Montag, 11. Juni 2012

Bochum verliert Vogt an Augsburg

Die Befürchtungen haben sich bestätigt: Der erste Transfer-Schock des Sommers hat Bochum erreicht. Kevin Vogt(20) verlässt sehr überraschend seinen Heimatklub und unterschreibt für drei Jahre beim Ex-Aufstiegskonkurrenten FC Augsburg. Die Ablösesumme, kein unentscheidendes Argument derzeit für den VfL, beträgt ca. 600.000€.

Vogt im Duell mit Sankoh beim 1-0 Sieg in Augsburg (Jan'11)
Kevin Vogt spielte seit 2004 für den VfL und erhielt Ende 2008 seinen ersten Profivertrag. Im April 2009 folgte sein Bundesligadebut beim 0:2 gegen Borussia Dortmund. Nach dem Ingolstadt-Desaster im Herbst 2010 zählte Vogt fortan zur Stammformation der Mannschaft. Wie so oft in seiner noch jungen Laufbahn wurde er im Mai 2011 wieder durch eine Knieverletzung zurückgeworfen, sodass er die Relegationsspiele gegen Borussia Mönchengladbach verpasste. Nach einer mehr als durchwachsenen und abermals nicht verletzungsfreien letzten Spielzeit hatte er dennoch aufgrund zweier wichtiger Tore an Spieltag 31 und 32 entscheidenden Anteil am Klassenerhalt. Trotz seiner erst 20 Jahre absolvierte Vogt bereits 38 Pflichtspiele für den VfL Bochum und erzielte dabei zwei Tore. Schon mit 19 war er fester Bestandteil der deutschen U-21 Nationalmannschaft und trug bislang fünf mal den Adler auf der Brust.

Vogts Abgang wirft Fragen auf: Die Bochumer lassen ein hoffnungsvolles Talent, das erst kürzlich von Leon Goretzka als Aushängeschild der eigenen Nachwuchsabteilung abgelöst wurde, an einen Klub, der erst sein zweites Jahr in der Fußball Bundesliga spielen wird, ziehen. Nach Matthias Ostrzolek bereits der zweite Bochumer Junge, der den Weg in die 1.Bundesliga über Augsburg sucht. Bei seiner letzten Vertragsverlängerung im März 2011, als man in Bochum stark auf die 1.Bundesliga schielte, spielte Vogt noch "eine wichtige Rolle in unseren Zukunftsplanungen"(T.Ernst) und für Vogt war die Vertragsverlängerung "eine Herzensangelegenheit".

Der VfL Bochum steckt in der Zwickmühle: Will man sein Jugendkonzept und den eingeschlagenen Weg verteidigen, dürfen fortan keine dieser mehr als fragwürdigen Wechsel Tagesordnung sein. Ob Jahreshauptversammlung, Mitgliederforum etc - überall ist das Thema eigener Nachwuchs + Einbindung von Spielern wie Vogt und Ostrzolek bewusst vom VfL angesprochen worden, um diese Aussagen einige Monate später mit Füßen zu treten.

Zwei gingen, einer kommt zurück: "Bochumer Zukunft" Ostrzolek, Vogt, Rzatkowski
Ein Konzept ist so jedenfalls nicht vertretbar, wenn nach Ostrzolek, Kopplin, Vogt und Kefkir vier junge Spieler, größtenteils über viele Jahre im Verein, genau zu dem Zeitpunkt, wenn sie für den Profibereich interessant werden, abgegeben, und zugleich um Dekaden ältere Fußballer wie Iashvili oder Rothenbach verpflichtet werden.

Nicht dass bei der nächsten Jahreshauptversammlung anstatt auf die Vielzahl der Bochumer U-21 Nationalspieler, sondern auf die Masse an Bundesligaspielen Dabrowski, Freiers, Maltritz' und Iashvilis hingewiesen wird...


Glück Auf!




Zitat des Tages:

"Langfristig ergibt sich natürlich eine Baustelle im zentralen Mittelfeld. Man hat da diese Saison eine ziemlich freakige Mischung aus einem Leihspieler in der letzten Saison, einem halbausgemusterten Opa, einem Halbinvaliden und einem Minderjährigen." (User "Bochum" aus dem VfL4u-Forum)

Freitag, 8. Juni 2012

Ein Kommen und Gehen beim VfL Bochum


Der VfL Bochum erlebt derzeit die wohl „spannendste“ Sommerpause seit einigen Jahren. Etliche neue Spieler binden sich an den VfL während zugleich fast eine ganze Mannschaft den Verein verlässt. Viel zu tun also für Sportvorstand Jens Todt, der im ersten Teil des Umbruchs (der zweite wird folgenden Sommer erfolgen) langjährige Versäumnisse so gut es geht auszubessern versucht.
Nicht unbedingt gelegen kamen dabei die erheblichen Lizenzprobleme, deren genauen Auswirkungen nur zu erahnen sind. Finanzvorstand Ansgar Schwenken konnte bis Ende Mai in Zusammenarbeit mit der Sparkasse Bochum, Sponsoren und privaten Geldgebern das Finanzleck vorerst stopfen, welche Zugeständnisse er dabei machen musste um das immer noch fehlende Geld des Sestaks Abgangs auszugleichen, wird sich erst in der Zukunft herausstellen. Laut Schwenken ist man jedoch nicht gezwungen, sofortige Transfererlöse zum Ausgleich der Kredite zu erzielen.

Dennoch: Der VfL Bochum wird die Saison 2012/13 in der 2.Fußball-Bundesliga bestreiten. Und dass dies erfolgreicher der Fall sein wird als zuletzt, ist ein Muss. Der Kaderumbruch wird hierbei einen gewichtigen Anteil beitragen.
Schon nach dem gesicherten Klassenerhalt und vor dem letzten Saisonspiel in Aue, dessen Ausgang bewusst verschwiegen werden möchte, konnte der VfL mit Sören Bertram(21) und Mounir Chaftar(26) seine ersten beiden Neuzugänge für die kommende Saison bekannt geben.
Seither sind viele weitere Personalien hinzugekommen, der Stand sieht wie folgt aus:
Ciao Giova!
Die Verträge von Björn Kopplin(23), Mimoun Azaouagh(29), Oguzhan Kefkir(21), Giovanni Federico(31), Philipp Bönig(32) und Matias Concha(32) wurden nicht mehr verlängert. Azaouagh und Federico erhielten neue Vertragsangebote, entschieden sich jedoch gegen den VfL. Bei Azaouagh spielten die finanziellen Einbußen die entscheidende Rolle, der hervorragende Fußballer versucht sein Glück ab sofort bei Stefan Kuntz in Kaiserslautern. Federico hingegen konnte sich aus privaten Gründen nicht für den VfL entscheiden sodass die Bochumer ihr Angebot zurückziehen mussten. Der Italo-Hagener wird wohl seine Karriere beenden. Eine Karriere, die gemessen an den Fähigkeiten des Torjägers, viel zu früh und erfolglos zu Ende gehen wird. Kopplin wechselt zu Union Berlin, Kefkir nach Aachen. Die Außenverteidiger Bönig und Concha befinden sich noch auf Vereins-/Karrieresuche.
Einen weiteren Spieler, dessen Vertrag auslief, hätte man noch weitaus lieber gehalten – doch bei Daniel Ginczek(21) spielten die Dortmunder nicht mit. Der einjährige Leihvertrag konnte nicht verlängert werden, der talentierte, wenngleich nicht überragende Stürmer, spielt im nächsten Jahr als Angreifer für den FC St.Pauli gegen den VfL.

Neben den ganzen Abgängen, teils auch prominenter Spieler, geisterte lange Zeit das Gerücht des Wechsels von Stammkeeper Andreas Luthe(25) durch Bochum. Luthe, der wohl auch als nächstjähriger Kapitän im Gespräch ist, sollte bei Werder Bremen Tim Wiese ersetzen. In letzter Zeit ist das Gerücht zum Glück abgekühlt, Werder verpflichtete Keeper Raphael Wolf aus Kapfenberg, Luthe wird aller Voraussicht nach in Bochum bleiben! Und das, obwohl sich Luthe mit Werder bereits einig war. Eine Absage Jens Todts an Bremen lässt die wichtigste Personalie des Sommers weiter in blau-weiß auflaufen. Trotzdem: Genauso wichtig wie die klare Absage an Bremen ist die nun anstehende Vertragsverlängerung mit dem Publikumsliebling. Den bis 2013 datierte Vertrag will der VfL nun frühzeitig langfristig verlängern.
Eine weitere positive Nachricht war der unerwartete Transfer Denis‘ Bergers zu Absteiger Rostock. Der Österreicher, der sich als Flop herausstellte und in Bochum oftmals als „Occean-B-Lösung“ angesehen wurde versucht sich nun wieder unter Ex-Coach Wolfgang Wolf.
Florian Brügmann
Berger machte somit auch Platz für frisches Blut. Jeder Kaderplatz, den man bereits jetzt neu besetzen kann, bietet den finanziell klammen Bochumer eine neue Chance. Und die „Chancen“, die zum VfL wechseln, sind allesamt „spannend“: Florian Brügmann(21), Rechtsverteidiger, kommt wie Sören Bertram vom Hamburger SV nach Bochum. Der schnelle Hamburger wird sich in der Abwehr mit dem zehn Jahre Älteren Carsten Rothenbach (FC St.Pauli) um den Stammplatz streiten. Rothenbach nahm das Vertragsangebot der Hamburger nicht an und verlässt wie so viele Stammkräfte das Pauli-Schiff. Wenig überraschend, dass hier Andreas Bergmann zuschlug, war er schließlich lange Jahre Rothenbachs Trainer in Pauli und Karlsruhe. Beide Rechtsverteidiger unterschrieben bis 2014.
Carsten Rothenbach
Neben den beiden Rückkehrern Marc Rzatkowski(22), ausgeliehen an Bielefeld, Zlatko Dedic(27), ausgeliehen an Dresden, und Philipp Heerwagen(29), die stand heute wohl beide beim VfL bleiben werden, wenngleich Dedic und Heerwagen freilich noch einen nett dotierten Bundesliga-Vertrag in der Tasche haben, verstärkte sich der VfL auch extern für die Offensive: Kevin Scheidhauer(20) wird für vorerst zwei Jahre vom VfL Wolfsburg ausgeliehen, und zuletzt sicherte man sich auch noch die Dienste eines alten Bekannten aus der Bundesliga: Alexander Iashvili(34) wird für ein Jahr in Bochum anheuern, nachdem er mit Karlsruhe in der Relegation an Jahn Regensburg gescheitert ist. Die berechtigte Frage: Warum Iashvili? Sticht er nicht komplett aus dem Raster heraus?
Kevin Scheidhauer
Der Transfers des Georgiers, der seit 1997 in Deutschland spielt und Jahr für Jahr Stammspieler in Freiburg und später Karlsruhe war, mag auf den ersten Blick nicht ins Konzept passen, überrascht aber auch nicht. Iashvili, der in der Abstiegssaison nicht unerwähnenswerte 15 Scorerpunkte für den KSC leistete, steht noch voll im Saft und kann dem VfL in mehreren Dingen sofort helfen. Einerseits als Spieler, der von Anfang an oder als Einwechselspieler in der 2.Liga zur absoluten Elite zählt, zugleich mit seiner Erfahrung und Führunsstärke Giovanni Federico ersetzen kann und schließlich eine große Hilfe bei der Integration von Sturmpartner Nika Gelashvili sein wird. Iashvili betonte, dass ihm längerfristig und vor allem finanziell besser entlohnte Angebote vorlagen, er aber bewusst seine Entscheidung für seine Aufgabe beim VfL getroffen habe.
Alexander Iasvhili
Die positive Punkte überwiegen somit beim bisherigen „Königstransfer“ – trüben kann die Stimmung aber ein anstehender Abgang Takashi Inuis. Wenngleich die Transferperiode noch sehr lange andauern und den VfL-Fans wohl auch noch im Juli/August wie gewöhnlich die ein oder andere Horror-Nachricht ins Haus flattern wird, scheint der Abgang Takashi Inuis leider nur noch eine Frage von Tagen zu sein.
So gerne man den Japaner halten würde und so oft man betont hat, man müsse keinen Spieler unter Wert verkaufen, wird Inui den Weg zur Frankfurter Eintracht finden. Von den vier Millionen Euro, die Galatasaray Istanbul einst geboten haben soll, ist leider nicht mehr viel zu hören. Eher deutet die Ablösesumme auf einen Wert von unter zwei Millionen Euro hin. Freilich viel zu wenig Geld für einen Spieler seines Niveaus, der auch als Bochumer Spieler in vielleicht schon einem halben Jahr ein vielfaches dessen Wert sein könnte – nur: Niemand weiß ganz genau wie es um den Verein finanziell bestellt ist. Leider.

Doch Spielerabgänge gehören zum Fußball dazu und die besten Spieler werden immer den Weg zu einem anderen Klub finden, es sei denn man ist Bayern München. Das weiß man als Bochumer gut genug und weiß es zu akzeptieren. Schwerwiegender sind dann wieder aufkeimende Gerüchte eines Wechsels Kevin Vogts(20) zu Retortenklub Augsburg.
Auch wenn das nur Gerüchte sein sollen, die sich hoffentlich nicht bestätigen mögen, wäre solch ein Transfer wieder ein böser Schlag ins Gesicht für den VfL. Auch wenn Vogt, was oft moniert wird, keine Ballannahme eines Franck Riberys sein Eigen nennen darf, ist er mit gerade einmal 20 Jahren schon seit längerem Stammspieler in der 2.Liga und fester Bestandteil der Deutschen U-21 Nationalmannschaft. Zudem wurde Vogt als gebürtiger Bochumer in letzter Zeit vermehrt in die Öffentlichkeistarbeit des Verein eingebaut und es erweckte den Eindruch, dass er zusammen mit Top-Talent Leon Goretzka das „Testimonial“ des Vereins werden sollte.
Bochumer Jungs: Vogt und Goretzka
Der Verein steckt verhältnismäßig viel Geld in seine Jugendarbeit, die in Zukunft das „Aushängeschild“ des Vereins werden soll.
Will man dann das neue Jugendkonzept mit Wahrheit füllen darf nach Ostrzolek und der Ausleihe Rzatkowskis nicht das dritte Bochumer Talent dieser Vorreitergeneration ziehen gelassen werden.
Die Zeiten, in den die Bochumer Talente das Gros ihrer Spieler nur in der Jugend oder U-23 für den VfL gemacht haben müssen vorbei sein, sie sollen Ihren Platz in der Stammelf finden. Das wurde in den letzten Jahren viel zu oft versäumt (z.B. Gündogan, Schmidtgal) und selbst Andreas Luthe erhielt 2009 nur „im Stechen“ seinen ersten Profivertrag gegen Andreas Lengsfeld.
So verwundert es schließlich auch nicht, dass der einfache Fan einen Kevin Vogt bei jedem zweiten Ballverlust inbrünstig auspfeift – er bekam es ja lange Zeit nicht anders von den Verantwortlichen vorgelebt…

Wenn auch die Transferperiode noch lange andauern und der ein oder andere Spielerwechsel noch unvermeindlich (Inui) sein wird – so rollt der Ball doch schon in gut einer Woche wieder. Denn dann startet der VfL-Tross in den ersten Teil seiner Vorbereitung. Nach einem Lauftrainingslager in Willingen, an dem auch der im März am Kreuzband operierte Michael Delura teilnehmen will, unterbricht Andreas Bergmann die Vorbereitung noch einmal für eine Woche, ehe es dann nach dem EM-Finale wieder so richtig los geht!

Glück Auf!



  

Donnerstag, 3. Mai 2012

Erleichterung nach Klassenerhalt - Erste Neuzugänge fix

Es ist vollbracht! Als Daniel Ginczek am Sonntag Nachmittag im Bochumer Ruhrstadion in der 90.Minute zum 2-0 Siegtreffer gegen Eintracht Braunschweig einschoss, war die Erleichterung bei Spielern, Verantwortlichen und Fans spürbar.
Die Fans, die gegen Braunschweig eine außerordentliche Leistung ablieferten, gegen einen starken Gegner in der Schlussviertelstunde einen akkustischen Abwehrriegel errichteten, können diese so lange und kräftezehrende Saison nun endlich abhaken. Auch die Mannschaft, die aufgrund einer unglaublichen Verletztenmisere seit Wochen auf dem Zahnfleisch geht kann nun durchatmen und mit dem Erreichen des Minimalziels versöhnlich aus einem Wahnsinns-Jahr gehen.

Und trotz aller Erleichterung war das Spiel nochmal 90 Minuten höchsten Nervenanspannung, spiegelte es doch wie so oft die komplette Spielzeit wieder. Früh geführt, Chancen auf das 2-0 vergeben, dann die übliche Rote Karte, und am Ende ein anrennender Gegner - doch diesmal mit dem glücklicheren Ende für den VfL. Der Sieg gegen starke Braunschweiger war der Erste nach 10 Erfolglosen Versuchen en suite. Eine derart lange Negativserie gab es in der 2.Liga Historie des VfL noch nie - einer von vielen Negativrekorden die die Mannschaft in dieser Saison aufgestellt hat.

Voller Freude nach seinem Kopfballtor: Slawo Freier
Das Spiel begann ideal: Schon in der dritten Minute erzielte Oldie Slawo Freier nach einer Federico-Ecke die Führung per, Achtung!, Kopf! Die unsortierten Braunschweiger Defensivspezialisten ermöglichten Freier eines seiner wenigen Kopfballtore, zudem musste er nicht mal hochspringen, um den Ball in die Maschen zu drücken.
Die Führung spielte dem an sich verunsicherten VfL-Team in die Karten, das Stadion verbreitete dank beider Fan-Lager und gutem Wetter beste Fußball-Stimmung.
Doch weitere Chancen auf den Ausbau der Führung hatten die Spieler von Andreas Bergmann vor der Halbzeit keine, nein, es waren die Braunschweiger die mehrmals haarscharf am Ausgleich vorbeischrammten. Besonders die Freistöße sorgten für Verunsicherung, doch das Glück war an diesem Tag endlich wieder auf Bochumer Seite.
Braunschweig musste dann frühzeitig Dominik Kumbela für Kapitän Kruppke eintauschen, beim VfL blieb der vorbelastete Kramer in der Kabine - für ihn kam Ösi Denis Berger mal wieder in die Partie. Der ebenfalls gelb-verwarnte Philipp Bönig durfte mangels Alternativen weiter machen - und holte sich später in seinem letzten Spiel für den VfL abermals gelb-rot ab. Nach einem viel zu harten und enorm schlecht getimten Einsteigen gegen den Braunschweiger Raffael Korte sah der Erdinger seine dritte Ampelkarte der Saison - im fünften Einsatz! Eine unheimliche Quote und einsamer Rekord für den 32-jährigen Bochumer, der es zwar nie zu einem Treffer für blau-weiß brachte, aber nun wohl eine Statistik auf Lebenszeit anführen wird. Das bittere an der Sache: Jede Einzelne der sechs Gelben Karten die Bönig in seinen 317 Minuten Saisoneinsatzzeit erhielt waren absolut gerechtfertigt und eher rotwürdig denn als Fehlentscheidung zu werten.

Pippo Bönig bei seiner bewegenden Abschiedsrede

Verständlicherweise waren auch die Coaches Neitzel und Bergmann sauer auf den Übeltäter, der sich zweifelsohne einen anderen Abgang verdient gehabt hätte. Wieder einmal - zum bereits sechsten Mal (3xBönig, 1xToski, 1xBerger, 1xFreier, 1xInui) in dieser Saison musste der VfL in Folge einer Ampelkarte ein Spiel in Unterzahl beenden.
Die Braunschweiger drängten den VfL weit in die eigene Hälfte zurück und kam zu Chancen: Luthe rettete überragend gegen Kumbela, der zudem ein Abseitstor erzielte. Der VfL überstand die heikle Phase nach dem Auschluss, Jannick Stevens kam zu seinem Profidebüt und stabilisierte die Linke Seite, da Jonas Acqusistapace, noch von einem Infekt geschwächte, nicht mehr konnte.
Und dann kam der VfL zu Kontern: Ginczek eroberte sich einen Ball, liess einen Braunschweiger aussteigen und startete Richtung Tor, die letzten Braunschweiger Abwehrspieler um den talentierten Torwart Petkovic konnten den Ball aber im Kollektiv entschärfen (75.). Auch kurze Zeit später, als Inui aus vollem Sprint einen Luthe-Ball technisch grandios aus der Luft auf Tempo null stoppte, nach feiner Drehung auf Ginczek spielte, war es der Badener Petkovic, der den Braunschweiger Knock-Out mit einer tollen Flugeinlage verhinderte.
So entstand in den allerletzten Minuten ein Spiel wie man es aus den Europacup Spielen kennt, wenn ein Team noch ein Tor benötigt, um die Auswärtstorregel zu bezwingen: Braunschweig schickte neun Feldspieler nach vorne, der VfL hielt mit seinen neunen dagegen. Zu Beginn der Nachspielzeit dann die Befreiung: Luthe parierte einen Kopfball von Korte herausragend, die zweite Welle konnte Eyjolfsson abblocken und Ginczek auf die Reise schicken. Geistesgegenwertig sprintete Inui mit, der in der Schlussphase defensiv unglaubliche Wege ging, teilweise bis an die eigenen Eckfahnen verteidigte und sich erneut als grandioser Team-Player für die Defensive erwies. Der Japaner bekam den von Ginczek gespielten Ball, umkurvte Petkovic und legte quer auf Ginczek, der mit voller Wucht aus sechs Metern den gesamten Frust einer ganzen Saison wegschoß!
Erster Gratulant Ginczeks war ein mit Bierbecher ausgerüsteter Fan, der höhe des Marathontores auf das Spielfeld gelangte und den Dortmunder innigst umarmte.

Es war ein besonders Spiel, dieses gegen Braunschweig. Die Stimmung war hervorragend, man hatte das Gefühl, dass erstmals jeder Bochumer den wohl länger bevorstehenden Zweitliga-Fußball annahm und sich mit der Situation identifizierte. Es muss das Ziel sein, auch in der Zweiten Liga öfter um die 20.000 Zuschauer ins Stadion zu bekommen. Mit Grußel-Kicks wie gegen Ingolstadt oder Dresden wird das nicht gelingen, mit leidenschaftlichen Auftritten, die dem Fan auch das Gefühl verleihen, dass man sich verbessert und sportlich Fortschritte erzielt, schon. Dafür braucht es natürlich viel mehr Heimsiege, aber das Stimmungsbild und der Tabellenstand können sich in der nächsten Saison mit einer runderneuerten Mannschaft und Fans, die den vorgegeben Weg, der sowieso alternativlos ist, unterstützen, auch schnell wieder von einer schöneren Seite zeigen.


Personeller Umbruch

Dass die Saison zwar sportlich, hinter den Kulissen aber noch lange nicht abgeschlossen ist, zeigte einem neulich die nicht gänzlich geklärte Lizenz-Frage auf. Der VfL muss Liquiditätspotentiale vorweisen - wie wird sich zeigen. Ob Spielerverkäufe notwendig sein werden weiß man noch nicht, vermutlich werden aber nicht alle Spieler zu halten sein. Dass ist aber freilich auch gar nicht das Ziel, denn man will ja einen gezielten Umbruch bewirken. Die berechtigte Frage: Was bringt ein Umbruch wenn die Leistungsträger den Verein verlassen und die alten "Stars" um Freier weiter an Bord bleiben dürfen?

Der Verein wird alles versuchen um die beiden besten Spieler, Andreas Luthe und Takashi Inui zu halten. Beiden werden Kontakte nach Bremen nachgesagt, besonders im Fall Luthe will sich der VfL besonders strecken und seinen bis 2013 datierten Vertrag langfristig verlängern. Takashi Inui ist sicherlich der derzeit lukratistive Bochumer Spieler, ein Verbleib ist fraglich. Denn: Der Japaner ist einfach zu gut für die 2.Liga. Es wäre natürlich hervorragend den kleinen Spielmacher noch ein Jahr halten zu können, ihm zwei bis drei gute Kicker an die Seite stellen und ihn erst dann zu verkaufen. Wahrscheinlich würde Inui im nächsten Jahr sogar noch größere Transfererlöse einbringen, sofern seine Leistungskurve nicht unerwarteterweise einbricht. Doch lässt die finanziell angespannte Lage dem VfL es wohl nicht zu, bei einem 3mio€ Angebot einfach so nein zu sagen. Auch wenn man die Lizenzfrage unabhängig von Luthe und Inui geklärt haben will - ein Verbleib der Spieler ist derzeit noch nicht absehbar.

Und ob der drittbeste Kicker, Mimoun Azaouagh, seinen auslaufenden Vertrag verlängert ist wohl auszuschließen. Bis Sonntag, bis zur Parie in Aue, will sich der Edeltechniker nun spätestens entscheiden. Für - oder gegen den VfL. Bzw. Für den VfL oder für Stefan Kuntz. Der Vorstandsvorsitzende des FCK holte Azaouagh einst nach Bochum, und soll sich laut Gerüchteküche mit Azaouagh schon auf diversen Autobahnraststätten getroffen haben....
Wird den Verein wohl doch noch einmal wechseln: Mimoun "Aza" Azaouagh
Die Entscheidung Azaouaghs wird diese Tage fallen; In Bochum könnte er bis zu seinem Karriereende wohl eine gewisse Führungsposition einnehmen, während Kaiserslautern wohl doch den ein oder anderen Cent mehr anbieten wird können.



Erste Neuzugänge fix

Wechselt vom HSV nach Bochum: Sören Bertram
Unabhängig der Zukunft der bisherigen Leistungsträger konnte Jens Todt schon zwei neue Gesichter für den VfL gewinnen: Mit Sören Bertram und Mounir Chaftar verpflichtete man zwei Linksfüßer aus unterklassigen Ligen. Bertram wechselt fest vom HSV an die Ruhr und unterzeichnete bis 2015. Der Offensive Mittelfeldspieler galt vor kurzem noch als großes Talent, konnte aber weder in Hamburg noch in seinem Jahr in Augsburg den endgültigen Durchbruch schaffen. Nach intensiver Beobachtung des 20-jährigen ist sich wohl Andreas Bergmann sicher, dass Bertram eben diesen beim VfL packen kann.

Mounir Chaftar
Mounir Chaftar, 26, gehört schon einem etwas älteren Semester an - den Sprung in den Profifußball hat der Frankfurter wie Bertram aber noch nicht geschafft. Sowohl bei der SGE als auch in Duisburg konnte er sich dauerhaft nicht durchsetzen, überzeugte aber diese Saison als Linker Verteidiger bei Wacker Burghausen. An Chaftar, der wohl die Planstelle Bönigs einnimt, waren mehrere Zweitligisten interessiert. Der Spieler hat das spielerische Potential für hochklassigen Fußball, war aber ähnlich wie Faton Toski bislang kein "Vielspieler" in seiner Karriere.


Die nächsten Transfers stehen bereits in den Startlöchern, den Erwartungen nach großen Namen müssen jedoch gedämpft werden. Die neuen Spieler werden vermutlich alle ablösefrei sein und eher aus unterklassigen Teams nach Bochum stoßen. Was wie im Fall von Christoph Kramer kein Nachteil sein muss. Doch bevor weitere Spieler vorgestellt werden können muss sich zuerst die Zukunft von Luthe, Inui, Azaouagh(s.o.), Ginczek (Dortmund will ihn zurück), Federico (50:50 ob Verlängerung oder Karriereende), und den Leihspielern Heerwagen, Dedic und Rzatkowski (Letzterer wird wohl zurückkommen!) klären.


Glück Auf!



VfL Bochum 1848 - TSV Eintracht Braunschweig   2:0 (1:0)

1-0 Freier 3.
2-0 Ginczek 90.



Luthe - Acquistapace(74.Stevens), Maltritz, Eyjolfsson, Bönig - Kramer(46.Berger) - Freier, Dabrowski - Federico(70.Sinkiewicz) - Inui, Ginczek




Freitag, 27. April 2012

Hochspannung vor Braunschweig - Verabschiedungen

Eine kräftezehrende, von Rückschlägen geprägte Zweitliga-Saison des VfL Bochum neigt sich endlich dem Ende entgegen. Und obwohl mit ganz anderen Ambitionen in die Spielzeit gestartet, haben die Bochumer zwei Spieltag vor Saisonende noch nicht einmal das Minimalziel, den Klassenerhalt, erreicht.

Der direkte Abstieg konnte nach zwei mühseligen Remis in den Vorwochen vermieden werden, ein Abrutschen auf den Relegationsplatz - nicht zu vergleichen mit dem Relegationsplatz des Vorjahres... - ist rechnerisch noch möglich.

Deshalb gilt es vor der so überlebenswichtigen Partie am Sonntag gegen Eintracht Braunschweig noch einmal alles auszublenden. Auch die Anzeigetafel, die an diesem Spieltag nicht über Ergebnisse der anderen acht zeitglich beginnenden Partien informieren wird, und auch die Bevorstehenden Verabschiedungen einiger Akteure.

Alles Gute Philipp Bönig!
Björn Kopplin, Matias Concha und Philipp Bönig werden den VfL verlassen und schon diesen Sonntag vor heimischer Kulisse verabschiedet. Während der frisch an der Leiste operierte Kopplin nach zwei unterschiedlichen VfL-Jahren den Weg zurück in seine Heimat Köpenick antreten wird, sieht die Lage bei den anderen beiden Außenverteidigern anders aus:

Matias Concha und speziell Philipp Bönig waren lange Zeit beim VfL, Bönig ist schließlich dienstältester Akteur, war Mitglied der Europacup-Mannschaft, und seit 2003 im Dienst. Beide Ex-Bundesligakicker waren in den letzten Jahren von schweren Verletzungen geplagt und schafften den Anschluss mit Anfang 30 nicht mehr. Ob es beide nochmal im Profifußball versuchen wollen ist offen.

Besonders Philipp Bönig wird einen schweren Sonntagnachmittag erleben. Der Symphatieträger aus Erding, der Jahrelang die Linke Außenbahn beackert hat und trotz immer weniger werdenden Einsätzen in den letzten drei, vier Jahren als Vorbild für Einsatz und Leidenschaft galt, muss nämlich nach der sicherlich rührenden Verabschiedung vor dem Spiel im Anschluss noch einmal seine Knochen hin halten für seinen, für unseren VfL.

Und wer würde es Ihm und Uns nicht gönnen, wenn "Rüstü" das entscheidende Tor zum Sieg des VfL erzielen würde?


Glück Auf!


Aufstellung VfL:

1Luthe - 26Acquistapace, 4Maltritz, 15Eyjolfsson, 24Bönig - 23Kramer - 7Freier, 16Vogt - 18Federico - 11Inui, 21Ginczek


Übrigens:  Das letzte Heimspiel gegen Braunschweig gewann der VfL am 19.3.2006 mit 4:0 (Tore: 2xMisimovic, Edu, Zdebel). Kleiner Wertmutstrophen: Das Hinspiel in Braunschweig im November'11 verloren die Bochumer ihrerseits mit 0:4....





Montag, 23. April 2012

Trotz Remis in Cottbus - Zukunft des VfL Bochum hängt am seidenen Faden

Der VfL Bochum hat in seiner langjährigen Geschichte sicherlich schon bessere Zeiten erlebt - so dramatisch wie sich die Situation derzeit darstellt war es aber wohl noch nie an der Castroper Straße.

Wichtiger Punktgewinn in Cottbus

Spielte erschreckend: Philipp Bönig
Das positivste an einer wieder intensiven Woche war sicherlich der Punktgewinn beim 1:1 (0:1) in Cottbus, den man nach einer erneut unterirdischen ersten Halbzeit nicht mehr erwarten durfte. Gegen die allerschwächste Mannschaft der Rückrunde, die seit dem Abgang von Kult-Coach Pele Wollitz überhaupt kein Bein mehr auf den Boden bringt, war der VfL zu Beginn chancenlos. Die fußballerisch limitierten Lausitzer gewannen jeden Zweikampf, brachten mit simplen Mitteln die VfL Defensive allzuoft in Verlegenheit. Allein Philipp Bönig schoss in Halbzeit eins ein halbes Dutzend Böcke, die normalerweise für eine ganze Saison ausreichen sollten.
So musste man zur Pause froh sein, dass man "nur" mit 0:1 zurück lag, wenngleich das Tor ein Geschenk von Philipp Bönig, verbunden mit mangelnder Robustheit Holmar Eyjolfssons, war. Doch dass Cottbus die schwächste Offensive der Liga hat, war am Freitagabend unübersehbar.


Durch eine deutliche Leistungssteigerung in Halbzeit zwei sicherte wieder Kevin Vogt mit einem ähnlichen Treffer wie gegen 1860 München das Remis - und eröffnete den Bochumern gegen Spielende sogar die Chance auf den Auswärtssieg - was gleichbedeutend mit Klassenerhalt gewesen wäre. Doch sowohl Takashi Inui, als auch Christoph Dabrowski und Daniel Ginczek, brachten aus aussichstreichen Positionen den Ball nicht im von Ex-VfL Keeper Rene Renno gehüteten Cottbuser Tor unter.

Weil der KSC am Sonntag sein Spiel gewann ist heißt es im Lager des VfL mindestens eine Woche weiter zittern - sportlich zumindest.



Lizenz noch nicht gesichert

Noch viel ernster als die sportliche Bedrängnis (zumindest ist der direkte Abstieg rechnerisch nun auszuschließen) könnten in den nächsten Wochen die finanzielle Sorgen werden. Die Lizenz wurde dem VfL zwar vorerst erteilt - jedoch nur unter bis zum 24.Mai zu erfüllenden Auflagen.
Die Zeiten, in denen der VfL seine Schulden deutlich abbauen konnte und so gut wie keinerlei Auflagen mehr zu erfüllen hatte, sind vorbei. Seit dem Abstieg 2010 schreibt man in Bochum wieder rote Zahlen - tiefrote wie sich jetzt herausstellte.
Dass die finanziellen Probleme beim VfL Bochum größer sein könnten als zunächst erwartet zeigte sich schon im Januar, als man kurz vor Ende der Transferphase Matthias Ostrzolek (Augsburg) und Chong Tese (Köln) für frisches Geld in die Bundesliga wechseln liess. Wie jetzt bekannt wurde fehlen den Bochumer mindestens 1,3mio Euro, um den Spielbetrieb in Liga 2 fortführen zu können. Als Gründe nennt der Vorstand die zu geringenen Ticketeinnahmen und den Verlust des TV-Ranges an Greuther Fürth. Der dickste Brocken, der den VfL jetzt vor Existenzprobleme stellt, wird jedoch einmal mehr verschwiegen: Die Forderung bezüglich des Transfererlöses von Stanislav Sestak in Höhe von ca. 2,4mio€ kann dem Verein noch das Genick brechen.
Nach wie vor fehlt dieses Geld den Bochumer an allen Ecken und Enden, und wird aller Voraussicht nach in naher Zukunft auch nicht auf dem Konto des VfL eintrudeln. Die Hoffnung, dass Finanzvorstand Ansgar Schwenken seinen Fehler, Sestak OHNE BANKBÜRGSCHAFT in die Türkei ziehen gelassen zu haben, korrigieren kann, ist zwar noch gegeben - doch als Sicherheit lässt die DFL die Forderung gegenüber Ankaragücü nicht gelten. So müssen schnellstmöglich andere Liquiditätspotentiale aufgezeigt werden - oder es drohen weitere Spielerabgänge. Gerüchte um die letzten für Bundesligisten noch interessanten Kicker wie Andreas Luthe und Takashi Inui werden in naher Zukunft zur Tagesordnung gehören. Und dennoch gilt es alles dafür zu unternehmen, um genau diese Spieler, die einem eine bessere Zukunft ermöglichen könnten, zu h. Denn sonst droht wohl schon in Bälde ein Szenario wie bei Ex-Bundesliga Kollegin Armina Bielefeld.
Oder wie es einst schon Ex-Präsident Werner Altegoer sagte: "Der VfL kann nur als Erstligist im Profifußball existieren".

Es gilt zu hoffen, dass sich diese Worte nicht bestätigen werden.


Glück Auf!


FC Energie Cottbus - VfL Bochum 1848   1:1 (1:0)

1-0 Reimerink 33.
1-1 Vogt 58.


Luthe - Acquistapace, Maltritz, Eyjolfsson, Bönig - Sinkiwicz(66.Dabrowski) - Federico, Vogt(83.Berger) - Inui - Gelashvili(46.Freier), Ginczek



Der Weg zum Klassenerhalt:

Der VfL hält die Klasse vorzeitig, wenn:

- man am Sonntag gegen Braunschweig gewinnt
- man remis spielt, Karlsruhe jedoch nicht gewinnt
- man remis spielt, Karlsruhe gewinnt, jedoch Aue oder Cottbus verlieren
- man verliert, Karlsruhe jedoch nicht gewinnt




Hätte niemals an Ankaragücü verkauft werden dürfen: Ex-Star Stani Sestak

Sonntag, 15. April 2012

Kevin Vogt erlöst Bochum - Klassenerhalt greifbar

Es war wohl die angespannteste Woche der Saison beim VfL Bochum. OK, die Woche vom 12.-16. September letzten Jahres, als man Montag Abend in Dresden das vierte Spiel in Folge kläglich verlor, am darauffolgenden Dienstag Friedhelm Funkel entliess und am Ende der Woche unter Neu-Trainer Bergmann 0:4 gegen Paderborn unterging, war wohl ähnlich schlimm. Doch die Angst, nochmal böse erwischt zu werden nach Wochen der Versäumnisse, war diesmal weitaus größer.

In Aachen, am Mittwoch Spätnachmittag, wollte man doch alles klar machen in Sachen Klassenerhalt. Beim relativ abgeschlagenen Tabellenletzten, die bis dahin erst drei Spiele in der Saison gewonnen und schon zwei Trainerwechsel hinter sich hatten. Wenn nicht dort, wo dann würde der VfL seine notwendigen Punkte einfahren?
Doch der Mittwoch war ein ganz schwarzer Tag in einer dunkelgrauen Saison, denn ohne nützliches Zweikampfverhalten, ohne System in Angriff, und ohne jegliche Sicherheit bei einfachsten Aktionen kann man auch beim Tabellenletzten nicht gewinnen. So dominierte die noch leidgeprüftere Alemannia, Aufstiegspartner aus dem Jahr 2006, den VfL über die 90 Minuten nach Belieben, gewann locker und hochverdient mit 2:0 (2:0) und traf noch weitere drei Mal Aluminium. Das Ergebnis hielt sich im Neuen Tivoli glücklicherweise in Grenzen - eine Blamage war es allemal. Symbolisch für den Auftritt war die Gelb-Rote Karte für Linksverteidiger Philipp Bönig, der mit der Schnelligkeit David Odonkors völlig überfordert war und unmotiviert über den Rasen senste. Für Bönig war es die zweite Gelb-Rote Karte der Saison - im dritten Einsatz. Eine abenteuerliche Quote.
Die Bochumer Verantwortlichen schlugen nach der Vorführung harte Töne an: Sportvorstand Jens Todt sprach nicht um den heißen Brei herum, sondern betonte, "dass man nun sehen werde, auf wen man sich verlassen könne". Dass die Mannschaft "von Rückschlägen leichter aus der Bahn geworfen werde als alle anderen Teams der Liga" wusste man schon vorher, genauso bekannt war die Tatsache, dass ein Nika Gelashvili "vollkommend verunsichert" sei.
Man hoffte beim VfL, dass die harten Töne ihre Wirkung zeigen würden - im Spiel gegen Lieblingsgegner 1860 München, für das wieder Ausfälle zu verkraften waren:

Linksverteidiger Bönig war folglich gesperrt, viele andere, wie Kopplin, Federico und Dabrowski weiterhin angeschlagen, weitere wie Concha nicht einsatzbereit. So kam es, dass Federico und Kopplin beginnen mussten, die Linke Abwehrseite von Jonas Acquistapace besetzt wurde, Kevin Vogt ins Mittelfeld "rotierte", und vorne der Zweimann Sturm Gelashvili-Ginczek Druck auf die Münchener Abwehr ausüben sollten.

Die Bochumer übernahmen von Beginn an das Kommando, 1860 agierte abwartend, nicht den Eindruck erweckend, zwingend die Letzte Chance zum Erreichen des Relegationsplatzes nutzen zu wollen. Den konzentriert und überlegt nach vorne spielenden Bochumer wurde genügend Raum gelassen, die dem VfL schon zu Beginn die ein oder andere Chance ermöglichte. Inui, Vogt und Federico versuchten es mit Schüssen - die Marschrichtung war vorgegeben. Die Löwen waren im eigenen Angriff über Konter nicht ungefährlich, doch hatte die Abwehr des VfL den nominell so starken Sturm mit Lauth und Volland im Griff, lediglich Aushilfs-Außenverteidiger Acquistapace stand das ein oder andere Mal zu weit von seinem Gegenspieler Aigner entfernt.
Erzielte die Führung: Daniel Ginczek
Die Logische Führung für den aktiveren VfL fiel dann kruios: Gelashvili's Schussversuch wurde abgeblockt, der Georgier brachte den Ball nochmals zur Mitte, wo Ginczek den Ball in den Strafraum bolzte, ehe er ihm noch einmal vor den Fuß fiel, und der Dortmunder etwas glücklich den Ball durch die Hosenträger des unglücklichen München-Keeper Gabor Kiraly drosch (18.)
In Folge der Führung hatte der VfL weitere Torchancen, die beste wohl kurz vor dem Halbzeitpfiff durch Vogt (45.), musste gegen Ende der Halbzeit aber auch einen stärker werden Gegner bekämpfen, dem Kopplin durch eine Grätsche, bei der er sich an seiner angeschlagenen Leiste verletzte, die bis dahin beste Chance vereitelte (36.).
Zu Kopplin: Jens Todt lobte den Berliner diese Tage für seine vorbildliche Einstellung, würde er doch seit Monaten schon nicht mehr regelmäßig trainieren können und müsse seit Längerem aufgrund von Leistenproblemen gespritzt werden. Die unausweichliche OP könnte nun doch schon vor Saisonende anstehen - ein Vertragsangebot zur Weiteranstellung liegt dem 22-Jährigen Außenverteidiger vom VfL leider nicht vor.

Noch mit Kopplin kam der VfL aus der Kabine und erlebte eine Halbzeit, die eine gesamte Saison in 45 Minuten zusammenfasst. Zu Beginn war es weiter der VfL, der die Offensive suchte, schon in der 48.Minute ergab sich für Ginczek die Chance zur Vorentscheidung, als er sich antrittsschnell Aygün vom Leib riss und frei vor Kiraly am Tor vorbei schoss. Diese vergebene Chance war der Anfang ganz bittere Minuten, in denen der VfL die Führung leichtfertig verspielte und die Giesinger ohne sonderlich großen Aufwand die Weichen auf den vermeintlichen Sieg stellen konnten: Nur eine Minute nach der vergebenen Vorentscheidung tauchten urplötzlich einmal mehrere Münchener in der Hälfte des VfL auf, ein simpel geschlagener Ball von Aigner in den Strafraum auf Rakic genügte zum Ausgleich. Kopplin war nicht auf seiner Position, rückte auch zu spät nach (Er wurde kurz danach für Freier ausgewechselt) und Maltritz erkannte die Nichtbesetzung seiner Nebenposition zu spät und musste Rakic in seinem Rücken ziehen lassen.
Benny Lauths Reaktion auf seinen Zufallstreffer
Die Verunsicherung nach diesem ersten Nackenschlag war spürbar, das Spiel des VfL erlitt einen ersten Bruch. Als nur zehn Minuten später, eine misslungene Lauth-Flanke aus 33 Metern den Weg über Luthe hinweg ins Kreuzweg fand, schwanden die Hoffnungen der Bochumer auf den befreienden Sieg. Ein zweiter Ball nach einer Ecke kam zu Lauth, der Inui aussteigen liess und den Ball relativ "planlos" in den Winkel schoss. Das Glück war in dieser Phase nicht auf Seiten der Bochumer.

Die darauffolgende Viertelstunde war von Wechseln auf beiden Seiten geprägt, Spielfluss wollte nicht recht aufkommen, 1860 hatte mittlerweile die Oberhand gewonnen, der VfL, nun etwas wild aufgestellt, fand nicht mehr den Rhythmus der Ersten Halbzeit. Als Paradebeispiel dient hier Denis Berger: Der Österreicher, kein Fußballfeinmotoriker, kam in Minute 65 für den verletzten Kopplin in die Partie, spielte die seine ersten Minuten rechts im Mittelfeld, wechselte danach auf die Linke Außenbahn, und liefert eine höchst unglückliche Leistung ab. Berger gelang nichts. Obwohl sichtlich bemüht traf er durchgehend falsche Entscheidungen oder hatte kurioses Pech in seinen Aktionen. Entweder spielte er trotz vierer, fünf Ballberührungen nicht ab, oder seine Pässe waren ungenau und hoppelten. Die Krönung seiner schwachen Saison und des Fehleinkaufs an sich waren jedoch die folgenden Aktionen: So kam Berger urplötzlich im Strafraum frei an den Ball, statt den Ball ins Tor zu hämmern prüfte er Kiraly nur mit einem Mini-Schüsschen (74.). Als der unglückliche Ösi dann nach einem Flankenversuch nicht den Eckball zugesprochen bekam, sondern die Schiedsrichterin zurecht auf Abstoß entschied, war der Tag für Berger, wie seine komplette Saison, zum Vergessen.
Die Jungs von der Castroper versuchten in der Schlussphase alles, Ecken brachten auch Gefahr, doch Acquistapcae und Maltritz vergaben diese Halb-Chancen (82./83.). Doch weil man diesmal nicht aufgab und weiterhin trotz beschränkter Mittel alles versuchte, glückte noch der Lucky-Punch. In der 93.Spielminute chipte der eingewechselte Özi Kefkir einen Freistoß in den Strafraum, Gelashvili konnte den Ball in der Luft erreichen, und Vogt nagelte den vor ihm aufprallenden Ball in die MASCHEN. Schon lange hatte man beim VfL kein so spätes Tor mehr gesehen und endlich einmal ging das Team von Andreas Bergmann wieder mit einem positiven Gefühl aus einem Zweitligaspiel.

Erleichterung nach dem Erzwungenen Ausgleich

Erlösung in Sicht


Durch die Ergebnisse der Konkurrenz hat sich die Situation beim VfL etwas entspannt. Zwar ist man nun endlich, und glücklicherweise, nicht mehr Tabellenzehnter, doch durch die kollektiven Niederlagen der auf den Abstiegsplätzen beheimateten Teams nimmt man diesen derzeit 13.Tabellenplatz in Kauf.
Die Bochumer liegen nun sechs Punkte vor dem Relegationsplatz (Karlsruhe), zudem besitzt man das bessere Torverhältnis. Die beiden Letzten, Rostock und Aachen, müssten alle drei verbleibenden Saisonspiele gewinnen, um rechnerisch noch am VfL vorbeiziehen zu können.

Trotz allem hat der VfL noch lange keinen Freifahrtsschein für die restlichen Partien. Bei den ebenfalls seit Monaten kränkelnden Cottbusern soll nun rechnerisch der Klassenerhalt fixiert werden. Die Lausitzer stehten mittlerweile auch nur noch auf Rang 14, haben zwei Punkte weniger als der VfL auf dem Konto, und sind bei nur vier Punkten Vorsprung auf Karlsruhe noch in Reichweite der Abstiegsplätze. Kein Grund für den VfL, freiwillig Punkte abzugeben. Denn auch in Cottbus heißt es: Verlieren gilt nicht!

Für die Partie in Cottbus fehlen den Bochumer Christoph Kramer (Sperre) und womöglich Björn Kopplin. Philipp Bönig hingegen wird wieder ins Aufgebot stoßen.

Glück Auf!


Alemannia Aachen - VfL Bochum 1848   2:0 (2:0)

1-0 Odonkor 26.
2-0 Streit 39.


Luthe - Eyjolfsson, Maltritz, Acquistapaca, Bönig - Sinkiewicz(66.Dabrowski), Kramer(57.Vogt) - Freier, Federico(85.Berger), Inui - Ginczek



VfL Bochum 1848 - TSV 1860 München   2:2 (1:0)

1-0 Ginczek 18.
1-1 Rakic 49.
1-2 Lauth 60.
2-2 Vogt 93.

Luthe - Kopplin(65.Berger), Maltritz, Eyjolfsson, Acqusitapace - Kramer(75.Kefkir) - Federico(55.Freier), Vogt - Inui - Gelashvili, Ginczek

Torschüsse: 18 - 10
Ballbesitz(%): 56 - 44
Zweikämpfe(%): 52 - 49
Ecken: 6 - 4
Fouls: 22 - 17
Abseits: 5 - 2
Laufleistung(km): 109.04 - 113.36
Zuschauer: 10.132

Alter der Teams(Jahre): 25.3 - 27.4


Sonntag, 8. April 2012

0:0 gegen Karlsruhe - Bochum muss in Aachen punkten

Es wurde nichts mit dem erhofften Heimsieg. Konzentrierte Bochumer trennten sich am Ostersonntag in einem durchwachsenen Kick vom ehemaligen Bundesligakollegen Karlsruher SC mit 0:0.

Der VfL hatte in den vergangenen Jahren schon so schöne Siege erlebt am Ostersonntag, besonders in Erinnerung hängen blieb der 4-1 Erfolg von vor fünf Jahren in Leverkusen an eben jenen Feiertag - und obwohl diesmal das Wetter mitspielte, wurde es kein Festtag für den VfL Bochum.

Vor gerade einmal noch 10.000 zahlenden Zuschauern versäumten es die Bochumer endgültig den Deckel drauf zu machen auf den Klassenerhalt, der immer noch nicht gänzlich gesichert ist.


Dominanz in Halbzeit eins unbelohnt

Ein Grund wieso der Klassenerhalt noch immer unsicher ist liegt an der mangelnden Durchschlagskraft im Angriff. Einmal mehr wurde dieses Manko im Ernstfall deutlich. Der VfL behrerrschte die erste Halbzeit gegen einen äußerst passiv agierenden KSC klar, ein Tor sollte dabei jedoch nicht herausspringen.
Aus einem hohen Ballbesitzanteil heraus versuchten die Bochumer das Spiel sicher, aber doch konsequent aufzubauen. Der verbesserte Kopplin konnte genauso wie Routinier Bönig über die Außen das Spiel durchaus ankurbeln, im Mittelfeld war Takashi Inui stets anspielbar, und Lukas Sinkiewicz sorgte auf der 6 dafür, dass Karlsruher Konter überhaupt nicht aufkeimen konnten. Doch was nutzt es, wenn der Gegner zwar keinen einzigen Torschuss produziert, man selbst aber trotz drückender Überlegenheit kein Tor erzielen kann?
Die Chancen dazu waren ja da: Schon in der 1.Minute sorgte ein abgefälschter Schuss von Kramer für Torgefahr, man übernahm von Anpfiff weg das Kommando. Christoph Dabrowski muss den VfL in der 22.Spielminute in Führung bringen, brachte aber mit einem viel zu unplatzierten Kopfball Philipp Bönig um seinen ersten Scorerpunkt seit fast neun Jahren, der Dabrowski mit einer butterweichen Flanke ideal bediente. Nur kurze Zeit später hatte Christoph Kramer die Führung auf dem Fuß, als Takashi Inui den Ball in den Strafraum trug, dieser über Umwegen Kramer fand und der Junge Mittelfeldspieler den Ball an den heraushechtenden KSC-Keeper Orlishausen vorbei an den rechten Torpfosten setzte.
Der VfL hatte weit über 70% Ballbesitz - das Tor wollte aber wieder einmal nicht fallen.

Vergab die Riesenchance: Kapitän Dabrowski
Zur Zweiten Halbzeit bracht Neo-KSC-Coach Kauczinski mit Klemen Lavric für Christian Timm mehr Durchschlagskraft für den Angriff, was die richtige Entscheidung aus Sicht der Gäste war. Lavric, körperlich deutlich robuster, konnte erstmals Bälle in der Karlsruher Offensive halten, der Slowene bereitete vor allem Maltritz im Kopfballspiel einige Probleme und erzwang eine Gelbe Karte gegen Maltritz. So kam es, dass die Badener die zweite Halbzeit nicht mehr ausschließlich in der eigenen Defensive verbrachten, sondern es entwickelte sich ein offener Schlagabtausch.
Agierte total glücklos: Nika Gelashvili
Die größte Chance in der Phase nach Wiederanpfiff hatte sogar der KSC, als Bönig mit einen Ausrutscher einen längst beendeten KSC-Angriff nochmal neuen Schwung verlieh. Durch Bönigs Fauxpass setzte sich der KSC in Höhe des Bochumer Strafraums fest, Pascal Groß, Sohn der ehemaligen KSC-Legende Stephan Groß tanzte sich durch die Bochumer Gefahrenzone, Eyjolfsson und Sinkiewicz fehlte es an Grip, letztlich konnte Luthe glänzend reagieren, der Ball viel Klemen Lavric genau vor die Füße, doch Maltritz und Luthe konnten den Ex-Grazer gedankenschnell am Torerfolg hindern.

Der KSC war urplötzlich wieder im Spiel, doch auch der VfL kam zu Chancen. Orlishausen parierte einen Sinkiewicz Fernschuss noch vor der Lavric-Chance, Ginczeks und Federicos Versuche um Minute 75 waren jedoch wenig zwingend.

Überzeugend im Kopfballspiel: Holmar Eyjolfsson
In der letzten Minute des Spiels hatte der VfL dann aber nochmal die Riesenmöglichkeit zum Sieg: Holmar Örn Eyjolfsson, der junge Isländer, der speziell im Kopfballspiel überzeugte, köpfte eine Freier-Ecke scharf aufs Tor, doch der abermals zu unplatzierte Ball konnte wieder vom starken KSC-Goalie Dirk Orlishausen entschärft werden.
Ein Sieg konnte somit nicht eingefahren werden, aber zumindest war das Spiel gegen Karlsruhe das Erste, das nicht verloren wurde, an dem Denis Berger teilgenommen hat. Der Österreicher wurde nach gut einer Stunde für Kapitän Dabrowski eingetauscht.

Der Ex-KSC-Torschützenkönig Giovanni Federico fiel an diesem Nachmittag überhaupt nicht auf. Auch Federico ist momentan von Erstligafußball so weit entfernt wie weitere ehemalige Bundesligakicker des KSC: Staffeldt, Iashvili und Timm sind/waren allesamt gestandene Bundesligaspieler. Dass sich die Kräfteverhältnisse im Fußball schnell ändern können beweist ein kleiner Blick in die Vergangenheit. Federico verließ 2007 als Torschützenkönig den Aufsteiger Karlsruhe und heuerte bei Borussia Dortmund an - den derzeit amtierenden Deutschen Meister - der die Bundesliga-Saison 2007/08 auf Rang 13 abschloss. Bochum war vor vier Jahren zwölfter, Karlsruhe gar elfter. Federico wäre heute in einer Dortmunder Tempo-Truppe genauso unvorstellbar wie ein Ilkay Gündogan beim VfL - der damals mehr oder weniger "vergrault" wurde...


Mittwochs in Aachen

Der Fokus rückt zurück auf die Gegenwart. Am Ende des Osterwochenendes steht für die Jungs von der Castroper Straße der 32. Saisonpunkt. Um den Klassenerhalt zu sichern, muss noch der ein oder andere Punkt dazukommen. Gelegenheit dazu bietet sich bereits kommenden Mittwoch. Auch die Zweite Liga kommt im EM-Jahr nicht ohne Englische Woche aus, was den VfL am Mittwoch um 17.30 Uhr in Aachen anstoßen lässt.
Die Alemannia ist derzeit Tabellenletzter, verspielte in Ingolstadt nach 3-1 Führung zwei wichtige Punkte und ist noch länger als der VfL sieglos. Leider nicht mehr antreffen wird man in Aachen die Ex-Trainer Funkel und John, die letzte Woche von ihren Aufgaben befreit wurden. Neo-Coach bei den Gelb-Schwarzen ist U-23 Trainer Ralf Außem. Er stellte beim Spiel in Ingolstadt auf 4-3-3 um und eine Verbesserung des bislang desaströsen Offensivspiel der Alemannen war unschwer zu erkennen. Die "Öcher" stehen nach 29 Spielen bei mageren drei Siegen - es mögen zeitnah keine Folgen.


Glück Auf!


VfL Bochum 1848 - Karlsruher SC   0:0

Luthe - Kopplin, Maltritz, Eyjolfsson, Bönig - Sinkiewicz - Federico(76.Freier), Kramer, Inui, Dabrowski(66.Berger) - Gelashvili(70.Ginczek)


Torschüsse: 15 - 6
Ballbesitz(%): 64 - 36
Zweikämpfe(%): 52 - 48
Ecken: 3 - 3
Fouls: 22 - 18
Abseits: 2 - 3
Laufleistung(km): 108.69 - 116.36
Zuschauer: 10.133

Alter der Teams(Jahre): 27.3 - 28.0



  Bundesliga-Abschlusstabelle 2008 - vier Jahre ist's her.


Zitat des Tages: "Hört auf mit Petting - Bochum ist Hardcore" (Ostkurve)

Montag, 2. April 2012

Nach Pleiten gegen Ingolstadt und Frankfurt droht dem VfL das große Zittern

Die seit Monaten wenn nicht Jahren leidgeprüften VfL-Fans sehnen sich seit Wochen dem nicht näher kommen wollenden Saisonende entgegen. Ähnlich wird es Trainer Andreas Bergmann ergehen, der seit Wochen kein Rezept mehr hat, den etlichen Nackenschlägen entgegenzuwirken, und den steilen Absturz nach dem Spiel in Fürth bislang nicht abfangen kann.
So schlittert man in Bochum immer mehr Richtung Gefahrenzone, ohne die noch wenigen, aber dringend notwendigen Punkten für den Klassenverbleib einzuspielen. Der schon länger trügerische 10.Tabellenplatz spiegelt das derzeitige Leistungsvermögen der Mannschaft (leider) nicht wieder, der Blick hat sich längst auf den Abstand zum Tabellen-16. gerichtet, dem kommenden Gegner, den KSC, der nur noch acht Punkte Rückstand auf den VfL aufweist.

Die Situation erinnert böse an den letzten Abstieg von vor zwei Jahren, als man ebenfalls zu einem gewissen Zeitpunkt relativ grundlos das Punktesammeln einstellte, aus den letzten zehn Saisonspielen lediglich einen einzigen! Punkt erspielte und einen komfortablen Vorsprung in selten zuvor dagewesener Art und Weise verspielte und am Ende abstieg. Wohlgemerkt aus Liga 1. Ein ähnliches Saisonende 2012 würde wohl das Ende des Vereins in seiner jetzigen Form darstellen.

Man dürfte gewarnt sein an der Castroper Straße - Chancen, die noch notwendigen drei bis vier Punkte einzufahren, um wenigstens die Klasse zu erhalten, bieten sich noch genügend. Doch stellen die Partien gegen den KSC und Alemannia Aachen, beide mit neuem Trainergespann ausgestattet, schon kleine Endspiele dar. Verloren werden dürfen diese Spiele nicht - sonst droht das große Zittern.


Überlegenheit gegen Ingolstadt wertlos

Caiuby nahm dem VfL die Aussicht auf Punkte
In diese jetzt mehr oder minder akute Lage gebracht hat den VfL auch die Heimniederlage gegen den FC Ingolstadt. Das 0:1 kurz vor Schluss von Caiuby stellte das Spiel auf den Kopf, war aber an Naivität des VfL nicht zu überbieten. Slawo Freier vertändelte leichtfertig einen Konter, leitete dabei einen Ingolstädter Gegenzug ein, Maltritz leistete dem Torschützen Caiuby weit vom Strafraum entfernt Geleitschutz, verpasste das Foulspiel, Acquistapace rückte zu spät aus der Verteidigung  heraus, verzichtete ebenfalls auf die Gelbe Karte und liess so den lange mit dem Ball am Fuß laufenden Caiuby gar in den 16m-Raum einbiegen. Ergebnis bekannt.



Leichtes Spiel für Frankfurt

Am Freitag Abend in der Commerzbank-Arena zu Frankfurt lieferte der VfL wie erwartet brav die Punkte ab, die der einfallslos, aber effizient agierenden Frankfurter Eintracht das Tor zur Fußball-Bundesliga weit aufstoßen. Nachdem die Chancen zur eigenen Führung (z.B. Maltritz, 1.) nicht genutzt wurden, schenkte man in der Defensive wieder relativ einfach die Tore ab. Alle drei Gegentreffer waren Gastgeschenke und fielen nach dem selben Schema. Drei mal Flanke - Drei mal Tor. Einfacher hat es in dieser Saison den Frankfurtern, die trotz aller Dominanz in Liga 2 im nächsten Jahr wohl auch wieder ganz tief im Abstiegssumpf der Fußball Bundesliga stecken werden, wohl noch kein Gegner gemacht.
Beim ersten Gegentreffer hatte die Eintracht zunächst Pech, als Idrissou, der zur Halbzeit ausgewechselt werden musste, bis dahin aber der VfL-Defensive deren Schwächen gnadenlos aufgezeigt hatte, zunächste den Pfosten traf, VfL-Verteidiger Kopplin, der im Sommer wohl zurück in seine Heimat Berlin wechseln wird, den Ball aber nicht weit genug aus der Gefahrenzone gedroschen bekam, sodass Linksverteidiger Djaka mit maßgenauer Flanke den freistehenden Kittel bediente, der technisch fein auf des Torschützens' Kopf Idrissous weiterleitete.
Überragend: Erwin "Jimmy" Hoffer
Idrissou spielte vornehmlich Acquistapace schwindelig und konnte vom VfL zu keinem Zeitpunkt kontrolliert werden. Anders noch in der Relegation, als der Kameruner noch für Mönchengladbach stürmte, und gegen Maltritz und Yahia keinen Stich machte. Erst als Trainer Favre in diesen Partien jeweils mitte Zweiter Halbzeit Igor de Camargo für den bulligen Idrissou brachte bekam der VfL in der Defensive Probleme und verpasste letztlich den Aufstieg.
Die weiteren Gegentore in Frankfurt waren mehr oder weniger Kopien des Ersten, Alex Meier erzielte sehenswert per Seitfallzieher das 2-0 nach Flanke des Ex-Rapidlers Jimmy Hoffer, mit 3-0 machte der Österreicher wieder nach Flanke Djakpas und wohlwollendem Abwehrverhaltens des VfL dann alles klar.

Eine Nummer zu groß für den VfL: Alex Meier und seine SGE
Der VfL hätte die Partie mit eigenen Torerfolgen durchaus spannender gestalten können, doch Inui (40.,Pfosten) und Ginczek Mitte der Zweiten Halbzeit vergaben beste Einschussmöglichkeiten. Die Eintracht schaltete im weiteren Verlauf des Spiels zurück, sodass es letztlich bei dem 3-0 Sieg der SGE blieb.



Dem VfL Bochum stehen nun unangenehme Wochen an. Der 9.Platz, der eventuell höhere Fernseheinnahmen ermöglichen würde, ist längst außer Reichweite. Der Überlebenskampf, dem man im Herbst enteilen konnte, hat wieder eingesetzt. Mindestens eine Partie müssen die Bochumer noch gewinnen - je früher desto besser für alle Beteiligte.
Auch für Sportvorstand Jens Todt, der hinter den Kulissen seit Wochen an einer "spannenden" neuen Mannschaft bastelt. Dass es auch ihm nicht möglich sein wird alle eklatanten Versäumnisse seine Vorgänger auszubessern ist abzusehen, dass er aber zumindest optimistisch an die Aufgabe herangeht zeigen die ersten Transfergerüchte. Nachdem der österreichische Nationalspieler Florian Klein seit längerem im Gespräch ist (Ihm liegt aber wohl eine lukrative Offerte aus Salzburg vor) betonte Todt nun, dass man vermehrt nach frischen Führungsspielern für die Mannschaft Ausschau hält. Der Siegburger Axel Bellinghausen soll wohl auch auf Todts Liste gestanden haben. Der Linksaußen entschied sich aber für Fortuna Düsseldorf, und wie schon Olivier Occean GEGEN den VfL. In diesen Tagen keine allzu überraschende Entscheidung...


Freitag, 23. März 2012

Bochum verdaddelt Sieg in Duisburg und verliert Azaouagh - Heute Dreier gegen Ingolstadt Pflicht

Der VfL Bochum hat es mal wieder geschafft, einen vor dem Spiel bereits toten, während des Spiels noch "toteren" Gegner so aufzubauen, dass dieser am Ende des Spiels den ersten Sieg seit einem Vierteljahr einfuhr und wieder auf bessere Tage hofft. Eine nette Geste der braven Bochumer, die so oft schon, auch direkte Konkurrenten um diverse Saisonziele, auf diese Weise aufgebaut haben.

Bei der 1:2 (1:1) Niederlage an der Wedau traf der VfL auf einen ausschließlich planlos über den Platz holzenden MSV Duisburg, dem man den Tabellenplatz ansah und es wenig überraschte, dass diese Truppe, die in anderer Zusammenstellung im Mai noch das Pokalfinale erreicht hat, im Jahr 2012 erst ein dürftiges Remis zustande brachte.

Und trotz der frühen Führung des VfL, Azaouagh setzte einem bereits verlorenem Ball gut nach und steckte auf Inui durch, der den Ball souverän am Torwart vorbeilegte, war abzusehen, dass sich dieses Spiel nur in zwei Richtungen wird entwickeln können. Entweder bricht Duisburg ein und wird in deren "Sturmlauf" durch zwei, drei Kontertore bestraft und 3-0 abgefiselt, oder der VfL bringt es mal wieder auf die Reihe, einem absolut verunsicherten und schwachen Gegner innerhalb kürzester Zeit auf die Beine zu helfen.
Letzteres trat ein.

Agierte einmal mehr unglücklich: N.Gelashvili
Nur sechs Minuten nach der Führung vollendete Nika Gelashvili eine erbärmlich getretene Gjasula-Ecke in ungewohnter Torjäger-Manier zum Ausgleich ins eigene Tor. Diese Bogenlampe, sicherlich in Arnd Zeiglers Fußballsendung "Kacktor-des-Monats"-würdig, passt nur zu gut ins derzeitige Bochumer Gesamtbild. Man haut sich seit Wochen die Dinger praktisch selbst rein. Nur zu sinnbildlich, dass das Eigentor des ansonsten absolut harmlos agierenden Georgiers schon das zweite spektakuläre Eigentor des VfLs innerhalb weniger Wochen war.

Und dennoch waren die Duisburger derart schwach, dass der VfL das Spiel vor der Halbzeit hätte locker zu seinen Gunsten entscheiden können. Zwischen Minute 30 und 45 spielte der VfL nämlich ansehnlichen Offensivfußball, und kam zu einigen Chancen - genutzt wurde freilich keine.

Gute Besserung Mimoun Azaouagh
Der letztliche Knackpunkt des Spiels war die Verletzung Mimoun Azaouaghs. Der Frankfurter, bis dahin bester Bochumer Feldspieler, verletzte sich nach einem Knochenbrecherpass von Freier höchst unglücklich und schwerst im Gesicht. Azaouagh blieb einige Minuten bewusstlos am Boden liegen, erlitt ein Schädel-Hirn-Trauma und einen Kieferbruch. Die Saison ist für den Mittelfeldspieler beendet.

Danach war der Schwung auf Bochumer Seite komplett raus, die Stellungsfehler indes häuften sich und das über das ganze Spiel bemängelte passive Zweikampfverhalten ermöglichte den Zebras sogar noch den Sieg, als ein längst zu klären gewesener Ball nochmal zum MSV gelangte, und der leicht im Abseits stehende Maurice Exslager trotz Bochumer Begleitschutz relativ freistehend aus 18m zum Siegtreffer einschießen konnte.



Der Blick geht nach unten


Durch die Niederlage in Duisburg bleibt der VfL bei mageren 31 Punkten stehen - man hat zehn Punkte Vorsprung auf Relegationsplatz 16 und Ex-Trainer Friedhelm Funkel. Natürlich darf an der Castroper Straße deshalb noch keine Panik ausbrechen, aber die Tendez zeigt klar nach unten. Zudem bricht mit Mimoun Azaouagh der nächste wichtige Stammspieler aus der Mannschaft und wird in dieser Saison nicht mehr eingesetzt werden können.
Leicht wird es daher nicht, mit einem positiven Gefühl aus der Saison zu gehen. Um die Spannung aber hochzuhalten wurde von den Verantwortlichen wieder vermehrt der Aspekt der TV-Gelder ins Spiel gebracht. Der VfL ist in der Rangliste der TV-Gelder, die sich aus den zurückliegenden vier Spielzeiten berechnet, bereits vom FC St.Pauli überholt wurden - nun heißt es mit etwas Glück und dem neunten Tabellenplatz am Saisonende zumindest die Spvgg Greuther Fürth noch hinter sich zu lassen - es geht um eine halbe Million Euro.

Zuerst aber kommt am heutigen Freitag der FC Ingolstadt ins rewirpowerSTADION. Die Oberbayern haben sich unter Trainer Oral stabilisiert und sich im Winter soweit verstärkt, dass sie wohl dem Abstiegssumpf entfliehen können. Trotz allem muss der VfL diese Partie gewinnen, um endgültig Planungssicherheit für die kommende Saison zu besitzen. Zudem haben die Duelle gegen Ingolstadt schon ein klein wenig "Kultcharakter", gab es doch in den ersten drei Aufeinandertreffen nach zwei bösen VfL-Schlappen im Oktober den kuriosen 5:3-Auswärtssieg. Wiederholung gerne erwünscht.


MSV Duisburg - VfL Bochum 1848   2:1 (1:1)

0-1 Inui 20.
1-1 Gelashvili ET 26.
2-1 Exslager 78.


Luthe - Freier, Maltritz, Acquistapace, Kopplin - Kramer - Azaouagh(61.Eyjolfsson), Dabrowski(83.Berger) - Federico - Gelashvili(76.Ginczek), Inui


Traf in Ingolstadt dreifach: Der jetzt-Kölner Chong Tese

Dienstag, 13. März 2012

Verbesserter VfL punktet in Paderborn - Hohe Auswärtshürde vor der Brust

Sören Brandy, bald Zebra, und "Zeitarbeiter" Faton Toski
In einem wenig ansehnlichen Zweitligaspiel konnte der VfL Bochum 1848 am vergangenen Freitag durch ein 0-0 Unentschieden einen Punkt vom Aufstiegsanwärter SC Paderborn 07 entführen. Der VfL zeigt sich mannschaftlich geschlossener als zuletzt und liess keine Paderborner Torchancen zu. Für einen Sieg reichte es dennoch nicht, da man im Torabschluss zu fahrig agierte und der nichtmal drittligataugliche Rasen in der Paderborner Fischdose sein übriges dazu beitrug.

Für die Bochumer, bei denen der zuletzt gesperrte Faton Toski als Linksverteidiger ins Team zurückkehrte, dieser jedoch lediglich durch unzählige Befreiungsschläge auf die Paderborner Sitzplatztribünen und ein unmotiviertes Handspiel, was ihm die nächste Sperre einbrachte, auffiel, war die unansehnliche Partie in Paderborn zweifelsfrei ein Fortschritt, geriet man doch zuletzt arg unter die Räder. Die Mannschaft zeigte defensiv eine größtenteils geschlossene Mannschaftsleistung, Kapitalaussetzer wie im Heimspiel gegen Dresden gab es zum Glück nicht zu betrachten. So durfte man am Ende mit dem Punkt bei einem biederen, in dieser Form keinesfalls aufstiegsreifen Gegner aus Ostwestfalen, zufrieden sein - wenngleich man im zweiten Spiel in Folge ohne Torerfolg blieb, trotz nominell abermals sehr offensiver Aufstellung.


Vor Duisburg, vor den ersten Transfergerüchten

Noch nicht verlängert: Johann Friedrich aka Giovanni Federico
Das Spiel in Paderborn war das 18. unter Trainer Andreas Bergmann. Im Vergleich zu dessen Debut im Hinspiel gegen Paderborn, als der VfL sang- und klanglos mit 0-4 unterlag und jegliche Zweitligatauglichkeit vermissen liess, sind Verbesserungen in der Mannschaft natürlich nicht zu übersehen. Damals stand man auf dem letzten Tabellenplatz, es ging ausschließlich ums überleben. Bergmanns Bilanz mit 27 Punkten aus 18 Spielen ist keineswegs grandios, angesichts der Umstände zu Beginn seiner Anstellung aber anständig und lobenswert. Das Abstiegsgespenst konnte früh aus dem Ruhrstadion verbannt werden und sollte auch nicht mehr zurückkehren - erst Recht nicht nach dem Auswärtsspiel beim MSV Duisburg. Die Fast-Holländer starteten ebenfalls mit weit höheren Ambitionen in die Spielzeit, war man doch im Mai noch im DFB-Pokalfinale in Berlin gestanden. Nach einem Zwischenhoch vor Weihnachten murksten sich die Zebras durch teils desaströse Auftritte im Februrar wieder Richtung Abstiegszone. Im Jahr 2012 wurde gerade mal ein einziger mickriger Zähler ergattert, mit nur 21 Punkten, zehn weniger als der VfL auf dem Konto stehen hat, steckt man mitten drin im Existenzkampf. Für Trainer Oliver Reck ist ein Sieg gegen Bochum Pflicht - um nicht doch noch (endlich) von seinen Aufgaben entlassen zu werden.
Es erwartet den VfL an der Wedau ein heißer Kampf, denn mit einer Niederlage müsste man an der Castroper definitiv das Saisonziel wieder auf Klassenerhalt polen. Doch dass es nicht dazu kommen muss haben die Spieler des VfL selbst in der Hand. Ein Remis würde das gröbste verhindern, ein Auswärtssieg dem VfL zumindest in Sachen Abstiegskampf aller Sorgen ledig machen und den MSV vor einen ganz ganz harten Frühling stellen.
Die Bochumer könnten am Sonntag nachmittag den MSV Duisburg seit dem letzten Abstieg 2010 zum vierten Mal im vierten Duell besiegen (1-0, 3-1, 2-1), das ist bislang nur gegen den FSV Frankfurt gelungen (1-0, 1-0, 1-0, 2-0).


Werden an der Wedau die fest eingeplanten Punkte 32, 33 und 34 eingefahren sollte auch der Blick auf die dritte aufeinanderfolgende Zweitligasaison gerichtet werden. Während noch längst nicht absehbar ist, wer die Liga nach oben und unten hin verlassen wird, geschweige denn wer sich aus der Bundesliga nächstes Jahr in die Zweite Liga hinzugesellen wird müssen, ist die Aufgabe für die Verantwortlichen des VfL längst klar: Man hat für die kommende Spielzeit eine homogenere, ausgewogenere, schnellere Mannschaft auf die Beine zu stellen, die trotz Etatkürzung in der Lage sein sollte, um den Aufstieg mitzuspielen.
Trotz vieler auslaufender Verträge auf Seiten des VfL keine leichte Aufgabe, hat man das Hauptargument für Wechsel ins RewirpowerSTADION, das Prilvileg Bundesliga zu spielen, längst verloren.

Mit dem Gerücht des Interesses an dem ablösefreien Florian Klein/Austria Wien keimt aber zumindest etwas Hoffnung auf, dass man dieses Mal beim VfL ein etwas glücklicheres Händchen haben könnte als in den letzten Jahren.



SC Paderborn 07 - VfL Bochum 1848   0:0


Luthe - Kopplin, Maltritz, Acqusitapace(86.Eyjolfsson), Toski - Kramer - Azaouagh(70.Freier), Dabrowski(81.Ginczek) - Federico - Gelashvili, Inui


Torschüsse: 11 - 11
Ballbesitz(%): 51 - 49
Zweikämpfe(%): 48 - 52
Ecken: 6 - 4
Fouls: 19 - 22
Abseits: 1 - 6
Laufleistung(km): 102.92 - 105.65

Alter der Teams(Jahre): 26.7 - 26.5


Am Gründonnerstag 2011 verspielten Zlatko Dedic und Co. mit einem 0-0 in Paderborn wohl den direkten Aufstieg