Freitag, 23. März 2012

Bochum verdaddelt Sieg in Duisburg und verliert Azaouagh - Heute Dreier gegen Ingolstadt Pflicht

Der VfL Bochum hat es mal wieder geschafft, einen vor dem Spiel bereits toten, während des Spiels noch "toteren" Gegner so aufzubauen, dass dieser am Ende des Spiels den ersten Sieg seit einem Vierteljahr einfuhr und wieder auf bessere Tage hofft. Eine nette Geste der braven Bochumer, die so oft schon, auch direkte Konkurrenten um diverse Saisonziele, auf diese Weise aufgebaut haben.

Bei der 1:2 (1:1) Niederlage an der Wedau traf der VfL auf einen ausschließlich planlos über den Platz holzenden MSV Duisburg, dem man den Tabellenplatz ansah und es wenig überraschte, dass diese Truppe, die in anderer Zusammenstellung im Mai noch das Pokalfinale erreicht hat, im Jahr 2012 erst ein dürftiges Remis zustande brachte.

Und trotz der frühen Führung des VfL, Azaouagh setzte einem bereits verlorenem Ball gut nach und steckte auf Inui durch, der den Ball souverän am Torwart vorbeilegte, war abzusehen, dass sich dieses Spiel nur in zwei Richtungen wird entwickeln können. Entweder bricht Duisburg ein und wird in deren "Sturmlauf" durch zwei, drei Kontertore bestraft und 3-0 abgefiselt, oder der VfL bringt es mal wieder auf die Reihe, einem absolut verunsicherten und schwachen Gegner innerhalb kürzester Zeit auf die Beine zu helfen.
Letzteres trat ein.

Agierte einmal mehr unglücklich: N.Gelashvili
Nur sechs Minuten nach der Führung vollendete Nika Gelashvili eine erbärmlich getretene Gjasula-Ecke in ungewohnter Torjäger-Manier zum Ausgleich ins eigene Tor. Diese Bogenlampe, sicherlich in Arnd Zeiglers Fußballsendung "Kacktor-des-Monats"-würdig, passt nur zu gut ins derzeitige Bochumer Gesamtbild. Man haut sich seit Wochen die Dinger praktisch selbst rein. Nur zu sinnbildlich, dass das Eigentor des ansonsten absolut harmlos agierenden Georgiers schon das zweite spektakuläre Eigentor des VfLs innerhalb weniger Wochen war.

Und dennoch waren die Duisburger derart schwach, dass der VfL das Spiel vor der Halbzeit hätte locker zu seinen Gunsten entscheiden können. Zwischen Minute 30 und 45 spielte der VfL nämlich ansehnlichen Offensivfußball, und kam zu einigen Chancen - genutzt wurde freilich keine.

Gute Besserung Mimoun Azaouagh
Der letztliche Knackpunkt des Spiels war die Verletzung Mimoun Azaouaghs. Der Frankfurter, bis dahin bester Bochumer Feldspieler, verletzte sich nach einem Knochenbrecherpass von Freier höchst unglücklich und schwerst im Gesicht. Azaouagh blieb einige Minuten bewusstlos am Boden liegen, erlitt ein Schädel-Hirn-Trauma und einen Kieferbruch. Die Saison ist für den Mittelfeldspieler beendet.

Danach war der Schwung auf Bochumer Seite komplett raus, die Stellungsfehler indes häuften sich und das über das ganze Spiel bemängelte passive Zweikampfverhalten ermöglichte den Zebras sogar noch den Sieg, als ein längst zu klären gewesener Ball nochmal zum MSV gelangte, und der leicht im Abseits stehende Maurice Exslager trotz Bochumer Begleitschutz relativ freistehend aus 18m zum Siegtreffer einschießen konnte.



Der Blick geht nach unten


Durch die Niederlage in Duisburg bleibt der VfL bei mageren 31 Punkten stehen - man hat zehn Punkte Vorsprung auf Relegationsplatz 16 und Ex-Trainer Friedhelm Funkel. Natürlich darf an der Castroper Straße deshalb noch keine Panik ausbrechen, aber die Tendez zeigt klar nach unten. Zudem bricht mit Mimoun Azaouagh der nächste wichtige Stammspieler aus der Mannschaft und wird in dieser Saison nicht mehr eingesetzt werden können.
Leicht wird es daher nicht, mit einem positiven Gefühl aus der Saison zu gehen. Um die Spannung aber hochzuhalten wurde von den Verantwortlichen wieder vermehrt der Aspekt der TV-Gelder ins Spiel gebracht. Der VfL ist in der Rangliste der TV-Gelder, die sich aus den zurückliegenden vier Spielzeiten berechnet, bereits vom FC St.Pauli überholt wurden - nun heißt es mit etwas Glück und dem neunten Tabellenplatz am Saisonende zumindest die Spvgg Greuther Fürth noch hinter sich zu lassen - es geht um eine halbe Million Euro.

Zuerst aber kommt am heutigen Freitag der FC Ingolstadt ins rewirpowerSTADION. Die Oberbayern haben sich unter Trainer Oral stabilisiert und sich im Winter soweit verstärkt, dass sie wohl dem Abstiegssumpf entfliehen können. Trotz allem muss der VfL diese Partie gewinnen, um endgültig Planungssicherheit für die kommende Saison zu besitzen. Zudem haben die Duelle gegen Ingolstadt schon ein klein wenig "Kultcharakter", gab es doch in den ersten drei Aufeinandertreffen nach zwei bösen VfL-Schlappen im Oktober den kuriosen 5:3-Auswärtssieg. Wiederholung gerne erwünscht.


MSV Duisburg - VfL Bochum 1848   2:1 (1:1)

0-1 Inui 20.
1-1 Gelashvili ET 26.
2-1 Exslager 78.


Luthe - Freier, Maltritz, Acquistapace, Kopplin - Kramer - Azaouagh(61.Eyjolfsson), Dabrowski(83.Berger) - Federico - Gelashvili(76.Ginczek), Inui


Traf in Ingolstadt dreifach: Der jetzt-Kölner Chong Tese

Dienstag, 13. März 2012

Verbesserter VfL punktet in Paderborn - Hohe Auswärtshürde vor der Brust

Sören Brandy, bald Zebra, und "Zeitarbeiter" Faton Toski
In einem wenig ansehnlichen Zweitligaspiel konnte der VfL Bochum 1848 am vergangenen Freitag durch ein 0-0 Unentschieden einen Punkt vom Aufstiegsanwärter SC Paderborn 07 entführen. Der VfL zeigt sich mannschaftlich geschlossener als zuletzt und liess keine Paderborner Torchancen zu. Für einen Sieg reichte es dennoch nicht, da man im Torabschluss zu fahrig agierte und der nichtmal drittligataugliche Rasen in der Paderborner Fischdose sein übriges dazu beitrug.

Für die Bochumer, bei denen der zuletzt gesperrte Faton Toski als Linksverteidiger ins Team zurückkehrte, dieser jedoch lediglich durch unzählige Befreiungsschläge auf die Paderborner Sitzplatztribünen und ein unmotiviertes Handspiel, was ihm die nächste Sperre einbrachte, auffiel, war die unansehnliche Partie in Paderborn zweifelsfrei ein Fortschritt, geriet man doch zuletzt arg unter die Räder. Die Mannschaft zeigte defensiv eine größtenteils geschlossene Mannschaftsleistung, Kapitalaussetzer wie im Heimspiel gegen Dresden gab es zum Glück nicht zu betrachten. So durfte man am Ende mit dem Punkt bei einem biederen, in dieser Form keinesfalls aufstiegsreifen Gegner aus Ostwestfalen, zufrieden sein - wenngleich man im zweiten Spiel in Folge ohne Torerfolg blieb, trotz nominell abermals sehr offensiver Aufstellung.


Vor Duisburg, vor den ersten Transfergerüchten

Noch nicht verlängert: Johann Friedrich aka Giovanni Federico
Das Spiel in Paderborn war das 18. unter Trainer Andreas Bergmann. Im Vergleich zu dessen Debut im Hinspiel gegen Paderborn, als der VfL sang- und klanglos mit 0-4 unterlag und jegliche Zweitligatauglichkeit vermissen liess, sind Verbesserungen in der Mannschaft natürlich nicht zu übersehen. Damals stand man auf dem letzten Tabellenplatz, es ging ausschließlich ums überleben. Bergmanns Bilanz mit 27 Punkten aus 18 Spielen ist keineswegs grandios, angesichts der Umstände zu Beginn seiner Anstellung aber anständig und lobenswert. Das Abstiegsgespenst konnte früh aus dem Ruhrstadion verbannt werden und sollte auch nicht mehr zurückkehren - erst Recht nicht nach dem Auswärtsspiel beim MSV Duisburg. Die Fast-Holländer starteten ebenfalls mit weit höheren Ambitionen in die Spielzeit, war man doch im Mai noch im DFB-Pokalfinale in Berlin gestanden. Nach einem Zwischenhoch vor Weihnachten murksten sich die Zebras durch teils desaströse Auftritte im Februrar wieder Richtung Abstiegszone. Im Jahr 2012 wurde gerade mal ein einziger mickriger Zähler ergattert, mit nur 21 Punkten, zehn weniger als der VfL auf dem Konto stehen hat, steckt man mitten drin im Existenzkampf. Für Trainer Oliver Reck ist ein Sieg gegen Bochum Pflicht - um nicht doch noch (endlich) von seinen Aufgaben entlassen zu werden.
Es erwartet den VfL an der Wedau ein heißer Kampf, denn mit einer Niederlage müsste man an der Castroper definitiv das Saisonziel wieder auf Klassenerhalt polen. Doch dass es nicht dazu kommen muss haben die Spieler des VfL selbst in der Hand. Ein Remis würde das gröbste verhindern, ein Auswärtssieg dem VfL zumindest in Sachen Abstiegskampf aller Sorgen ledig machen und den MSV vor einen ganz ganz harten Frühling stellen.
Die Bochumer könnten am Sonntag nachmittag den MSV Duisburg seit dem letzten Abstieg 2010 zum vierten Mal im vierten Duell besiegen (1-0, 3-1, 2-1), das ist bislang nur gegen den FSV Frankfurt gelungen (1-0, 1-0, 1-0, 2-0).


Werden an der Wedau die fest eingeplanten Punkte 32, 33 und 34 eingefahren sollte auch der Blick auf die dritte aufeinanderfolgende Zweitligasaison gerichtet werden. Während noch längst nicht absehbar ist, wer die Liga nach oben und unten hin verlassen wird, geschweige denn wer sich aus der Bundesliga nächstes Jahr in die Zweite Liga hinzugesellen wird müssen, ist die Aufgabe für die Verantwortlichen des VfL längst klar: Man hat für die kommende Spielzeit eine homogenere, ausgewogenere, schnellere Mannschaft auf die Beine zu stellen, die trotz Etatkürzung in der Lage sein sollte, um den Aufstieg mitzuspielen.
Trotz vieler auslaufender Verträge auf Seiten des VfL keine leichte Aufgabe, hat man das Hauptargument für Wechsel ins RewirpowerSTADION, das Prilvileg Bundesliga zu spielen, längst verloren.

Mit dem Gerücht des Interesses an dem ablösefreien Florian Klein/Austria Wien keimt aber zumindest etwas Hoffnung auf, dass man dieses Mal beim VfL ein etwas glücklicheres Händchen haben könnte als in den letzten Jahren.



SC Paderborn 07 - VfL Bochum 1848   0:0


Luthe - Kopplin, Maltritz, Acqusitapace(86.Eyjolfsson), Toski - Kramer - Azaouagh(70.Freier), Dabrowski(81.Ginczek) - Federico - Gelashvili, Inui


Torschüsse: 11 - 11
Ballbesitz(%): 51 - 49
Zweikämpfe(%): 48 - 52
Ecken: 6 - 4
Fouls: 19 - 22
Abseits: 1 - 6
Laufleistung(km): 102.92 - 105.65

Alter der Teams(Jahre): 26.7 - 26.5


Am Gründonnerstag 2011 verspielten Zlatko Dedic und Co. mit einem 0-0 in Paderborn wohl den direkten Aufstieg

Samstag, 3. März 2012

Dem schwarzen Samstag in Fürth folgt Heimniederlage gegen Dresden

Nein, es war sicherlich nicht die Woche des VfL Bochum 1848. Während man vor gut einer Woche noch optimistisch mit Ambitionen zum Auswärtsspiel nach Fürth reiste richtet sich heute der Blick wieder nach unten - verbunden mit der Hoffnung nicht doch noch in den Abstiegsstrudel gezogen zu werden.

Die Partie am 25.2. in Fürth begann doch so vielversprechend! Die ersten fünfzehn Minuten diktierte der VfL das Geschehen, man führte bereits früh dank des schönsten Angriffs der Saison verdient mit 1:0 (Inui, 7.), und schöpfte Hoffnung, doch tatsächlich den ersten Saisonsieg gegen eines der so dominant auftretenden Top-5 Teams der 2.Liga einfahren zu können.
Doch dann nahm das Schicksal des VfL für diese Woche seinen Lauf: Erst verletzte sich Michael Delura in seinem ersten Spiel von Anfang an für den VfL ohne grobe Fremdeinwirkung schwer am rechten Knie. Der von etlichen Kreuzbandverletzungen im linken Knie um Jahre zurückgeworfene Delura zeigte in seinen ersten Einsätzen für den VfL sehr gute Ansätze, belebte die rechte Außenbahn deutlich, und fällt nun für ein knappes halbes Jahr aus. Trotz seiner Verletzungsgeschichte und neuerlichen unsicheren sportlichen Zukunft verlängerte der VfL den Vertrag mit dem Ex-Schalker diese Woche bis 2013. Hoffentlich kann Delura nach seiner Reha wieder so durchstarten wie zuletzt und längere Zeit von Verletzungen verschont bleiben!

Das Skandalfoul an Mirkan Aydin
Ähnlich schlimm erwischte es in Fürth Mirkan Aydin. Nur ein paar Minuten nach der Auswechslung Deluras wurde Mirkan Aydin, der bisher noch keine schwere Verletzung zu verkraften hatte, von Gerald Asamoah ohne Rücksicht auf Verluste umgesenst. Aydin wurde das Wadenbein gebrochen, Asamoah bekam für dieses klare Rot-Foul nur gelb durfte nach diesem Körperverletzungs-Foul weiterspielen. Aydin hingegen wurde noch am Abend des Spieltags in Dortmund operiert und man hofft, dass er zur neuen Saison wieder zum Team stoßen wird können.
Es war das dritte mal in nicht einmal eineinhalb Jahren, dass ein Spieler des VfL mehr oder minder vorsätzlich verletzt wurde und der Sünder keine Rote Karte gezeigt bekam. Asamoah vs. Aydin, Kobiashvili vs. Azaouagh und Mouhani vs. Concha - letzterer erhielt sogar einen Freistoß gegen sich gesprochen.

Nach den Verletzungen war das Spiel in Fürth mehr oder weniger gelaufen, durch die Auswechslung beider Flügelspieler war einerseits die Dynamik in der Offensive dahin, zudem waren natürlich die Spieler des VfL geschockt: Am Ende stand ein mehr als unglückliches 2-6. Die mehr als katastrophalen Abwehrfehler eines Marcel Maltritz, das verrückte Eigentor Kevin Vogts, oder die gelb-rote Karte Faton Toskis entschuldigen die Verletzungen natürlich nicht, trotz allem war das Ergebnis nach diesem Horror-Tag eher zweitrangig. Dass sich die Mannschaft nach diesen schmerzlichen Nackenschlägen mehr gewehrt und mehr "gekratzt" hätte, wäre zwar wünschenswert, nur in der Gesamtsituation, in der sich Mannschaft, Verein und einzelne Spieler befinden nicht unbedingt zu erwarten gewesen.


So kam es, dass der VfL vor dem gestrigen Spiel gegen Dynamo Dresden, neben den schwer Verletzten Delura und Aydin, auch die Reskonvaleszenten Fabian, Gündüz, Bönig, sowie die gesperrten Toski und Freier vorgeben musste. Zu allem Überfluss verletzten sich im Training auch noch Vogt und Federico. Und da war ja noch die Länderspielwoche, weshalb ja auch Freitag Abend kein Bundesliga-Spiel angesetzt wurde, sondern der VfL um 20.30h spielen "durfte" - oder musste. Die international eingesetzten Inui, Gelashvili, Eyjolfsson hatten weite Flugreisen in den Knochen, Kramer war mit der deutschen U-20 auch in Europa unterwegs.
Wieder am Ball: Matias Concha (hier gegen M.Özil)
So hatte Trainer Bergmann die Wahl, ob er mehreren Nachwuchsspielern eine Chance geben, oder den ein oder anderen sicherlich nicht top-fitten Spieler aufbieten würde. Er entschied sich für letzteres. So kam Daniel Ginczek, erst seit dieser Woche wieder im Training, zum Startelfeinsatz, ebenfalls wie Matias Concha, der tatsächlich knapp 14 Monate nach seinem Schien- und Wadenbeinbruch zu seinem 2.Liga Comeback kam. Unglaublich und kaum mehr zu erwarten, steht für Concha doch erst seit November fest, wieder Profifußball spielen zu können.

Die Mannschaft vervollständigten die zuletzt verletzten Azaouagh und Dabrowski, die Vielflieger Inui, Kramer und Gelashvili, sowie der in Bochum verbliebende Abwehrverbund Luthe, Maltritz, Acquistapace und Kopplin.
Und genau die Spieler, die Beschwerdefrei und durchgängig zuhause trainieren konnten, machten der Mannschaft das Leben gegen einen biederen Gegner schwer. Beide Gegentore bei der gestrigen unnötigen 0:2 (0:1) Heimpleite wurden vom Dresdener Innenverteidiger Bregerie vorbereitet - das allein sagt viel aus über das Abwehrverhalten der VfL-Profis. Beide male stand man extrem hoch, das Spielfeld wurde sehr klein gemacht, so dass jeweils ein einfach gechipter Ball des Franzosen aus der Dynamo-Abwehr einen Angreifer frei auf Luthe zusteuern lies. Der seit langem schwache und kaum noch 2.Liga taugliche Marcel Maltritz hatte weder Gegner noch eigene Abwehrkollegen bei diesen Gegentreffern im Griff. Dass sich der VfL, speziell die Abwehr, schwer tut, wenn die Mannschaft offensiv agiert und hoch stehen muss, hatte einst ja Friedhelm Funkel moniert und abgestellt, so eklatant wie gestern fiel diese Schwäche aber noch nie auf.
Anführer Azaouagh gegen Ex-VfL-"Aufstiegsheld" Fiel
Und trotz der Gegentore, eines freilich durch Zlatko Dedic erzielt, wäre es für den VfL möglich gewesen, mühelos die Partie für sich zu entscheiden. Allein Nika Gelashvili hatte eine Handvoll herausragender Möglichkeiten, die er entweder leichtfertig vergab (Chancentodgefahr!), oder Benjamin Kirsten, der Dresdener Keeper, hervorragend entschärfte.
Trotz aller Offensivbemühungen, speziell Azaouagh kurbelte immer wieder an, gelang dem VfL wie gegen den SC Paderborn und Energie Cottbus kein Treffer im Heimspiel. So harmlos wie damals präsentierte man sich gestern zum Glück nicht, das Auswärtsspiel in Paderborn nächste Woche bei der vielleicht technisch stärksten Truppe der Liga wird aber kein Zuckerschlecken. Da wird sich zeigen, ob der VfL vor dem danach ebenfalls Auswärts stattfindenden Spiel in Duisburg den Blick nochmal Richtung Abstiegsplätze richten muss...


Zlatko Dedic - ein Missverständnis?

Glücklos: Nika Gelashvili
Hauptthema rund um das Spiel gegen Dynamo Dresden war natürlich die Personalie Zlatko Dedic. Der beste Torschütze der Liga im Jahr 2012, beim VfL ungeliebt und missverstanden!? Fassen wir zusammen: Seit dem Abgang Dedic' und dem Treffer gestern gegen den VfL liegen knapp 6 Monate. Ein halbes Jahr in dem  Dedic "körperlich stärker" (R.Loose, Trainer Dresden) geworden sei, und in dem man sich über jedes seiner Tore "freue" (J.Todt, VfL). Man darf sich schon fragen, was den VfL geritten ist, damals den freien Kaderplatz an Denis Berger zu vergeben und Dedic abgegeben zu haben. Berger ist das jüngste Paradebeispiel Bochumer Fehleinschätzungen. "Berger wird dem Team gut tun" meinte im Juni noch Friedhelm Funkel, als man mit der ersten Verpflichtung im Sommer schon wieder die erste Euphorie auf die Saison einbremste. Womöglich holte man Berger aus Offenbach nur, weil man Wunschspieler Occean (Fürth) nicht bekam. Speziell in den derzeit finanziell so angespannten Zeiten sind solche Fehltransfers einfach nicht zu akzeptieren. Hätte man damals Berger nicht geholt wäre Dedic geblieben, man wäre sicherlich nicht schlechter gestellt gewesen.
Berger wurde gestern wieder einmal eingwechselt, eine Zukunft hat der österreichische End-20er freilich nicht in Bochum. Dafür aber vielleicht Dedic? Oftmals betonte man was für ein guter Spieler Dedic doch sei, Bergmann, der Dedic in Bochum nicht mehr erleben durfte, sprach sogar von "einem Spieler mit hoher Qualität". Fakt ist, dass Dedic in Bochum einen Vertrag bis 2013 hat. Ganz ausschließen darf man es mittlerweile nicht mehr, dass Zlatko Dedic ab Juni doch wieder das blau-weiße Trikot trägt, denn Dresden wird ihn sicherlich nicht verpflichten können. Und ob dem VfL ein so interessantes Angebot ins Haus flattern wird, das dem VfL die Gewissheit gibt, einen besseren Stürmer als Dedic verpflichten zu können, sei mal dahin gestellt. Einen neuer Fall Denis Berger darf es in dieser Transferperiode nicht mehr geben!


Glück Auf!


VfL Bochum - SG Dynamo Dresden   0:2 (0:1)

0-1 Dedic 10.
0-2 Fort 47.


Luthe - Concha(66.Berger), Maltritz, Acqusitapace, Kopplin - Kramer(74.Kefkir) - Ginczek(66.Freiberger), Dabrowski - Inui - Gelashvili, Azaouagh


Torschüsse: 14 - 12
Ballbesitz(%): 59 - 41
Zweikämpfe(%): 51 - 49
Ecken: 6 - 4
Fouls: 12 - 10
Abseits: 1 - 3 (2x zu wenig)
Laufleistung(km): 111.05 - 111.96
Alter der Teams(Jahre): 26.0 - 26.5

Meiste Torschüsse: Gelashvili, 6
Meiste Ballkontakte: Kopplin, 96
Meiste Fehlpässe: Azaouagh, 12!

Zuschauer: 14.498


Freitag, 24. Februar 2012

Nach Niederlage gegen Pauli und Sieg gegen Union - Klappt's in Fürth mit dem Ersten Top-5 Sieg?

Aufgrund von Zeitmangel konnte der Blog die letzten beiden Partien des VfL in Hamburg und gegen Berlin leider nicht behandeln.

Zu Buche stand eine unnötige und spielerisch schwache Niederlage beim FC St.Pauli, und ein glücklicher, fast leichtfertig verspielter Sieg gegen Union Berlin.

Am kommenden Samstag nun darf die Mannschaft von Andreas Bergmann ihr Glück in Fürth versuchen. In der Trolli-Arena, wo man in der Vorsaison leichtfertig zwei am Ende nicht unentscheidende Punkte verspielt hat, trifft man auf den aktuellen Tabellen-Dritten und Pokalhalbfinalisten. Eine derzeit schier unlösbare Aufgabe, ist Fürth doch dieses Jahr gewillt wie noch nie endlich den Sprung ins Fußball-Oberhaus zu schaffen.

Der VfL muss auf Kapitän Dabrowski und Mimoun Azaouagh verzichten, beide verletzten sich im Spiel gegen Union. Zudem ist Torwart Luthe (Schulter) angeschlagen. Zurück im Aufgebot ist der zuletzt gesperrte Paul Freier.

Unter der Woche trat das Gerücht auf, Galatasaray Istanbul hätte ein  3mio Angebot für Spielmacher Takashi Inui abgegeben. Der Japaner, der nächste Woche erstmals seit zwei Jahren für sein Heimatland auflaufen wird, winkte jedoch ab. Freilich wird das letzte Wort in diesem Fall noch nicht gesprochen worden sein.


Konnte die Reise nach Fürth nicht mitantreten: Kapitän Christoph Dabrowski

Montag, 6. Februar 2012

Mühsamer Arbeitssieg gegen Angstgegner Rostock - Gelashvili mit Einstandstreffer

Der VfL Bochum ist erfolgreich ins neue Spieljahr gestartet. In einem abwechslungsreichen, wenngleich durchschnittlichem Zweitligakick siegte das Team von Trainer Andreas Bergmann gegen die höchst abstiegsgefährdete Truppe von Hansa Rostock mit 2:1 (1:0).

Am Ende wurde es zur Zitterpartie. Gegen in der zweiten Halbzeit verbesserte Rostocker mühte sich der neu geformte VfL zu einem klassischen Arbeitssieg, der nicht unverdient, aber etwas glücklich zu Stande kam.

Trotz blödem Gegentreffer mit gutem Debut: H.Eyjolfsson
Die Bochumer, bei denen Holmar Eyjolfsson in der Innenverteidigung als Vertreter von Marcel Maltritz sein Startelf Debut feierte, dominierten zumindest den ersten Spielabschnitt nach Belieben und hielten die harmlosen Gäste fast vollständig vom eigenen Tor fern. Die jüngste Bochumer Defensive seit Jahren (Luthe 24 Jahre, Toski 24, Acquistapace 22, Eyjolfsson 21, Kopplin 22, Kramer 20) stand ordentlich, nach vorne kurbelte natürlich der Techniker Inui das Spiel an.
Der VfL setzte sich nach einer ruhigeren Viertelstunde in der Rostocker Hälfte fest. Inui hatte frei im Rostocker Strafraum die Chance zur Führung (13.), wenig später ging der VfL dann in Führung. Eine feine, selten gesehene, Freistoßvariante von Azaouagh und Toski ermöglichte Giovanni Federico den Ball aus gut 8 Metern ins Tor zu schieben (19.)
In Folge der Führung spielte der VfL gefällig nach vorne, Aydin hatte mehrfach, speziell nach den an diesem Sonntag gut getretenen Ecken, die Möglichkeit die Führung auszubauen, sein knappster Versuch landete nach feiner Vorarbeit von Inui am rechten Rostocker Torpfosten (34.).

Doch diese schwache Chancenverwertung sollte sich noch rächen: Der ehemalige "Bundesliga-Kollege" Rostock, zuletzt 2008 aus der Bundesliga abgestiegen und sogar zwischenzeitlich bis in die dritte Liga durchgereicht, kam kurz vor der Halbzeitpause erstmals vors Bochumer Gehäuse: Nach einer Ecke bekam der VfL den Ball nicht gut genug geklärt, ehe Ex-Phantom und Bundesligatorschützenkönig Marek Mintel Jonas Acquistapace im Strafraum anschoss, und nach einigen Sekunden sehr überraschend einen Elfmeter zugesprochen bekam. Das vermeintliche Handspiel Acquistapaces verursachte einen weiteren der vielen Elfmeter in dieser Saison gegen den VfL. Mintal trat selbst zum Strafstoß gegen Elfmeter-Killer Andi Luthe an, und Luthe guckte den Elfmeter auch dieses mal neben das Tor: Auch ohne Einschreiten zu müssen verschießen die Gegenspieler Elfmeter gegen Luthe, wie schon letzten Mai Tyrala in Osnabrück. Der erste Torschuss der Rostocker strich einen halben Meter am linken Pfosten vorbei - der VfL ging hochverdient mit der Führung in die Pause.

Aus dieser kam jedoch ein viel zu passiver, ungenau agierender VfL wieder, während die Rostocker an dem Tag des 46. Super-Bowls jetzt eine andere Zweikampfaggressivität an den Tag legten. Und trotz des stärker werdenden, aber im ganzen arg limitierten Gegners, hätte der VfL in der 58.Minute die Entscheidung erzielen müssen. Ein Konter ermöglichte Inui eine Überzahlsituation im Rostocker Strafraum, doch anstelle auf den blank stehenden Aydin querzulegen zog der kleine Japaner eigensinnig ab und vergab die Riesenchance. Durch den verschenkten K.O. Schlag baute man den angeschlagenen Gegner weiter auf, der dann fünf Minuten später zum Ausgleich kam. Eyjolfsson, der insgesamt gut spielte, verlängerte unglücklich auf Rostock-Neo-Stürmer Borg, der volley den Ausgleich erzielte (63.) Der glatzköpfige Schwede war an diesem Nachmittag der Rostocker Sturmführer und kann noch eine ganz wichtige Verstärkung des behebigen Angriffsspiel der Ostdeutschen werden.

Tor Nika Gelashvili - daran kann man sich gewöhnen
Daraufhin kam dann der Bochumer Neuzugang Nika Gelashvili in die Partie, die dieser nur wenig später entscheidend prägen sollte: Wieder war es eine Ecke, die für Gefahr vor dem Rostocker Tor sorgte, Aydin erkämpfte sich im Strafraum den Ball, Acquistapaces Flanke auf den langen Pfosten konnte Dabrowski nicht erreichen, Federicos Nachschuss wird abgeblockt, Eyjolfssons ungenauer Volleyversuch kullerte in Richtung des Georgiers, der gedankenschnell mit der Hacke den Ball ins Tor leitete. Ein kurioses Tor, jedoch ein spektakulärer Einsand für den Neuen Stürmer, der in seinen übrigen Aktionen noch etwas wackelig wirkte, aber seinen Torinstinkt schon unter Beweis stellte.
Ermöglicht hat dieses Tor der heute viel gescholtene Takashi Inui. Die Ecke, die zum Tor führte, enstand durch Inuis lobenswertes Nachsetzen. Denn: Dabrowski schlampiger Pass in den Fuß eines Rostockers hätte beinahe einen gefährlichen Gegenangriff eingeleitet, doch Inui eroberte sich den verloren geglaubten Ball im Zweikampf zurück und schaltete mit einem Pass auf Gelashvili schnell in den Angriff um, ehe Federicos abgeblockter Schuss einen Eckstoß einbrachte.

Am Ende begann dann das große Zittern weil der VfL ohne Souveränität zu Ende spielte, einmal jeweils Acqusitapace und der eingewechselte Freier in höchster Not einspringen mussten, und die Konter vertendelt wurden. Die offensichtlichen konditionellen Probleme Dabrowskis und Federicos waren der Verteidigungsleistung am Ende nicht förderlich.

Trotz allem steht am Ende ein verdienter Bochumer Arbeitssieg, der speziell in der zweiten Halbzeit fast verspielt wurde. Der VfL hat nun 27 Punkte auf der Habenseite, Rostock schließt die Tabelle mit derzeit zwölf Punkten ab.

Trauriger Nebenschauplatz: Am Rande des Spiels kam es zwischen Fans von Rostock und der Bochumer Polizei zu Auseinandersetzungen mit 42 verletzten Personen. Es kam zu 19 Festnahmen und sogar einem Hubschraubereinsatz. Leider bestätigte sich wieder einmal das Bild der Rostocker "Problemfans".


 VfL Bochum 1848 - FC Hansa Rostock   2:1 (1:0)

1-0 Federico 19.
1-1 Borg 63.
2-1 Gelashvili 76.


Luthe - Kopplin(74.Freier), Eyjolfsson, Acqusitapace, Toski - Kramer - Azaouagh(67.Gelashvili), Dabrowski - Federico - Aydin, Inui(81.Vogt)


Torschüsse: 13 - 16
Ballbesitz(%): 57 - 43
Zweikämpfe(%): 54 - 46
Ecken: 8 - 9
Fouls: 23 - 19
Abseits: 6 - 0
Laufleistung(km): 112.64 - 113.05
Alter der Teams(Jahre): 25.7 - 25.9

Meiste Torschüsse: Aydin,Federico,Inui je 3
Meiste Ballkontakte: Eyjolfsson, Acquistapace je 91
Meiste Fehlpässe: Federico, 13!

Zuschauer: 12.819

Dienstag, 31. Januar 2012

Ausverkauf in Bochum? Chong Tese nach Köln - Nachfolger bereits gelandet

Die letzten beiden Tage der Wintertransferperiode 2011/12 brachten beim VfL noch einmal einige Änderungen des Kaders mit sich. In dieser Wintertransferzeit wickelte der VfL Bochum so viele Transfers wie lange nicht mehr ab und erinnerte bisweilen an alte Zeiten, als alles was nicht niet- und nagelfest war noch kurzfristig verkauft wurde um an dringend benötigtes Geld zu kommen. Doch ganz so schlimm ist es dann heute doch noch nicht.

Den Anfang machte wie bereits bekannt der überraschende und wenig nachvollziehbare Wechsel des Bochumers Matthias Ostrzolek zu einem möglichen nächstjährigen Aufstiegskonkurrenten FC Augsburg. Am späten Sonntagabend trat dann noch die Vermutung auf, Chong Tese könnte den Verein am Montag verlassen, da sich der Verein mit dem Spieler auf keine Vertragsverlängerung ab Sommer einigen hat können.

So überraschte dann nicht unbedingt die Nachricht von Chong Teses plötzlichem Wechsel in die Bundesliga - als Ersatz für den verletzten Lukas Podolski zum 1.FC Köln. Nach Ostrzolek und Yahia(Kaiserslautern) somit der dritte Bochumer, der innerhalb weniger Tage bei Bundesligaklubs aus dem unteren Tabellendrittel untergekommen ist.
Auslöser der "Wechselflut" ist wohl auch die Tatsache, dass ein Großteil der Summe, die der VfL für Stanislav Sestak für MKE Ankaragücü erhalten sollte, immer noch nicht eingetroffen ist. Einerseits eine Frecheit der sportlich wie finanziell schwerst angeschlagenen Türken, andererseits auch der Naivität des VfL-Vorstands geschuldet, die das Bochumer "Tafelsilber" Sestak im Sommer per Ratenzahlung an Ankara abgaben, obwohl diese schon die ein Jahr zuvor vereinbarte Leihgebühr erst mit einem Jahr Verspätung zahlten. Noch immer sind drei Zahlungen ausständig - insgesamt Rund 2,3mio Euro - Geld, das dem VfL an allen Ecken und Enden fehlt...

Chong Tese - mit FC-Tüte und VfL-Anzug
Chong Tese wechselte nach der WM 2010 für 250.000€ aus Kawaski/JPN als Nachfolger Sestaks ins Ruhrgebiet und traf in 45 Pflichtspielen für den VfL 15 mal. Der Nordkoreaner wurde durch seine Tränen beim Abspielen der Nordkoreanischen Nationalhymne im WM-Gruppenspiel gegen Brasilien weltberühmt. Nach einem herausragenden ersten Halbjahr in Bochum baute Tese leider sportlich ab, was vielleicht auch an der Atom-Katastophe in seinem Heimatland Japan gelegen haben könnte. Nach einem Halswirbelanbruch Anfang April 2011 fiel Tese wochenlang aus und kam im Relegationsspiel in Gladbach eine Halbzeit lang zum Einsatz. In der laufenden Saison war Tese unter Neo-Coach Bergmann durchwegs gesetzt, erzielte aber nur vier Tore. Oftmals schwankten seine Leistungen zu stark, Teses Spielweise wirkte bisweilen zu fahrig und eigensinnig. Trotz allem verlässt mit Chong Tese ein überaus talentierter und symphatischer Zeitgenosse den Verein, der mit seinen Deutschkenntnissen beeindruckte und auch eine wichtige Stütze für Takashi Inui war. Tese, dem im Sommer ein finanziell rentabler Wechsel (auch für den VfL) nach England verwehrt wurde, wechselt für ca. 400.000€ Ablöse in die Domstadt.

Nika Gelashvili
Doch der VfL konnte den kurzfristigen Abgang Chong Teses schnell auffangen: Schon seit längerer Zeit scoutete man den Geogrer Nika Gelashivili (26,FC Sestaponi, GEO), an dem auch der FC Köln interessiert gewesen sein soll. Die Japan/Freiburg/Georgien-Connection von Köln-Sportchef Finke und VfL-Vorstand Todt scheint wohl noch immer ganz gut zu funktionieren. Gelashvili, der erste Georgier beim VfL, ist aktueller Georgischer Nationalspieler und zweimaliger Torschützenkönig seines Landes. Der 26-jährige, an dem auch etliche andere Vereine Europas Interesse zeigten, überzeugte in der letztjährigen Champions- und Europa League Quali, als er sowohl gegen Sturm Graz als auch gegen den FC Brügge erfolgreich war. Der schnelle Angreifer soll denn dünn besetzten Angriff (nach Chong Teses Wechsel war nur noch Mirkan Aydin einsatzbereit) verstärken. Für die Verpflichtung Gelashvilis, der bis 2015 unterzeichnete, lies der VfL eine geringere Summe springen, als für Tese eingenommen wurde. Zur Eingewöhnung in Bochum steht dem Georgier für die nächsten beiden Wochen ein ihm bekannter Dolsmetscher zur Verfügung, für die Zeit danach bemüht sich der Verein um die Dienste eines der Russischen/Georgischen Sprache mächtigen RUB-Mitarbeiters.

Neben Nika Gelashivili konnte sich der VfL Bochum auch noch die Dienste von dem zuletzt vereinslosen Michael Delura(26) sichern. Der seit zwei Jahren von Verletzungen geplagte ehemalige Bundesligaspieler (zuletzt aktiv in Bielefeld) trainierte bereits vor dem Trainingslager bei den VfL-Profis mit und ist laut Jens Todt ein Spieler, der nur durch seine schlimme Verletzungsgeschichte für den VfL realisierbar geworden ist. Den Kontakt zu Delura stellte Ex-Coach Peter Neururer her, der den Ex-Schalker seit längerem schätzt.
Delura ist vielen VfL-Fans noch negativ in Erinnerung, schoss er doch am 27.3.2004 den 2-1 Auswärtssiegtreffer Schalkes und beendete eine über ein Jahr währende Niederlagenfreie Zeit des VfLs im heimischen Stadion. An diesem Nachmittag endete auch Rein van Duijnhovens Gegentorfreie Zeit im Ruhrstadion, sein Rekord von 911 Minuten am Stück ohne Gegentor in Heimspielen hält freilich bis heute.
Michael Delura
Delura erhält einen Vertrag bis Saisonende, der VfL trägt somit wenig finanzielles Risiko an der Verpflichtung.

Die Mannschaft des VfL Bochum startet daher doch stärker verändert als erwartet am Wochenende in die verkürzte Rückrunde. Neben dem spannend erwarteten sportlichen Abschneiden wird auch interessant zu sehen sein, ob die Langzeitverletzten Philipp Bönig und Matias Concha, auf den personell arg dünn besetzten Außenverteidiger-Positionen nochmal zum Einsatz kommen werden und ob die Neuzugänge, fußballerisch(Gelashvili) und physisch(Delura) dem Verein von Nutzen sein können.

Transfers Winter 11/12:

Abgänge: Philipp Heerwagen (FC St.Pauli, Leihe), Andreas Johansson (IKF Norköpping), Matthias Ostrzolek (FC Augsburg), Chong Tese (1.FC Köln), Oliver Zech (Sportfreunde Lotte)

Zugänge: Nika Gelashvili (FC Sestaponi), Michael Delura (Vereinslos)

2004: Delura umring von Hamit Altintop(heute Real Madrid) und Sven Vermant

Samstag, 28. Januar 2012

Der VfL ist wieder in Deutschland - Rückblick auf das Trainingslager in Belek

Am vergangenen Freitag flog die Delegation des VfL Bochum wieder zurück ins kalte Deutschland. Eine Woche verbrachte man in der wärmeren Türkei, nachdem kurzfristig noch Hotel und Ort getauscht wurden, schlug man seine Zelte im Fußballerdomizil Belek auf. Das 40km von Side entfernte Belek war zuletzt zu Zeiten Peter Neururers Anlaufstation für die Wintervorbereitung der VfL-Profis.

Hotel Cornelia Diamond
In Belek fand der VfL-Tross hervorragende Bedingungen vor, im 4*-Palast Cornelia Diamond, einem riesigen Hotelkomplex direkt am Strand, logierte die Mannschaft in der 6.Etage. Auch die Trainingsplätze, die ja den Wechsel nach Belek forcierten, konnten Trainer Andreas Bergmann überzeugen. Und trotz aller Perfektion und Luxus sind die Kosten eines Türkei-Trainingslagers weitaus geringer als die Spanien Ausflüge zu fetteren Bundesligajahren.

Es wurde fleißig trainiert auf den bestens vorbereiteten Trainingsplätzen, besonders viel Wert wurde auf das Spiel gegen den Ball im wohl festgespielten 4-4-2 Rautensystem gelegt, was in der Hinrunde nicht immer perfekt funktionerte. Teilnehmen am Training der Profis konnten auch wieder Matias Concha, und zum Ende der Woche, auch Philipp Bönig. Desweiteren erlebten Dritter Torwart Markus Scholz(23) und Top-Talent Leon Goretzka(16) ihr erstes Profi-Trainingslager, auch wenn beide in den Testspielen nicht zum Einsatz kamen/kommen durften (Goretzka).


Bittere Verletzungen in den Testspielen

Wenig erfreulich verliefen jedoch die in der Türkei angesetzten Testspiele. Waren schon die beiden Partien in Deutschland die Woche zuvor (0:0 gegen Wuppertal, 0:5 in Mainz) ernüchternd, wurden die Spiele in der Türkei zudem noch durch Verletzungen überschattet. Im Testkick in Side gegen die von Ex-Coach Friedhelm Funkel betreute Aachener Alemannia (1:2), verletzte sich Patrick Fabian schwer am Kreuzband. Der nächste Kreuzbandriss im rechten Knie Fabians, der sich erst im vergangenen März bei einem Testspiel in Essen (1:0) ebenfalls ohne Fremdeinwirkung einen solchen zuzog. Fabian flog daher bereits vergangenen Montag mit Funkel und Aachen zurück nach Deutschland und wurde mittlerweile erfolgreich im unweit von Passau entfernten Bad Griesbach operiert.
Auch der zweite Test sollte die Stimmung im VfL-Lager trüben. Gegen den russischen Champions-League Teilnehmer Rubin Kasan setzte es die nächste Pleite (1:2), doch das war das geringste Übel an diesem Tag. Leih-Stürmer Daniel Ginczek riss sich kurz vor Spielende das Innenband im Knie ab und muss ebenfalls einige Monate aussetzen.
Bereits im ersten Training des Jahres riss sich Jungprofi Selim Gündüz das Kreuzband, somit war die Verletzung Ginczeks bereits die dritte schwere Knieverletzung innerhalb weniger Wochen. Eine deprimierende Quote.


Bewegung im Kader

Von den 3 Bochumer Jungs ist nur noch Kevin Vogt übrig
Nachem sich Andreas Johansson noch unmittelbar vor dem Abflug in die Türkei vom VfL verabschiedet hatte (er wechselt in seine Heimat Schweden zu Norköpping), Philipp Heerwagen bereits bei St.Pauli untergebracht werden konnte, und sich eine Ausleihe Patrick Fabian an den österreichischen Bundesligisten Superfund Kapfenberg nach dessen Verletzung zerschlagen hatte, traten am letzten Trainingslagertag neue Gerüchte auf. Demzufolge wird Mattias Ostrzolek (21), gebürtiger Bochumer und U-21 Nationalspieler Deutschlands, den Verein Richtung Augsburg und 1.Liga verlassen. Ein sehr überraschender Transfer des sich zuletzt im Leistungstief befindlichen Ostrzoleks, der ursprünglich vor hatte, sein ein Jahr brach liegendes Wirtschaftsstudium an der Fern-Uni Hagen neu aufzunehmen. Ostrzolek, Linksverteidiger, wurde von Friedhelm Funkel Ende 2010 aus dem Hut gezaubert, und entwickelte sich in der Rückrunde zur absoluten Stammkraft hinten links. Vor gut einem Jahr stattete man den schnellen Linksfuß mit seinem ersten Profivertrag aus, nachdem er in der Zweiten Mannschaft nicht einmal Erste Wahl war. Ostrzolek dankte das Vertrauen mit starken Auftritten, besonders seine stärkste Leistung beim so wichtigen Heimsieg gegen Energie Cottbus Ende März sollte nicht unerwähnt bleiben.
Zuletzt hing der Spieler in einem sportlichen Loch, wirkte überspielt und fehleranfällig. So wurde Ostrzolek erstmals beim 6-0 Heimsieg gegen Aue von Faton Toski ersetzt und fand sich seitdem nicht mehr im Kader wieder. Das Vorhaben, in der Winterpause neu angreifen zu wollen, zerschlug sich nun schlagartig. Der VfL Bochum wird eine Ablöse im sechsstelligen Bereich kassieren - aber einen jungen, einheimischen Spieler verlieren und damit etwas vom zuletzt eingeschlagenen Weg abweichen.


Ausblick

Am kommenden Sonntag steht noch ein Testspiel in Bochum gegen den FSV Frankfurt an bevor es dann am 5.2. wieder ernst wird. Mit Hansa Rostock kommt ein schwer angeschlagener Ex-Bundesligagefährte ins rewirpowerSTADION. Will man den Schwung aus dem Jahresende nicht gleich wieder abstechen, muss dieses Spiel gewonnen werden. Für den gelbesperrten Marcel Maltritz könnte Holma Örn Eyjolfsson erstmals in der Startformation stehen.


Alle Gute Matthias Ostrzolek (Foto: Saison 06/07 B-Jugend)

Freitag, 6. Januar 2012

2012 - ein Übergangsjahr? Das erwartet den VfL im neuen Jahr.

Das neue Jahr hat begonnen, seit Freitag den 6.Januar 14Uhr bereitet sich auch der VfL Bochum wieder auf die Rückrunde der Saison vor. Im Gegensatz zum Vorjahr, als die Zweitligisten wie die Bundesligisten auch nur eine sehr kurze Pause hatten, startet das Bundesligaunterhaus erst im Februar in eine verkürzte, 15 Spiele umfassende Rückrunde.
Dass nur noch 15 Partien zu absolvieren sind kommt dem VfL Bochum natürlich gelegen. Die vollkommen verkorkste Saison wird dann in kompakten 3 Monaten zu Ende gespielt und man hat dann im Sommer wieder eine richtige Pause vor sich, nicht so wie letztes Jahr, als man bereits wieder 3 Wochen nach verlorener Relegation wieder in den Trainingsbetrieb einstieg. Und dann sollte ab Juli diesen Jahres der nächste Aufstiegsversuch unternommen werden - vielleicht die letzte Chance die sich dem Verein in naher Zukunft bietet.

Dass bis zum Juli viele Entscheidungen getroffen werden müssen steht fest. Durch den relativ einfach zu kalkulierenden restlichen Saisonverlauf hat man genügend Zeit sich neu aufzustellen für die zweite Jahreshälfte. Schon in diesen Tagen tut sich zumindest auf dem Trainingsplatz einiges: Die Langzeitverletzten Matias Concha und Philipp Bönig, sowie Lukas Sinkiewicz sollen wieder ins Training einsteigen, genauso wie Gastspieler Varela aus Uruguay und ein ehemaliger Spieler des Vereins, Felix Bastians. Der aussortierte Freiburger Linksverteidiger und gebürtige Bochumer/Wattenscheider hält sich beim VfL fit - die Chancen auf eine Verpflichtung des überraschend in Freiburg nicht mehr erwünschten Linksfußes sind aber minimal. Schade, würde er doch genau in das neue Bochumer Beuteschema passen: Jung, Talentiert, aus der Region, Erfolgshungrig. Doch bevor man über derart qualitativ starke Spieler nachdenkt müssen andere Dinge geklärt werden:
Zum 30.6.12 laufen beim VfL etliche Spielerverträge aus - einerseits bietet das die Möglichkeit des nächsten (erforderlichen) Schrittes des Umbruchs, andererseits sind unter den vertragslosen Spieler auch einige Grenzfälle, über deren Zukunft Jens Todt zu entscheiden hat. Während Vertragsverlängerungen bei Matias Concha und Philipp Bönig (Karrieerende?) stand heute eher unwahrscheinlich sind, Andreas Johanssons Kontrakt auf keinen Fall verlängert wird, sind es besonders die Verträge von Dabrowski, Tese, Azaouagh und Federico, über die hart diskutiert werden müssen. An der weiteren Beschäftigung dieser vier etablierten Spieler hängt so ziemlich die komplette Personalpolitik des VfL im kommenden Jahr ab. Genossen insbesondere Azaouagh (2008) und Dabrowski (2009) ihre letzten Vertragsabschlüsse noch in den fetten Jahren, müssten auch diese Spieler, falls eine Verlängerung seitens des Vereins überhaupt angedacht, im 3.Zweitligajahr weitere Abstriche hinnehmen. Daneben gibt es noch die Jungen Spieler Kopplin, Ginczek (Leihgabe BVB), Acquistapace und Kefkir, die ohne Kontrakt ab Sommer da stehen. Kann Kopplin seine zuletzt deutlich verbesserte Leistung bestätigen, wird man mit ihm verlängern, Özi Kefkir steht vor einer ganz entscheidenden Rückrunde für seine Profikarriere und Jonas Acquistapace, bislang Vertrags-Amateur, hat seit längerem ein Angebot seitens des VfL vorliegen. Dem Ex-Ahlener, Aufsteiger der Saison und Innenverteidiger mit großem Potential, liegt ein Vertragsangebot für die nächste Saison vor, der Spieler möchte wohl jedoch schon zur Rückrunde zum Profi aufsteigen. Für den klammen VfL, der schon jetzt einen 30-Mann-Profikader durchzufüttern hat, schwer zu stemmen.

Marc Rzatkowski
Es wird sich im Frühjahr zeigen welchen Weg der VfL bei seinen Personalentscheidungen einschlagen wird - aber auch schon zur Rückrunde kann sich einiges ändern. So sind Spielerabgänge bei entsprechenden Angeboten jederzeit denkbar, neben Johansson wurde zuletzt vermehrt über einen Transfer Mirkan Aydins in die Türkei spekuliert. Galatasaray soll Interesse an dem einzigen Bochumer Angreifer mit langfristigen Vertrag haben - ein Abgang ist aber bislang eher unwahrscheinlich, hat der Hattinger doch beim VfL alle Möglichkeiten in den nächsten Jahren sich weiterzuentwickeln. Und dann ist da natürlich noch Takashi Inui, Bochums bester Spieler, über dessen genaue Vertragsinhalte wenig bekannt ist, aber man davon ausgehen darf, dass ein Spieler seiner Qualität keine zweite Saison am Stück in der 2.Liga auflaufen wird. Ideal wäre natürlich aus Bochumer Sicht eine nette Ablöse zu generieren, die ja angeblich festgeschrieben sein soll. Aber mit Marc Rzatkowski, einer von zwei derzeit ausgeliehenen Bochumern Spielern (neben Zlatko Dedic), steht ab Sommer zumindest ein potentieller Nachfolger des Japaners wieder beim VfL auf der Matte.

Ausnahmetalent L.Goretzka
Aber man kann auch schon im Frühjahr neue Gesichter im rewirpowerSTADION zu sehen bekommen, so sollen doch bei endgültig gesichertem Tabellenstand noch diese Saison der ein oder andere A-Jugendliche zum Einsatz kommen. Hier sticht immer wieder der Name Leon Goretzka hervor, 16, Kapitän der Deutschen U-17 Auswahl, VfLer seit der F-Jugend und wohl derzeit eines der größten deutschen Fußballtalente. Die Anzeichen, dass Goretzka vielleicht schon im Sommer seinen ersten Profivertrag beim VfL unterzeichen wird, stehen angeblich nicht schlecht, obwohl der Junge lt. A-Jugend Trainer und VfL-Legende Dariusz Wosz "überall hätte hinwechseln können".

Es wird also ein Übergangsjahr in Bochum, dieses Europameisterschaftsjahr 2012, aber der VfL befindet sich auf einem ganz neuen, spannenden, freilich nicht einfachen Weg der dann hoffentlich im Frühsommer 2013 am Ziel 1.Bundesliga endet.

Donnerstag, 22. Dezember 2011

VfL Bochum liefert Bayern aufopferungsvollen Pokal-Fight

Am Ende hat sich der Favorit aus dem Süden in seiner unnachahmlichen Art und Weise durchgesetzt - der heimliche Gewinner des Pokalspiels vom Dienstag aber ist der VfL Bochum. Der 2:1 (0:1) Sieg der Bayern war freilich nicht unverdient, jedoch die Niederlage aus Sicht des Bochumer Underdogs nach hervorragender Leistung unglücklich und undverdient. Wer der besten deutschen Mannschaft 90 Minuten derart Parolie bietet hätte sich weitere 30 "Bonusminuten" gegen ein bestmöglich aufgestelltes Münchener Starensemble verdient gehabt.

Es war der von Bochumer Seite lang ersehnte Erstliga-Feeling Abend, mehr noch, es herrschte eine ganz spezielle Atmosphäre rund um das vom Flutlicht durchtränkte Bochumer rewirpowerSTADION. Das Stadion, erstmals seit der Relegation ausverkauft, bietete den perfekten Rahmen für 90 erstligareife Spielminuten des sportlich angeschlagenen Zweit-, aber immernoch potentiellen Erstligisten.

Der VfL setzte auf seine siegreiche Frankfurt-Elf, Faton Toski konnte eingesetzt werden, während die Bayern auf den angeschlagenen Thomas Müller verzichteten und zudem Ivica Olic anstatt Mario Gomez aufboten.

Der VfL begann forsch, setzte schon früh zu Grätschen auf dem gut durchnässten, aber bestens gepflegten, Rasen an, der Weg nach vorne wurde aufgezeigt. Die Bayern liessen sich natürlich nicht besonders beeindrucken von den engagierten ersten Aktionen des VfL und begannen in aller Ruhe ihr Ballbesitz-Spiel aufzubauen und trieben immer wieder über Lahm und Riebery das Offensivspiel an. Trotz alledem blieb VfL-Keeper Andi Luthe in Halbzeit 1 relativ beschäftigungslos, was auch daran lag, dass Ivica Olic kein Bein auf den Boden brachte und von der Bochumer Defensive ähnlich aus dem Spiel genommen wurde wie Arjen Robben, der immerhin gegen Faton Toski eine gelbe Karte zog, jedoch später aufgrund einer dämlichen Schwalbe im Bochumer Strafraum seinerseits verwarnt wurde.

Der Torjäger vom Dienst: Giovanni Federico
Während die Bayern trotz guter Ballzirkulation und des ein oder anderen Eckballs kaum zu gefährlichen Abschlüssen kamen (Schüsschen Gustavo, Kopfball Robben), setzte der VfL aus einer guten Defensive immer wieder zu ordentlichen Gegenangriffen an. Ja zeigte der VfL sogar zu Beginn des Spiels ein paar nette Ballstafetten, um dann in der 26. Minute die Führung herauszuspielen. Eine Aydin-Flanke wird von Tymoschuk, dem unauffällig aber fehlerfrei spielenden bayrischen "6er", abgefangen, die zweite Welle des Angriffs wird dann auf dem rechten Flügel von Björn Kopplin, der sowohl gegen Ribery als auch Robben aufgestellt war, eingeleitet, Inui spitzelt den Ball elegant in den Lauf des gestarteten Aydins, der mit einem klasse Querpass Giovanni Federico die Führung auflegte!

Das Stadion glich einem Tollhaus, die Führung war freilich überraschend aber keineswegs glücklich, der Angriff hervorragend zu Ende gespielt und die Hoffnung nach Berlin zu fahren nahm bis zur Halbzeit weiter zu, da die Bayern auch im Anschluss an das Gegentor trotz gesteigertem Einsatzes nicht zum Abschluss kamen.

Wie bei seinem letzten großen Spiel, dem Relegationsspiel gegen Gladbach, führte der VfL zur Halbzeit mit 1:0. Leider konnte wie auch damals die Führung gegen einen starken Gegner nicht gehalten werden.
Chong Tese überzeugte im Kopfballspiel gegen vBuyten

Denn zu Beginn der Zweiten Halbzeit starteten die Münchener einen extremen Sturmlauf. Trainer Heynckess wechselte Gomez und Alaba für die schwachen Olic und Gustavo ein und erhöhte dadurch den Rhythmus des Angriffsspiels. Schon wenige Sekunden nach dem Anpfiff köpfte Boateng an die Latte, Ribery setzte einen Freistoß nur knapp am rechten Pfosten vorbei (48.), ehe Toni Kroos in Minute 52 im Zusammenspiel mit Mario Gomez gegen zu diesem Zeitpunkt etwas nachlässiger agierende Bochumer den Ausgleich erzielte.

Zuerst Ribery, dann Robben: Harte Arbeit für Kopplin
Der VfL war anschließend wieder hochkonzentriert und setzte den Bayern immer wieder mit schnellen Konterstößen zu. In dieser zweiten Halbzeit zeigte sich der VfL Bochum von seiner klassischen, besten Seite, so wie man sich seinen Verein schon lange gewünscht hatte. Man lieferte einen aufopferungsvollen Pokalkampf, die Spieler gewannen Bälle, verloren sie in der Vorwärtsbewegung wieder, aber erkämpften sich diese postwendend in der Abwehr zurück! Das zuletzt so entwöhnte Bochumer Publikum fühlte sich in beste Zeiten zurückversetzt.

Die Spieler des VfL gingen bis zum Schluss an Ihre Grenzen und konnten sogar in den letzten Minuten, obwohl der ein oder andere mit den Kräften am Ende schien, den Bayern einen offenen Schlagabtausch bieten, der am Ende leider den falschen Sieger fand. Die 90. Minute war bereits vollendet, als Acquistapace einen eroberten Ball nach vorne Schlug und Tese den Ball gegen Tymoschuk behauptete, Dabrowski dann den Risikopass Richtung Freier wählte - im Nachhinein die falsche Entscheidung - welcher leider von Lahm abgefangen wurde und den Bayern einen letzten Konter ermöglichte. Ribery nutzte seinen Geschwindigkeitsüberschuss gegenüber Maltritz, legte im Strafraum quer auf Robben, der völlig freistehend zum Siegtreffer einschob (91.).
Das Bayern-Gen hat zugeschlagen
Hätte wäre wenn - Dabrowski wie die gesamte Mannschaft spielte am Ende ebenfalls auf Sieg und erhoffte sich den Lucky Punch - den dann die Bayern setzten. Dabrowskis 30m Querpass Richtung Freier hätte, falls besser gespielt, den Bochumern nochmal eine gute Chance ermöglicht, man wäre wohl 4 gegen 4 gelaufen und hätte bei einer Flanke Freiers nochmal zu einem Torabschluss oder unter Umständen zu einem Eckball kommen können.

Dem war leider nicht so, leider zog der VfL wie so oft in seiner Vereinsgeschichte in der entscheidenden Phase den Kürzeren - ohne nach diesem großen Fußballfest an der Castroper Straße doch als heimlicher Sieger den Rasen verlassen zu haben!

Glück Auf in 2012!


VfL Bochum 1848 - FC Bayern München 1:2 (1:0)

1-0 Federico 26.
1-1 Kroos 52.
1-2 Robben 91.


Luthe - Kopplin, Maltritz, Acquistapace, Toski(46.Freier) - Kramer - Federico(58.Ginczek), Dabrowski - Inui - Aydin, Tese


Torschüsse: 9 - 22
Ballbesitz(%): 34 - 66
Zweikämpfe(%): 44 - 56
Ecken: 1 - 7
Fouls: 17 - 10
Abseits: 2 - 2
Laufleistung(km): ? - ?
Alter der Teams(Jahre): 26.4 - 26.7

Zuschauer: 29.299



Montag, 19. Dezember 2011

Nach dem Pflichtsieg folgt die Kür: Bochum will die Bayern packen!

Der Fokus der VfL-Spieler richtet sich seit vergangenen Samstag gegen 15 Uhr nur noch auf das Pokalspiel am Dienstag: Da kommen die Bayern, da will man zeigen, dass man auch als leidgeprüfter Zweitligist "pöhlen" kann.

Die letzte Zweitligapartie des Jahres gewannen die Männer von Andreas Bergmann relativ locker beim FSV Frankfurt mit 2:0 (2:0) und schließen das Jahr somit erstmals in dieser Saison auf einem einstelligen Tabellenrang (9) ab. Damit liegt man freilich weit unter den eigenen Ansprüchen - doch genau diese Erstligaansprüche werden am morgigen Dienstag nochmal gestillt: Wenn die Großen Bayern erstmals seit 2 Jahren wieder in Bochum aus dem Bus steigen, dann wird der Baum brennen an der Castroper Straße.

Bochumer Siegtorschütze gegen Bayern: P.Madsen 14.2.2004
Viele Spieler der deutlich verjüngten Bochumer Mannschaft werden ihr erstes Aufeinandertreffen mit dem Rekordmeister haben. Kopplin, Ex-Bayer und zuletzt mit ansteigender Form, Kramer, Acquistapace, Aydin - Sie alle wollen sich im Vergleich mit den besten Spielern des Landes messen - und die Alten um Maltritz, Dabrowski und Federico vielleicht ihr letztes Spiel gegen die Bayern erfolgreich gestalten. Darin liegt die Chance für den VfL, der ja in der Relegation gezeigt hat, dass man wenn man konzentriert und motiviert in das Spiel geht, dem Niveau der Bundesligisten um nicht viel nachsteht.

Das erstmals seit der Relegation ausverkaufte Bochumer Stadion wird hoffentlich einen Pokalfight der besonderen Art - und einen ersehnten Sieg des Underdogs erleben dürfen.

Anpfiff ist bereits um 19.00 Uhr, im Free-TV wird die Begegnung leider nicht live übertragen.

Mittwoch, 14. Dezember 2011

Leidenschaftliches Remis gegen Düsseldorf

In einer flotten und ansehnlichen Zweitliga-Begegnung trotze der VfL Bochum 1848 am Samstagmittag dem nach wie vor ungeschlagenen Tabellenführer Fortuna Düsseldorf ein 1:1 (1:0) Unentschieden ab. Beide Teams überzeugten durch Spielstärke und Einsatz, es war ein hochklassiges Zweitligaspiel zweier Teams, die sich an diesem Tag auf Augenhöhe befanden, die in der Tabelle jedoch Welten trennen.

Die Partie zeigte aber auch eine seit dem letzten Duell in Bochum enorm verbesserte Düsseldorfer Mannschaft, die im Februar bei dem 2-0 Heimsieg des VfL noch chancenlos mitspielte, diesmal aber mit einem ganz anderen Selbstbewusstsein und Offensivdrang auftrat - wenig verwunderlich wenn man seit 25 Spielen ungeschlagen ist.

Der VfL begann im Vergleich zum Kantersieg gegen Aue unverändert, Düsseldorf hat schon seit vielen Wochen seine beste Aufstellung gefunden und trat auch dieses mal im gewohnten 4-4-2 auf, mit dem starken Beister auf rechts, dem unersetzlichen Rösler zentral im Angriff, und dem Laufwunder Bröker neben Rösler in der Spitze.

Es entwickelte sich früh ein interessanter Schlagabtausch: Beide Mannschaften spielten nach vorne, Aydin hatte bereits in Minute zwei eine gute Chance, als er schön von Federico freigespielt vor F95-Keeper Ratajczak auftauchte, dieser aber parieren konnte. Auch die Fortuna kam wenig später gefährlich vors VfL Tor, Maltritz verstolperte leichtsinnig den Ball in der eigenen Hälfte, Düsseldorf lief in Überzahl auf den VfL-Strafraum zu, ehe Acqusistapace via Grätsche Bröker den Ball entscheidend wegspitzelte. Jonas Acquistapace, immer noch ohne Profi-Vertrag ausgestattet, und sicherlich der Bochumer Newcomer der Saison, gewann abermals 85% seiner Zweikämpfe - Höchstwert.


Das schnelle Spiel verlagerte sich immer mehr ins Mittelfeld, beide Teams gingen resolut in die Zweikämpfe, Bochums Kramer gewann viel Bälle fair, während die Düsseldorfer das ein oder andere mal härter zur Sache gehen mussten, was auch zu zwei gelben Karten (Fink, Bodzek) führte. Beide Spieler wurden zur Halbzeit von Düsseldorf-Coach Meier ausgetauscht, was sich später als keine blöde Entscheidung herausstellte.

Torschütze Inui mit Faton Toski
In der 37.Minute dann die Führung für den VfL, der im ersten Abschnitt den Tick wacher, den Ticken besser spielte. Der stark verbesserte und läuferisch beeindruckende Kopplin baute mit Federico eine Angriff über rechts auf, Tese konnte Federicos Flanke abfangen, Aydin gewann gedankenschnell gegen Langeneke und Lambertz den Ball, spielte weiter auf den blank am Strafraumeck winkeneden Inui, der in unnachahmlicher Art und Weise mit dem Ball am Fuß in den Strafraum eindrang und den Ball mit seiner perfekten Schusstechnik unhaltbar ins Kreuzeck nagelte! Eine weitere magische Aktion des schmächtigen Japaners, der zwar auch gegen Düsseldorf den ein oder anderen Ball im Dribbling leichtfertig vertändelte, aber schon so viele traumhafte Schüsse und Pässe für den VfL auf den Rasen gezaubert hat.

In der Pause wechselte Fortuna wie gesagt doppelt, Juanan und Dum ersetzten die verwarnten Spieler und lösten somit das drohenden Gelb-Rot-Problem der Düsseldorfer. Und diese zweite Halbzeit lieferte dann den Beweis, weshalb diese Mannschaft derzeit fast unschlagbar und nach 15 Jahren auf dem besten Weg zur Rückkehr in die Erste Bundesliga ist: Gegen keineswegs abbauende Bochumer konnte Düsseldorf vor Selbstvertrauen strotzend einen Gang zulegen, mit den Angreifern noch früher stören, dennoch wenige Lücken bzw. Kontermöglichkeiten zulassen und langsam aber sicher den Druck weiter vergrößeren. Das frühe Pressing der Düsseldorfer Angriffsreihe bereitete Maltritz und Co. im Spielaufbau mehr Probleme als im ersten Abschnitt, ist man doch dieser Spielweise in der Zweiten Bundesliga nicht sehr oft gegenübergestellt. Düsseldorf entwickelte ein leichtes Übergewicht, insgesamt standen die Bochumer aber weiterhin ordentlich, so dass Torwart Luthe lediglich nach Ecken ins Geschehen eingreifen musste.
Der Ausgleich - Luthe machtlos
Der VfL schien sich mitte Zweiter Halbzeit, als die Düsseldorfer mal ein wenig durchatmen mussten, wieder stabilisiert zu haben, nach ein paar gewonnenen Zweikämpfen und gelungenen Pässen schien der Ball gesichert, ehe der ballführende Maltritz von zwei "Hauptstädtlern" angegriffen wurde, ein ungenauer Pass genau am Fuß von Lambertz landete, Acquistapace seinen einzigen taktischen Fehler begann, indem er auf den ballführenden Düsseldorfer zulief anstatt mitzulaufen, und so Maltritz allein gegen drei Düsseldorfer zurückließ. Die Fortuna spielte diesen unerwarteten Konter flink und sauber aus, Rösler nahm das Geschenk an und erzielte frei vor Luthe stehend den Ausgleich (73.).

Die Hoffnung der Bochumer auf den Ersten Sieg gegen eines der Top-7 Teams der Liga erhielt ein Dämpfer, danach neutralisierten sich beide Teams mehr oder weniger, der eingewechselte Daniel Ginczek hatte auf Seiten des VfL noch die beste Chance auf den Siegtreffer, nach einer schönen Flanke des wieder fitten Slawo Freiers traf er nur das Außennetz (84.). Auch der Freistoß von Sascha Rösler (87.) verpuffte.

Am Ende steht ein Remis in einem sehr guten Bundesligaspiel das Lust auf mehr macht. Alles in Allem war es die konzentrierteste und ausgeglichenste Saisonleistung des VfL Bochum, der zwar sportlich mit Düsseldorf mithalten konnte, in der Tabelle aber weiterhin gerade einmal halb so viele Punkte wie der Bald-Erstligist? aus der Landeshauptstadt hat.


Weiter geht es für die Bochumer Fußball nun am Samstag 17.12.11 in Frankfurt am Bornheimer Hang, bevor dann zum Jahresabschluss die großen Bayern das rewirpowerSTADION betreten werden.



Glück auf!


VfL Bochum 1848 - Fortuna Düsseldorf   1:1 (1:0)

1-0 Inui 37.
1-1 Rösler 73.


Luthe - Kopplin, Maltritz, Acquistapace, Toski - Kramer - Federico(79.Freier), Dabrowski - Inui(90.Vogt) - Aydin(79.Ginczek), Tese


Torschüsse: 10 - 10
Ballbesitz(%): 52 - 48
Zweikämpfe(%): 47 - 53
Ecken: 5 - 6
Fouls: 23 - 19
Abseits: 3 - 1
Laufleistung(km): ? - ?
Alter der Teams(Jahre): 25.9 - 27.2

Meiste Torschüsse: Aydin, 3
Meiste Ballkontakte: Toski, 77
Meiste Fehlpässe: Inui, 10

Zuschauer: 17.260



Dienstag, 6. Dezember 2011

Ein Jahr nach dem Horror-Foul: Wie geht es Matias Concha?

Es war ein umkämpftes Duell an der Alten Försterei
Am Nikolaustag 2010, einem Montag, traten die Fußballer des VfL Bochum am 15.Spieltag Auswärts bei Union Berlin zu einem richtungsweisenden 2.Ligaspiel an. Richtungsweisend, weil die Bochumer auch im Vorjahr einen erschreckend schwachen Saisonstart hinlegten, nach 14 Spielen auch bei gerade einmal 19 Punkten hielten, und zwei Spiele zuvor dem absoluten Saisontiefpunkt mit der 1-4 Heimschlappe gegen den FC Ingolstadt hinnehmen mussten.

Das Spiel bei Union konnte mit 1-0 (Tor Dabrowski) gewonnen werden, genau wie die folgenden 6 Partien, die den VfL bis zum 21.Spieltag auf 40 Punkte katapultierten.

Aufgewühlte Bochumer nach dem Foul
Der Auswärtssieg damals an der Alten Försterei war jedoch teuer erkauft: In der sehr umkämpften und rassigen Begegnung verlor der VfL Bochum Matias Concha durch ein Brutalo-Foul von Union-Oldie Maccambes Younga-Mouhani. Der Schwede Concha, seit 2007 beim VfL im Dienst, verletzte sich bei einem Zweikampf kurz nach der Halbzeit schwerst: Concha, der den Ball spielte, wurde von Mouhani auf übelste Art und Weise das Schien- und Wadenbein durchgetreten, Mouhani ging in der schrecklichen Szene nur auf das Bein des Gegenspielers - und bekam zu allem Überfluss noch Freistoß für sich. Eines der bösesten Fouls der letzten Jahre wurde nicht mit einer roten Karte, sondern nicht einmal mit Foul bewertet.


Matias Concha, der sich damals wieder in die Mannschaft biss, nachdem ein vorgesehener Wechsel im Sommer 2010 nicht klappte, wurde damals noch in der Nacht in Berlin operiert und musste eine Woche in einem Berliner Krankenhaus verbringen. Zum Glück für Matias verlief die Operation komplikationsfrei, es wurde ihm die Aussicht auf ein Comeback im Profifußball in Aussicht gestellt.

Heute, ein Jahr danach, geht es dem Rechtsverteidiger wieder den Umständen entsprechend gut. Concha, dessen Vertrag im Sommer verlängert wurde, plant sogar im Januar wieder ins Training einzusteigen. Seine ersten Laufversuche im VfL-Training mussten im Juni wieder abgebrochen werden, seitdem ist der Spieler mit dem einst strammen Rechtsschuss wieder aus dem Blickfeld verschwunden. Die Vermutungen der Presse fassten sogar ein sofortiges Karrierende Conchas ins Auge.
Doch die Hoffnung, Concha nochmal im VfL-Trikot sehen zu dürfen, ist derzeit wieder gestiegen. Nach eigener Auskunft plant Concha im Wintertrainingslager des VfL Ende Januar wieder mit der Mannschaft trainieren zu können - und dann auch wieder voll durchzustarten.

Man möchte es Ihm - und auch dem VfL, der den Spieler nie hat hängen lassen - wünschen. Matias Concha, dem unschuldig über ein Jahr Fußballspielen genommen wurde, hätte es sich verdient, nochmal auf die Bühne des Profifußballs zurückkehren zu dürfen.


Glück Auf Matias!

Kapitän Dabrowski kümmert sich um Concha

Matias Concha auf dem Weg der Besserung!

Sonntag, 4. Dezember 2011

Bochum rehabilitiert sich gegen Aue - Höchster Sieg für den VfL in seiner Zweitliga-Historie

In einem aus blau-weißer Sicht sehr entspannten Spiel konnte der VfL Bochum am Sonntagnachmittag Erzgebirge Aue überzeugend mit 6:0 (3:0) besiegen und nach dem Offenbarungseid in Braunschweig die verkorkste Hinrunde ordentlich abschließen.

Faton Toski mit Kollegen
Vor der Minuskulisse von gerade einmal noch 9.661 zahlenden Zuschauern zeigte der VfL Bochum seine wohl über 90 Minuten ausgeglichenste Saisonleistung, spielte konzentriert und überzeugte im Torabschluss. Trainer Andreas Bergmann wechselte im Vergleich zum Spiel in Braunschweig, einem der schwächsten VfL-Spiele aller Zeiten, auf zwei Positionen. Er nahm die zuletzt enttäuschenden Matthias Ostrzolek und Daniel Ginczek aus der Mannschaft und brachte dafür Faton Toski und Mirkan Aydin. Björn Kopplin blieb mangels Alternativen in der Mannschaft und zeigte sich defensiv verbessert. Eine goldrichtige Entscheidung, wie sie herrausstellen sollte. Aydin war in der Sturmspitze deutlich leichtfüßiger, spielstärker als der in den letzten Spielen wenig zu gebrauchende Ginczek, über dessen Zukunft im Frühjahr entschieden wird, und Toski erwischte an diesem 4.12.2011 einen Sahnetag, wie man ihn selten erlebt. Faton Toski, seit Juli 2010 in Bochum, einst ein großes Frankfurter Fußballtalent, dem bei der Eintracht aufgrund läuferischer Mängel und körperlicher Defizite nach Funkels Abgang der Durchbruch nicht zugetraut wurde, und der auch beim VfL bis auf die Relegationsspiele nur selten im Blickfeld stand, wurde erstmals in seiner Karriere als Linker Außenverteidiger eingesetzt, und krönte seine Nominierung mit 2 Toren und 3 Assists! Eine unglaubliche Quote, waren doch bis auf Christian Fuchs in den letzten Jahren alle Bochumer Außenverteidiger nicht in der Lage Tore zu erzielen, und auch dieser traf ausschließlich durch Freistöße. Philipp Bönig, der viele Jahre auf dieser Position angesiedelt war, schaffte es gar in 165 Spielen als Linker Bochumer Verteidiger auf lediglich einen einzigen Assist, vor mittlerweile über acht Jahren im Derby gegen Borussia Dortmund (3:0, 26.10.2003).

Sollte sich wieder festgespielt haben: Mirkan Aydin
Was Toski aber über seine unglaubliche Leistung an diesem 17.Spieltag hinaus wichtig machen kann für die Mannschaft waren seine Standards. Das 1-0 erzielte Marcel Maltritz etwas glücklich nach einem scharf geschlagenen Toski-Freistoß, köpfte ihn doch Aue-Spieler Ronny König unglücklich an (15.). Das 2-0 folgte eine weitere Viertelstunde später, das vielleicht am besten erspielte Tor erzielte Mirkan Aydin, nachdem ein Abschlag von Erzgebirge-Keeper Männel von Kramer im Mittelfeld auf Tese geöpft wird, der gut auf Inui ablegte und dieser direkt auf den zuvor für die Balleroberung zuständigen und in die Gasse gestarteten Kramer auf den Weg schickte, und dieser dann cool auf Aydin querlegte.
Noch vor der Pause fiel das 3-0, einem traumhaften Freistoßtor von Toski war ein Handspiel von "Sachsen-Derby-Held" Jan Hochscheidt vorausgegangen, der im Gegensatz zu seinen beiden Toren im Derby gegen Dynamo Dresden heute in der ersten Halbzeit die ein oder andere Chance vergab. Denn es muss festgehalten werden, dass Aue ordentlich mitspielte, auch zu einigen Torabschlüssen kam, jedoch an eigener Unfähigkeit und VfL-Keeper Luthe scheiterte. Der VfL war in der ersten Halbzeit die etwas stärkere da weitaus zielstrebigere Mannschaft, die vor dem Spieltag punktgleichen Auer aber keinesfalls so unterlegen, wie es das Halbzeit- und Endergebnis vermuten lassen würde.

Das neuen Duo auf den Außen? Faton Toski u. Björn Kopplin
Dass das so ein Tag werden würde, an dem für den VfL so alles zusammenlaufen würde, war spätestens nach dem 4-0 klar, als eine schwache Federico Ecke von Dabrowski nicht gestoppt werden konnte, aber aus dem Rückraum von Faton Toski mit dem rechten Fuß, den der aus dem Kosovo stammende Hesse ansonsten höchst ungern mit dem Ball in Berührung bringt, ins Netz fetzte (51.). Auch eine mögliche passive Abseitsstellung Chong Teses wurde nicht abgepfiffen. Ein paar Minuten später ging die muntere "Faton Toski Show" in die nächste Runde, der neue Bochumer Linksaußen erlief einen ungenau gespielten Ball mühelos, kam im Doppelpass mit Inui problemlos hinter die Auer Abwehr und legte in der Mitte präzise auf Federico quer, der in der 59.Minute seinen ersten Saisontreffer erzielte.

Als die Teams dann bereits eine halbe Stunde vor dem Ende das Tempo verständlicherweise drosselten, die zufriedenen Bochumer Fans bereits ihren Weg über Bayern nach Berlin planten, die beiden Bochumer Japaner Inui und Tese aber noch ganz wild auf ihren eigenen Treffer waren (Tese wurde einmal zu unrecht wegen vermeintlichen Abseits zurückgepfiffen) rätselten der ein oder andere Bochumer über den höchsten Sieg der Vereinsgeschichte. In der 1.Liga stehen da 6-0 Erfolge gegen St.Pauli ('97), Nürnberg ('83) oder auf Schalke ('81) - in Liga 2 standen bisher ein 5-0 gegen Aachen ('99), ein 6-1 gegen Offenbach ('00) oder ein 5-0 in Wolfsburg ('95) zu Buche.

Zum Abschluss machte dann in der 83.Spielminute Mirkan Aydin das halbe Dutzend voll, vorausgegangen war eine starke Balleroberung Faton Toskis, der auch diesmal den Assist gab und Aydin ideal bediente. Der Hattinger schloss ab und beendete damit ein ideal verlaufendes Bochumer Fußballwochenende:

Neben dem höchsten Sieg der Bochumer Zweitligageschichte der Ersten Mannschaft siegten auch die Amateurmannschaft und A-Jugand Truppe in prestigeträchtigen Duellen. Die Amateure gewannen am Samstag in der Regionalliga auswärts bei Schalke II mit 3:1 (drei Tore Kevin Freiberger!) und auch Dariusz Wosz' U-19 gewann deutlich mit 4:0 beim gleichaltrigen Gladbacher Nachwuchs. Der erst 16-jährige Leon Goretzka, das derzeit größte Talent in Reihen des VfL, an dem auch schon Hermann Gerland Interesse signalisierte, erzielte dabei zwei Tore.


Der VfL schließt seine schwächste Zweitliga-Hinrunde mit gerade einmal 20 Punkten ab und startet bereits nächsten Samstag in die Rückrunde - die Zweite Liga geht erst nach Spieltag 19 in die Winterpause; Dann kommt der wahrscheinliche "Herbstmeister" Fortuna Düsseldorf ins rewirpowerSTADION.


VfL Bochum 1848 - Erzgebirge Aue   6:0 (3:0)

1-0 Maltritz 15.
2-0 Aydin 30.
3-0 Toski 41.
4-0 Toski 50.
5-0 Federico 59.
6-0 Aydin 83.


Luthe - Kopplin, Maltritz(77.Eyjolfsson), Acquistapace, Toski - Kramer(77.Johansson) - Federico(72.Vogt), Dabrowski - Inui - Tese, Aydin


Torschüsse: 15 - 15
Ballbesitz(%): 49 - 51
Zweikämpfe(%): 56 - 44
Ecken: 5 - 7
Fouls: 11 - 21
Abseits: 5 - 3
Laufleistung(km): 108.80 - 112.52

Meiste Torschüsse: Toski, Aydin, je 4
Meiste Ballkontakte: Toski, 66
Meiste Fehlpässe: Federico, Tese, je 10

Zuschauer: 9.661