Donnerstag, 27. Oktober 2011

Pokalerfolg in Haching - und weiter geht's

Der Erfolg war nur kurz gefährdet. Tese mit Dabrowski
Die weite Pokalreise nach München, genauer gesagt nach Unterhaching, war für den VfL Bochum am Dienstag ein voller Erfolg. Mit 4:1 (2:0) behielt man gegen den Drittligisten souverän die Oberhand und stellte schon früh im Spiel die Weichen auf Sieg. Lediglich ein zwischenzeitlicher Elfmeterwahn von Schiedsrichter Petersen brachte den Erfolg für kurze Zeit in Gefahr, die mutigen Hachinger trafen glücklicherweise nur einen der beiden Elfmeter, sodass die Bochumer im Anschluss das Weiterkommen klar machen konnten. Damit steht der Klub erstmals seit fünf Jahren wieder in der 3.Pokalrunde (1/8-Finale).

Interessant an dem Spiel in Unterhaching war die taktische Ausrichtung des VfL - erstmals unter Trainer Bergmann agierte man mit einer Mittelfeldraute - was aufging. Gezwungenermaßen, da ja mit Slawo Freier nun auch der letzte verbliebene echte Außenbahnspieler verletzt fehlt, agierten die Bochumer im dichten 4-4-2, Dabrowski und Federico auf den Halbpositionen, Kramer auf der 6 und Inui auf seiner Stammposition hinter der Doppelspitze. Zur Erinnerung: Kapitän Dabrowski spielte genau diese Position bereits im Jahr 2008 sehr erfolgreich, da er damals genau wie der damalige Spielführer Thomas Zdebel dem erstarkten Daniel Imhof (hatte die Position vor der Abwehr inne) und dem Spielsystem zu Gute auf den Halbpositionen eingesetzt wurde. Im Laufe dieser damals erfolgreichen Phase entwickelte sich Dabrowski immer mehr zum Linksaußen, war Hauptadressat der sehr genauen Lastuvka Abstöße und offensiv enorm präsent. Wieso sollte er diesen Job nicht wieder übernehmen? Alternativen für die Außenbahn gibt es nun mal nicht, die Raute mit Dabrowski auf links bietet sich an. Sein offensives und aktives Auftreten in Ingolstadt erinnerte zumindest sehr an frühere Zeiten.


Traf auch mal für den VfL: Benny Auer
Nicht auszuschließen, dass der VfL die Raute auch gegen Funkels Aachener ausprobiert. Klar, der Gegner wird stärker sein als Haching, muss aber in der selben Art und Weise besiegt werden. Die Aachener werden wohl mit nur einem Stürmer, dem Ex-Bochumer Benny Auer, auflaufen und dahinter auf den wiedererstarkten David Odonkor setzen. Die mit Abstand beiden stärksten Spieler der Alemannia aus der Vorsaison, Tolgay Arslan und Zsolatan Stieber, spielen freilich nicht mehr am Tivoli.



Spvgg Unterhaching - VfL Bochum   1:4 (0:2)

0-1 Dabrowski 7.
0-2 Ginczek 20.
1-2 Bigalke 65.
1-3 Federico 72.
1-4 Tese 75.

Dienstag, 25. Oktober 2011

Richtungsweisende Spiele für den VfL Bochum

Wenn am Freitag Abend kurz vor 20 Uhr die Partie gegen Alemania Aachen abgepfiffen wird hat der VfL Bochum die vielleicht beiden wichtigsten Saisonspiele hoffentlich erfolgreich hinter sich gebracht und kann besseren Zeiten entgegensehen.

"Die Woche der Ex-Trainer" beginnt am Dienstag beim finanziell so eminent wichtigen Pokalspiel in Unterhaching(H.Herrlich) und endet mit dem Ligaduell gegen Friedhelm Funkel (A.Aachen) am Freitag Abend in Bochum. Zwei Spiele von höchster Bedeutung, einerseits finanziell, sportlich - aber vor allem mental. Der VfL muss beide Spiele gewinnen, ohne Zweifel.


Gute Ansätze - am Ende geschasst: Heiko Herrlich in BO
Mit dem Pokalspiel bei den unterklassigen Unterhachingern, die seit Juli von Kurzzeit-VfL-Coach Heiko Herrlich trainiert werden bietet sich für den VfL besonders die finanzielle Chance, nicht kalkulierte Zusatzeinnahmen aus dem TV-Topf zu generieren, und zugleich die Mindereinnahmen durch das letztjährige Erstrundenaus in Offenbach wieder auszugleichen. Desweiteren würde sich in der 3.Runde entweder mit etwas Glück ein tolles Los gegen einen Bundesligisten bieten, oder gar ein Heimspiel gegen einen Zweitligisten, was die Chancen auf ein Erreichen des Viertelfinals und dementsprechend weiterer Einnahmen ermöglichen würde.

Herrlich hin oder her - diese Chance dürfen sich Maltritz und Co. nicht nehmen lassen, diese Partie muss man gewinnen.

Fast aufgestiegen, jetzt im Abstiegskampf: F. Funkel
Und nur 3 Tage später kommt es dann zu einem richtungsweisenden Punktspiel gegen die noch schlechter stehenden Aachener. Die Alemannen, nach dem Sieg gegen Ingolstadt nicht mehr Tabellenletzter, befinden sich in den letzten Wochen mit Friedhelm Funkel etwas auf dem aufsteigenden Ast. Diesen Aufwärtstrend heißt es schnellstmöglich zu stoppen, will der VfL nicht mehr auf einen Abstiegsrang zurückfallen. Aachen, im Pokal nicht mehr aktiv, hat auch nur drei Punkte weniger als der VfL und ist somit der zweite Gegner in diesen Tagen, der unbedingt besiegt werden muss. Was ansonsten drohen könnte an der Castroper Straße will besser nicht ausgesprochen werden.


VfL in Haching:

Luthe - Johannson, Maltritz, Acquistapace, Ostrzolek - Vogt, Dabrowski - Federico, Inui - Tese, Ginczek

Samstag, 22. Oktober 2011

Bochum quält sich zu Punktgewinn in Karlsruhe

Der VfL Bochum hat sich am Freitagabend im Karlsruher Wildparksstadion einen Punkt hart erarbeitet und steckt weiter im Tabellenkeller der 2.Bundesliga fest. Das 0:0 hilft beiden Mannschaften wenig weiter und lässt einen harten Winter erahnen.

Verletzte sich schwer: Slawo Freier
Während an der Tabellenspitze die Teams nach Belieben punkten ist beim hoch gehandelten VfL Bochum nach wie vor der Wurm drin - und es darf bezweifelt werden, diese Sperre diese Saison noch aus dem Team scheuchen zu können. Das Spiel in Karlsruhe spiegelte den Saisonverlauf des VfL perfekt wieder. Das in gewisser Weise vorhandene Potential ist ansatzweise erkennbar, kann nicht in vollem Umfang ausgeschöpft werden und wird durch die eklatanten Schwächen innerhalb der Mannschaft wieder aufgehoben. Dazu gesellen sich noch Konzentrationsschwächen in der Offensvie wie Defensive, komplettiert von immer wieder auftretenden Verletzungen. Diesmal hat es Slawo Freier schwer erwischt, der von seinem langjährigen Teamkollegen Delron Buckley bereits nach wenigen Sekunden brutal umgetreten wurde und eine schwere Knöchelverletzung davon trug. Dem 32-jährigen Bochumer Urgestein droht bereits die zweite längere Verletzungspause in diesem Kalenderjahr. Im Vergleich zum Januar wiegt der Ausfall diesmal noch weitaus schwerer, war Freier in den letzten Wochen trotz allem wie auch die ebenfalls oft kritisierten Maltritz und Dabrowski auf seiner Position unantastbar und quasi alternativlos. Spieler wie Korkmaz, Saglik und Dedic, die durch Freiers Knieverletzung im Frühjahr an dessen Stelle rechts außen spielen durften sind allesamt weg aus Bochum und wurden nicht ersetzt...

War nicht immer auf der Höhe: 6er Kramer
Zum Spiel: Den Bochumern war zweifelsohne, auch nach der Verletzung Freiers, anzumerken, dass man das Spiel gewinnen wollte. Es klappte auch mit den Torchancen, doch für ein Auswärtsspiel gegen einen mittelmäßig verteidigenden Gegner wurden diese viel zu leicht vergeben. Die größten Chancen vergaben Tese, der anstatt querzulegen zentral auf KSC-Keeper Orlishausen drosch, und Kapitän Dabrowski, mit einem nicht exakt genug platzierten Volley-Schuss. In dieser Phase mitte der 1.Halbzeit hätte man aus Bochumer Sicht das Spiel entscheiden müssen, der KSC konnte sich nur schlecht befreien, der VfL fing die Bälle früh ab und hätte sich die Führung verdient gehabt.
Danach brachten die Bochumer den Gegner aber wieder durch unnötige Fouls, nicht ideal verteidgte Standards und Ungenauigkeiten im Aufbau zurück ins Spiel. Kurz vor der Pause wurde es dann gefährlich, nachdem sich die VfL-Defensive um Christoph Kramer, der wieder einmal zu viele Fehlentscheidungen in seinen Aktionen traf und noch enormes Steigerungspotential besitzt, kurz im Tiefschlaf befand und Alexander Iashvili, ein alter bekannter aus besseren Bundesligazeiten, im Strafraum frei zum Schuss kam, ehe der sehr umsichtige Marcel Maltritz mit einer Grätsche den Ball noch an die Querlatte lenken konnte (44.)

So ging die Partie, die der VfL früh auf die richtige Bahn hätte lenken müssen und dann beinahe komplett gekippt wäre, überraschend torlos in den zweiten Abschnitt.

Spielt eine enttäuschende Runde: Björn Kopplin
Dann waren es die Badener, die schneller zu Chancen kamen. Immer wieder versuchte es der Georgier und beste Karlsruher Iashvili, doch Andreas Luthe rettete in letzter Not per Fußabwehr (49.). Manche Bochumer Spieler brauchten nach eigenen Fehlern zu lange um wieder Sicherheit zu erlangen, Spieler wie Kopplin, der im Mai auch schon bewiesen hatte, Bundesliga spielen zu können, wirken immer noch aus unerklärlichen Gründen extrem gehemmt.

Aber auch in der zweiten Halbzeit hatte der VfL Möglichkeiten dieses Auswärtsspiel für sich zu entscheiden. Man versuchte es immer wieder durch die Mitte, da die Außen wie zuletzt kränkelten und nach Freiers Auswechslung mit Inui und Federico, zwei zentralen Spielern, unpassend, aber wiederum alternativlos besetzt waren. Versuchte der ehemalige Karlsruher Aufstiegsheld und Torschützenkönig (2007) Giovanni Federico noch seine Stelle Rechtsaußen zu halten, obwohl er dort läuferisch nicht mithalten kann, zog Takashi Inui doch immer stärker ins Zentrum, und hatte auch wieder bessere Aktionen. Doch seinen in guter Position heraus geholten Freistoß verarbeitete das in Karlsruhe erstmals in Erscheinung getretene "VfL-Freistoß-4er-Gremium " um Dabrowski, Ostrzolek, Tese und Federico, wie schon bei einer Situation in Halbzeit eins, unzureichend. Fraglich, ob sich diese Freistoßvarianten langfristig behaupten können.

War diese Chance noch dahin hätte Inui, der keine Standards treten durfte, nach Ballverlust KSC und schneller Weiterleitung Ginczeks (kam für Freier), selbst treffen können, doch der Japaner zeigte Nerven und zielte zu zental, der Nachschuss von Landsmann Tese war ebenfalls zu inkonsequent (69.). Und Inui wurde eine weitere gute Torchance verwehrt, da Federicos gut angesetzter Querpass Richtung Inui gerade noch von KSC-Verteidiger Aquaro abgefangen werden konnte.

Am Ende hatte der VfL sein Pulver verschossen, speziell nach der Auswechslung Dabrowskis, für den die Karlsruher Spieler gelb-rot forderten, wurde es hinten nochmal gefährlich. Die Karlsruher kamen noch zu guten Chancen, die beste Möglichkeit vergab Gaetan Krebs, der den von Luthe abgeprallten Ball aus vier Metern über das leere Tor hämmerte. Vorausgegangen war wieder mal ein Sekundenschlaf auf der rechten Seite, als plötzlich Kopplin nach Einwurf KSC falsch gegen Iashvili stand, dessen Flanke Lavric' Kopf fand und nur durch Luthes hervorragender Reaktion und Krebs' Unfähigkeit nicht in der Bochumer Niederlage endete.

Kurz vor Ende wechselten die Bochumer noch Lukas Sinkewicz ein, um Marcel Maltritz im Kopfballspiel zu entlasten, der eine tadellose Partie spielte aber körperlich im Luftkampf gegen Lavric chancenlos war und gegen Spielende dieses probate Mittel vom KSC vermehrt eingesetzt wurde.

Die Bochumer "retteten" somit zum Schluss hin den Punkt über die Zeit, hätten aber das Spiel frühzeitig für sich entscheiden können. Man ist defensiv nach wie vor wenig sicher aufgestellt, im Vergleich zu Ingolstadt hat sich nur die Anwesenheit Maltritz geändert, von einem soliden Defensivspiel  ist man derzeit genauso weit wie vom Aufstieg entfernt. Jahre.


Am Dienstag geht es schon wieder im Süden der Republik weiter, das für den VfL finanziell so bedeutsame Spiel gegen Ex-Coach Heiko Herrlich in Unterhaching steht an. Für den VfL geht es um viel: Können sich die Spieler einerseits gegen ihren ungeliebten Ex-Trainer beweisen, hat der Verein die Möglichkeit, mit nicht einkalkulierten Zusatzeinnahmen bei Erreichen der 3.Pokalrunde die drohenden Verluste für weitere Zweitliga-Jahre etwas zu mindern und sich mit einem dann vielleicht folgendem attraktiven Los wieder etwas ins Blickfeld des Deutschen Fußballs zu spielen.



Karlsruher SC - VfL Bochum 1848   0:0



Luthe - Kopplin, Maltritz, Acquistapace, Ostrzolek - Dabrowski(74.Toski), Kramer - Freier(13.Ginczek), Inui(88.Sinkewicz), Federico - Tese


Torschüsse: 12 - 14
Ballbesitz(%): 50 - 50
Zweikämpfe(%): 51 - 49
Ecken: 7 - 4
Fouls: 20 - 22
Abseits: 4 - 1
Laufleistung(km): 107.76 - 109.13

Meiste Torschüsse: Tese, 4
Meiste Ballkontakte: Kopplin, 73
Meiste Fehlpässe: Federico, 12!

Zuschauer: 12.327

Der VfL befindet sich weiterhin auf Tiefflug

Donnerstag, 20. Oktober 2011

In Baden punkten

Nach der doch klaren Niederlage am vergangenen Freitag gegen Bald-Aufsteiger Eintracht Frankfurt und der ruhig verlaufenden Jahreshauptversammlung am Dienstag reist die Bochumer Delegation am Freitag zum Auswärtsspiel nach Karlsruhe.

Lange beim VfL,  jetzt KSC, und 07 in Dortmund: D.Buckley
Dort trifft man auf einen ebenfalls tief in der Tabelle rangierenden Karlsruher Sportclub, der mit acht Punkten zwei weniger als der VfL auf dem Konto hat, und dem nach dem Fastabstieg in der Vorsaison wieder ein schweres Jahr erwarten wird. Mit dem Duell Karlsruhe - Bochum treffen wohl die beiden Vereine mit dem steilsten Absturz in den vergangenen Jahren aufeinander. Während man sich derzeit am unteren Ende der Zweitligatabelle trifft, beschlossen beide Vereine die Saison 07/08 noch gemeinsam vor dem derzeitigen Deutschen Meister Borussia Dortmund.

Bislang kamen die Badener ohne Trainerwechsel aus, und dass obwohl man seit dem dritten Spieltag nicht mehr dreifach punkten konnte. Ob Coach Luginger jedoch bei anhaltendem Misserfolg den kriselnden Klub weiterhin trainieren wird dürfen ist fraglich.


In Bochum will man dagegen wieder durchstarten. Der Dämpfer gegen Frankfurt war zu erwarten, man wird in dieser Saison nicht mehr oben angreifen können, man muss sich andere Ziele stecken. Ein Nahziel wird sein, sich bis zur Winterpause auf einem einstelligen Tabellenplatz wiederzufinden und die Mannschaft für die Zukunft so aufzubauen, dass man hoffentlich im dann schon dritten Zweitligajahr en suite wieder oben angreifen wird.
Die JHV unter der Woche hat noch einmal gezeigt, dass die zweite Liga auf Dauer nicht tragbar ist für den Verein, der sich selbst noch immer als Bundesligist sieht und auf die Einnahmen der höchsten deutschen Spielklasse nicht verzichten mag. Dennoch droht dem VfL kein Schreckenszenario wie Arminia Bielefeld oder wie es derzeit in Aachen droht - dafür ist der VfL trotz allen Nackenschlägen in der jüngeren Vereinshistorie zu solide aufgestellt. Der Verein wird überleben, der größte Ausgabentopf, die Bundesliga-Mannschaft, wird aber weiterhin schrumpfen müssen.

Mögliche Aufstellung
Umso schwieriger wird es für die Verantwortlichen sein im nächsten Jahr eine konkurrenzfähige Truppe zusammenzustellen - aber das Problem hat Trainer Bergmann mit Blick auf die Verletztenliste auch schon diesen Freitag. Es stehen viele Fragezeichen hinter den Einsätzen von Azaouagh (Knie), Ginczek (Grippe), Vogt (Rücken), Kramer (Fußprellung), neben den Langzeitverletzten fehlt fast eine ganze Mannschaft.
Daher könnte mal wieder die Stunde von Faton Toski schlagen. Der Frankfurter, zuletzt durch eine Schulterverletzung gehandicapt, wurde in dieser Saison erst zwei mal eingesetzt und schien wieder etwas in Vergessenheit zu geraten, nachdem er im Saisonfinale der letzten Saison so richtig aufblühte und eine hervorragende Relegation bestritt. Daraufhin wurde sein Vertrag verlängert, doch die Hoffnung, dass der technisch starke Linksfuß der Mannschaft dauerhaft weiterhelfen könnte, war schnell dahin. Jetzt in Karlsruhe könnte der Mann aus dem Kosovo wieder ins Team rücken - und hoffentlich wie im Vorjahr im Wildpark zwei Assists beisteuern.



Letzten 3 Spiele im Wildpark:


16.10.10   KSC - VfL 0:2 (Tore: Tese, Yahia)

16.08.08   KSC - VfL 1:0

10.05.08   KSC - VfL 1:3 (Azaouagh, Dabrowski, Sestak)

Im Vorjahr im Wildpark erfolgreich: v.l. Saglik, Maric, Yahia, Federico, Dabrowski, Tese

Samstag, 15. Oktober 2011

Tote Hose auf dem Flügel - Bochum unterliegt Frankfurt klar

Es sollte endlich eine richtige Standortbestimmung sein für den VfL, der nach desaströsem Saisonstart und einem zuletzt außergewöhnlichen Spiel in Ingolstadt auf der Suche nach seiner wahren Leistungsstärke war. Nach der 0:2 (0:2) Heimniederlage gegen den wohl kommenden Aufsteiger Eintracht Frankfurt weiß man zumindest, dass man mit der Vergabe der Aufstiegsplätze diese Saison wohl endgültig nichts mehr zu tun haben wird.
Musste schon die vierte Heimniederlage hinnehmen: Torwart Andreas Luthe

Das Spiel ist schnell zusammengefasst. Frankfurt diktierte das Geschehen, lies größtenteils Ball und Gegner laufen, der VfL fand nur allzu selten Zugriff auf das taktisch fein aufgestellte Frankfurter Mittelfeld und überließ dem Gegner durch individuelle Fehler das Toreschießen.
Nach knapp zehn Minuten übernahmen die Frankfurter das Kommando, erspielten sich erste Torchancen. Die Bochumer, die ein offensives 4-1-4-1 zu spielen versuchten, wurden in dieser Phase erstmals vor Probleme gestellt. Hatten in der Anfangsphase Federico und Dabrowski die Aufgabe, Frankfurts Aufbauspieler Schwegler durchgehend im Blick zu haben um den Schweizer aus dem Spiel zu halten, wurde diese Taktik nach dem Eigentor von Jonas Acquistapace bereits früh über den Haufen geworfen. Kramer, an diesem Abend wohl überfordert, spielte anstatt zu verlagern einen ungenauen Pass auf Freier, der - wieso weiß man nicht - den Ball, anstatt in Bedrängnis schnell weiterzuspielen, zu stoppen versuchte, was misslang, und den Frankfurter in Bochumer Hälfte eine Überzahl schuf. Die Gäste drangen mit Tempo in den Strafraum ein, Köhler spielte einen harten "Stanglpass" Richtigung Ösi-Waffe Jimmy Hoffer, den Jonas Acquistapace zwar abgrätschen konnte - jedoch landete der Ball im eigenen Tor (16.).

Schon kurz zuvor konnte Keeper Andi Luthe eine ähnliche Situation verhindern, die Führung ging in Ordnung. Der VfL spielte zwar auch bemüht nach vorne, jedoch versuchte man es immer wieder durch die Mitte, auf engstem Raum konnten Inui, Federico aber oftmals viel zu simpel vom eng gestaffelten Frankfurter Mittelfeld und der daran nahtlos angrenzenden Innenverteidigung gestellt werden.

Der kleinste trifft: Köhler(m.)
Die Vorentscheidung fiel noch im ersten Abschnitt, abermals war es Christoph Kramer mit einem groben taktischen Fehlverhalten, als er Sebastian Rode im Mittelfeld seine Kreise ziehen lies, nicht in den Zweikampf kam und auch das Foulspiel verpasste, und die spielstarken Frankfurter zum zweiten Treffer einlud. Rode, sekundenlang unbedrängt in Ballbesitz, genuss den exklusiven Begleitschutz, schob weiter zu Hoffer, der per feinem Lupfer den kleinen Benjamin Köhler zu einem seiner überraschend vielen Kopfballtore in seiner Karriere bediente.

In der zweiten Halbzeit versuchte der VfL nochmal ins Spiel zu kommen, der Anschlusstreffer war zweifelsohne möglich, aber immernoch war das VfL-Spiel zu Mittelastig, selbst die Bochumer Außenverteidiger drangen ins Zentrum, das Halten der Positionen auf den Außen war spätestens nach Freiers notwendiger Auswechslung (er stand kurz vor dem Auschluss) komplett dahin.

Deutlich stärker als in der Relegation: Mo Idrissou
So war es für die Frankfurter, die dank der individuellen Klasse eines Meiers, Idrissous oder auch Köhlers auch im zweiten Spielabschnitt zu hohen Ballbesitzanteilen in der gegnerischen Hälfte kamen, ein Leichtes das Spiel nach Hause zu schaukeln. Am Ende steht die vorübergehende Tabellenführung für die Hessen, der VfL Bochum wird bis Weihnachten weiterhin punkten müssen, um das Jahr einigermaßen zufriedenstellend abschließen zu könnnen.





Bochums Hauptproblem: Nix Los auf der Außenbahn

Ein schon seit längerem bekanntes Problem trat gestern mal wieder eklatant in Erscheinung. Die Mannschaft, die im Mai unglücklich und derart knapp am Aufstieg gehindert worden ist, wurde klipp und klar im Sommer falsch "verstärkt".
Die Meinung der Verantwortlichen, man verfüge über einen enorm ausgeglichen Kader, war ein folgenschwerer Trugschluss. Die Mannschaft ist einfach falsch aufgestellt worden. Verfügt der Kader auf gewissen Positionen über enorme Quantität (Zentrales Mittelfeld), z.T. auch über gehobene Qualität (Mittelstürmer) - so weißt er andererorts erschreckende Lücken auf.
Insbesondere die offensive Außenbahn ist schlicht und einfach unterbesetzt. Eine Flügelspiel ist so gut wie unmöglich. Man verfügt kritisch gesehen mit Slawo Freier nur über einen einzigen brauchbaren Flügelspieler - und dieser ist 32, schon lange nicht mehr so flink wie früher, und wird dann zudem noch ab und an als Rechter Verteidiger missbraucht.
Wenn auch im Vorjahr die Außenpositionen keineswegs von Überfußballern besetzt waren, war es unverantwortlich für Mahir Saglik, Zlatko Dedic und Ümit Korkmaz mit Drittligaspieler Denis Berger nur einen einzigen, zudem wie sich herausgestellt hat, überforderten Ersatz zu verpflichten.
Dass sich zudem die Jungen Außenverteidiger Matthias Ostrzolek und Björn Kopplin nicht in der Form des Vorjahres befinden tut dazu ihr Übriges, konkurrenzlos sind sie dennoch, da der Schwerverletzte Matias Concha wohl kein Spiel mehr für den VfL machen wird können und Philipp Bönig ebenfalls seit Wochen verletzt ist und in seinen wenigen Einsätzen sich nicht mehr als brauchbare Alternative aufdrängen konnte.

Die Änderung des Kaders wird sowieso Jens Todts Hauptaufgabe in den kommenden Transferperioden sein. Während man im Winter schon daran beginnen sollte, die Schwachstellen zu beheben wird sich das Gesicht der VfL-Truppe spätestens im Sommer 2012 grundlegend geändert haben. Es zeichnet sich ab, dass die älteren Spieler um Maltritz, Dabrowski und Freier aller Voraussicht nach nicht mehr die große Bühne Bundesliga betreten werden dürfen und über kurz oder lang den Weg für eine günstige, junge Mannschaft frei machen müssen.
Dass zudem im Sommer gleich 9 Verträge ablaufen kommt dabei gelegen.

Und man darf nur hoffen dass mit dieser notwendigen Entwicklung baldmöglichst, schon im Januar begonnen wird. Einen Spieler wie Daniel Royer (H96), der in der Bundesliga wohl noch nicht so oft eingesetzt werden wird, und zudem bei Ex-Coach Marcel Koller als ÖFB-Teamspieler auf dem Zettel stehen sollte, könnte so ein Mann sein, den man via Ausleihe zum VfL lotsen sollte.


Glück Auf!


VfL Bochum 1848 - SG Eintrachft Frankfurt   0:2 (0:2)

0-1 Acqusitapace ET 16.
0-2 Köhler 36.


Luthe - Kopplin, Maltritz, Acquistapace, Ostrzolek - Kramer - Freier(57.Ginczek), Federico, Dabrowski, Inui - C.Tese(81.Aydin)


Torschüsse: 18 - 15
Ballbesitz(%): 52 - 48
Zweikämpfe(%): 50 - 50
Ecken: 1 - 4
Fouls: 14 - 12
Abseits: 2 - 9
Laufleistung(km): 116.06 - 114.04

Meiste Torschüsse: Tese, 6
Meiste Ballkontakte: Ostrzolek, 84
Meiste Fehlpässe: Ostrzolek, Inui, jew. 12!

Zuschauer: 20.132

Es reicht einfach nicht (mehr): Maltritz und co. sind enttäuscht.

Donnerstag, 13. Oktober 2011

Gefühltes Bundesligaduell im Unterhaus: VfL empfängt die SGE

Eine weitere Länderspielpause unterbrach die Saison in der letzten Woche. Kein Problem für den VfL, dem die Pause ziemlich gelegen kam. Der VfL feierte in der vergangenen Woche sein 100 Jähriges Stadion-Jubiläum. Nach der Spvgg Greuther Fürth trägt kein deutscher Profiklub seine Heimspiele länger an der selben Spielstätte aus! Die Jubiläumswoche umfasste mehrere Events, Höhepunkt der Feierlichkeiten war der Samstag, auf den Tag genau 100 Jahre nach dem Ersten Fußballspiel an "Dieckmann's Wiese", an dem auch etliche VfL-Legenden "Anne Castroper" kamen und den langen Tag am Abend mit dem "Ball der Legenden" ausklingen liesen. Sehr viele alte Bekannte waren gekommen, angeführt von Kultkeeper Rein van Duijnhoven, über Thomas Zdebel, Sesi Schindzielorz, den Herren von der Traditionsmannschaft um Peter Peschel, bis hin zu Trainergurus wie Hermann Gerland oder Peter Neururer.

Voraussichtliche Aufstellung
Doch damit man auch bald wieder sportliche Erfolge befeiern wird können beim VfL muss weiter gepunktet werden. Der Aufwärtstrend vor der kurzen Pause war unverkennbar. Doch heißt der Gegner am Freitag Abend Eintracht Frankfurt - DIE Übermannschaft der 2.Bundesliga. Eine anspruchsvolle Aufgabe für die gerade erst wieder auf Kurs gebrachte Bochumer Mannschaft, die auf den Frankfurter Mimoun Azaouagh verzichten muss. Der Junge vom Bornheimer Hang und ständiger Antreiber im VfL-Mittelfeld muss wegen einer Kniereizung passen. Auch Kevin Vogt, letzten Donnerstag noch erfolgreich über 90min bei der U-21 an der Seite von Sebastian Rudy im Einsatz, wird nicht spielen können. Der Rest des Teams ist bereit, wenn auch Matthias Ostrzolek und Daniel Ginczek noch unter der Woche mit dem Adler auf der Brust durch Europa flogen.
Eine viel weitere Reise hatte mal wieder Chong Tese zu bewältigen, sein Ausflug zum Nordkoreanischen Nationalteam nach Pjöngjang war aber wie zuletzt desöfteren nicht von Erfolg geprägt. Nordkorea verlor in der WM-Quali zuhause gegen Usbekistan mit 0:1. Glücklicherweise kam Tese, zwar leicht verspätet, am Donnerstag wieder gesund beim VfL an.

Gekas im VfL-Trikot: Eine Erfolgsgeschichte
Aber auch der Gegner, die Frankfurter Eintracht hatte den ein oder anderen Nationalspieler abzustellen, und ausgerechnet der Ex-Bochumer Fanis Gekas wird leicht angeschlagen auf ein Duell mit seinen noch wenig verbliebenen Ex-Kollegen verzichten müssen. Und ob Ümit Korkmaz, vom Februar bis Mai diesen Jahres Bochumer, auflaufen wird ist ebenfalls zu bezweifeln. Der Kader der Frankfurter ist derart außergewöhnlich besetzt, dass man einerseits Ausfälle problemlos auffangen kann um dann immernoch eine erfahrene, top besetzte Ersatzbank aufweisen zu können.

Es wird ein hartes Stück Arbeit für den VfL, der hofft, im elften Saisonspiel endlich sein echtes Leistungslevel einschätzen zu können. Dazu ist der Gegner perfekt geeignet.

Beim letzten Aufeinandertreffen mit der SGE traf Lewis Holtby zur führen Führung.

Montag, 3. Oktober 2011

Marcel Koller neuer ÖFB-Teamchef

Was für eine Nachricht!

Über Zwei Jahre nach der Trennung vom VfL Bochum hat Marcel Koller einen neuen Job! An Brisanz ist dieser kaum zu überbieten: Der Züricher soll als erster schweizerische Teamchef Österreichs das fußballerisch so gebeutelte Land zur WM 2014 führen!

Unglaublich - Marcel Koller. Der langjährige VfL-Coach, der nach dem notwendigen Rauswurf beim VfL bei so vielen Clubs im Gespräch war, aber nirgendwo den Zuschlag erhielt. Oder wartete er nur auf die ideale Lösung? Man weiß es nicht.

Mit dem ÖFB-Teamchefsessel wagt sich der Fußballfachmann jedoch auf gefährliches Terrain, ist Koller doch bereits der siebente Nationaltrainer des Alpenlandes in diesem Jahrtausend.

Wünschen wir beiden Parteien die bestmögliche Zusammenarbeit - und freuen uns auf die Duelle gegen Deutschland in der nächsten Qualifikationsrunde!


Neuer Teamchef in Österreich! Marcel Koller (hier noch mit Netto-Logo gegen Ende seiner langen VfL-Zeit)

Marcel Koller war vom 1.7.2005 bis zum 20.9.2009 Cheftrainer des VfL Bochum 1848. In seine Amtszeit fielen der Bundesligaaufstieg 2006 und der achte Tabellenplatz in der 1.Liga 2007. Nach der 2-3 Heimniederlage gegen Mainz 05 am 19.9.09 wurde Marcel Koller nach immer stärker werdenden Fan-Aufständen und nicht erkennbarer Weiterentwicklung des Teams entlassen. Ihm wird vorgeworfen, Talente wie z.B. Ilkay Gündogan oder Ivo Ilicevic nicht ausreichend gefördert und letztlich an andere Vereine verloren zu haben.
Mit dem ersten Einsatz Kevin Vogts 2009 feierte vier Jahre nach Dennis Grote erstmals wieder eine Bochumer Eigengewächs sein Bundesliga-Debut - ein Wahnsinn.



Zitat des Tages:

"Er sorgte für das Wunder von Bochum." L.Windtner, ÖFB-Präsident

Sonntag, 2. Oktober 2011

Immer wieder Ingolstadt - Bochum wie in besten Zeiten

Der VfL Bochum hat am frühen Samstagnachmittag ein schon verloren geglaubtes Spiel beim FC Ingolstadt in selten erlebter Art und Weise noch zu einem außergewöhnlichen Auswärtssieg gedreht.

Die Bochumer, die neben Abwehrchef Marcel Maltritz auch noch kurzfristig Kapitän Christoph Dabrowski, der trotz Erkältung auf der Bank saß, vorgeben mussten, setzten in Oberbayern voll auf Offensive. Die arg gebeutelte Defensive wurde im Zentrum durch Mittelfeldspieler Ante Johansson verstärkt, dagegen setzte Coach Andreas Bergmann auf nur einen klaren 6er in Christoph Kramer, ein lauffreudiger Giovanni Federico hängend daneben unterstützte den Kapitän der Deutschen U-20 Nationalmannschaft.

Und die an diesem Nachmittag voll besetzte Offensive hätte schon in Minute Vier die Führung erzielen müssen, Mimoun Azaouagh drosch das Leder nach nettem Zuspiel von Takashi Inui jedoch fast aus dem Audi-Park. Somit war der Auftakt gemacht für eine Partie, in der der VfL offensiv wie Jahre nicht mehr zu glänzen wusste.
Damit konnte aber nach dem frühen und billigem ersten Gegentor niemand rechnen. Kopplin lies die Ingolstädter flanken, Johansson in der Zentrale stoppte den Ball perfekt für US-Boy Buddle, der zu frühen Führung einschoss (9.). Schon kurz zuvor wusste Torwart Luthe einen Schuss aus ähnlicher Position hervorragend zu entschärfen.

Der VfL, dem sich schon früh im Spiel Räume zum kombinieren boten, war mal wieder durch ein gefühltes Eigentor in Rückstand geraten.
Als dann wenig später ein einfacher langer Konterball auf Buddle gedroschen wurde, der einzige 6er Kramer wieder mal leicht überspielt wurde und auch Luthe wider zum falschen Zeitpunkt einen Ausflug wagte, schien das Spiel seine gewohnten Bahnen zu nehmen. Wieder war es der Amerikaner, der Luthe elegant überlupfte und früh die Weichen auf eine weitere VfL-Blamage in Oberbayern stellte (20.).

Auch wenn sich die Bochumer hinten die Dinger selbst reinmurmelten, war doch immer die ein oder andere mutmachende Mittelfeldkombination unübersehbar. Doch weder Azaouagh und schon gar nicht Freier nutzten ihre Chancen. Erst als Chong Tese aus knapp 20 Meter mit links abzog und sehenswert sein erstes Tor seit März erzielte, keimte wieder Hoffnung unter den zu lobenden mitgereisten Bochumer Fans auf!

Jubelnde Ingolstädter - eine gewohntes Bild....zunächst
Diese Hoffnung, nur mit einem Tor Rückstand in die Pause zu gehen machte der im ersten Abschnitt wie Wild verteidigende Bochumer Defensivverbund postwendend zu Nichte. Abermals wurde der 6er Kramer von seiner zentralen Position nach Außen gezogen um am linken Flügel mit Ostrzolek zuzustellen, was misslang, und die indisponierte Innenverteidung liess Andreas Buchner mutterseelenallein im 16m-Raum das dritte Tor erzielen.

Die Zweite Halbzeit jedoch wurde vom VfL in selten zuvor gesehener Art und Weise dominiert und schien alle Gegner des alten Trainer Funkels zu bestätigen. Defensiv gefestigter legte die Mannschaft die beste Halbzeit seit Jahren hin, dieses mal hätte sie Jens Todts Bezeichnung "Furios" alle male verdient gehabt!

Die Bochumer erzielten in dieser Hälfte Vier! Treffer - es hätten genauso gut acht sein können.
Wollte die erste gute Chance nach einer Ecke noch nicht sitzen - der Ex-Hoffenheimer und Aufstiegstorwart der TSG Ramazan Özcan parierte glänzend - war nach Chong Teses zweitem Treffer in min.61 wieder was drin in diesem Spiel! Kramer spielte den tödlichen Pass in die Schnittstelle der Abwehr, der nordkoreanische Japaner schob sicher ein.
"Auferstehung" im großen Stil - Chong Tese


Zehn Minuten später wurde dann "Edeljoker" Daniel Ginczek gebracht, der für den Ausgleichstreffer nach Zuspiels Teses zuständig war. 3-3! Als VfL-Fan war dieser Ausgleich ja schon das Höchste der Gefühle - doch damit hatte man die Rechnung ohne die neugewonnene Offensivmentaliät dieser Truppe gemacht.
Wieder war es Tese, der in den Strafraum eindrang, Gegenspieler Pisot wie seinen Lehrjungen aussahen liess, und seinen dritten Treffer markierte! Der Nordkoreaner ist wieder da! Ende August noch auf dem Sprung nach England trifft er nun endlich wieder für den VfL.

Die sichtlich geschockten und im zweiten Abschnitt heillos überforderten Ingolstädter schenkten dank Ballverlust Biliskovs in der Vorwärtsbewegung den Bochumern auch noch Treffer Nummer 5. Ginczek erobertere das neue Lieblingsspielzeug der VfL-Offensive und legte ideal auf Inui quer, der ebenfalls mal wieder treffen durfte.

Traf drei Mal - Chong Tese (m.Ginczek und Kopplin)

5 Tore, 3 Punkte - was will man mehr? Natürlich eine soliderere Defensive, in der Marcel Maltritz zweifelsohne gefehlt hatte und die Gewissheit, in der nächsten Halbzeitpause nicht schon wieder mögliche Punkterückstände auf Mannschaften wie Ingolstadt hochrechnen zu müssen!

Glück Auf!


FC Ingolstadt 04 - VfL Bochum 1848   3:5 (3:1)

1-0 Buddle 9.
2-0 Buddle 20.
2-1 Tese 37.
3-1 Buchner 43.
3-2 Tese 62.
3-3 Ginczek 79.
3-4 Tese 87.
3-5 Inui 90.


Luthe - Kopplin, Johansson, Acquistapace, Ostrzolek - Kramer - Freier, Azaouagh(70.Ginczek) - Federico - Inui(90.Aydin), Tese(88.Dabrowski)


Torschüsse: 15 - 22
Ballbesitz(%): 44 - 56
Zweikämpfe(%): 51 - 49
Ecken: 3 - 6
Fouls: 13 - 16
Abseits: 2 - 8
Laufleistung(km): 113.26 - 113.69

Meiste Torschüsse: Tese, 6
Meiste Ballkontakte: Kramer, 82
Meiste Fehlpässe: Johansson, Kopplin, Inui, jew. 8!


Zuschauer: 6.008



+++Top-Facts+++


- 5 Tore erzielte der VfL zuletzt am 4.11.07 - beim 5-3 gegen den VfL Wolfsburg
- 4 Tore in einer Halbzeit gab's ebenfalls zuletzt beim 5-3 gegen Wolfsburg. Damals führte der VfL durch Tore von Sestak(2), Maltritz und Danny Fuchs zur Halbzeit mit 4-0!
- Chong Tese erzielte 4 der 6 Bochumer Tore in den mittlerweile 3 Spielen gegen "Kultgegner" Ingolstadt


+++Top-Facts+++


Machte den Jungs Mut: Coach Bergmann

Freitag, 30. September 2011

Schanzer Schlagen - Maltritz fällt aus

Am morgigen Samstag, den 1.Oktober, tritt der VfL somit zum zweiten Mal in der Vereinsgeschichte beim FC Ingolstadt an. Die bisherigen beiden Spiele gegen die Oberbayern, die vor 5 Jahren sogar noch vom FC Passau mit 2-0 besiegt werden konnten, wollen lieber verschwiegen werden.

Um nun nach dem misslungenen Rückspiel im April, das am Ende wohl auch den Bundesliga Aufstieg gekostet hat, endlich den Schanzern einen einzuschenken, muss an die kompakte und deutlich verbesserte Leistung aus dem Duisburg-Spiel angeschlossen werden.

Mögliche Aufstellung
Der FC Ingolstadt, mit acht Punkten ebenfalls sehr schwach gestartet, verlängerte unter der Woche mit Leistungsträger Stefan Leitl. Zu beachten auf Seiten des VfL-Schrecks sind neben Leitl noch der ehemalige Bochumer Marvin Matip und Mittelstürmer Edson Buddle.

Umso schmerzlicher ist der kurzfristige Ausfall von Abwehrchef Marcel Maltritz. Der ehemalige Kapitän und noch immer Leistungsträger des Teams kann wegen einem eingeklemmten Brustwirbels den Flug nach Bayern nicht mit antreten. Auch Kevin Vogt blieb in Bochum, der VfL hat somit nur 17 Spieler mit an Board. Wer Maltritz ersetzen wird ist noch unklar, die Skandinavier Andreas Johansson und Holmar Eyjolfsson dürften die ersten Alternativen sein.

Übrigens: Marcel Maltritz erzielte heute vor 7 Jahren seinen ersten Pflichtspieltreffer für Blau-Weiss: Er köpfte das 1-0 beim bisher letzten Europokalauftritt des VfL, dem dramatischen Spiel gegen Standard Lüttich....Ergebnis und Folgen bekannt.


Könnte für Maltritz ins Team rücken: Der zuletzt wenig beachtete Björn Kopplin

Dienstag, 27. September 2011

Bochum siegt im Derby - Ginczeks Last Minute Tor der Startschuss zur Wende?

Sie können es also doch noch: Mit dem 2-1 Sieg des VfL Bochum 1848 am Sonntagnachmittag gegen den MSV Duisburg hat die Mannschaft von Trainer Andreas Bergmann die Serie von fünf Niederlagen am Stück beendet und den ersten Sieg seit dem 22.Juli eingefahren.

Die Bochumer, auf mehreren Positionen umgestellt, begannen engagiert und konzentriert. Andreas Johansson, der nach längerer Startelf-Pause überraschend als rechter Verteidiger aufgeboten wurde, machte seine Seite von Beginn weg dicht. Das Mittelfeld, das in Person von Dabrowski und Freier zu Beginn durchhing, biss sich in die Partie, sodass der VfL endlich mal wieder eine kompakte Einheit bildete und auch im Mittelfeld zeitig an seinen Gegenspielern dran war. "Griffig sein" ist neuerdings der Lieblingsausdruck vieler Trainer für diese Tatsache, dass die eigeneMannschaft "ins Spiel gefunden hat" und Raum und Gegner richtig abdeckt.

Nach einem Freistoß viel dann das 1-0. Seit Bergmann Trainer ist wurde Slawo Freier vermehrt vom Freistoßsschießen befreit, Mimoun Azaouagh übernimmt nun wieder größtenteils die ruhenden Bälle - was sich auszahlte. Azas Freistoß überflog diesmal die Mauer und auch die Spielertraube, der clever durchgelaufene Acquistapace legte den flatternden Ball höhe Fünfmeterraum quer, Kapitän Dabrowski schloss den Standard erfolgreich ab!

Jonas Acqusiatpace dürfte Sinkiewicz den Rang ablaufen
Eine Führung, das tat gut. Der VfL lief in Folge dessen den Gegner auch weiter mutig an, Tese erkämpfte sich so den Ball von Sukalo, spielte einen idealen Pass auf den Japaner Inui, der frei vor Torwart Fromlowitz anstelle auf den mitgelaufenen Freier querzuspielen sich im Dribbling versuchte und diesen "Sitzer" kläglich vergab. Nur wenige Minuten nach der Führung wurde somit die Vorentscheidung verpasst. Der untröstliche kleine Japaner sollte das Spiel später aber noch im positiven Sinne mitentscheiden können.

Nach der Halbzeit spielte Duisburg mutiger, offensiver und strukturierter. Der VfL stand aber insgesamt gut wie lange nicht, dennoch fiel nach einem rustikalen Foul des ansonsten wieder einmal starken Acquistapace, welches mit Gelb geahndet wurde, der vermeidbare Ausgleich. Einen simplen hohen Ball in den 16m-Raum konnte der Duisburger Bajic im Luftkampf mit Maltritz verlängeren und Torwart Andi Luthe machte ebenfalls keine gute Figur. Ein Gegentreffer, der sich in die Reihe der in letzter Zeit viel zu vielen billigen Gegentore einreiht.

Nachdem das Spiel in der Zweiten Halbzeit vor sich hin plätscherte und der VfL es verpasste, mit einem frischen Stürmer vielleicht etwas mehr Druck auf die Ballführenden MSV-Verteidiger auszuüben, erlang der MSV gegen Ende des Spiels noch einmal den Mut zur Offensive, Torhüter Luthe musste jetzt das ein oder andere Mal das 1-1 festhalten - erfolgreich.
In dieser Schlussphase, in der die Gäste dem Siegtreffer näher waren, gelang den Bochumern dann der so befreiend wirkende Siegtreffer. Maltritz entschied sich trotz später Uhrzeit den Ball nicht wild nach vorne zu pöhlen, sondern spielte einen kontrollierten Pass auf Inui, der technisch perfekt auf den eingewechselten Ginczek durchspitzelte und für die Duisburger nicht mehr zu stoppen war.

Siegtorschütze Daniel Ginczek lies den Emotionen freien Lauf (erhielt dafür wie gegen Frankfurt seine 2.Gelbe Karte)

Dem VfL gelang somit der so lang ersehnte Sieg, in einem Spiel, das noch viel Luft nach oben frei lässt, aber die Hoffnung zulässt, den Abstiegsplätzen für den Rest der Saison nicht mehr begegnen zu müssen.



VfL Bochum 1848 - MSV Duisburg   2:1 (1:0)

1-0 Dabrowski 17.
1-1 Bajic 53.
2-1 Ginczek 89.


Luthe - Johansson, Maltritz, Acquistapace, Ostrzolek - Freier, Kramer, Dabrowski, Azaouagh(78.Federico) - Tese(85.Ginczek), Inui(90.Aydin)


Torschüsse: 11 - 14
Ballbesitz(%): 49 - 51
Zweikämpfe(%): 48 - 52
Ecken: 4 - 6
Fouls: 19 - 19
Abseits: 6 - 3
Laufleistung(km): 111.13 - 114.00

Meiste Torschüsse: Tese, 3
Meiste Ballkontakte: Acquistapace, 76
Meiste Fehlpässe: Luthe, 12!


Zuschauer: 13.227

Dienstag, 20. September 2011

Friedhelm Funkel neuer Trainer von Alemannia Aachen

Bochums Ex-Trainer Friedhelm Funkel und Christoph John wurden am Montagabend vom VfL Bochum freigestellt und übernehmen ab sofort nicht ganz überraschend das Zepter am Aachener Tivoli.

Wechseln das Outfit auf gelb/schwarz: John und Funkel
Alemannia Aachen, einst Aufstiegspartner des VfL 2006, steht punktgleich mit den Bochumern auf Tabellenplatz 17 und hat in der Vorwoche Chefcoach Peter Hyballa entlassen. Der 35-jährige Hyballa, nicht unbedingt Funkels liebster Trainerkollege, hatte die Mannschaft wie Funkel den VfL zu Beginn der letzten Saison übernommen. Nach einer ordentlichen, z.T. offensiv begeisternden Premierensaison musste Hyballa seinen Platz bei den noch sieglosen Alemann räumen. Immerhin: Aachen holte am vergangenen Sonntag bereits das vierte Torlose Remis in Folge! Doch Benny Auer und Co. stehen noch immer erst bei einem einzigen Saisontreffer.

Für alle beteiligten Parteien ist die Verpflichtung Funkels eine gute Lösung. Der VfL muss im Gegensatz zu den letzten Jahren keine weiteren Zahlungen an beurlaubte Trainer zahlen, Funkel selbst bleibt im Geschäft, gerät nicht wie Koller in Vergessenheit, der schon viel zu lange aus dem Geschäft raus ist und hat in Aachen mit dem Kontrakt bis 2013 zugleich die Spielzeit 12/13 vertraglich abgesichert. Und natürlich haben die Aachener einen neuen Trainer gefunden.

Wollen wir hoffen, dass Aachen am wenigsten von dem Deal profitiert.

Sonntag, 18. September 2011

Peter Neururer Schalalalala - Bochum läuft in erneutes Debakel

Der VfL Bochum 1848 hat am Sonntagnachmittag die Premiere von Andreas Bergmann als neuer Cheftrainer vergeigt und kassierte eine in der Höhe verdiente 0:4 (0:1) Heimklatsche gegen den SC Paderborn. Die Gäste feierten gegen grottenschlechte Bochumer ihren bereits dritten Auswärtssieg der Saison.

Nur was ist los beim VfL? Ohne genauer auf das Spiel eingehen zu wollen, in dem weder die Einzeleistung mehrerer Spieler (Sinkiewicz!) noch eine Mannschaftsleistung zu erkennen waren, wird sich das 0-4 gegen Paderborn wohl in die Kategorie der düstersten VfL Niederlagen einreihen, welcher z.B. das letztjährige 1-4 gegen Ingolstadt oder jeweils ein 2-6 gegen Mainz und TEBE Berlin angehören.

Der kurzfristige Trainerwechsel konnte die seit Wochen vorhandene Blockade (noch) nicht lösen. Die Mannschaft, die noch im Mai ans Tor zur Bundesliga klopfte, ist bereits zwei Monate nach Saisonstart ein Trümmerhaufen. Konnte schon Vorgänger Friedhelm Funkel den andauernden Leistungs- und Ergebnisabfall nicht mehr stoppen, muss Andreas Bergmann nun insbesondere mentale Blockaden lösen. Anders sind die einfachsten Abspielfehler, die auch noch auftretenden Fehler Luthes und die in dieser Form nirgendwo anders zu findenden Individuellen Aussetzer zu erklären. Letztlich war es der VfL, der das 4-0 für eine grundsolide agierende Paderborner Zweitligatruppe zustande brachte.

Erstmals seit Mai wieder am Ball: Mimoun Azaouagh
Was bleibt als Hoffnung? Die heutige Niederlage sollte der negative Höhepunkt der bereits fünf Spiele andauernden Niederlagenserie gewesen sein. Im nächsten Heimspiel gegen Duisburg muss die Wende gelingen. Im Vorjahr war das Ingolstadt-Drama auch der erste Teil eines Doppelheimspiels - damals wurde dann das darauffolgende Heimspiel klar - gegen Paderborn - gewonnen.

Die immer weniger werdenden Ruhrstadion-Gänger werden Andreas Bergmann bei dessen schweren Aufgabe vorerst zur Seite stehen. Die heutigen, überraschenderweise lauten, "Peter Neururer Schalalalala"-Gesänge waren eher dem Selbstmitleid geschuldet, gingen weniger gegen den erst neu installierten Trainer Bergmann. Dass er jedoch für diese Aufgabe der Richtige ist wird sich freilich erst zeigen. Ob Peter Neururer jedoch sein erstes Spiel bei einem neuen Verein auch 0-4 verloren hätte, darf ebenfalls bezweifelt werden.


VfL Bochum 1848 - SC Paderborn 07     0:4 (0:1)

0-1 Brandy 44.
0-2 Brandy 64.
0-3 Proschwitz 78.
0-4 Proschwitz 79.


Lutthe - Kramer, Maltritz, Sinkiewicz, Ostrzolek - Freier(81.Kefkir), Vogt, Dabrowski, Azaouagh(74.Aydin) - Ginczek(63.Federico), Tese

Torschüsse: 12 - 17
Zweikämpfe(%): 43 - 57
Ecken: 8 - 6
Fouls: 23 - 18
Abseits: 1 - 5


Meiste Torschüsse: Azaouagh, 3
Meiste Ballkontakte: Ostrzolek, 69
Meiste Fehlpässe: Kramer, 9!

Zuschauer: 10.407

Samstag, 17. September 2011

8.Spieltag: BO - PB: Gelingt mit Bergmann endlich die Wende?

Eine turbulente Woche steht hinter den handelnden Personen an der Castroper Straße. Nach der desaströsen Niederlage am Montag in Dresden folgte die erwartete Trainerentlassung Funkels am späten Dienstag Abend, Donnerstag dann die Bekanntgabe Bermanns als neuer Cheftrainer sowie dessen Vorstellung am Freitag.

Viel Zeit hatten Andreas Bergmann und sein neuer Co-Trainer Karsten Neitzel, ehemals Co-Trainer Finkes in Freiburg und mit einer interessanten Biographie ausgestattet, nicht, die Mannschaft kennen zu lernen. Desöfteren sprach Bergmann ihm (noch) unbekannte Spieler im Training mit "Junge" an. Bis zum Spiel am Sonntag sollte er aber zumindest seine ersten Elf Spieler namentlich kennen.

Der Gegner, der SC Paderborn, kommt wie im Vorjahr zu einem stark angeschlagenen VfL Bochum. Die Ostwestfalen, nach dem Abstieg Bielefelds die Nummer 1 in der Region, starteten trotz des Abgangs von Erfolgstrainer Schubert (-> St.Pauli) und Einsparmaßnahmen im Lizenzspieleretat sehr ordentlich in die Saison. Mit 9 Punkten steht die Mannschaft von Neo-Trainer Roger Schmidt auf einem guten Mittelfeldplatz.

Trotz allem wird den VfL am Sonntag kein übermächtiger Gegner erwarten. Paderborn scheint zwar auch im dritten Zweitligajahr in Folge gut gerüstet zu sein, hat aber keinesfalls die individuelle Klasse um langfristig um mehr als gegen den Abstieg spielen zu können. Das Ergebnis des Spiels wird allein von der Bochumer Leistung abhängen.

Und vielleicht kann wie im Vorjahr gegen Paderborn die Wende eingeleitet werden. Damals gewann man an einem kalten Freitag Abend nach der Herausnahme diverser Spieler der Ingolstadt-Katastrophe mit 3-0. Ein Ergebnis, das es den VfL-Fans ermöglichen würde, doch wieder optmistischer in die Zukunft zu blicken


VfL Bochum 1848 - SC Paderborn 07, Sonntag, 18.9.2011, 13.30h. rewirpowerSTADION Bochum.


Voraussichtliche Aufstellung:

Luthe - Kopplin, Maltritz, Acquistapace, Ostrzolek - Freier, Vogt, Dabrowski, Azaouagh - Aydin, Tese


Trafen im Vorjahr: Chong Tese und der an Bielefeld verliehene Marc Rzatkowski

Donnerstag, 15. September 2011

Andreas Bergmann neuer Trainer des VfL Bochum 1848

Es ist dann doch alles ziemlich schnell um komplikationsfrei verlaufen. Seit Donnerstag Nachmittag steht fest: Andreas Bergmann (52) wird neuer Trainer des stark angeschlagenen Ex-Bundesligisten VfL Bochum und folgt damit auf Friedhelm Funkel (57), der von Juni 2010 bis September 2011 an der Castroper Straße tätig war.

Soll den Laden wieder zum Laufen bringen: Andreas Bergmann

Andreas WER? Es mag sein, dass Bergmann in der deutschen Fußballlandschaft nicht allzu bekannt ist, jedoch ist er auch kein völlig Unbekannter Fußballlehrer. In der Bundesliga trainierte Bergmann für mehrere Monate Hannover 96, war Trainer in der Phase von Robert Enkes Freitod, wurde dann nach anhaltender Erfolgslosigkeit gegen Mirko Slomka ausgetauscht, der damals im Mai 2010 durch einen 3-0 Erfolg in Bochum Hannover rettete und den VfL in die vielleicht noch lange andauernde Zweitklassigkeit schickte. Aber wer weiß schon, vielleicht wäre Andreas Bergmann heute noch 96-Chefcoach, hätte es die Tragiödie um Nationalkeeper Enke nie gegeben.

Ebenfalls unglücklich war Bergmanns Gastspiel als Cheftrainer St.Paulis. Mit Bergmann dümpelte der Kultclub zweieinhalb Jahre durch die Regionalliga Nord, erreichte aber sensationell das DFB-Pokal-Halbfinale 2006, nachdem Bergmann u.a. den VfL Bochum in der 2.Runde mit 4-0 abfertigte.
Trotz der Pokalerfolge verfassten St.Pauli-Fans eine Petition gegen Trainer Bergmann und forderten dessen Ablösung. Nach Bergmanns Abgang ging es für den FC St.Pauli steil bergauf. Nach zwei Aufstiegen unter Trainer Stanislawski fand man sich 2010 in der Bundesliga wieder und ist auch jetzt als Zweitligakonkurrent des VfL Bochum um längen besser aus den Startlöchern gekommen.

Seit letzter Saison war Bergmann dann wieder U-23 Coach von Hannover und zugleich Leiter der Nachwuchsabteilung. Bergmann gilt als intelligenter, fachlich hochqualifizierter Fußballlehrer, dem eine große Trainerkarriere aus diversen Gründen bisher verwehrt blieb. Ob er der richtige Mann für Bochum sein wird muss sich zeigen.
Dass der VfL sich wieder einmal auf einen Zwei-Jahresvertrag geeinigt hat, ist mittlerweile aber keineswegs mehr nachzuvollziehen. War es zuerst der wahnwitzige knapp Dreijahresvertag für Herrlich, während man parallel Marcel Koller noch ein knappes Jahr bezhalen durfte, wird die Doppelbezhalung auf dieser Position schon fast Tradition. Als Funkel Coach war, durfte man eben noch gut für Herrlichs Unterhalt aufkommen, jetzt nachdem man erst kürzlich mit Funkel verlängert hat, bindet man sich wieder langfristig. In der kritischen und ungewissen Situation, in der sich der Verein befindet, ein mehr als großes Risiko.

Bergmann zusammen mit einem Trainer, den der VfL hoffentlich nie unterhalten muss
Bergmann als Hannover-Trainer

Mittwoch, 14. September 2011

Das Ende für Funkel - Bochum wieder mal auf Trainersuche

Es kam wie es kommen musste. Nach der erneuten desaströsen 1-2 Niederlage bei Aufsteiger Dynamo Dresden musste der VfL Bochum Cheftrainer Friedhelm Funkel sowie dessen Assitenztrainer Christoph John entlassen. Nach 4 Niederlagen in Folge und der erbärmlichen Punktausbeute war jeglicher Kredit des noch vor Monaten als Glücksfall für den Verein deklarierten Coach Funkel aufgebraucht. Sportlich hätte diese Entlassung schon vor der Länderspielpause nach der zu hoch ausgefallenen 1-4 Niederlage gegen den ehemaligen Konkurrenten Greuther Fürth stattfinden müssen, jetzt schien vor den beiden Heimspielen gegen Paderborn und Duisburg die Angst vor weiteren Niederlagen vor fast leerem Stadion zu groß.

Friedhelm Funkel sah sich und den Verein bereits auf einem sehr guten Weg. Mit einer selten zuvor dagewesene Siegesserie rettete er im Winter einen am Abgrund stehenden Verein vor der Selbstzerfleischung. Nach einer beeindruckenden Aufholjagd qualifizierte man sich am Ende der Saison mit 65 Punkten für die Relegation. Obwohl diese ausgezeichnete Punktzahl zuvor immer für den Aufstieg reichte, musste der VfL nach aufopferungsvoller Relegation für ein weiteres Jahr 2.Liga planen. Was danach passierte kann man sich rund um Bochum immer noch schwer erklären. Jedenfalls führte Funkel den Verein, den er vor einem knappen Jahr aus dem Loch gezogen hatte, in eben dieses wieder zurück. 

Ein Bild aus besseren Tagen: Friedhelm Funkel mit Publikumsliebling Bobbi Bolzer
Mit Friedhelm Funkel verbrauchte der Verein in den letzten 10 Jahren 4 Trainer. Während Kult-Trainer Neururer sowie Marcel Koller über mehrere Jahre an der Castroper Straße arbeiteten durften, waren die Gastspiele Heiko Herrlichs sowie Friedhelm Funkel doch eher kürzerer Natur. Ganz klar: Der nächste Schuss in der Trainerfrage muss beim sportlich angezählten und finanziell von besseren Tagen meilenweit entfernten Ex-Bundesligisten sitzen. Vom Aufstieg muss diese Saison aber schon im September Abstand genommen werden.

Aber wer soll es nun machen? Der Trainer muss einen anderen Fußball vermitteln können, die Fans sehnen sich nach Toren. Das erscheint mit dem vorhandenen Spielermaterial ja prinzipiell auch möglich zu sein. Zudem sollte der Gesuchte jünger als Funkel, aber auch mit einer gewissen Erfahrung im Profibereich ausgestattet sein. Und wenn er dann auch noch ein leicht positiv verrückter Typ ist, dem die Fans seine Art abnehmen und er den Verein in die seit Jahren gesuchte, aber nie gefundene "Nische" führt, hat der VfL seinen Supertrainer gefunden.


War er der verkannte Supertrainer?
Das Problem dabei: Man hat kein Geld, die meisten Trainer einen Job und der VfL schon lange nicht mehr den Namen von einst. Wer es am Ende wird? Hannovers Nachwuschs-Chef Andreas Bergmann? Man weiß es nicht. Der Supertrainer soll jedenfalls beim Spiel gegen Paderborn bereits in der Coaching-Zone stehen.

Mittwoch, 31. August 2011

31.August - Alle kaufen ein, nur der VfL schaut zu

Es ist mal wieder soweit, der 31.August ist angebrochen und schon verpflichten Vereine aus aller Welt Spieler, ob sie sie brauchen oder auch nicht. Kollege Magath aus Wolfsburg ist so jemand, der an diesen Tagen das Festgeldkonto seines jeweiligen Vereins um ein paar Euros erleichtert.

Aber es finden auch immer wieder interessante Exoten Unterschlupf in der Bundesliga, Pukki auf Schalke könnte so jemand sein. Andererseits werden auch Transfers mit Weitblick getätigt, Mertesackers Wechsel nach London zählt zu den "logischen" Wechseln für alle beteiligten Parteien, oder aber auch Hannovers geschickter Deal mit Talent Daniel Royer von der SV Ried. Der Steirer, aus Schladming stammend, zählt als Fußballer auch eher zu den Exoten einer weltberühmten Alpinstadt.

Ein Verein, der dringend neues Personal gebrauchen könnte, guckt dem Transfergeschehen aber nur gelassen zu. Unser VfL. Und das, obwohl der VfL schon so oft mit "Panikkäufen" gepunktet hat.

Im Gegenteil, man zeigt mal wieder allergrößtes Verhandlungsgeschick und verleiht Stürmer Zlatko Dedic zu Ligakonkurrenten und kommenden Gegner Dynamo Dresden, um zugleich seinen bis 2012 laufenden Vertrag um ein Jahr zu verlängeren.
Wer kann einem diese schwer nachvollziehbare Aktion erklären? Steht es um unseren Verein wirklich schon so schlecht um solche "Transfers" tätigen zu müssen?
Die eigene Mannschaft weist auf diversen Positionen ausreichend Schwächen auf, u.a. auf der Position des linken Außenstürmers, die auch Dedic im Vorjahr des öfteren bekleiden durfte, dennoch macht man keine Anzeichen dies verbessern zu wollen sondern schwächt sich noch weiter, indem ein Spieler, der wohl keinesfalls schwächer als jener ist, der derzeit auf dem linken Flügel vor sich hin stolpert, innerhalb der Liga verliehen wird.

Die Transferliste gibt leider keine Namen wie Korkmaz her, so dass man wohl auf keine Verpflichtung mehr hoffen darf, wenn auch der ein oder andere brauchbare Rechtsverteidiger der Liste enthalten ist.

Aber die wechseln dann wohl wieder nach Duisburg oder Düsseldorf.

Wird zum Modell Sestak/Fuchs: Zlatko Dedic

Freitag, 26. August 2011

VfL läuft gegen Fürth in Debakel - wie geht es weiter?

Man hätte sich einen schöneren Einstieg für diesen Blog gewünscht. Aber wer Fan unseres VfL ist weiß dass es nie so kommt wie man es sich vorstellt. Der Abend des 26.8.2011 war jedoch mal wieder ein weiterer Tiefpunkt, den man zu gerne nie erlebt hätte.

Schon vor dem Spiel konnte man aufgrund der Wichtigkeit des Spiels erahnen, dass der VfL entweder einen überzeugenden Sieg einfahren würde oder so richtig Haue bekommt. Leider ist letzteres Szenario eingetreten und zwingt den Fan schon Ende August, so früh wie wohl noch nie, zur Resignation.

Dieser Beitrag, der ursprünglich einen ausführlichen Spielbericht enthalten sollte, muss aufgrund des niederschmetternden Ergebnisses einem Artikel über die Gesamtsituation des Vereins weichen.

Der VfL, im Mai durch die Relegationsspiele von der großen Fußballwelt wiederentdeckt, steht nach 6 Spielen bei mageren 4 Punkten. Wohlgemerkt in der 2.Liga. Zielsetzung Platz 1 oder 2. Das überlebt kein Trainer dieser Welt. Aber wieso musste es wieder soweit kommen?

Unser Verein wurde von Friedhelm Funkel vor der Selbstzerfleischung gerettet. Funkels für Bochumer Verhältnisse radikale Maßnahmen (Herausnahme diverser Spieler, Reaktivierung Azaouaghs) brachten Anfang des Jahres den gewünschten Erfolg. Mit verdammt vielen Punkten konnte man sich wieder nach oben spielen, erreichte trotz sehr guten 65 Punkten "nur" den 3.Platz und scheiterte extrem unglücklich an Borussia Mönchengladbach. Was ist dann passiert? In der kurzen Pause wurde das Ziel Aufstieg strikt weiterverfolgt. Mit Jens Todt verpflichtete man einen vielversprechenden Fachmann, der uns allen mit Takashi Inui schon ein herausragendes Fußball-Talent ins Ruhrstadion gezaubert hat. Die Mannschaft, die bis auf ein kurze Schwächephase im April eine lobenswerte Rückrunde spielte wurde den Wünschen des Trainers verstärkt, man schien diesmal wirklich von Beginn an vorbereitet und eingespielt.
Heute, 6 Wochen nach dem Saisonstart, ist alles dahin.

Was ist dazwischen passiert? Es liegt einerseits an Kleinigkeiten, die in der Rückrunde funktionierten (System, Leistung einzelner Spieler), andererseits an vielen Versäumnissen. Dass unsere Abwehr derzeit derart durchhängt war nicht zu erwarten, jedoch sind 3/4 der Abwehr-Positionen von den Verantwortlichen auch nicht mit Back-Ups besetzt worden. Ursprünglich hieß es, man möchte mit 3 Innenverteidigern in die Saison gehen, später nach Yahias Abgang wurden uns dann Johansson und Vogt als "Absicherung" für die bisher katastrophal agierenden Maltritz und Sinkiewicz verkauft.

Freilich liegt es nicht an einzelnen Mannschaftsteilen wenn du von sechs Ligaspielen nur eines gewinnst. Dennoch agieren die genannten Spieler und auch weitgehend der Rest weit unter dem Niveau der Relegationsspiele. Die Leistung aus der Relegation war aber der Maßstab für die neue Saison. Mit dieser Leistung würde man die Liga dominieren können, davon war jeder überzeugt.

Waren es aber Maltritz, Dabrowski, Freier und co auch? Du verlierst denkbar unglücklich die große Chance wieder Bundesliga zu spielen, ja auch der Trainer wollte nach seinem Berliner Abstiegsjahr wieder bei den "großen Jungs" mitspielen. Maltritz' Vertrag wurde zwar verlängert, dennoch ist es nach dieser kurzen Pause für die Spieler Ü30 schwierig, den Reiz weiterer 12 Zweitligamonate zu erkennen. Ein Motivationsproblem? Als Spieler sieht man die Entwicklung von Hannover 96, von Borussia Mönchengladbach, den Tabellenführern der 1.Bundesliga. Gegen beide Teams zog man in den beiden Jahren zuvor den Kürzeren und steht deshalb wieder gegen den FSV Frankfurt vor 12.000 Zuschauern auf dem Platz. Auch wenn man nicht sagen kann inwieweit die zum Teil überraschenden Leistungen von Hannover oder nun auch Gladbach auf unsere Stärke Einfluss haben, als Extramotivation indem man sieht, dass man gegen den Tabellenführer der Bundesliga mithalten konnte scheint es nicht gedient zu haben.


Wie soll es nun weitergehen? Die Situation ist schwieriger als vor knapp einem Jahr. Der Verein ist bereits neu aufgestellt, man hat eine gewisse Entwicklung (z.B. Mitgliederforum) nicht übersehen können, sportlich schien man gut aufgestellt zu sein. Wie im Profifußball üblich wird es letztlich den Trainer erwischen. Wenn du deinen Zielen soweit hinterherhinkst ist es kein Wunder wenn der Trainer als erster von Bord muss.

Und das hätte es diesmal wirklich nicht gebraucht.



Zitat des Tages:

"Wir haben eine furiose erste Halbzeit abgeliefert." J.Todt, Vorstand Sport VfL Bochum