Sonntag, 4. November 2012

Loddar für Bochum - Sinkiewicz lässt alte VfL-Tugenden aufleben - Heerwagen mit Tor+Assist

Was für ein Spiel an der Castroper Straße! Der VfL Bochum erkämpfte sich am Sonntagnachmittag gegen eine spielstarke, vielleicht technisch beschlagen wie nie zuvor, Cottbuser Mannschaft ein 2:2 (0:1) Remis und lies nach der Offenbarung von Aue alte VfL-Tugenden aufleben. Lukas Sinkiewicz zeigte eine ausgezeichnete Leistung und ist der neue Chef des VfL.

Es war ein flottes, gutes, aufregendes, aber auch sehr kurioses Zweitligaspiel. Cottbus begann die Partie mit einer unglaublichen Selbstverständlichkeit, dominierte Ball und Gegner nach Belieben, und hatte schon nach 15 Sekunden die Führung auf dem Fuß, doch Ersatztorwart Heerwagen, der sein erstes Zweitligaspiel seit dem 18.9.2010 bestritt, parierte gegen Sörensen hervorragend.
Nur wenige Minuten später jedoch klingelte es im VfL-Kasten. Die in der ersten Halbzeit zu keinem Zeitpunkt Zweitligareife Rechte Seite, besetzt von Freier und Rothenbach, ermöglichte es Adlung unbedrängt zu flanken, Sanogo köpfte, von Maltritz unbedrängt, an den Pfosten, der Ball springt Heerwagen ins Gesicht, Tor. 0:1.

Der ehemalige Bielefelder Torwart Fernandez kassierte vor einigen Jahren gegen Dortmund einmal einen ähnlichen Treffer, Philipp Heerwagen sollte in ähnlicher Art und Weise dieses Schicksal an diesem Nachmittag noch ein zweites Mal ereilen.

Glücklos: Der VfL in Halbzeit eins
Es dauerte eine gewisse Zeit, ehe der VfL ins Spiel fand. Die rechte Seite blieb weiterhin komplett blass, besonders Rothenbach hatte bei jedem Ballkontakt höchste Schwierigkeiten. Fraglich, ob der VfL jemals einen fußballerisch beschränkteren Stammspieler in seinem Team hatte. Doch Lukas Sinkiewicz und eine Änderung der Eckbälle brachten den VfL ins Spiel. Die Eckbälle, zumeist von Tasaka, werden nun endlich zum Tor hingetreten, was, zumindest in diesem Spiel, die Gefährlichkeit dieser in ungeahnte Höhen trieb. Sinkiewicz traf noch in Halbzeit eins mit starken Kopfbällen nach Tasaka Flanken zwei Mal den linken Torpfosten, der Ball ging witzigerweise mal wieder nicht rein. Damit erzielte der VfL auch im zwölften Saisonspiel kein Tor in der Ersten Halbzeit! Vermutlich ein Rekord für die Ewigkeit.

Stark wie Nie: Lukas Sinkiewicz
Und trotz guter Vorsätze glich der Beginn der Zweiten Halbzeit dem der Ersten. Nach nur wenigen Minuten, Cottbus setzte wieder auf aggressives Pressing, erzielte Sanogo ein ähnlich glückliches Tor wie zu Beginn der Ersten Hälfte. Banovic, nach starker Einzelaktion nicht attackiert im Mittelfeld, schießt den Ball an den rechten Pfosten, von wo er, ideal abgebremst von Heerwagens Rücken, vor die Füße Sanogos fällt. Ein weiterer Gegentreffer, der es in Arnd Zeiglers Rubrik des "Kacktor des Monats" schaffen könnte.

Gute, sinn- und wirkungsvolle Wechsel: Karsten Neitzel
Doch trotz zweier erneuter böser Nackenschläge liess sich der VfL nicht einschüchtern. Die letzten dreißig Minuten waren "geil" (K.Neitzel) und erinnerten an beste VfL-Tage. Der VfL war dominant im Zweikampf, spielte aggressiv nach vorne, rannte, grätschte, erkämpfte sich jeden Ball. Symbolisch für die Aufholjagd war eine Aktion von Tasaka unmittelbar vor der Auswechslung Banovic', in der der Japaner einen längst verlorenen Ball mit einer leidenschaftlichen Grätsche ins Aus beförderte. Das war der Auftakt für die beeindruckende Schlussphase, in der Lukas Sinkiewicz defensiv wie offensiv die spielbestimmende Person war, den Anschluss per Kopf nach Tasaka Ecke herstellte (73.) und mit Wucht den Weg vorgab. Dass am Ende der Ausgleich noch fällt, Dedic traf nach Flanke Ortegas (89.), war auch der Verdienst Karsten Neitzels, der mit den Einwechslungen von eben Ortega und Iashvili goldrichtige Entscheidungen traf und endlich einmal mit rechtzeitigen Wechseln dem Spiel neue, spielentscheidende Impulse gab.

Dass Karsten Neitzel auch beim kommenden Spiel in St.Pauli auf der Bank sitzt ist jedoch sehr unwahrscheinlich. Der VfL wird aller Voraussicht nach im Laufe der kommenden Woche einen neuen Cheftrainer präsentieren. Lothar Matthäus, dem im Stadion ein Banner "Loddar für den VfL" gewidment wurde, ist aber wohl eher kein Kandidat.


Glück Auf!



VfL Bochum 1848 - FC Energie Cottbus   2:2 (0:1)

0-1 Heerwagen ET 5.
0-2 Sanogo 52.
1-2 Sinkiewicz 73.
2-2 Dedic 89.


Heerwagen - Rothenbach(59.Ortega), Maltritz, Acquistapace(85.Scheidhauer), Chaftar - Sinkiewicz - Freier, Tasaka - Goretzka - Engelbrecht(59.Iashvili), Dedic


Torschüsse: 19 - 14
Ballbesitz(%): 51 - 49
Zweikämpfe(%): 54 - 46
Ecken: 6 - 3
Fouls: 19 - 21
Abseits: 1 - 1

Zuschauer: 9.571

Alter der eingesetzten Spieler(Jahre): 27.1 - 26.9



Die nächste Trainersuche des VfL

Es war ja eigentlich um 13:10 Uhr vergangenen Samstag in Aue klar: Der VfL hat es wieder einmal geschafft, dass ein Trainer nach viel zu kurzer Amtszeit die Stadt verlassen muss. Nach dem Offenbarungseid im Erzgebirge stand fest, dass Andreas Bergmann nicht mehr allzu lange Trainer des VfL Bochum 1848 sein wird. Am Sonntag Abend wurde dann sein Abgang bekannt geben.

Das Pokalspiel am Dienstag in Garbsen, das der VfL ja nur verlieren konnte, wurde unter der Leitung von Co-Trainer Karsten Neitzel doch etwas glücklich mit 3:1 (1:1) gewonnen - doch die Frage bleibt: Wer wird neuer Cheftrainer an der Castroper Straße?

Die Partie gegen Energie Cottbus wird noch unter der Leitung Neitzels stattfinden - doch unabhängig des Ergebnisses wird der VfL in der kommenden Woche einen neuen starken Mann präsentieren.

Andreas Bergmann, Cheftrainer VfL Bochum: Sep.11 - Okt.12
Andreas Bergmann war dreizehneinhalb Monate Chefcoach beim VfL. Obwohl der menschlich, fachlich und natürlich vom Namen perfekt zum VfL passte, war es doch eine ziemlich erfolglose Amtszeit. Bergmanns Erfolge lassen sich an wenigen Fingern abzählen - in seiner Amtszeit gewann der VfL gerade einmal zehn Ligaspiele. Die Höhepunkte seiner Amtszeit war Sicherlich der starke Pokalfight gegen Bayern München. Auch konnte er eine am Boden liegenden Mannschaft im vergangenen Herbst soweit stabilisieren, dass man trotz stark abbauender Leistungen in der Rückrunde immerhin die Klasse erhalten konnte.
Vor dieser Saison wollte man mit Bergmann eine neue Mannschaft aufbauen, mit der man "oben mitspielen" könne und die die Fans begeistern kann. Nach einem beeindruckenden Saisonstart gegen Dynamo Dresden konnte man dieses Vorhaben absolut erkennen, der Leistungsabfall der Mannschaft in den vergangenen Wochen beendete nun aber diese zunächst erfolgsversprechende Liaison.
Freilich hatte Andreas Bergmann auch mit dem großen Verletzungspech seiner Mannschaft zu kämpfen. Nie konnte er die potentiell stärkste Mannschaft aufbieten. Andererseits muss auch angemerkt werden, dass es noch nie einen VfL-Trainer gab, der geringere Erwartungsansprüche zu erfüllen hatte wie Bergmann, und dennoch scheiterte. Sein scheitern in Hannover damals war einer schlimmen Tragödie geschuldet, Robert Enke nahm sich damals das Leben, doch auch in Hannover konnte er die Mannschaft nicht wieder auf die Siegerstraße zurück führen. Heute steht Hannover, die auch unter Mirko Slomka einen schwierigen Start hatten, erneut im internationalen Wettbewerb.

Für Andreas Luthe, seit diesem Jahr Bochumer Mannschaftskapitän, war Bergmann, wie er selbst sagte, bereits der sechste Cheftrainer (Koller, Heinemann, Herrlich, Wosz, Funkel, Bergmann) seit 2009, als man sich in der VfL-Führung gerade noch so und glücklicherweise dazu durchgerungen hat, Luthe doch einen Profivertrag beim VfL anzubieten. Wer der Siebte Trainer Luthes wird ist noch völlig offen. Im VfL-Lager gibt es mit Neitzel, Metaxas und Wosz drei Fußballlehrer-Lizenz-Inhaber, sodass auch eine interne Lösung nicht vollends auszuschließen ist.

Erlebnisbericht Erzgebirge

Gut gelaunt traf sich die kleine aber feine niederbayrische Reisegruppe um 8.30 vor der Wohnung des dritten Reiseteilnehmers. Dieser hatte Vergessen seinen Wecker zu stellen, doch das Schlafen in VfL-T-Shirt sowie VfL-Short entschuldigte diesen Fehler. Nach der kurzen Dusche wurde das Federico-Trikot eingepackt und mit gut zwanzig minütiger Verspätung ging die Reise endlich los.

Voll bepackt mit lecker "Stullen", Tee, Kuchen und einer mehr als fragwürdigen Musica Italia CD konnte man den angestrebten 130km/h Schnitt bis Regensburg locker halten. Schon vor Deggendorf, auf der BAB  3, überholte man das erste Auto aus Bochum - welches sogar noch mit VfL-Aufkleber bestückt war. Höhe Regensburg ereilte uns die Nachricht von 10cm Neuschnee in Dresden. Erste Zweifel am Vorhaben Auswärtssieg in Aue traten auf.


Nur kurz nach Regensburg begegnete man den ersten Schneeflöckchen, kurz darauf lag das erste Auto schon auf dem Dach. Hinter der Leitplanke. Die hatte im Gegenzug zu dem Wagen keine gröberen Schäden aufzuweisen.

Dennoch liesen sich die "positiv" verrückten Fans nicht von ihrem Vorhaben abbringen. Erst kurz vor der Landesgrenze zum Freistaat Sachsen wurde uns klar, dass die Partie ja möglicherweise bei diesem Wetter gar nicht stattfinden könnte. Schließlich musste in der 3.Liga unter anderen das Spiel von Rot-Weiß Erfurt abgesagt werden. Radio MDR Jump hielt uns jedoch auf dem Laufenden - eine Absage stand nie zur Debatte.

Trotz immer stärker eintretenden Schneefalls und einer halbstündigen Fahrt hinter einem Schneeräum-Fahrzeug traf man um 12:40 rechtzeitig im verschneiten Aue ein - parkte für zwei Euro gegenüber des dortigen McDonalds Restaurants - und legte die letzten paar hundert Meter zum Gästeblock zu Fuß zurück. Die für sechs Euro (ermäßigt) zu erstehende Gästeblock-Karte ermöglichte den Eintritt zum kaum gefüllten Block, 80-100 Bochumer fanden sich dort ein - darunter auch Aufsichtsratmitglied Volpers. Schon nach wenigen Minuten machten sich die wenigen Bochumer Fans zum Jubeln bereit. Die Gastgeber schenkten Dedic einen Elfmeter - den dieser gleich mal verballerte. Den ungewöhnlichem Start folgten drei Gegentore in vier Minuten - ein Wahnsinn.

Ein frühzeitiger Gang in das anliegende McDonalds-Restaurant wurde debattiert, jedoch aus Verantwortungsbewusstsein abgelehnt. Der Auer Glühwein und die Bratwurst (Spezialität des Hauses sind aber irgendwelche Nudeln) stellten zwar höchstens Liga-Mittelmaß dar, waren aber im eisigen Erzgebirge überlebensnotwendig.

In der Zweiten Halbzeit fielen noch früh weitere drei Auer Tore, am Ende traf noch ein Auer ins aus unserer Sicht richtige Tor. Aus. Endstand 6:1. Von Oli Schröder vorgeführt.
Mirkan Aydin fand nach dem Spiel noch den Weg zu den Fans - der Trainerwechsel bahnte sich nach seinen Aussagen bereits an.

Gut gelaunt verließen nun die Gastgeber das Stadion, wünschten den "leicht" angefressenen Bochumern sogar noch viel Glück und man "hoffte" auf ein Wiedersehen im nächsten Jahr.

Bevor wir Aue wieder gen Süden verlassen haben, kehrten wir noch im bereits mehrfach erwähnten McDonalds Restaurant ein, spendeten jeweils einen Euro für die McDonalds Charity-Aktionen (nicht wie zuerst vermutet für den FC Erzgebirge), unterhielten uns noch mit den durchwegs freundlichen, gut gelaunten (wieso nur?) aber zugleich etwas schwer verständlichen Auern Fans.

Auch die etwas festgefrorenen Zehen haben den Ausflug überlebt und sind mittlerweile vollständig funktionsfähig. Die Abfahrt aus dem Erzgebirge verzögerte sich, auf der Landstraße von Aue zur Autobahn hin passierte auf spiegelglatter Fahrbahn ein Unfall, es dauerte ca. 45 Minuten bis man dem Stau enteilen konnte. Ob der Mannschaftsbus der Handballmannschaft VfL Bad Schwartau, die auf dem Weg zum Zweitligaspiel nach Aue war, sich aus seiner misslichen Situation befreien konnte ist nicht überliefert.

Kurz vor 20h erreichte man wieder Passau - nicht mit drei Punkten, aber vielen Erfahrungen reicher.


Glück Auf!


Sonntag, 21. Oktober 2012

Bochum gegen Berlin chancenlos

Es war ein neuerlich ernüchtender Fußballabend im Bochumer Stadion. Gegen Absteiger Hertha BSC Berlin hatte der VfL zu keinem Zeitpunkt des Spiels Chancen auf den Sieg und musste sich am Ende mit 0:2 (0:0) geschlagen geben.

Die Hoffnung, nach dem spielerisch guten Auftritt in Braunschweig und der zur Regeneration nützlichen Länderspielpause gestärkt in das Topspiel gegen Aufstiegsfavorit Berlin zu gehen und sich von den Abstiegsplätzen zu entfernen war schnell dahin. Zu umständlich, behäbig, mut- und kraftlos agierte der VfL in der Offensive, gegen eine das Spiel bestimmende, aber offensiv auch wenig aktive Berliner Mannschaft.

Trainer Andreas Bergmann überraschte mit einer unkonventionellen Aufstellung: Da sich Marcel Maltritz beim nachmittäglichen Anschwitzen am Daumen verletzte rückte kurzfristig Holmar Eyjolfsson in die Innenverteidigung. Lukas Sinkiewicz, zuletzt angeschlagen, aber auch an diesem Abend überzeugend in der Abwehrzentrale, konnte spielen, musste jedoch nach 75 Minuten ausgewechselt werden. Im Angriff erhielt erstmals in dieser Saison von Beginn an der wenig talentierte Nika Gelashvili Einsatzzeit - eine doch recht überraschende Entscheidung. Das Mittelfeld bildeten die wieder genesenen Christoph Kramer und Marc Rzatkowski, zusammen mit Leon Goretzka und Slawo Freier. Yusuke Tasaka, der starke, wenngleich zu unkonstante Japaner, blieb erstmals auf der Bank.

Seltenes Bild: Ein Bochumer obenauf
Die alte Dame Hertha, die zwar in der Defensive von Verletzungsproblemen geplagt ist, jedoch offensiv ein enormes Potential aufbieten können, hatte mit Änis Ben-Hatira den besten Mann auf dem Feld in Ihren Reihen und konnte mit Peer Kluge, Peter Niemeyer und Ronny das Mittelfeld deutlich dominieren. Dem VfL blieb oft das altbwehrte Stilmittel des langen Balles auf den georgischen Angriff, dem kein Stich gegen die eigentlich unerfahrene und bei weitem nicht Top-Niveau darstellende Berliner Abwehr gelang.

Obwohl man mit dem 0-0 in die Halbzeit ging, schien ein Überraschungserfolg des VfL schon längst außer Reichweite. Trotzdem hätten es die Bochumer dem Gast mit einer etwas konzentrierteren Leistung zu Beginn des zweiten Spielabschnitts etwas unangenehmer machen können. Doch schon in der 46.Minute ging Berlin in Führung, nachdem im Mittelfeld der Berliner Ronny nicht genügend angegangen wurde, dieser einen schönen Pass auf Kluge spielen konnte, der, unterstützt von der Passivität Rothenbachs, gekonnt ins linke untere Eck einschob.
Peer Kluge überzeugte im Berliner Mittelfeld


Bochumer Offensive harmlos wie Nie


Wird wohl den VfL im Winter verlassen müssen: N.Gelashvili
Konnte sich der VfL in den letzten Partien zumindest ausreichend beste Torchancen erspielen - erreichte man gegen die Hertha lediglich zwei Torschüsse und keine einzige Ecke! Spiele gegen Ingolstadt, Duisburg, 1860 oder auch Braunschweig hätten bei etwas besserer Chancenverwertung zu Gunsten des VfL entschieden werden müssen! Doch bei nur fünf erzielten Toren aus den ersten zehn Spielen! muss man sich beim VfL die Frage stellen, wie man das Ziel des Spiels, den Ball im gegnerischen Tor unterzubringen, erreichen will?
Wenn man das Auftaktspiel gegen Dynamo Dresden Außen vor lässt, erzielte der VfL in den vergangenen neun Ligaspielen lediglich drei Treffer - was einem Schnitt von drei Spielen pro Tor entspricht. Ernüchternd.

Ohne eigenen Torerfolg ist ein Sieg ausgeschlossen, kommen dann Schiedsrichterfehlentscheidungen (Braunschweig) oder eigene Fehler (Berlin) hinzu, wird der VfL immer als Verlierer vom Feld schleichen. So auch gegen die Hertha, als Mounir Chaftar in einem Laufduell das Laufen einstellte und Marcel Ndjeng das 2-0 ermöglichte (79.).


Schwieriger Blick Voraus


Nach nun einem Drittel der Saison steht der VfL Bochum mit seiner neuen Mannschaft genau dort, wo er nicht hätte stehen wollen: Im Abstiegskampf. Obwohl die Mannschaft mehrfach ihr Potential aufblitzen liess, mangelt es an elemantaren Grundlagen. Man hat keinen Spieler in der Mannschaft, der den Ball über die Torlinie drücken kann. Die Standards von Alexander Iashvili haben die Gefahr der ersten Wochen längst verloren. Die Konstanz, den Gegner über 90 Minuten zu bekämpfen und bespielen, ist nicht vorhanden.

Die Hoffnung auf bessere Zeiten liegt natürlich in der Rückkehr etlicher Leistungsträger, die die Mannschaft verstärken können, jedoch nicht automatisch auf Top-Niveau zurückkehren werden. Mit der wichtigen "Keller-Partie" in Aue und dem darauf folgenden finanziell so bedeutsamen Pokalspiel in Garbsen steht der VfL vor den bislang wichtigsten Spielen der Saison - auch für den leider bereits wieder angezählten Trainer Bergmann.


Glück Auf!


VfL Bochum 1848 - Hertha BSC Berlin   0:2 (0:0)

0-1 Kluge 46.
0-2 Ndjeng 79.


Luthe - Rothenbach, Eyjolfsson, Sinkiewicz(75.Acquistapace), Chaftar - Kramer - Freier, Rzatkowski(65.Tasaka) - Goretzka - Iashvili, Gelashvili(65.Dedic)


Torschüsse: 2 - 19
Ballbesitz(%): 52 - 48
Zweikämpfe(%): 53 - 47
Ecken: 0 - 2
Fouls: 20 - 17


Abseits: 3 - 2
Laufleistung(km): ? - ?
Zuschauer: 13.985

Alter der eingesetzten Spieler(Jahre): 26.4 - 25.2

Mittwoch, 10. Oktober 2012

Stark bringt Bochum in Braunschweig aus dem Konzept - Rückfall auf Tabellenplatz 15

Es läuft einfach nicht beim VfL - oder wie es eine Tageszeitung mit drei Buchstaben formulierte: "Bochum spielt ganz schön erfolglos".

So auch in Braunschweig, beim zumindest tabellarisch dominanten Team der 2.Bundesliga. Denn: Die ersten 25 Minuten absolvierte der VfL seine beste Auswärtsleistung seit Monaten, vielleicht sogar seit dem Abstieg. Man spielte zielstrebig nach vorne, fing die gegnerischen Angriffsversuche früh ab, erzeugte ein klares Übergewicht - doch schoss man mal wieder kein Tor. Fünf magere Treffer, dazu zwei weitere im Pokal, aus neun, bzw. zehn Pflichtspielen sind drastisch zu wenig. Doch das Toreschießen ist nunmal das erklärte Ziel der Sportart Fußball, und ohne eigene Treffer wird man nie ein Spiel gewinnen können.
Das seit Wochen erkannte Hauptproblem beim VfL konnten auch in Braunschweig Tasaka, Iashvili, Eyjolfsson und Goretzka trotz teilweise fein herausgespielter Möglichkeiten nicht lösen - aber in naher Zukunft lösen müssen, wenn man nicht das Ziel, um Platz 6 mitzuspielen, aus den Augen verlieren will.

Spielentscheidende Szene
Dass das Spiel in Braunschweig letztlich so klar verloren wurde, daran hatte insbesondere FIFA-Schiedsrichter Wolfgang Stark (Ergolding) massiven Anteil. Deutschlands angeblich bester Referee schenkte den Löwen das erste Tor, bei welchem VfL-Kapitän Luthe im Fünfmeterraum von zwei Braunschweigern hart angegriffen und klar gefoult wurde - jedoch von Stark nicht unterbunden wurde. Eine der krassesten Fehlentscheidungen der letzten Zeit, werden doch speziell Torhüterfouls im Fünfmeterraum kleinlichst abgepfiffen. Diesmal nicht. Luthe und Iashvili erhielten vom überforderten Schiedsrichter zudem noch jeweils eine gelbe Karte.

Den Braunschweigern spielte die geschenkte Führung nach der Ecke auch deshalb in die Karten, weil es anschließend heftig zu Regnen begann und kein kontrollierter Spielaufbau bis zur Halbzeit möglich war. In dieser Phase verletzte sich auch Leon Goretzka am Knie, wie sich mittlerweile herausstellte aber nicht weiter schlimm.

Es sollten nicht die einzigen Nackenschläge gewesen sein an diesem Samstagmittag in Niedersachsen, beim Meister von 1967, der in der zweiten Halbzeit mit einer unglaublichen Laufstärke dem VfL den Zahn zog. Bochum, das zu keinem Zeitpunkt aufsteckte, versuchte unmittelbar nach Wiederanpfiff auf den Ausgleich zu gehen - und öffnete früh die Abwehrschleusen. So hatte man zwar durch nicht gut auspespielte Angriffe von Tasaka oder Scheidhauer Halbchancen zum Ausgleich, doch musste man auch den Konterstarken Braunschweigern das ein oder andere Mal hinterherhecheln. Slawo Freier beispielsweise war nach knapp 60 Minuten "durch". Ein Wechsel war aber nicht möglich, weil sich in dieser Phase der bis dahin beste Feldspieler, Florian Brügmann, einen doppelten Bänderriss zuzog. Der Linksverteidiger, in der Vorwoche noch für beide Tore zuständig (Tor + Gegentreffer) spielte bis zu seiner Verletzung seine bislang beste Partie in blau-weiß, kurbelte über links ununterbrochen an und war offensiv wie defensiv präsent. Sein Vertreter Mounir Chaftar fand schwerlich in die Partie, konnte die in dieser Phase des Spiels anrennenden Braunschweiger kaum kontrollieren, und war mit ein Faktor für das 0:2, das trotz Bochumer Überzahl auf der linken Seite seinen Ursprung nahm. Der Schweizer Ademi, Ex-Altach, sorgte für die Vorentscheidung, später noch erhöhte Kapitän Kruppke auf 3:0. Ein Ergebnis, das trotz einiger sehenswerter Luthe-Paraden in der Endphase, viel zu hoch ausfiel, und über den Spielverlauf hinwegtäuscht.


Immernoch fragiles VfL-Gebilde bricht zu oft ein

Ein großes Problem neben dem Tore schießen ist die Tatsache, dass sich der VfL viel zu oft, auch während eines Spiels, von nicht zu beeinflussenden Umwelteinflüssen beeindrucken lässt. Die Ansätze im Spiel des VfL sind vielversprechend wie lange nicht, doch entweder können Konzentration noch Einstellung über 90 Minuten konserviert werden. Kommt wie in Braunschweig noch eine krasse Fehlentscheidung des Schiedsrichters hinzu, bricht vieles auseinander. Und dennoch: Fortschritte sind zu erkennen. In Braunschweig, wie auch die Woche zuvor gegen Ingolstadt, versuchte man bis zur letzte Sekunde auf den Sieg bzw. den Torerfolg zu spielen. Das war längst nicht immer so: Beispiel Fürth-Spiel im Februar: Der VfL spielt die beste Viertelstunde der Saison, führte beim späteren Zweitliga-Meister mit 1:0 und dominiert Ball und Gegner. Dann verletzen sich innerhalb kürzester Zeit Michael Delura (Kreuzband, ohne Fremdeinwirkung) und Mirkan Aydin (Wadenbeinbruch, Knochenbrecherfoul Asamoah) schwerst. Das fragile VfL-Gebilde brach auseinander, am Ende verlor man, unterstüzt durch ein unglaubliches Eigentor, mit 2:6 und blieb Wochenlang sieglos.

Auch in Braunschweig war diesmal ein Bruch innerhalb des Spiels nach dem falschen Führungstor und dem Wechsel von Leon Goretzka unübersehbar. Auch erfahrene Spieler wie Marcel Maltritz, die sich zwar in guter Form präsentieren, aber ihre beste Zeit hinter sich haben, können dann den Laden nicht mehr ausreichend zusammen halten. Andere, wie der zweifelsohne talentierte Yusuke Tasaka, tauchen dann zu lange unter. Auch werden dann einfache, gar hunderprozentige Torchancen wie die von Holmar Örn Eyjolfsson, liegen gelassen.

Die Einstellung der Truppe stimmt derzeit ohne jeden Zweifel, die Spielanlage ist verbessert worden - ein Offensivspiel absolut erkennbar. Junge, frische Leute erwiesen sich als deutliche Verstärkung. Nur: Ohne Punkte wird auch dieser Neuanfang verpuffen. Was die Mannschaft jetzt braucht sind Erfolgserlebnisse.


Rückfall auf Tabellenplatz 15 - Warten auf Mirkan Aydin

Bald wieder mit an Bord: M.Aydin
In der Tabelle ist der VfL - auch dem schlechten Torverhältnis geschuldet - auf Rang 15 zurück gefallen. Der Tabellenzehnte hat jedoch die selbe Punktezahl auf dem Konto. Nach der Länderspielpause und einem Testspiel gegen die SG Wattenscheid 09 geht es für den VfL aber knallhart weiter. Zuerst kommt mit Hertha BSC ein großer Name an die Castroper Straße, dann muss man kurz darauf zum schwere Auswärtsspiel nach Aue - und anschließend zum finanziell so wertvollen Pokalspiel nach Havelse.
Gut wäre es, wenn man bis dahin auf etliche Leistungsträger der Vorsaison zurückgreifen könnte: Mirkan Aydin, Faton Toski und Jonas Aquistapace, alle stellen sicherlich, wenn fit, Top-2.Liga-Niveau dar, könnten vielleicht schon gegen Berlin wieder auf dem Platz stehen. Besonders Aydin, der wuchtige und technisch so starke Stürmer, wird an allen Ecken und Enden vermisst. Ein fitter Aydin könnte dem Spiel des VfL weitere Stabilität verleihen - und das Torabschlussproblem am besten Lösen.

Ob Florian Brügmann schon bis zum Berlin-Spiel seinen doppelten Bänderriss auskuriert hat wird sich Ende nächste Woche entscheiden.


Glück Auf!


TSV Eintracht Braunschweig - VfL Bochum 1848   3:0 (1:0)

1-0 Bicakic 21.
2-0 Ademi 63.
3-0 Kruppke 85.


Luthe - Rothenbach, Maltritz, Eyjolfsson, Brügmann(56.Chaftar) - Sinkiewicz - Freier(80.Dedic), Tasaka - Goretzka(46.Delura) - Iashvili, Scheidhauer


Torschüsse: 23 - 18
Ballbesitz(%): 48 - 52
Zweikämpfe(%): 52 - 48

Ecken: 11 - 3
Fouls: 8 - 11
Abseits: 3 - 0
Laufleistung(km): ? - ?
Zuschauer: 19.875

Alter der eingesetzten Spieler(Jahre): 26.2 - 27.0



Donnerstag, 4. Oktober 2012

Sieglose englische Woche: Brügmann rettet zumindest Remis gegen Ingolstadt


Dem VfL Bochum gelang im Revier-Derby beim MSV Duisburg kein Tor. So mussten sich die nicht ganz so dominant wie gegen 1860 München, aber recht struktuiert auftretenden Bochumer mit einem Punkt begnügen. Das 0:0 hingegen war bis dahin der erste Punkt für den MSV im sechsten Saisonspiel.


Positiv ist die Tatsache, dass sich das allgemeine Abwehrverhalten in den letzten Wochen deutlich verbessert hat. Nach der 0-4 Klatsche in Paderborn, in der den Bochumern jegliches sinnvolle Defensivverhalten abzusprechen war, konnte sich die Defensive immens verbessern. Es folgten der zu Null Erfolg im Pokal, das unglückliche da sehr kuriose Gegentor kurz vor Schluss bei der Heimniederlage gegen Aalen, sowie zuletzt drei zu Null Spiele in Serie (Regensburg, München, Duisburg). Drei Spiele am Stück, bis zum Spiel gegen den FCK, ohne Gegentor gelang dem VfL seit sechs! Jahren nicht mehr.

Und es ist ja keineswegs so, dass man mit der derzeitigen Spielweise nur darauf aus ist, den eigenen Kasten sauber zu halten um halbwegs über die Runden zu kommen. Nein: Der VfL spielt durchaus gefällig nach vorne, auch in Duisburg hatten sich die Fans des VfL mehrfach zum Torjubel bereit gemacht. Doch weder Tasaka, noch Sorgenkind Dedic, als auch Iashvili und Rzatkowski brachten es fertig, teilweise freistehend aus besten Positionen den Ball ins Tor zu befördern. Auch die Standardsituationen, die im ersten Saisonspiel gegen Dresden noch für zwei Tore gut waren, funktionieren nicht.

So kann es für den VfL Bochum, der sich durchaus verbessert hat in den letzten Monaten, wohl noch ein teures Problem werden, dass man derzeit keinen Spieler im Team hat, der in der Lage ist, den Ball ins Tor zu schießen. War der VfL in der Vergangenheit immer ein Nest für Klasse Torjäger, war es Uwe Leifeld, Stefan Kuntz oder Uwe Wegmann, in jüngerer Vergangenheit noch Thomas Christiansen, Vahid Hashemian oder Theofanis Gekas, so fehlt dem VfL schon seit ein paar Jahren ein echter "Knipser". Zlatko Dedic war so jemand, aber wohl nur in Dresden. In Bochum schließt er leider an die mageren Trefferquoten seiner ersten beiden Jahre VfL an - obwohl er dieses mal die volle Wertschätzung des Trainers erfährt. Auch Alexander Iashvili, dessen fußballerischen Fähigkeiten oft genug hervorgehoben worden sind, ist kein Torjäger - doch auch er hat in Karlsruhe noch im Vorjahr acht Tore erzielt.

Umkämpft - aber Torlos: Das Duell bei den Zebras
Somit heißt es beim VfL weiter warten auf die Genesung Mirkan Aydins, der zweifelsohne ein Top-Stürmer ist, aber eben noch längst nicht einsatzfähig. Aydin, der auch im Mittelfeld schon bewiesen hat, welche fußballerische Klasse er mitbringt, besitzt auf jeden Fall die Fähigkeit, als Zielspieler neben Iashvili für jede Menge VfL-Tore zu sorgen - nur wann?


Bis dahin wird man es weiter mit Zlatko Dedic versuchen müssen - ja auch Nika Gelashvili ist plötzlich wieder in der Verlosung, konnte er zumindest in Duisburg eine halbe Stunde lang seine Springstärke unter Beweis stellen. Fußballerisch jedoch beißt es bei dem glücklosen Georgier aber dann auch schon wieder aus.


Den tick reifer: Der FCK um Mimoun Azaouagh
Wie sich auch im Spiel gegen den Klassenprimus, beziehungsweise Aufstiegsfavoriten Nr.1, den FCK aus der Westpfalz zeigte. Dedic erhielt auch hier den Vorzug vor seinen Konkurrenten, konnte aber bei der knappen aber verdienten 1:2 (0:1) Niederlage wieder wenig Akzente setzen. Lediglich kurz nach der Pause setzte er sich geschickt durch und wurde von FCK-Eigengewächs Dominique Heintz im Strafraum Elfmeterreif gefoult. Ein Elfmeterpfiff mit anschließendem Ausgleich hätte den an diesem Abend motiviert, aber zum Teil nicht zielstrebend genug auftretenden VfL gut getan, für die Niederlage war aber nicht die Fehlentscheidung des Schiedsrichters, sondern das Defensivverhalten bei den beiden zu Gegentoren führenden Flanken verantwortlich, bei denen auch Stammkeeper Luthe nicht die beste Figur machte.


Dritte Chance gegen Ingolstadt


Allein, Allein: Torschütze Caiuby (Ex-VW, jetzt Audi)
So sollte am Ende der englischen Woche, dem dritten Spiel innerhalb von acht Tagen, der erste Sieg herausspringen. Angstgegner Ingolstadt kam mit all seinen acht Fans* ins Ruhrstadion und ging wie gewohnt durch Caiuby früh in Führung (8.). Florian Brügmann, erstmals als Rechtsverteidiger eingesetzt, machte einen groben Stellungsfehler und liess Caiuby unbedrängt im Rücken ziehen. Es sollte zum Glück der einzige haarsträubende Abwehrfehler des VfL sein, der gegen einen unglaublich schwachen und passiven Gegner die Partie klar hätte gewinnen müssen, aber erneut an seiner mangelnden Chanenauswertung scheiterte. Trainer Bergmann gab erstmals Kevin Scheidhauer die Chance von Beginn an, doch auch der gebürtige Niederbayer konnte die Stürmerposition nicht entsprechend ausfüllen. Dafür hatte Sturmpartner Alexander Iashvili, dessen fußballerische Fähigkeiten das Nonplusultra der Zweiten Liga darstellen, in beiden Halbzeiten Chancen zu Toren, doch stark Iashvili am Ball ist, so schwach ist er (bislang) vorm Tor. Noch immer wartet der Instinktfußballer aus Georgien auf seinen ersten Pflichtspieltreffer in blau-weiß.
So dauerte es viel zu lange, bis der VfL, in der zweiten Halbzeit verbessert, zum verdienten Ausgleich kam. Leon Goretzka war Mitte zweiter Halbzeit nahe dran, sein Freistoß traf nur den Pfosten. Auch der einwechselte Zlatko Dedic verfehlte das Tor nach einem schönen Fernschuss nur knapp, ehe Florian Brügmann, der dem VfL früh in der Partie das Leben durch seinen Aussetzer schwer machte, nach Flanke von dem wieder fitten Michael Delura und glücklicher Weiterleitung von Nika Gelashvili technisch elegant zum verdienten Ausgleich einschob.
In der 95. Minute hatten die Bochumer noch einen Freistoß zu überleben, der Ex-VfLer Matip traf glücklicherweise nur den Pfosten.



Ab nach Braunschweig

Schon am Samstagmittag tritt der VfL zu seinem nächsten schweren Spiel an, diesmal geht's zum Tabellenführer nach Braunschweig. Braunschweig sammelte bereits 20! Punkte, und gewann all seine vier Heimspiele. Dennoch wird der VfL die Chance bekommen, die Partie für sich zu entscheiden - vorausgesetzt die Chancenverwertung wird verbessert und die zuletzt solide Abwehr vermeidet Aussetzer wie zuletzt gegen Ingolstadt.


Glück Auf!







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Geburtstagsparty beim VfL:

Am Dienstag wurde Marcel Maltritz 34 Jahre alt (Unser Ex-Kapitän ist damit genau einen Tag älter als Claudio Pizarro). Giovanni Federico feierte am 4.10. seinen 32.Geburstag und Zlatko Dedic wird am Freitag, 5.10., 28 Jahre alt.

Happy Birthday!

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Torschütze Florian Brügmann

Samstag, 22. September 2012

Trotz Offensivfeuerwerk: Torloses Remis gegen 60 München



Dem VfL Bochum gelang es am Freitagabend nicht, eine seiner besten Leistungen der vergangenen Jahre in drei
Punkte umzusetzen. In dem spielerisch hochklassigen Aufeinandertreffen zweier starker Mannschaften liessen die
Bochumer mehrfach beste Gelegenheiten aus und mussten sich nach überlegen geführter Partie mit einem
0:0 Unentschieden abfinden.

Die Bochumer begannen im Vergleich zum spiel in Regensburg unverändert, auch zlatko dedic, wenig
erfolgreich in den beiden Qualifikationsspielen für Slowenien, war an der Spitze der Truppe mit dabei.

Beeindruckend und selten gesehen war die Zielstrebigkeit und Durchschlagskraft im Offensivspiel. Das junge
Mittelfeld, angekurbelt vom heimlichen Chef der Mannschaft, Christoph Kramer, und von Leon Goretzka, Marc
Rzatkowski und Yusukue Tasaka spielstark unterstützt, wirbelte und kominierte, freilich geleitet vom
Meister der Ballbehandlung persönlich, Alexander Iashvili. Der Georgier, der leider mit einer Grosschance
an Löwen-Keeper Kiraly scheiterte, ist ein Instinktfussballer, einer, den die VfL-Offensive seit Jahren
in dieser Form nicht in seinen Reihen hatte.

Doch da der VfL nach 20, 25 Minuten nicht im Stile einer Spitzenmannschaft zwei, drei null führte, muss
auch erwähnt werden, woran es zumindest im Spiel gegen die Münchener ab deutlichsten haperte: Am
Abschluss.
Vielleicht fehlt der dieses Jahr deutlich spritzigeren und aktiveren Mannschaft für den ganz grossen
Wurf ein echter Mittelstürmer. Zlatko Dedic ackerte und mühte sich auch gegen 60 erfolglos, hatte
bei einem beeindruckenden Lattenknaller zudem noch Pech. Trainer Andreas Bergmann verspricht sich durch die
hoffentlich baldige Rückkehr der beiden "Raketen" Aydin und Delura eine schnelle Lösung dieses
Problems.
Freilich sind Aydin und Delura für Zweitligaverhältnisse aussergewöhnliche Spieler, doch beide
weilen eben auch schon seit dem Fürth-Spiel vom Februar im Krankenstand.
Dedic' erster Nachrücker, Kevin Scheidhauer, Siegtorschütze in Regensburg, erhält bislang noch
keine längeren Einsatzzeiten. Und Nika Gelashvili, der Stürmer, der durch Alexander Iashvilis Hilfe
näher an die Mannschaft heran geführt werden sollte, wird wohl keine Verstärkung mehr
darstellen.
Wäre da noch Daniel Engelbrecht zu nennen, der Mittelstürmer der stark in die Saison gestarteten
zweiten Mannschaft, und wie Sören Bertram nahe dran an einer Berufung in den Kader der Ersten Mannschaft.
Der Ex Aachener konnte auch schon in der vorbereitung mit Treffern für die Profis auf sich Aufmerksam
machen.

Aber trotz der Mängel im Abschluss, auch einem herausragenden Gabor Kiraly und dem brutal langem
Verteidigerbeins Valloris geschuldet, überwog doch das positive. Zwar hatten auch die "Sechzger" ihre
Möglichkeiten da sie mitspielten und auch Andreas Luthe zu mehreren Paraden zwangen, dennoch machte der
VfL einen gefestigten Eindruck. Der sehr offensiv ausgerichtete Carsten Rothenbach absolvierte seine beste
Leistung in blau-weiss, und auch Lukas Sinkiewicz muss erwähnt werden. Sinkiewicz war in den beiden
letzten Partien nicht zu überwinden, konnte seine gesamte Wucht in die Zweikampfe einbringen und ist in
dieser Verfassung eine grosse Absicherung. Man möge hoffen, dass die einzigen Schwachpunkte des 90Kilo
Baums, die beiden Knie, weiterhin halten werden!

Wohin geht es diese Saison?

Es wird spannend zu sehen sein, wohin die Reise dieser nun sichtbar "spannenden" Mannschaft diese Saison
gehen wird. Der Start war mittelmässig, dennoch der beste seit sieben Jahren. Braunschweig, der
Tabellenführer, hat zwar bereits mehr als doppelt so viele Punkte eingespielt, die
Hauptaufstiegsfavoriten, zu denen man ruhig auch 1860 München zählen darf, sind in der Tabelle im
direkten Umfeld anzutreffen.

Vieles, da ist sich wohl jeder VfL-Insider aus gemachten Erfahrungen sicher, wird vom kommenden Spiel in
Duisburg abhängen. Hier wird sich wohl zeigen, wie hoch hinaus es dieses Jahr gehen könnte an der
Castroper Strasse, oder ob Duisburg der Knackpunkt für eine ähnlich zähe Saison wie im Vorjahr
wird.
Der MSV, noch immer punktlos, hat ja bereits den Trainer gewechselt, und mit Neo-Coach Runajic (Ex-Darmstadt)
trotz starker Leistung in Kaiserslautern 1:2 (Traumtor Azaouagh) verloren. Für Duisburg beginnt die
Saison nun von Neu, man wird an der Wedau alles daran setzen, das Derby gegen den VfL zu gewinnen. Somit
heisst es für den VfL in dieser giftigen Partie gegen zu halten, seine vorhanden Qualität
einbringen, und das Spiel unbedingt für sich zu entscheiden!

Gewinnt man in Duisburg, so kann man sicher sein, dass auch die direkt darauffolgenden beiden Heimspiele
gegen Kaiserslautern und Ingolstadt erfolgreich bestritten werden. Andernfalls werden diese Partien wieder
einmal zur Nervenprobe...

Vielleicht schadet es nicht, dass diese Woche die Champions League Saison beginnt. Denn Duisburg-Coach
Runajic arbeitet in einem "Nebenjob" für das ZDF seit gut zwei Jahren die Spielanalysen für
TV-Experte Olli Kahn aus. "Kein Problem" laut MSV-Sportchef Ivo Grlic - doch zumindest eine Trainingseinheit
wird in Duisburg diese Woche ohne den Cheftrainer stattfinden müssen.


Glück Auf!


VfL Bochum 1848 - TSV 1860 München 0:0


Luthe - Rothenbach, Maltritz, Sinkiewicz, Chaftar - Kramer - Tasaka(90.Freier), Rzatkowski -
Goretzka(86.Ortega) - Iashvili, Dedic(76.Scheidhauer)

Dienstag, 11. September 2012

Marcel Koller: "Der Feinschliff ist erledigt"

Es ist in den letzten Jahren fast zur Gewohnheit geworden - ein Duell mit dem Lieblingsnachbarn Österreich. Seit 2008 spielte man bereits drei mal gegen einander, freilich gewann jedes mal Deutschland. Dass es heute, am 11.September 2012, dem Geburstag des Fußball-Kaisers Franz Beckenbauer, anders aussehen könnte, daran könnte auch ein ehemaliger Bochumer Trainer seinen Anteil haben.

Marcel Koller wurde vor einem knappen Jahr überraschend zum Österreichischen Teamchef berufen und hat dem lange Zeit vor sich hin vegetieren Verband Ruhe und Professionalität vermittelt. Trotz starkem Gegendwind aus den heimischen Lagern hat Marcel Koller in weniger als einem Jahr das Nationalteam soweit gebracht, dass es optimistisch in die Partie gegen Deutschland geht. Die Österreicher wollen dieses Spiel gewinnen!

Zunächst im Abseits, mittlerweile akzeptiert: Marcel Koller
Marcel Koller, in Bochum nach über vier Jahren nach schleichendem Abwärtstrend vom Hof gejagt, ist der erste Schweizer Nationaltrainer Österreichs. Er bracht zweifelsohne fachliche Kompetenzen in das Skifahrer-Land, das sich noch immer ihren 78er (Krankl, Prohaska, etc.)- und 98er (Vastic, Polster, Konsel)-Helden hingibt, seit Jahren schon kein Bein mehr auf internationalen Fußball-Boden gebracht hat und in der heimischen Liga nach den Launen eines Energy-Drink-Moguls dominiert wird.

Dass der österreichische Nachwuchs seit Jahren auf höchstem Niveau agiert wird dabei oft unter den Tisch gekehrt. Zu oft verschleuderten österrerichische Talente ihr Talent, weil sie in der heimischen Liga in Spielen gegen Mattersburg, Ried oder Kapfenberg nicht ausreichend gefordert wurden, oder viel zu früh den beliebten Weg nach Deutschland, Holland oder England suchten. Dass heutzutage die Deutsche Bundesliga voll von starken österreichischen Kickern ist, ist deshalb nur die logische Folge.

Duell auf Augenhöhe?
Marcel Kollers Aufgabe wird es nun sein, das definitiv vorhandene Potential zu bündeln. In den Testspielen gegen die Türkei oder Ukraine konnte man bereits eine neue Kompaktheit und Sicherheit im Offensivspiel erkennen. Katastrophale Aussetzer, die das österreichische Team in entscheidenden Qualifikationsspielen immer wieder böse zurück warfen (1-1 Farör '08, 0-2 Litauen '08, 0-2 Belgien '11, 0-2 Türkei '11) müssen der Vergangenheit angehören. Dann wird Österreich zumindest um den zweiten Tabellenplatz in dieser Qualifikationsrunde mitspielen.


Vorgestellt:

ÖFB-Team:

Christian Fuchs (unten links) holte Koller 2008 zum VfL
Herz des Teams ist der Münchener David Alaba. Alaba fehlt jedoch heute in der Partie gegen Deutschland. Neben Martin Harnik und Kapitän Christian Fuchs ist sicherlich Marko Arnautovic der auffälligste Spieler. Das Team, das sich heute gegen Deutschland versuchen wird, besteht ausschließlich aus Legionären. Nicht einmal ein Spieler des Dauermeisters Red Bull Salzburg schafft den Sprung in die A-Mannschaft. Als Einwechselspieler gelten Guido Burgstaller (Rapid) und Patrick Bürger (Mattersburg) als erste Kandidaten aus der heimischen Liga.


Aufstellung AUT:

Almer (Düsseldorf) - Garics (Bologna), Prödl (Werder), Pogatetz (Wolfsburg), Fuchs (Schalke) - Baumgartlinger (Mainz), Kavlak (Besiktas) - Arnautovic (Werder), Junuzovic (Werder), Ivanschitz (Mainz) - Harnik (Stuttgart)






Montag, 10. September 2012

VfL siegt in der Oberpfalz - Heute Jahreshauptversammlung

Der VfL Bochum hat das wenig attraktive Auswärtsspiel beim SSV Jahn Regensburg knapp aber letztlich verdient 1:0 (0:0) gewonnen und somit Revanche genommen, neun Jahre nach dem blamablen Ausscheiden in der 1.Hauptrunde des DFB-Pokals.

Der VfL agierte wieder etwas verändert - die Stammformation ist immer noch in der Findungsphase - diesmal mit einer Mittelfeldraute, an deren Spitze erstmals Leon Goretzka den "Spielmacher" gab. Links hinten feierte der technisch beschlagene Mounir Chaftar sein Startelfdebut.

Die Bochumer kontrollierten in der Anfangsphase den Ball, ohne jedoch überraschende Spielzüge nach vorne zustande zu bringen. Das doch recht behäbige Spiel in die Breite verhinderte ein schnelles Spiel in die Tiefe. So sahen die gut 5.000 Zuschauer ein chancenarmes Spiel zwischen ideenlosen Bochumern und arg limitierten Regensburgern. Einzig Marcel Maltritz brachte mit unsauberen Abspielen das eigene Tor in Gefahr, der Regensburger Angriff in Person von Sembolo vergab aber die einzige Chance kurz vor der Halbzeit kläglich (42.).

Wenngleich unverändert aus der Kabine gekommen, zeigte der VfL in der zweiten Halbzeit gegen etwas offensiver agierende Oberpfälzer ein besseres Spiel, gewann mehr Zweikämpfe im Mittelfeld und spielte zielstrebiger nach vorne. Besonders Christoph Kramer, der heimliche Chef des Teams, konnte seine enorme Zweikampfpräsenz besser ins Spiel bringen und gewann etliche Bälle im Zentrum. So kam der VfL vermehrt zu Halbchancen, Stoßstürmer Zlatko Dedic blieb aber weiter harm- und glücklos. Es dauerte bis zur 60.Minute, ehe der VfL eine kleine Drangphase starten konnte, Rzatkowski (62.) per Kopf und Goretzka (63.) vergaben beste Einschussgelegenheiten.

Doch kurze Zeit später setzte Jahn-Kapitän Laurito einen Kopfball nach einer Ecke knapp neben den Bochumer Kasten. Die Bochumer Abwehr, bis dahin besonders in Form von Lukas Sinkiewicz abgeklärt, offenbarte abermals Schwächen beim Defensivkopfball.

Erlöste die VfL-Fans: Kevin Scheidhauer
Trainer Bergmann wechselte jedoch offensiv, brachte Freier für den technisch starken Tasaka und Scheidhauer für Dedic. Die Joker sollten stechen. Freier leitete den besten Angriff des Nachmittags ein, der ansonsten wenig überzeugende Rothenbach flankte ideal auf den Kopf Scheidhauers, der den Ball perfekt ins Regensburger Tor verlängerte (82.).

Die Erleichterung bei den knapp 300 Bochumer Fans war spürbar, Torwart Luthe musste zwar noch einmal eingreifen, doch der Sieg war gesichert. In der Nachspielzeit holte sich Jahn-Verteidiger Ziereis noch eine Rote Karte ab. Das Nachtreten gegen Rzatkowski bedeutet für Ziereis vier Spiele Sperre.


Nach Länderspielpause kommen die Löwen


Der VfL hält nun in der Länderspielpause nach fünf Pflichtspielen bei sechs Punkten und dem Erreichen der Zweiten Pokalrunde. Auf der Habenseite stehen ein starkes Spiel gegen Dresden, ein Pflichtsieg in Regensburg sowie ein finanziell wichtiger Sieg beim starken Pokalgegner Heidenheim (Tabellenführer 3.Liga). Leider verlor man aufgrund schwacher Leistungen die Spiele in Paderborn und völlig unnötig zu Hause gegen Aalen. Es deutet sich wieder einmal an, dass in der Zweiten Liga einzig und allein die eigene Leistung über das Ergebnis entscheidet.

Mit Alexander Iashvili war ein Neuzugang die prägende Figur der Ersten Wochen. Iashvili zählte in allen Partien zu den besten Spielern der Mannschaft, erzielte jedoch noch kein Tor. Zlatko Dedic traf zwar in Heidenheim, blieb aber ansonsten blass. Im Angriff wartet man immer noch sehnlichst auf Mirkan Aydin. Doch auch Kevin Scheidhauer zeigt mit seinem Tor in Regensburg auf. Sorgenkind bleibt nach wie vor Flopeinkauf Nika Gelashvili.
Im Mittelfeld haben sich Christoph Kramer und Leon Goretzka längst einen Stammplatz erspielt. Der 17-jährige Goretzka wurde bereits auf vielen verschiedenen Positionen eingesetzt, was mit Sicherheit nicht ideal für den jüngsten Spieler der Liga sein kann. Dennoch überzeugt Goretzka durch Spielverständnis, Zweikampfstärke und Schnelligkeit.
Yusukue Tasaka konnte noch nicht ganz an Takashi Inuis Leistungen anknüpfen, spielt mittlerweile auf der rechten Seite im Mittelfeld, wird jedoch von Spiel zu Spiel stärker im Pass- und Kombinationsspiel.
M.Ortega
Die Länderspielpause wird auch genutzt werden, um Michael Ortega näher an die Startelf zu bringen. Besonders im Offensiven Mittelfeld liegt beim VfL noch viel Potential bracht, sind neben Ortega doch noch Faton Toski und Michael Delura in der Aufbauphase, zudem wartet Sören Bertram noch auf seinen ersten Einsatz in der Ersten Mannschaft.
Die dünn besetzte Abwehr, vielleicht das Sorgenkind, in der Marcel Maltritz und Lukas Sinkiewicz die Nase vor Holmar Eyjolfsson haben, bringt sich durch Eigenfehler immer wieder in Gefahr, konnte aber auch immerhin bereits zwei Spiele zu Null absolvieren. Carsten Rothenbach, der Rechtsverteidiger, bereitete bereits zwei Tore mustergültig vor, besticht aber nicht durch technische Fähigkeiten und kann in Sachen Einwürfen nicht mit seinem Vorgänger Kopplin konkurrieren.

Es bleibt abzuwarten, wie der VfL am 14.9. gegen die Löwen aus München auflaufen wird.



Hans-Peter Villis wohl neuer Aufsichtsratschef


H.-P. Villis
Wenn am heutigen Montag die Jahreshauptversammlung des VfL ansteht, wird sich Aufsichtsratsvorsitzender Ernst-Otto Stüber nicht erneut zur Wahl stellen. Der ehemalige Oberbürgermeister, der 2010 nach dem unrühmlichen Abgang Altegoers einsprang, wird den Weg frei machen für einen jüngeren Nachfolger. Dieser heißt aller Voraussicht nach Hans-Peter Villis. Der Castrop-Rauxler und Aufsichtsratsmitglied seit 2010 scheidet zum Monatsende als Vorstand der EnBW aus und könnte somit den Posten des "Präsidenten" beim VfL mit Leben füllen.


Glück Auf.



SSV Jahn Regensburg - VfL Bochum 1848   0:1 (0:0)

0-1 Scheidhauer   82.


Luthe (C) - Rothenbach, Maltritz, Sinkiewicz, Chaftar - Kramer - Tasaka(77.Freier), Rzatkowski - Goretzka(86.Eyjolfsson) - Iashvili, Dedic(74.Scheidhauer)


Torschüsse: 10 - 11
Ballbesitz(%): 46 - 54
Zweikämpfe(%): 53 - 47
Ecken: 5 - 3
Fouls: 17 - 15
Abseits: 0 - 4
Laufleistung(km): ? - ?
Zuschauer: 5.912

Alter der Teams(Jahre): 25.3 - 26.6

Alter der Startelf VfL: 26.3


Samstag, 1. September 2012

Nach dem Tiefschlag gegen Aalen - was holt der VfL in Regensburg?

Es hätte ein ganz netter Saisonstart werden können für den VfL Bochum: Nach dem so hoffnungsvollen Auftaktsieg gegen Dresden schien die deftige Pleite in Paderborn durch das doch ordentliche Pokalspiel in Heidenheim wieder vergessen. Denn: Mit zwei folgenden Siegen gegen die Aufsteiger aus Aalen und Regensburg würde man sich schon zum Saisonauftakt weit oben in der Tabelle festsetzen können. Doch der Theorie folgte am vergangenen Sonntag die ernüchternde Praxis gegen den VfR Aalen.

Kevin Kampl schoss den VfL ab und wechselte jetzt zu Red Bull
Das letztendlich späte 0:1 durch Kevin Kampl, heute schon Spieler von Weltauswahl Red Bull Salzburg, war doch sehr entmutigend. Der VfL erspielte sich im Dauerregen von Bochum, was in diesem Spiel sicherlich ein Nachteil für den VfL war, einfach zu wenige Torchancen und offenbarte zum Ende abermals gravierende Konzentrationsschwächen und Aussetzer. Da halfen auch keine 117! Ballkontakte von Lukas Sinkiewicz, der wohl einen persönlichen Rekord in dieser Kategorie aufstellte, aber das Gros seiner über 80 Pässe zu Nebenmann Maltritz schob. Der unglaublich behäbige Spielaufbau aus der Defensive war der eine Grund, der grobe "Doppelbock" von Maltritz' und Sinkiewicz' beim Gegentor der andere für diese schlechte Leistung der Bochumer Abwehr.
Die tief stehenden Aalener, die mit Kampl einen herausragenden Offensivspieler die ersten drei Spieltage in ihren Reihen hatten, wurden viel zu selten vor Probleme gestellt, der VfL stellte sich mit seiner Spielweise erneut zu sehr auf den Gegner ein als der Gegner auf den VfL, was normalerweise für einen Aufsteiger gegen einen ehemaligen Bundesligaclub angebracht gewesen wäre.

Die Bochumer raubten sich fast jeglicher Offensivpower, lediglich Leon Goretzka setzte einzelne Offensivakzente. Nur kann es Ziel einer Mannschaft sein, sich auf einen 17-jährigen, freilich hoch veranlagten und schon jetzt gefestigten Stammspieler, zu verlassen, der zudem von Position zu Position geschoben wird und (bislang) noch nicht auf seiner Hauptposition eingesetzt wurde.

Früher in der Führungsrolle als angedacht?
Letztendlich hängt das ständige Positionsgeschiebe von Goretzka auch damit zusammen, dass aufgrund einiger Verletzungen sich die endgültige Stammaufstellung noch längst nicht gefunden hat, andererseits aber auch durch die längst nicht mehr vorhandene Leistungsfähigkeit ehemaliger Bundesligaspieler zusammen, die über kurz oder lang aus der Mannschaft des VfL verschwinden werden.

Nur: Auch wenn der erneute Black-out gegen Aalen, gegen das man ja trotz mangelnder Offensivpower auch mal gerne einen Punkt mitnehmen darf, die Hoffnungen auf eine bessere Saison erstmal dämpfen, muss der Blick nach vorne gerichtet werden. Auf einen ähnlichen Gegner, Mitaufsteiger Regensburg.

Die No-Name-Truppe aus der Oberpfalz wird am Sonntag zum zweiten Mal gegen den VfL auflaufen, das erste Aufeinandertreffen im August 2003 gewann der Jahn. Es war damals die 1.Runde des DFB-Pokals, der VfL enttäuschte an der Donau auf ganzer Linie, spielte im Anschluss aber die erfolgreichste Saison seiner Vereinsgeschichte.

Auch diesmal wird die eigene Leistung über das Ergebnis entscheiden. Die Regensburger werden den VfL sicherlich nicht an die Wand spielen, nur macht dieser wieder haarsträubende Individualfehler, so wird auch das vermeintlich nächste "leichte" Spiel zur Nervenprobe. Der VfL muss in Bayern wichtige drei Punkte einfahren, um nicht früh in der Saison in den Tabellenkeller gedrückt zu werden. Nicht teilnehmen an der Aufgabe Regensburg können Christoph Dabrowski und wahrscheinlich Carsten Rothenbach. Erstmals im Kader auftauchen werden aller Voraussicht nach Michael Ortega und Sören Bertram.

Der VfL wird in Regensburg auch von einer mehrköpfigen Fan-Delegation aus Passau unterstützt!

Glück Auf!



Aufstellung VfL:


Luthe - Brügmann(Rothenbach), Maltritz, Sinkiewicz, Chaftar - Goretzka, Kramer - Tasaka, Rzatkowski - Iashvili, Dedic

Brach sich 2003 in Regensburg den Fuß: Slawo Freier