Münchener Leandro Grech und Robert Lechleiter angehören. Als weitere Schlüsselspieler sind Elfmeterexperte und Aufstiegsheld Martin Dausch sowie Kevin Kampl zu nennen. Besonders letztgenannter wird den Aalern nicht sehr lange zur Verfügung stehen, der slowenische U-21 Nationalspieler wird schon sehr bald den Weg in die 1.Bundesliga gefunden haben. Bei einem Spieler seines Kalibers wenig verwunderlich.

Sturmführer Zlatko Dedic
Dem VfL Bochum wird somit am Sonntagmittag eine hoch motivierte, eingespielte, clevere Mannschaft erwarten, die ungefähr vom Leistungsniveau mit dem FC Heidenheim verglichen werden kann, jedoch einen anderen Spielstil pflegt und aufgrund der jüngsten Erfolge längst als vollständiger Zweitligist wahrgenommen werden muss.

Der VfL wird geduldig und fehlerfrei spielen müssen, um gegen die Konterstarken Aalener nicht ins offene Messer zu laufen. Aufzupassen heißt es besonders auf Linksaußen Kevin Kampl, der Carsten Rothenbach wohl die ein oder andere zu lösende Aufgabe stellen werden wird.

Beim VfL wird sich die Startaufstellung im Vergleich zu Heidenheim wohl nichts ändern, lediglich Zlatko Dedic war unter der Woche angeschlagen. Einen ersten Kurzeinsatz könnten sich die Fans von Neuzugang Michael Ortega erwarten.


Glück Auf!


Aufstellung VfL:

Luthe - Rothenbach, Maltritz, Sinkiewicz, Brügmann - Kramer - Tasaka, Goretzka - Rzatkowski - Iashvili, Dedic

Mittwoch, 22. August 2012

Bochum kommt in Heidenheim nur kurz ins Schwitzen

Der VfL Bochum hat am Samstag Abend mit einem 2:0 (2:0)-Auswärtserfolg beim 1.FC Heidenheim 1846 die 2.Runde des DFB-Pokals erreicht. Dem Team von Andreas Bergmann genügte in der Abendhitze auf der Ostalb eine konzentrierte Leistung, der Sieg war aufgrund der idealen Torfolge kaum in Gefahr.

Einlauf der Mannschaften
Der VfL hatte eingeladen, auswärts nach Heidenheim. Der Verein verteilte 60 VIP-Karten für den Heidenheimer Sparkassen-Business-Club, ungewöhnlich für ein Auswärtsspiel, aber eine geniale Idee. So war neben dem schon lange nicht mehr so inspirierten Auswärtsblock neben vereinzelten Bochumern auf der Gegengeraden auch die gepolsterte VIP-Haupttribüne fest in Bochumer Hand. Auch die jetzigen Augsburger Kevin Vogt und Matthias Ostrzolek fanden sich im VfL-Bereich der Haupttribüne ein.

Heidenheim, eine wirtschaftlich starke Kleinstadt nahe Ulm, strebt durch die Unterstützung ihrer heimischen Unternehmen wie Voith oder Hartmann mit aller Macht Richtung Zweiter Bundesliga. Das Stadion, es erinnert im Ansatz an das Dietmar-Hopp-Stadion in Hoffenheim, wurde unlängst gründlich modernisiert und verfügt über alle modernen Standards - süß verpackt in Miniaturform. 7.500 Zuschauer fanden sich an diesem Sommerabend im "Waldstadion" ein, gut 1.000 davon aus Bochum oder für Bochum, und liesen sich vor dem Anpfiff von dem ein oder anderen netten Heidenheim Fanlied berieseln.

Nach dem Anpfiff übernahm der VfL aus Bochum dann die Regie: Schon nach wenigen Minuten gingen die Bochumer in Führung, nachdem Zinedine Kramer einen längst verloren geglaubten Ball noch in den Lauf Iashvilis passen konnte, der den etwas einsam am Fünfmeterraum wartenden Zlatko Dedic bediente, welcher sein erstes Tor in seiner zweiten Karriere beim VfL erzielte! Heidenheim, sichtlich geschockt, brauchte lange um den Ansatz eines konstruktiven Spielaufbaus hinzubekommen, der VfL, in orange gekleidet, bestimmte das Spiel deutlich. Der Zug nach vorne ging jedoch im Laufe der ersten Halbzeit etwas verloren. Heidenheim ackerte sich zu dem ein oder anderen Eckball und erarbeitete sich daraus zwei Halbchancen, der VfL konnte zweimal dank guter Kopfballverlängerung Tasakas den Weg in Heidenheims Strafraum finden, blieb jedoch ohne nennenswerten weiteren Abschluss den Eckball.
Erst in der 40.Minute setzten die Bochumer nach, der beste Konter seit langer Zeit über mehrere Stationen stellte die Weichen auf Sieg: Dedic vollendete den schnellen Konter, an dem unter anderem die Neuzugänge Iashvili, Rzatkowski und Rothenbach beteiligt waren.

In der Halbzeit herrschte gute Stimmung unter den VfL-Fans, spielte der VfL doch eine sehr ordentliche erste Halbzeit, lies defensiv wenig zu, die junge Linke Seite mit Brügmann und Goretzka, der aufgrund der Umstellung auf Raute und der Herausnahme Dabrowskis nach Links musste, war gegen den alles probierenden Rechtsaußen Dennis Malura defensiv zwar gefordert, aber keienswegs überfordert. Kramer räumte im Mittelfeld alles weg und Zentral standen Maltritz und Sinkiewicz stabil.

Die Zweite Hälfte sollte dann doch mehr Chancen für die Heimmannschaft mit sich bringen, Heidenheim, nun mit Thurk im Angriff aufgestellt, verstärkte den Druck, übernahm nun den Ball, und kam auch zu Chancen nach Ecken und Flanken. Doch der Qualitätsunterschied, den man ansonsten immer zwischen Erster und Zweiter Liga festzustellen hat, kann man auch zwischen Zweit- und Drittligisten erkennen: Trotz mitunter bester Einschussgelegenheiten der Hausherren gelang ihnen kein Treffer, ja man hatte das Gefühl, dass der FCH an diesem Abend wohl kein Tor mehr erzielen würde. Ein Lattenstreifer nach einer Ecke war letztlich die größte Chance, den Reste retteten Luthe, der einsatzfreudige Brügmann und Rothenbach auf der Linie.

Den Deckel auf das Spiel drauf machen müssen hätte Alexander Iashvili, der nach schönem Zuspiel von Leon Goretzka frei vor FCH-Keeper Lehmann stand, aber zu überhastet abschloss.

Das Spiel plätscherte die letzten Minuten vor sich hin, die VfL-Fans behielten mit ihren "Das Schaffst du nie"- Rufen bezüglich eines möglichen Heidenheimer Torerfolgs Recht, später noch wurde Heidenheims Spieler Florian Tausendpfund aufgrund seines Namens als übergewichtig abgestempelt ("Du bist zu schwer für diesen Sport").

Die 1.Pokalhauptrunde 2012/13 war für den VfL Bochum ein voller Erfolg. Das Spiel war keine spielerische Glanzleistung, aber das ist im Pokal keineswegs verlangt. Wenn der Gegner auch unterklassig einzustufen ist sollte man froh sein, wie relativ entspannt man die 2.Runde erreichen konnte und im Gegenzug sehen, wie böse es andere Erst- und Zweitligisten am Wochenende erwischt hat. Der VfL ist nach drei Saisonspielen auf Kurs - der Rückschlag von Paderborn, das übrigens an Nachbar Bielfeld gescheitert ist, kann durch die beiden wichtigeren Siege gegen Dresden (Heimspiel) und Heidenheim (Pokalgeld) kaschiert werden.

Glück Auf!


1.FC Heidenheim 1846 - VfL Bochum 1848   0:2 (0:2)

0-1 Dedic 5.
0-2 Dedic 41.


Luthe - Rothenbach, Maltritz, Sinkiewicz, Chaftar - Kramer - Tasaka(71.Freier), Goretzka - Rzatkowski(78.Eyjolfsson) - Iashvili, Dedic(84.Gelashvili)








Samstag, 18. August 2012

Nach dem Rückschlag von Paderborn - besteht der VfL in der Hitze Heidenheims?

Es war ein Rückschlag - die überraschend deutliche 0:4 (0:2)- Pleite in Ostwestfalen. Nach dem runden Saisonstart vor 14 Tagen gegen Dynamo Dresden hoffte man beim VfL auf neue, frische, stabilere Zeiten - ein Wunsch, den man vorerst zu den Akten legen muss.
In Paderborn sah man nämlich ein Spiel, wie man es nur allzuoft vom VfL in den letzten Jahren zu sehen bekam. Trotz definitv vorhandenem Potential griff in der Mannschaft kein Rädchen ins Andere, kein Mannschaftsteil harmonierte mit dem Anderen, zusätzlich folgten haarsträubende Individualfehler in der Defensive, dem Bereich, in dem Fehler am schwerwiegendsten sind.

So kam es, dass eine verdammt junge und spielstarke Paderborner Mannschaft, gegen die ebenfalls "junge"(O-Ton J.Todt, Altersschnitt 26,9 Jahre...) Bochumer Mannschaft kurzen Prozess machte und den VfL ähnlich klar wie vor knapp einem Jahr, im September 2011, dem ersten Punktspiel unter Trainer Bergmann, abschoss. Damals freilich stand man nach acht Spieltagen am Tabellenende, hoffnungs- und aussichtslos, in allen Belangen überfordert und ohne jegliche Wettkampfhärte.
Das war diesmal zumindest anders: Der VfL ergab sich trotz des hohen Ergebnisses nicht, hätte selbst ein, zwei Tore erzielen können (Dedic), konnte aber das Ergebnis nicht besser in Grenzen halten.

Ein zu starker Gegner: Der ehemalige Dortmunder Mario Vrancic
Der gemeine VfL-Fan kann ja derartige Niederlagen, sei es auch heute gegen Paderborn und nicht mehr Werder Bremen oder Borussia Dortmund, an sich relativ problemlos wegstecken. Es sind nur immer die Rahmenbedingungen die einen wahnsinnig machen:

Einerseits ist da der so gelungene Saisonstart gegen Dresden, der doch Mut und Selbstvertrauen geben sollte, endlich einmal wieder mit zwei Siegen in die Saison zu starten (letztmals 2002 der Fall gewesen), auf dem durchaus Ordentlichen Spielerischen Niveau aufzubauen und auch gegen einen etwas stärkeren Gegener wie Paderborn dagegen halten zu können.
Außerdem würde man eine derartige Klatsche einer "jungen" VfL-Mannschaft auch mal verzeihen - letztlich spielen aber noch immer die Senioren des Teams und - das ist das Problem - machen auch noch die entscheidenden schwerwiegenden Fehler. Maltritz, Dabrowski und auch Rothenbach, 3 der 4 Ü-30er des Teams, spielten unterirdisch, konnte zu keinem Zeitpunkt mit den handlungsschnellen und starken Einzelspielern Paderborns konkurrieren und trugen mit einfachen Fehlern wirkungsvoll zur Niederlage bei.
Wenn man dann im Anschluss der Partie hört, wie Jens Todt und Andreas Bergmann die Niderlage auch zum Teil auf die Unerfahrenheit der jungen Spieler schiebt, was einerseits falsch ist, da die "Alten" die entscheidenden Böcke geschossen haben und andererseits bei nur drei "jungen Dachsen" in der Startelf (Goretzka, Brügmann, Kramer) und fünf "alten Hasen" (Dabrowski, Maltritz, Rothenbach, Iashvili, auch Sinkiewicz) das Gleichgewicht doch arg gestört war. Todt und Bergmann müssen aufpassen, dass sie mit ihren falschen Aussagen nicht den Älteren, längst nicht mehr auf ihrem Leistungszenit befindlichen Ex-Bundesliga Haudegen, kein Alibi gewähren, während die durchaus vielversprechenden jungen Spieler zum Teil auf der Bank versauern oder sich sogar ungerecht behandelt fühlen. Denn wenn das der Fall sein wird, dann nützt dem VfL der größte Umbruch nichts, wenn die nächste Generation verschenkt ist.


Heute nun kommt es zum schwierigen Pokalspiel in Heidenheim. Glücklicherweise beginnt das Spiel erst abends, sodass man der ganz großen Hitze ausweicht. Kein Nachteil für den VfL.
Es wird das ersten Auftreten des VfLs beim 1.FC Heidenheim 1846 sein, einem aufstrebenen Fußballverein aus Baden-Württemberg, der zwar noch älter als der VfL ist, jedoch erst in den letzten Jahren nach oben strebt. Unter dem Sponsoring von Anlagenbauer Voith hat man nahe Aalen eine längst zweitligareife Mannschaft auf die Beine gestellt, zum Aufstieg reichte es bislang (noch) nicht. Im Vorjahr scheiterte man an einer eklatanten Auswärtsschwäche, gegen Ende musste man die Nachbarteams Aalen und Sandhausen, später auch Regensburg, ziehen lassen.
Marc Schnatterer, der Chef im Heidenheimer Mittefeld
Dieses Jahr soll der Aufstieg gelingen. Der bekannteste Spieler des FC ist mit Sicherheit Michael Thurk, Zweitliga-Legende und zuletzt Torschützenkönig der 2.Liga 2010.
Nach fünf Spieltagen in der 3.Liga steht Heidenheim auf dem 5.Tabellenplatz.


Glück Auf!


Aufstellung VfL:


Luthe - Rothenbach, Maltritz, Sinkiewicz, Brügmann(Chaftar) - Goretzka, Dabrowski(Rzatkowski), Kramer, Tasaka - Iashvili, Dedic

Montag, 6. August 2012

Alexander Iashvili führt runderneuerten VfL zum Sieg

Was für ein Saisonauftakt an der Castroper Straße! Der VfL Bochum rang nach großartigem Kampf Dynamo Dresden in einem starken Zweitliga-Spiel mit 2:1 (0:1) nieder.

Ein wenig Zweifel durfte ja angebracht sein, vor dem Anpfiff zur fast schon ungewohnten Beginnzeit um 15:30 Uhr - schließlich leistete sich der VfL in der Vorbereitung doch die ein oder andere peinliche Niederlage und wusste noch kurz vor Saisonbeginn nicht so recht wohin die Reise gehen will.

90 beeindruckende und mitreißende Minuten später ist den Beobachtern eins klar: Das letzte Jahr kann abgehakt werden, auf die "spannende" Zukunft darf man sich freuen!

Das, was die Bochumer Jungs am Samstag im sonnendruchfluteten Bochumer rewirpowerSTADION auf den Rasen brachten war sicherlich keine Tiki-Taka-Fußballkunst - nein, aber es war genau das nach dem sich Verein, Fans und wohl auch die Spieler selbst seit langer Zeit gesehnt hatten.
Die Mannschaft ackerte, rannte, kombinierte, steigerte sich und spielte 90 Minuten bedingungslos auf Sieg - wann hat man das zuletzt gesehen?

Vor sechs Monaten hätte man diese Partie gegen starke Dresdener, die wohl sogar stärker auftraten als bei der Niederlage Anfang März, sicherlich verloren. Obwohl man gut in die Partie fand, sich viele Standardsituationen mit Halbchancen erarbeitete, fing man sich beim ersten gefährlichen Dresdener Vorstoß den Gegentreffer. Marcel Maltritz lies Pote laufen, Florian Brügmann kam gegen den weiterleitenden Koch zu spät, schon war Pote frei durch und erzielte das glückliche 1:0 (30.).

Auch wenn dem VfL nach dem Gegentreffer ein wenig Verunischerung anzusehen war, hatte man nicht das Gefühl, dass diese Partie verloren werden könnte. Zu stabil, zu zielstrebig agierte der VfL die erste halbe Stunde - und steigerte sich nach der Pause nochmal deutlich:

Zu Beginn der zweiten Hälfte, man spielte nun Richtung Ostkurve, suchten die Bochumer sofort den Weg nach vorne. Dedic' Chance in Minute 49 konnte SGD-Keeper Kirsten hervorragend entschärfen. Machtlos war er dann beim Ausgleichstreffer, der aus einer der vielen Standardsituationen entsprang. Alexander Iashvili, an diesem Nachmittag unermüdlicher Antreiber und Spielgestalter des VfL, fand mit seiner präzisen Flanke den Kopf von Leon Goretzka, der zum Ausgleich einnickte (56.)! Was für ein Debüt für den gebürtigen Bochumer, der wohl mit 17 Jahren zum jüngsten Torschützen der Vereinsgeschichte aufgestiegen ist, und der Prototyp des idealen VfL-Spielers darstellt, als einer der seit der F-Jugend im Verein ist, seit Jahren mit Dauerkarte ausgestattet ist und dann auch noch selbst unten auf dem Rasen das Tor schießt. Ein Traum.

Leon Goretzkas erster Treffer für die Profis des VfL

Die Dresdener, die die ersten Minuten nach der Halbzeit kaum zum Zug kamen, spielten danach wieder besser mit. Dynamos stärkster Spieler, Pote, hatte die Chance auf einen Elfmeter, weniger gefährlich waren die Distanzschüsse von Papadopoulos.

Der VfL jedoch dominierte trotz großer Hitze weiterhin. Wenn auch nicht alle Spielzüge sitzen, wurde zu keinem Zeitpunkt vom Angriffsspiel Abstand genommen. Die Mannschaft wollte den Auftaktsieg. Tasaka, Iashvili, auch Kramer, kurbelten permanent an.

Die Chancen waren da: Iashvili's Querpass verpassten Dedic und der im Abseits stehende Tasaka(63.), Kramer's scharfen Schuss(78.) parierte abermals Kirsten (Sohn von Bundesliga-Legende Ulf). Doch das Tor sollte an diesem perfekten Nachmittag noch fallen: Das demonstrierten auch die Wechsel. Mutig, vielleicht sogar etwas zu offensiv wechselte Andreas Bergmann, brachte im Laufe der Partie Chaftar, Freier und Rzatkowski, die sich allesamt sofort engagiert einbrachten. Besonders auffällig dabei war Chaftar, der 26-jährige Frankfurter, hinterliess bislang im Profibereich noch keinen bleibenden Eindruck. Der Linksverteidiger ersetzte den engagierten und sicheren, wenngleich auch etwas nervösen Florian Brügmann, und machte von der ersten Sekunde an den Eindruck, dass er weiß was er zu tun hat, die nötige Qualität im Fuß mitbringt, und dem Team jederzeit weiterhelfen kann! Klasse!

Auf dem Weg zum Publikumsliebling: Alexander Iashvili
Und der andere Joker, Slawo Freier, erzielte nach einer von Marc Rzatkowski, im schönen Zusammenspiel der "Linksfuß-Achse" Chaftar, Iashvili, Rzatkowski, erarbeiteten Ecke mit einem unglaublichen Volley-Linksschuß das 2:1. Ein unfassbares und kaum für möglich gehaltenes Tor von Freier, der ja bekanntlich kein Kandidat für die Torjägerkanone ist und schon gar nicht für gezielte Volleyschüsse mit Links bekannt sein dürfte.

Ein toller Auftaktsieg war erreicht, an dem jeder seinen Anteil hatte, von Iashvili begonnen, über den starken Japaner Tasaka, einem sehr mannschaftsdienlichen Spieler, dem der Ball aber ähnlich wie Inui auf's Wort hört, bis hin zu Sinkiewicz, der wohl sein bislang bestes Spiel im VfL-Trikot machte und in der Abwehr seine enorme Kopfballstärke in den Ring warf. Man möge hoffen, dass der Ex-Nationalspieler fit bleibt und konstant auf hohem Niveau die Abwehr verstärken kann!


Glück Auf!


VfL Bochum 1848 - SG Dynamo Dresden   2:1 (0:1)

0-1 Pote 29.
1-1 Goretzka 54.
2-1 Freier 85.


Luthe(C) - Rothenbach, Maltritz, Sinkiewicz, Brügmann(66.Chaftar) - Goretzka(79.Rzatkowski), Dabrowski(73.Freier), Kramer, Tasaka - Iashvili, Dedic


Torschüsse: 18 - 20
Ballbesitz(%): 54 - 46
Zweikämpfe(%): 51 - 49
Ecken: 13 - 9
Fouls: 10 - 14
Abseits: 1 - 1
Laufleistung(km): ? - ?
Zuschauer: 16.191

Alter der Teams(Jahre): 27.4 - 25.8

Alter der Startelf VfL: 26.9
















Zitat des Tages: "Schwarz-Gelb gibt's nicht in Bochum" - Michael Wurst, Stadionsprecher VfL Bochum

Freitag, 3. August 2012

Das Warten hat ein Ende

Und es kribbelt doch wieder: Der VfL Bochum 1848 starten am morgigen Samstag in seine insgesamt achte 2.Liga-Spielzeit, und das kurioserweise zur klassischen Bundesliga-Anstoß Zeit um 15.30h.

Der Blog konnte sich in den letzten Wochen nicht mit dem Geschehnissen rund um die Castroper Straße befassen, deshalb eine kurze Zusammenfassung der Vorbereitung, die Ergebnistechnisch mit der aus dem Vorjahr nicht mithalten konnte.

Der VfL weilte in zwei Trainingslagern, zuerst im Skisprungmekka Willingen, später noch in der Fußballhochburg Barsinghausen. Die Vorbereitung war leider wieder einmal geprägt von Verletzungen, die neu passiert, oder noch nicht auskuriert sind. So erwischte es in Barsinghausen Patrick Fabian und Michael Esser schwer. Fabian erlitt den dritten Kreuzbandriss im selben Knie innerhalb von 16 Monaten - das Karrierende droht. Michael Esser, der Torwart, brach sich zudem die Hand.

Keine gute Vorzeichen für Trainer Andreas Bergmann, der weiterhin mit Mirkan Aydin, Faton Toski, Michael Delura und Jonas Acquistapace auf vier potentielle Stammspieler und Leistungsträger verzichten muss.

Dennoch wurde auch Fußball gespielt, der Ball rollte jedoch allzuoft in die falsche Richtung, Testspielsiege blieben Mangelware, mehrmals zog man gegen klassentiefere Gegner den Kürzeren (Marl, Havelse, Osnabrück), konnte nur in Ansätzen spielerische Klasse erkennen lassen. Spätestens jedoch seit dem Transfer von Yusuke Tasaka, der den Abgang Takashi Inuis in Ansätzen kompensieren soll, blickt man wieder optimistisch nach vorne beim VfL.

13 neue Spieler werden diese "spannende" Spielzeit beim VfL angehen, neben Routinierten Neuzugängen wie Carsten Rothenbach und Alexander Iashvili setzt der VfL auf die Jugend: Mit Mounir Chaftar, Kevin Scheidhauer, Florian Brügmann, Sören Bertram und auch Daniel Engelbrecht kamen vier externe Spieler, denen der sportliche Durchbruch noch bevor steht, dazu gesellten sich die Juniorenspieler Onur Bulut, Selim Gündüz und freilich Leon Goretzka. Komplettiert wird der Kader von den Rückkehrern Zlatko Dedic und Marc Rzatkowski.

Sportlich ist der Kader sicherlich stärker aufgestellt als in der Vorsaison, auch wenn man in der Spitze Qualität abgeben musste, scheint der Kader nun deutlich ausgeglichener, breiter und stabiler aufgestellt. Wenngleich der letzte Test gegen Borussia Mönchengladbach mit 1:4 klar verloren wurde, sehen die Führungsspieler um Neo-Kapitän Andreas Luthe, dem wie erwartet das Vertrauen geschenkt wurde, ab sofort die Mannschaft aufs Spielfeld zu führen, einer guten Saison entgegen.

Gut auch, dass kurz vor Saisonbeginn noch der ein oder andere Sponsorenvertrag abgeschlossen werden konnte, der dem VfL etwas Geld in die luftigen Kassen spült. Die TK Techniker Krankenkasse und Tipico Sportwetten weiten ihr Sponsor-Engagement aus und sind ab sofort als "Premium-Partner" mit dem Verein verbunden.


Es kann also losgehen, die Achte, und, wenn es auch nicht unbedingt erwartet wird, vielleicht voerst letzte Zweitligasaison für unseren VfL!*


 VfL vs Dresden, Samstag, Primetime, 15.30h rewirpowerSTADION Bochum, SKY Bundesliga HD

 1Luthe - 24Rothenbach, 4Maltritz, 6Sinkiewicz, 17Brügmann - 18Goretzka, 23Kramer - 8Tasaka, 13Rzatkowski - 11Dedic, 10Iashvili





* Der Autor spielt in diesem Satz auf einen möglichen Aufstieg in die 1.Bundesliga an!
Bitte nicht falsch interpretieren ;-)


Montag, 11. Juni 2012

Bochum verliert Vogt an Augsburg

Die Befürchtungen haben sich bestätigt: Der erste Transfer-Schock des Sommers hat Bochum erreicht. Kevin Vogt(20) verlässt sehr überraschend seinen Heimatklub und unterschreibt für drei Jahre beim Ex-Aufstiegskonkurrenten FC Augsburg. Die Ablösesumme, kein unentscheidendes Argument derzeit für den VfL, beträgt ca. 600.000€.

Vogt im Duell mit Sankoh beim 1-0 Sieg in Augsburg (Jan'11)
Kevin Vogt spielte seit 2004 für den VfL und erhielt Ende 2008 seinen ersten Profivertrag. Im April 2009 folgte sein Bundesligadebut beim 0:2 gegen Borussia Dortmund. Nach dem Ingolstadt-Desaster im Herbst 2010 zählte Vogt fortan zur Stammformation der Mannschaft. Wie so oft in seiner noch jungen Laufbahn wurde er im Mai 2011 wieder durch eine Knieverletzung zurückgeworfen, sodass er die Relegationsspiele gegen Borussia Mönchengladbach verpasste. Nach einer mehr als durchwachsenen und abermals nicht verletzungsfreien letzten Spielzeit hatte er dennoch aufgrund zweier wichtiger Tore an Spieltag 31 und 32 entscheidenden Anteil am Klassenerhalt. Trotz seiner erst 20 Jahre absolvierte Vogt bereits 38 Pflichtspiele für den VfL Bochum und erzielte dabei zwei Tore. Schon mit 19 war er fester Bestandteil der deutschen U-21 Nationalmannschaft und trug bislang fünf mal den Adler auf der Brust.

Vogts Abgang wirft Fragen auf: Die Bochumer lassen ein hoffnungsvolles Talent, das erst kürzlich von Leon Goretzka als Aushängeschild der eigenen Nachwuchsabteilung abgelöst wurde, an einen Klub, der erst sein zweites Jahr in der Fußball Bundesliga spielen wird, ziehen. Nach Matthias Ostrzolek bereits der zweite Bochumer Junge, der den Weg in die 1.Bundesliga über Augsburg sucht. Bei seiner letzten Vertragsverlängerung im März 2011, als man in Bochum stark auf die 1.Bundesliga schielte, spielte Vogt noch "eine wichtige Rolle in unseren Zukunftsplanungen"(T.Ernst) und für Vogt war die Vertragsverlängerung "eine Herzensangelegenheit".

Der VfL Bochum steckt in der Zwickmühle: Will man sein Jugendkonzept und den eingeschlagenen Weg verteidigen, dürfen fortan keine dieser mehr als fragwürdigen Wechsel Tagesordnung sein. Ob Jahreshauptversammlung, Mitgliederforum etc - überall ist das Thema eigener Nachwuchs + Einbindung von Spielern wie Vogt und Ostrzolek bewusst vom VfL angesprochen worden, um diese Aussagen einige Monate später mit Füßen zu treten.

Zwei gingen, einer kommt zurück: "Bochumer Zukunft" Ostrzolek, Vogt, Rzatkowski
Ein Konzept ist so jedenfalls nicht vertretbar, wenn nach Ostrzolek, Kopplin, Vogt und Kefkir vier junge Spieler, größtenteils über viele Jahre im Verein, genau zu dem Zeitpunkt, wenn sie für den Profibereich interessant werden, abgegeben, und zugleich um Dekaden ältere Fußballer wie Iashvili oder Rothenbach verpflichtet werden.

Nicht dass bei der nächsten Jahreshauptversammlung anstatt auf die Vielzahl der Bochumer U-21 Nationalspieler, sondern auf die Masse an Bundesligaspielen Dabrowski, Freiers, Maltritz' und Iashvilis hingewiesen wird...


Glück Auf!




Zitat des Tages:

"Langfristig ergibt sich natürlich eine Baustelle im zentralen Mittelfeld. Man hat da diese Saison eine ziemlich freakige Mischung aus einem Leihspieler in der letzten Saison, einem halbausgemusterten Opa, einem Halbinvaliden und einem Minderjährigen." (User "Bochum" aus dem VfL4u-Forum)

Freitag, 8. Juni 2012

Ein Kommen und Gehen beim VfL Bochum


Der VfL Bochum erlebt derzeit die wohl „spannendste“ Sommerpause seit einigen Jahren. Etliche neue Spieler binden sich an den VfL während zugleich fast eine ganze Mannschaft den Verein verlässt. Viel zu tun also für Sportvorstand Jens Todt, der im ersten Teil des Umbruchs (der zweite wird folgenden Sommer erfolgen) langjährige Versäumnisse so gut es geht auszubessern versucht.
Nicht unbedingt gelegen kamen dabei die erheblichen Lizenzprobleme, deren genauen Auswirkungen nur zu erahnen sind. Finanzvorstand Ansgar Schwenken konnte bis Ende Mai in Zusammenarbeit mit der Sparkasse Bochum, Sponsoren und privaten Geldgebern das Finanzleck vorerst stopfen, welche Zugeständnisse er dabei machen musste um das immer noch fehlende Geld des Sestaks Abgangs auszugleichen, wird sich erst in der Zukunft herausstellen. Laut Schwenken ist man jedoch nicht gezwungen, sofortige Transfererlöse zum Ausgleich der Kredite zu erzielen.

Dennoch: Der VfL Bochum wird die Saison 2012/13 in der 2.Fußball-Bundesliga bestreiten. Und dass dies erfolgreicher der Fall sein wird als zuletzt, ist ein Muss. Der Kaderumbruch wird hierbei einen gewichtigen Anteil beitragen.
Schon nach dem gesicherten Klassenerhalt und vor dem letzten Saisonspiel in Aue, dessen Ausgang bewusst verschwiegen werden möchte, konnte der VfL mit Sören Bertram(21) und Mounir Chaftar(26) seine ersten beiden Neuzugänge für die kommende Saison bekannt geben.
Seither sind viele weitere Personalien hinzugekommen, der Stand sieht wie folgt aus:
Ciao Giova!
Die Verträge von Björn Kopplin(23), Mimoun Azaouagh(29), Oguzhan Kefkir(21), Giovanni Federico(31), Philipp Bönig(32) und Matias Concha(32) wurden nicht mehr verlängert. Azaouagh und Federico erhielten neue Vertragsangebote, entschieden sich jedoch gegen den VfL. Bei Azaouagh spielten die finanziellen Einbußen die entscheidende Rolle, der hervorragende Fußballer versucht sein Glück ab sofort bei Stefan Kuntz in Kaiserslautern. Federico hingegen konnte sich aus privaten Gründen nicht für den VfL entscheiden sodass die Bochumer ihr Angebot zurückziehen mussten. Der Italo-Hagener wird wohl seine Karriere beenden. Eine Karriere, die gemessen an den Fähigkeiten des Torjägers, viel zu früh und erfolglos zu Ende gehen wird. Kopplin wechselt zu Union Berlin, Kefkir nach Aachen. Die Außenverteidiger Bönig und Concha befinden sich noch auf Vereins-/Karrieresuche.
Einen weiteren Spieler, dessen Vertrag auslief, hätte man noch weitaus lieber gehalten – doch bei Daniel Ginczek(21) spielten die Dortmunder nicht mit. Der einjährige Leihvertrag konnte nicht verlängert werden, der talentierte, wenngleich nicht überragende Stürmer, spielt im nächsten Jahr als Angreifer für den FC St.Pauli gegen den VfL.

Neben den ganzen Abgängen, teils auch prominenter Spieler, geisterte lange Zeit das Gerücht des Wechsels von Stammkeeper Andreas Luthe(25) durch Bochum. Luthe, der wohl auch als nächstjähriger Kapitän im Gespräch ist, sollte bei Werder Bremen Tim Wiese ersetzen. In letzter Zeit ist das Gerücht zum Glück abgekühlt, Werder verpflichtete Keeper Raphael Wolf aus Kapfenberg, Luthe wird aller Voraussicht nach in Bochum bleiben! Und das, obwohl sich Luthe mit Werder bereits einig war. Eine Absage Jens Todts an Bremen lässt die wichtigste Personalie des Sommers weiter in blau-weiß auflaufen. Trotzdem: Genauso wichtig wie die klare Absage an Bremen ist die nun anstehende Vertragsverlängerung mit dem Publikumsliebling. Den bis 2013 datierte Vertrag will der VfL nun frühzeitig langfristig verlängern.
Eine weitere positive Nachricht war der unerwartete Transfer Denis‘ Bergers zu Absteiger Rostock. Der Österreicher, der sich als Flop herausstellte und in Bochum oftmals als „Occean-B-Lösung“ angesehen wurde versucht sich nun wieder unter Ex-Coach Wolfgang Wolf.
Florian Brügmann
Berger machte somit auch Platz für frisches Blut. Jeder Kaderplatz, den man bereits jetzt neu besetzen kann, bietet den finanziell klammen Bochumer eine neue Chance. Und die „Chancen“, die zum VfL wechseln, sind allesamt „spannend“: Florian Brügmann(21), Rechtsverteidiger, kommt wie Sören Bertram vom Hamburger SV nach Bochum. Der schnelle Hamburger wird sich in der Abwehr mit dem zehn Jahre Älteren Carsten Rothenbach (FC St.Pauli) um den Stammplatz streiten. Rothenbach nahm das Vertragsangebot der Hamburger nicht an und verlässt wie so viele Stammkräfte das Pauli-Schiff. Wenig überraschend, dass hier Andreas Bergmann zuschlug, war er schließlich lange Jahre Rothenbachs Trainer in Pauli und Karlsruhe. Beide Rechtsverteidiger unterschrieben bis 2014.
Carsten Rothenbach
Neben den beiden Rückkehrern Marc Rzatkowski(22), ausgeliehen an Bielefeld, Zlatko Dedic(27), ausgeliehen an Dresden, und Philipp Heerwagen(29), die stand heute wohl beide beim VfL bleiben werden, wenngleich Dedic und Heerwagen freilich noch einen nett dotierten Bundesliga-Vertrag in der Tasche haben, verstärkte sich der VfL auch extern für die Offensive: Kevin Scheidhauer(20) wird für vorerst zwei Jahre vom VfL Wolfsburg ausgeliehen, und zuletzt sicherte man sich auch noch die Dienste eines alten Bekannten aus der Bundesliga: Alexander Iashvili(34) wird für ein Jahr in Bochum anheuern, nachdem er mit Karlsruhe in der Relegation an Jahn Regensburg gescheitert ist. Die berechtigte Frage: Warum Iashvili? Sticht er nicht komplett aus dem Raster heraus?
Kevin Scheidhauer
Der Transfers des Georgiers, der seit 1997 in Deutschland spielt und Jahr für Jahr Stammspieler in Freiburg und später Karlsruhe war, mag auf den ersten Blick nicht ins Konzept passen, überrascht aber auch nicht. Iashvili, der in der Abstiegssaison nicht unerwähnenswerte 15 Scorerpunkte für den KSC leistete, steht noch voll im Saft und kann dem VfL in mehreren Dingen sofort helfen. Einerseits als Spieler, der von Anfang an oder als Einwechselspieler in der 2.Liga zur absoluten Elite zählt, zugleich mit seiner Erfahrung und Führunsstärke Giovanni Federico ersetzen kann und schließlich eine große Hilfe bei der Integration von Sturmpartner Nika Gelashvili sein wird. Iashvili betonte, dass ihm längerfristig und vor allem finanziell besser entlohnte Angebote vorlagen, er aber bewusst seine Entscheidung für seine Aufgabe beim VfL getroffen habe.
Alexander Iasvhili
Die positive Punkte überwiegen somit beim bisherigen „Königstransfer“ – trüben kann die Stimmung aber ein anstehender Abgang Takashi Inuis. Wenngleich die Transferperiode noch sehr lange andauern und den VfL-Fans wohl auch noch im Juli/August wie gewöhnlich die ein oder andere Horror-Nachricht ins Haus flattern wird, scheint der Abgang Takashi Inuis leider nur noch eine Frage von Tagen zu sein.
So gerne man den Japaner halten würde und so oft man betont hat, man müsse keinen Spieler unter Wert verkaufen, wird Inui den Weg zur Frankfurter Eintracht finden. Von den vier Millionen Euro, die Galatasaray Istanbul einst geboten haben soll, ist leider nicht mehr viel zu hören. Eher deutet die Ablösesumme auf einen Wert von unter zwei Millionen Euro hin. Freilich viel zu wenig Geld für einen Spieler seines Niveaus, der auch als Bochumer Spieler in vielleicht schon einem halben Jahr ein vielfaches dessen Wert sein könnte – nur: Niemand weiß ganz genau wie es um den Verein finanziell bestellt ist. Leider.

Doch Spielerabgänge gehören zum Fußball dazu und die besten Spieler werden immer den Weg zu einem anderen Klub finden, es sei denn man ist Bayern München. Das weiß man als Bochumer gut genug und weiß es zu akzeptieren. Schwerwiegender sind dann wieder aufkeimende Gerüchte eines Wechsels Kevin Vogts(20) zu Retortenklub Augsburg.
Auch wenn das nur Gerüchte sein sollen, die sich hoffentlich nicht bestätigen mögen, wäre solch ein Transfer wieder ein böser Schlag ins Gesicht für den VfL. Auch wenn Vogt, was oft moniert wird, keine Ballannahme eines Franck Riberys sein Eigen nennen darf, ist er mit gerade einmal 20 Jahren schon seit längerem Stammspieler in der 2.Liga und fester Bestandteil der Deutschen U-21 Nationalmannschaft. Zudem wurde Vogt als gebürtiger Bochumer in letzter Zeit vermehrt in die Öffentlichkeistarbeit des Verein eingebaut und es erweckte den Eindruch, dass er zusammen mit Top-Talent Leon Goretzka das „Testimonial“ des Vereins werden sollte.
Bochumer Jungs: Vogt und Goretzka
Der Verein steckt verhältnismäßig viel Geld in seine Jugendarbeit, die in Zukunft das „Aushängeschild“ des Vereins werden soll.
Will man dann das neue Jugendkonzept mit Wahrheit füllen darf nach Ostrzolek und der Ausleihe Rzatkowskis nicht das dritte Bochumer Talent dieser Vorreitergeneration ziehen gelassen werden.
Die Zeiten, in den die Bochumer Talente das Gros ihrer Spieler nur in der Jugend oder U-23 für den VfL gemacht haben müssen vorbei sein, sie sollen Ihren Platz in der Stammelf finden. Das wurde in den letzten Jahren viel zu oft versäumt (z.B. Gündogan, Schmidtgal) und selbst Andreas Luthe erhielt 2009 nur „im Stechen“ seinen ersten Profivertrag gegen Andreas Lengsfeld.
So verwundert es schließlich auch nicht, dass der einfache Fan einen Kevin Vogt bei jedem zweiten Ballverlust inbrünstig auspfeift – er bekam es ja lange Zeit nicht anders von den Verantwortlichen vorgelebt…

Wenn auch die Transferperiode noch lange andauern und der ein oder andere Spielerwechsel noch unvermeindlich (Inui) sein wird – so rollt der Ball doch schon in gut einer Woche wieder. Denn dann startet der VfL-Tross in den ersten Teil seiner Vorbereitung. Nach einem Lauftrainingslager in Willingen, an dem auch der im März am Kreuzband operierte Michael Delura teilnehmen will, unterbricht Andreas Bergmann die Vorbereitung noch einmal für eine Woche, ehe es dann nach dem EM-Finale wieder so richtig los geht!

Glück Auf!



  

Donnerstag, 3. Mai 2012

Erleichterung nach Klassenerhalt - Erste Neuzugänge fix

Es ist vollbracht! Als Daniel Ginczek am Sonntag Nachmittag im Bochumer Ruhrstadion in der 90.Minute zum 2-0 Siegtreffer gegen Eintracht Braunschweig einschoss, war die Erleichterung bei Spielern, Verantwortlichen und Fans spürbar.
Die Fans, die gegen Braunschweig eine außerordentliche Leistung ablieferten, gegen einen starken Gegner in der Schlussviertelstunde einen akkustischen Abwehrriegel errichteten, können diese so lange und kräftezehrende Saison nun endlich abhaken. Auch die Mannschaft, die aufgrund einer unglaublichen Verletztenmisere seit Wochen auf dem Zahnfleisch geht kann nun durchatmen und mit dem Erreichen des Minimalziels versöhnlich aus einem Wahnsinns-Jahr gehen.

Und trotz aller Erleichterung war das Spiel nochmal 90 Minuten höchsten Nervenanspannung, spiegelte es doch wie so oft die komplette Spielzeit wieder. Früh geführt, Chancen auf das 2-0 vergeben, dann die übliche Rote Karte, und am Ende ein anrennender Gegner - doch diesmal mit dem glücklicheren Ende für den VfL. Der Sieg gegen starke Braunschweiger war der Erste nach 10 Erfolglosen Versuchen en suite. Eine derart lange Negativserie gab es in der 2.Liga Historie des VfL noch nie - einer von vielen Negativrekorden die die Mannschaft in dieser Saison aufgestellt hat.

Voller Freude nach seinem Kopfballtor: Slawo Freier
Das Spiel begann ideal: Schon in der dritten Minute erzielte Oldie Slawo Freier nach einer Federico-Ecke die Führung per, Achtung!, Kopf! Die unsortierten Braunschweiger Defensivspezialisten ermöglichten Freier eines seiner wenigen Kopfballtore, zudem musste er nicht mal hochspringen, um den Ball in die Maschen zu drücken.
Die Führung spielte dem an sich verunsicherten VfL-Team in die Karten, das Stadion verbreitete dank beider Fan-Lager und gutem Wetter beste Fußball-Stimmung.
Doch weitere Chancen auf den Ausbau der Führung hatten die Spieler von Andreas Bergmann vor der Halbzeit keine, nein, es waren die Braunschweiger die mehrmals haarscharf am Ausgleich vorbeischrammten. Besonders die Freistöße sorgten für Verunsicherung, doch das Glück war an diesem Tag endlich wieder auf Bochumer Seite.
Braunschweig musste dann frühzeitig Dominik Kumbela für Kapitän Kruppke eintauschen, beim VfL blieb der vorbelastete Kramer in der Kabine - für ihn kam Ösi Denis Berger mal wieder in die Partie. Der ebenfalls gelb-verwarnte Philipp Bönig durfte mangels Alternativen weiter machen - und holte sich später in seinem letzten Spiel für den VfL abermals gelb-rot ab. Nach einem viel zu harten und enorm schlecht getimten Einsteigen gegen den Braunschweiger Raffael Korte sah der Erdinger seine dritte Ampelkarte der Saison - im fünften Einsatz! Eine unheimliche Quote und einsamer Rekord für den 32-jährigen Bochumer, der es zwar nie zu einem Treffer für blau-weiß brachte, aber nun wohl eine Statistik auf Lebenszeit anführen wird. Das bittere an der Sache: Jede Einzelne der sechs Gelben Karten die Bönig in seinen 317 Minuten Saisoneinsatzzeit erhielt waren absolut gerechtfertigt und eher rotwürdig denn als Fehlentscheidung zu werten.

Pippo Bönig bei seiner bewegenden Abschiedsrede

Verständlicherweise waren auch die Coaches Neitzel und Bergmann sauer auf den Übeltäter, der sich zweifelsohne einen anderen Abgang verdient gehabt hätte. Wieder einmal - zum bereits sechsten Mal (3xBönig, 1xToski, 1xBerger, 1xFreier, 1xInui) in dieser Saison musste der VfL in Folge einer Ampelkarte ein Spiel in Unterzahl beenden.
Die Braunschweiger drängten den VfL weit in die eigene Hälfte zurück und kam zu Chancen: Luthe rettete überragend gegen Kumbela, der zudem ein Abseitstor erzielte. Der VfL überstand die heikle Phase nach dem Auschluss, Jannick Stevens kam zu seinem Profidebüt und stabilisierte die Linke Seite, da Jonas Acqusistapace, noch von einem Infekt geschwächte, nicht mehr konnte.
Und dann kam der VfL zu Kontern: Ginczek eroberte sich einen Ball, liess einen Braunschweiger aussteigen und startete Richtung Tor, die letzten Braunschweiger Abwehrspieler um den talentierten Torwart Petkovic konnten den Ball aber im Kollektiv entschärfen (75.). Auch kurze Zeit später, als Inui aus vollem Sprint einen Luthe-Ball technisch grandios aus der Luft auf Tempo null stoppte, nach feiner Drehung auf Ginczek spielte, war es der Badener Petkovic, der den Braunschweiger Knock-Out mit einer tollen Flugeinlage verhinderte.
So entstand in den allerletzten Minuten ein Spiel wie man es aus den Europacup Spielen kennt, wenn ein Team noch ein Tor benötigt, um die Auswärtstorregel zu bezwingen: Braunschweig schickte neun Feldspieler nach vorne, der VfL hielt mit seinen neunen dagegen. Zu Beginn der Nachspielzeit dann die Befreiung: Luthe parierte einen Kopfball von Korte herausragend, die zweite Welle konnte Eyjolfsson abblocken und Ginczek auf die Reise schicken. Geistesgegenwertig sprintete Inui mit, der in der Schlussphase defensiv unglaubliche Wege ging, teilweise bis an die eigenen Eckfahnen verteidigte und sich erneut als grandioser Team-Player für die Defensive erwies. Der Japaner bekam den von Ginczek gespielten Ball, umkurvte Petkovic und legte quer auf Ginczek, der mit voller Wucht aus sechs Metern den gesamten Frust einer ganzen Saison wegschoß!
Erster Gratulant Ginczeks war ein mit Bierbecher ausgerüsteter Fan, der höhe des Marathontores auf das Spielfeld gelangte und den Dortmunder innigst umarmte.

Es war ein besonders Spiel, dieses gegen Braunschweig. Die Stimmung war hervorragend, man hatte das Gefühl, dass erstmals jeder Bochumer den wohl länger bevorstehenden Zweitliga-Fußball annahm und sich mit der Situation identifizierte. Es muss das Ziel sein, auch in der Zweiten Liga öfter um die 20.000 Zuschauer ins Stadion zu bekommen. Mit Grußel-Kicks wie gegen Ingolstadt oder Dresden wird das nicht gelingen, mit leidenschaftlichen Auftritten, die dem Fan auch das Gefühl verleihen, dass man sich verbessert und sportlich Fortschritte erzielt, schon. Dafür braucht es natürlich viel mehr Heimsiege, aber das Stimmungsbild und der Tabellenstand können sich in der nächsten Saison mit einer runderneuerten Mannschaft und Fans, die den vorgegeben Weg, der sowieso alternativlos ist, unterstützen, auch schnell wieder von einer schöneren Seite zeigen.


Personeller Umbruch

Dass die Saison zwar sportlich, hinter den Kulissen aber noch lange nicht abgeschlossen ist, zeigte einem neulich die nicht gänzlich geklärte Lizenz-Frage auf. Der VfL muss Liquiditätspotentiale vorweisen - wie wird sich zeigen. Ob Spielerverkäufe notwendig sein werden weiß man noch nicht, vermutlich werden aber nicht alle Spieler zu halten sein. Dass ist aber freilich auch gar nicht das Ziel, denn man will ja einen gezielten Umbruch bewirken. Die berechtigte Frage: Was bringt ein Umbruch wenn die Leistungsträger den Verein verlassen und die alten "Stars" um Freier weiter an Bord bleiben dürfen?

Der Verein wird alles versuchen um die beiden besten Spieler, Andreas Luthe und Takashi Inui zu halten. Beiden werden Kontakte nach Bremen nachgesagt, besonders im Fall Luthe will sich der VfL besonders strecken und seinen bis 2013 datierten Vertrag langfristig verlängern. Takashi Inui ist sicherlich der derzeit lukratistive Bochumer Spieler, ein Verbleib ist fraglich. Denn: Der Japaner ist einfach zu gut für die 2.Liga. Es wäre natürlich hervorragend den kleinen Spielmacher noch ein Jahr halten zu können, ihm zwei bis drei gute Kicker an die Seite stellen und ihn erst dann zu verkaufen. Wahrscheinlich würde Inui im nächsten Jahr sogar noch größere Transfererlöse einbringen, sofern seine Leistungskurve nicht unerwarteterweise einbricht. Doch lässt die finanziell angespannte Lage dem VfL es wohl nicht zu, bei einem 3mio€ Angebot einfach so nein zu sagen. Auch wenn man die Lizenzfrage unabhängig von Luthe und Inui geklärt haben will - ein Verbleib der Spieler ist derzeit noch nicht absehbar.

Und ob der drittbeste Kicker, Mimoun Azaouagh, seinen auslaufenden Vertrag verlängert ist wohl auszuschließen. Bis Sonntag, bis zur Parie in Aue, will sich der Edeltechniker nun spätestens entscheiden. Für - oder gegen den VfL. Bzw. Für den VfL oder für Stefan Kuntz. Der Vorstandsvorsitzende des FCK holte Azaouagh einst nach Bochum, und soll sich laut Gerüchteküche mit Azaouagh schon auf diversen Autobahnraststätten getroffen haben....
Wird den Verein wohl doch noch einmal wechseln: Mimoun "Aza" Azaouagh
Die Entscheidung Azaouaghs wird diese Tage fallen; In Bochum könnte er bis zu seinem Karriereende wohl eine gewisse Führungsposition einnehmen, während Kaiserslautern wohl doch den ein oder anderen Cent mehr anbieten wird können.



Erste Neuzugänge fix

Wechselt vom HSV nach Bochum: Sören Bertram
Unabhängig der Zukunft der bisherigen Leistungsträger konnte Jens Todt schon zwei neue Gesichter für den VfL gewinnen: Mit Sören Bertram und Mounir Chaftar verpflichtete man zwei Linksfüßer aus unterklassigen Ligen. Bertram wechselt fest vom HSV an die Ruhr und unterzeichnete bis 2015. Der Offensive Mittelfeldspieler galt vor kurzem noch als großes Talent, konnte aber weder in Hamburg noch in seinem Jahr in Augsburg den endgültigen Durchbruch schaffen. Nach intensiver Beobachtung des 20-jährigen ist sich wohl Andreas Bergmann sicher, dass Bertram eben diesen beim VfL packen kann.

Mounir Chaftar
Mounir Chaftar, 26, gehört schon einem etwas älteren Semester an - den Sprung in den Profifußball hat der Frankfurter wie Bertram aber noch nicht geschafft. Sowohl bei der SGE als auch in Duisburg konnte er sich dauerhaft nicht durchsetzen, überzeugte aber diese Saison als Linker Verteidiger bei Wacker Burghausen. An Chaftar, der wohl die Planstelle Bönigs einnimt, waren mehrere Zweitligisten interessiert. Der Spieler hat das spielerische Potential für hochklassigen Fußball, war aber ähnlich wie Faton Toski bislang kein "Vielspieler" in seiner Karriere.


Die nächsten Transfers stehen bereits in den Startlöchern, den Erwartungen nach großen Namen müssen jedoch gedämpft werden. Die neuen Spieler werden vermutlich alle ablösefrei sein und eher aus unterklassigen Teams nach Bochum stoßen. Was wie im Fall von Christoph Kramer kein Nachteil sein muss. Doch bevor weitere Spieler vorgestellt werden können muss sich zuerst die Zukunft von Luthe, Inui, Azaouagh(s.o.), Ginczek (Dortmund will ihn zurück), Federico (50:50 ob Verlängerung oder Karriereende), und den Leihspielern Heerwagen, Dedic und Rzatkowski (Letzterer wird wohl zurückkommen!) klären.


Glück Auf!



VfL Bochum 1848 - TSV Eintracht Braunschweig   2:0 (1:0)

1-0 Freier 3.
2-0 Ginczek 90.



Luthe - Acquistapace(74.Stevens), Maltritz, Eyjolfsson, Bönig - Kramer(46.Berger) - Freier, Dabrowski - Federico(70.Sinkiewicz) - Inui, Ginczek