Freitag, 24. August 2012

Vorgestellt: Der VfR Aalen

Während am heutigen Freitag die Fußball Bundesliga endlich nach langer Sommerpause in ihre 50.Spielzeit startet - beginnend mit der Abendpartie Borussia Dortmund gegen Werder Bremen - ist die Zweite Liga schon seit drei Wochen im Geschäft.
Am Wochenende wartet bereits der 3.Spieltag, inclusive DFB-Pokalspiel somit bereits das vierte Pflichtspiel für die Teams im Unterhaus. Der VfL kann mit dem bisherigen Saisonstart leben: Zwar wurde man vor 13 Tagen in Paderborn böse vermöbelt, doch konnte man mit den beiden anderen, wohl wichtigeren Siegen (Heimauftakt Dresden, Pokalerfolg Heidenheim) schon etwas Lust auf eine erfolgreiche Saison wecken. Besonders der Sieg im Pokal in Heidenheim, einem der stärksten Drittligisten und somit doch sehr anspruchsvollen Los, sollte der Mannschaft um Kapitän Andreas Luthe Sicherheit und Selbstbewusstsein gegeben haben.

Nun heißt es im Ligarhythmus endlich einmal konstant zu spielen, keine Aussetzer ins Spiel zu integrieren, die dem Team seit Jahren immer wieder entscheidende Punkte gekostet haben. Als nächster Gegner stellt sich am Sonntagmittag der VfR Aalen im rewirpowerSTADION vor.

VfR Wer?

Der VfR Aalen aus Baden-Württemberg, unweit entfernt von Heidenheim, ist nicht zu verwechseln mit dem ehemaligen Zweitligisten LR oder später RW Ahlen aus Westfalen, die zuletzt 2009 mit ihrer Angriffreihe Großkreutz-Reus-Naki für Furore in Liga 2 gesorgt haben. Der VfR Aalen wird erstmals in Bochum erwartet und schwebt durch die jüngste Erfolgsgeschichte etwas auf Wolke Sieben. Dem sehr überraschenden Aufstieg im Mai folgte ein wahrer Blitzstart im Profifußball, in dem die Aalener erstmals in der Vereinsgeschichte aktiv sind. Nach dem überragenden 4-1 Auftaktsieg in Duisburg ging zwar das Match gegen Kaisierslautern im ehemaligen Waldstadion 1-2 verloren, doch der klare 3-0 Pokalsieg gegen Mini-Wolfsburg Ingolstadt liess diesen schnell vergessen. In Aalen herrscht Fußball-Euphorie!

Obwohl der Verein für Rasenspiele, angetrieben durch die Großsponsoren Imtech und Scholz, bereits 2008/09 in die Zweite Liga strebte, war der Aufstieg 2012 eine große Überraschung. Schließlich war man 2009, mit großem Etat und erklärtem Aufstiegsziel letztlich vollkommen unerwartet in die Regionalliga Süd abgestiegen. Ein Schock für den VfR, der den Neuaufbau in Liga 4 hervorragend nutzte und 2010 wieder in der 3.Liga angekommen war. Nach einer durchnschnittlichen Saison 2010/11, in der man dem Abstieg knapp entging, folgte dann die Sensation: Das Team um Ösi-Coach Ralph Hasenhüttl, Ex-Unterhaching-Chefcoach, der bereits seit Anfang 2011 auf der Ostalb tätig war, formte eine Mannschaft, die nach einer ordentlichen Hinrunde im Frühjahr 2012 den Turbo zündete und unaufhaltsam Richtung Aufstieg steuerte. Trotz einer statistisch keineswegs herausrragenden Saison stiegen die Aalener in der umkämpften und wahnsinnig ausgeglichenen 3.Liga-Saison 2011/12 mit 64 Punkten aus 38 Spielen als Tabellenzweiter hinter dem SV Sandhausen in die 2.Fußball Bundesliga auf.

Einen nicht unerheblichen Anteil am Aufschwung in Aalen hat Markus Schupp. Der Ex-Wattenscheider ist seit gut einem Jahr Sportchef auf der Ostalb, und, obwohl noch immer in Graz beheimatet, das Gesicht des Vereins. Das Duo Schupp-Hasenhüttl hat auch für diese Saison einen hervorragenden Grundstein gelegt, sodass den Aalenern von den drei Aufsteigern sicherlich das größte Potential unterstellt werden dürfte.
Riesentalent Kevin Kampl
Eckpfeiler des Teams ist ein sogenannter "Unterhaching-Block", dem neben Trainer Hasenhüttl auch die Ex-Münchener Leandro Grech und Robert Lechleiter angehören. Als weitere Schlüsselspieler sind Elfmeterexperte und Aufstiegsheld Martin Dausch sowie Kevin Kampl zu nennen. Besonders letztgenannter wird den Aalern nicht sehr lange zur Verfügung stehen, der slowenische U-21 Nationalspieler wird schon sehr bald den Weg in die 1.Bundesliga gefunden haben. Bei einem Spieler seines Kalibers wenig verwunderlich.

Sturmführer Zlatko Dedic
Dem VfL Bochum wird somit am Sonntagmittag eine hoch motivierte, eingespielte, clevere Mannschaft erwarten, die ungefähr vom Leistungsniveau mit dem FC Heidenheim verglichen werden kann, jedoch einen anderen Spielstil pflegt und aufgrund der jüngsten Erfolge längst als vollständiger Zweitligist wahrgenommen werden muss.

Der VfL wird geduldig und fehlerfrei spielen müssen, um gegen die Konterstarken Aalener nicht ins offene Messer zu laufen. Aufzupassen heißt es besonders auf Linksaußen Kevin Kampl, der Carsten Rothenbach wohl die ein oder andere zu lösende Aufgabe stellen werden wird.

Beim VfL wird sich die Startaufstellung im Vergleich zu Heidenheim wohl nichts ändern, lediglich Zlatko Dedic war unter der Woche angeschlagen. Einen ersten Kurzeinsatz könnten sich die Fans von Neuzugang Michael Ortega erwarten.


Glück Auf!


Aufstellung VfL:

Luthe - Rothenbach, Maltritz, Sinkiewicz, Brügmann - Kramer - Tasaka, Goretzka - Rzatkowski - Iashvili, Dedic

Mittwoch, 22. August 2012

Bochum kommt in Heidenheim nur kurz ins Schwitzen

Der VfL Bochum hat am Samstag Abend mit einem 2:0 (2:0)-Auswärtserfolg beim 1.FC Heidenheim 1846 die 2.Runde des DFB-Pokals erreicht. Dem Team von Andreas Bergmann genügte in der Abendhitze auf der Ostalb eine konzentrierte Leistung, der Sieg war aufgrund der idealen Torfolge kaum in Gefahr.

Einlauf der Mannschaften
Der VfL hatte eingeladen, auswärts nach Heidenheim. Der Verein verteilte 60 VIP-Karten für den Heidenheimer Sparkassen-Business-Club, ungewöhnlich für ein Auswärtsspiel, aber eine geniale Idee. So war neben dem schon lange nicht mehr so inspirierten Auswärtsblock neben vereinzelten Bochumern auf der Gegengeraden auch die gepolsterte VIP-Haupttribüne fest in Bochumer Hand. Auch die jetzigen Augsburger Kevin Vogt und Matthias Ostrzolek fanden sich im VfL-Bereich der Haupttribüne ein.

Heidenheim, eine wirtschaftlich starke Kleinstadt nahe Ulm, strebt durch die Unterstützung ihrer heimischen Unternehmen wie Voith oder Hartmann mit aller Macht Richtung Zweiter Bundesliga. Das Stadion, es erinnert im Ansatz an das Dietmar-Hopp-Stadion in Hoffenheim, wurde unlängst gründlich modernisiert und verfügt über alle modernen Standards - süß verpackt in Miniaturform. 7.500 Zuschauer fanden sich an diesem Sommerabend im "Waldstadion" ein, gut 1.000 davon aus Bochum oder für Bochum, und liesen sich vor dem Anpfiff von dem ein oder anderen netten Heidenheim Fanlied berieseln.

Nach dem Anpfiff übernahm der VfL aus Bochum dann die Regie: Schon nach wenigen Minuten gingen die Bochumer in Führung, nachdem Zinedine Kramer einen längst verloren geglaubten Ball noch in den Lauf Iashvilis passen konnte, der den etwas einsam am Fünfmeterraum wartenden Zlatko Dedic bediente, welcher sein erstes Tor in seiner zweiten Karriere beim VfL erzielte! Heidenheim, sichtlich geschockt, brauchte lange um den Ansatz eines konstruktiven Spielaufbaus hinzubekommen, der VfL, in orange gekleidet, bestimmte das Spiel deutlich. Der Zug nach vorne ging jedoch im Laufe der ersten Halbzeit etwas verloren. Heidenheim ackerte sich zu dem ein oder anderen Eckball und erarbeitete sich daraus zwei Halbchancen, der VfL konnte zweimal dank guter Kopfballverlängerung Tasakas den Weg in Heidenheims Strafraum finden, blieb jedoch ohne nennenswerten weiteren Abschluss den Eckball.
Erst in der 40.Minute setzten die Bochumer nach, der beste Konter seit langer Zeit über mehrere Stationen stellte die Weichen auf Sieg: Dedic vollendete den schnellen Konter, an dem unter anderem die Neuzugänge Iashvili, Rzatkowski und Rothenbach beteiligt waren.

In der Halbzeit herrschte gute Stimmung unter den VfL-Fans, spielte der VfL doch eine sehr ordentliche erste Halbzeit, lies defensiv wenig zu, die junge Linke Seite mit Brügmann und Goretzka, der aufgrund der Umstellung auf Raute und der Herausnahme Dabrowskis nach Links musste, war gegen den alles probierenden Rechtsaußen Dennis Malura defensiv zwar gefordert, aber keienswegs überfordert. Kramer räumte im Mittelfeld alles weg und Zentral standen Maltritz und Sinkiewicz stabil.

Die Zweite Hälfte sollte dann doch mehr Chancen für die Heimmannschaft mit sich bringen, Heidenheim, nun mit Thurk im Angriff aufgestellt, verstärkte den Druck, übernahm nun den Ball, und kam auch zu Chancen nach Ecken und Flanken. Doch der Qualitätsunterschied, den man ansonsten immer zwischen Erster und Zweiter Liga festzustellen hat, kann man auch zwischen Zweit- und Drittligisten erkennen: Trotz mitunter bester Einschussgelegenheiten der Hausherren gelang ihnen kein Treffer, ja man hatte das Gefühl, dass der FCH an diesem Abend wohl kein Tor mehr erzielen würde. Ein Lattenstreifer nach einer Ecke war letztlich die größte Chance, den Reste retteten Luthe, der einsatzfreudige Brügmann und Rothenbach auf der Linie.

Den Deckel auf das Spiel drauf machen müssen hätte Alexander Iashvili, der nach schönem Zuspiel von Leon Goretzka frei vor FCH-Keeper Lehmann stand, aber zu überhastet abschloss.

Das Spiel plätscherte die letzten Minuten vor sich hin, die VfL-Fans behielten mit ihren "Das Schaffst du nie"- Rufen bezüglich eines möglichen Heidenheimer Torerfolgs Recht, später noch wurde Heidenheims Spieler Florian Tausendpfund aufgrund seines Namens als übergewichtig abgestempelt ("Du bist zu schwer für diesen Sport").

Die 1.Pokalhauptrunde 2012/13 war für den VfL Bochum ein voller Erfolg. Das Spiel war keine spielerische Glanzleistung, aber das ist im Pokal keineswegs verlangt. Wenn der Gegner auch unterklassig einzustufen ist sollte man froh sein, wie relativ entspannt man die 2.Runde erreichen konnte und im Gegenzug sehen, wie böse es andere Erst- und Zweitligisten am Wochenende erwischt hat. Der VfL ist nach drei Saisonspielen auf Kurs - der Rückschlag von Paderborn, das übrigens an Nachbar Bielfeld gescheitert ist, kann durch die beiden wichtigeren Siege gegen Dresden (Heimspiel) und Heidenheim (Pokalgeld) kaschiert werden.

Glück Auf!


1.FC Heidenheim 1846 - VfL Bochum 1848   0:2 (0:2)

0-1 Dedic 5.
0-2 Dedic 41.


Luthe - Rothenbach, Maltritz, Sinkiewicz, Chaftar - Kramer - Tasaka(71.Freier), Goretzka - Rzatkowski(78.Eyjolfsson) - Iashvili, Dedic(84.Gelashvili)








Samstag, 18. August 2012

Nach dem Rückschlag von Paderborn - besteht der VfL in der Hitze Heidenheims?

Es war ein Rückschlag - die überraschend deutliche 0:4 (0:2)- Pleite in Ostwestfalen. Nach dem runden Saisonstart vor 14 Tagen gegen Dynamo Dresden hoffte man beim VfL auf neue, frische, stabilere Zeiten - ein Wunsch, den man vorerst zu den Akten legen muss.
In Paderborn sah man nämlich ein Spiel, wie man es nur allzuoft vom VfL in den letzten Jahren zu sehen bekam. Trotz definitv vorhandenem Potential griff in der Mannschaft kein Rädchen ins Andere, kein Mannschaftsteil harmonierte mit dem Anderen, zusätzlich folgten haarsträubende Individualfehler in der Defensive, dem Bereich, in dem Fehler am schwerwiegendsten sind.

So kam es, dass eine verdammt junge und spielstarke Paderborner Mannschaft, gegen die ebenfalls "junge"(O-Ton J.Todt, Altersschnitt 26,9 Jahre...) Bochumer Mannschaft kurzen Prozess machte und den VfL ähnlich klar wie vor knapp einem Jahr, im September 2011, dem ersten Punktspiel unter Trainer Bergmann, abschoss. Damals freilich stand man nach acht Spieltagen am Tabellenende, hoffnungs- und aussichtslos, in allen Belangen überfordert und ohne jegliche Wettkampfhärte.
Das war diesmal zumindest anders: Der VfL ergab sich trotz des hohen Ergebnisses nicht, hätte selbst ein, zwei Tore erzielen können (Dedic), konnte aber das Ergebnis nicht besser in Grenzen halten.

Ein zu starker Gegner: Der ehemalige Dortmunder Mario Vrancic
Der gemeine VfL-Fan kann ja derartige Niederlagen, sei es auch heute gegen Paderborn und nicht mehr Werder Bremen oder Borussia Dortmund, an sich relativ problemlos wegstecken. Es sind nur immer die Rahmenbedingungen die einen wahnsinnig machen:

Einerseits ist da der so gelungene Saisonstart gegen Dresden, der doch Mut und Selbstvertrauen geben sollte, endlich einmal wieder mit zwei Siegen in die Saison zu starten (letztmals 2002 der Fall gewesen), auf dem durchaus Ordentlichen Spielerischen Niveau aufzubauen und auch gegen einen etwas stärkeren Gegener wie Paderborn dagegen halten zu können.
Außerdem würde man eine derartige Klatsche einer "jungen" VfL-Mannschaft auch mal verzeihen - letztlich spielen aber noch immer die Senioren des Teams und - das ist das Problem - machen auch noch die entscheidenden schwerwiegenden Fehler. Maltritz, Dabrowski und auch Rothenbach, 3 der 4 Ü-30er des Teams, spielten unterirdisch, konnte zu keinem Zeitpunkt mit den handlungsschnellen und starken Einzelspielern Paderborns konkurrieren und trugen mit einfachen Fehlern wirkungsvoll zur Niederlage bei.
Wenn man dann im Anschluss der Partie hört, wie Jens Todt und Andreas Bergmann die Niderlage auch zum Teil auf die Unerfahrenheit der jungen Spieler schiebt, was einerseits falsch ist, da die "Alten" die entscheidenden Böcke geschossen haben und andererseits bei nur drei "jungen Dachsen" in der Startelf (Goretzka, Brügmann, Kramer) und fünf "alten Hasen" (Dabrowski, Maltritz, Rothenbach, Iashvili, auch Sinkiewicz) das Gleichgewicht doch arg gestört war. Todt und Bergmann müssen aufpassen, dass sie mit ihren falschen Aussagen nicht den Älteren, längst nicht mehr auf ihrem Leistungszenit befindlichen Ex-Bundesliga Haudegen, kein Alibi gewähren, während die durchaus vielversprechenden jungen Spieler zum Teil auf der Bank versauern oder sich sogar ungerecht behandelt fühlen. Denn wenn das der Fall sein wird, dann nützt dem VfL der größte Umbruch nichts, wenn die nächste Generation verschenkt ist.


Heute nun kommt es zum schwierigen Pokalspiel in Heidenheim. Glücklicherweise beginnt das Spiel erst abends, sodass man der ganz großen Hitze ausweicht. Kein Nachteil für den VfL.
Es wird das ersten Auftreten des VfLs beim 1.FC Heidenheim 1846 sein, einem aufstrebenen Fußballverein aus Baden-Württemberg, der zwar noch älter als der VfL ist, jedoch erst in den letzten Jahren nach oben strebt. Unter dem Sponsoring von Anlagenbauer Voith hat man nahe Aalen eine längst zweitligareife Mannschaft auf die Beine gestellt, zum Aufstieg reichte es bislang (noch) nicht. Im Vorjahr scheiterte man an einer eklatanten Auswärtsschwäche, gegen Ende musste man die Nachbarteams Aalen und Sandhausen, später auch Regensburg, ziehen lassen.
Marc Schnatterer, der Chef im Heidenheimer Mittefeld
Dieses Jahr soll der Aufstieg gelingen. Der bekannteste Spieler des FC ist mit Sicherheit Michael Thurk, Zweitliga-Legende und zuletzt Torschützenkönig der 2.Liga 2010.
Nach fünf Spieltagen in der 3.Liga steht Heidenheim auf dem 5.Tabellenplatz.


Glück Auf!


Aufstellung VfL:


Luthe - Rothenbach, Maltritz, Sinkiewicz, Brügmann(Chaftar) - Goretzka, Dabrowski(Rzatkowski), Kramer, Tasaka - Iashvili, Dedic

Montag, 6. August 2012

Alexander Iashvili führt runderneuerten VfL zum Sieg

Was für ein Saisonauftakt an der Castroper Straße! Der VfL Bochum rang nach großartigem Kampf Dynamo Dresden in einem starken Zweitliga-Spiel mit 2:1 (0:1) nieder.

Ein wenig Zweifel durfte ja angebracht sein, vor dem Anpfiff zur fast schon ungewohnten Beginnzeit um 15:30 Uhr - schließlich leistete sich der VfL in der Vorbereitung doch die ein oder andere peinliche Niederlage und wusste noch kurz vor Saisonbeginn nicht so recht wohin die Reise gehen will.

90 beeindruckende und mitreißende Minuten später ist den Beobachtern eins klar: Das letzte Jahr kann abgehakt werden, auf die "spannende" Zukunft darf man sich freuen!

Das, was die Bochumer Jungs am Samstag im sonnendruchfluteten Bochumer rewirpowerSTADION auf den Rasen brachten war sicherlich keine Tiki-Taka-Fußballkunst - nein, aber es war genau das nach dem sich Verein, Fans und wohl auch die Spieler selbst seit langer Zeit gesehnt hatten.
Die Mannschaft ackerte, rannte, kombinierte, steigerte sich und spielte 90 Minuten bedingungslos auf Sieg - wann hat man das zuletzt gesehen?

Vor sechs Monaten hätte man diese Partie gegen starke Dresdener, die wohl sogar stärker auftraten als bei der Niederlage Anfang März, sicherlich verloren. Obwohl man gut in die Partie fand, sich viele Standardsituationen mit Halbchancen erarbeitete, fing man sich beim ersten gefährlichen Dresdener Vorstoß den Gegentreffer. Marcel Maltritz lies Pote laufen, Florian Brügmann kam gegen den weiterleitenden Koch zu spät, schon war Pote frei durch und erzielte das glückliche 1:0 (30.).

Auch wenn dem VfL nach dem Gegentreffer ein wenig Verunischerung anzusehen war, hatte man nicht das Gefühl, dass diese Partie verloren werden könnte. Zu stabil, zu zielstrebig agierte der VfL die erste halbe Stunde - und steigerte sich nach der Pause nochmal deutlich:

Zu Beginn der zweiten Hälfte, man spielte nun Richtung Ostkurve, suchten die Bochumer sofort den Weg nach vorne. Dedic' Chance in Minute 49 konnte SGD-Keeper Kirsten hervorragend entschärfen. Machtlos war er dann beim Ausgleichstreffer, der aus einer der vielen Standardsituationen entsprang. Alexander Iashvili, an diesem Nachmittag unermüdlicher Antreiber und Spielgestalter des VfL, fand mit seiner präzisen Flanke den Kopf von Leon Goretzka, der zum Ausgleich einnickte (56.)! Was für ein Debüt für den gebürtigen Bochumer, der wohl mit 17 Jahren zum jüngsten Torschützen der Vereinsgeschichte aufgestiegen ist, und der Prototyp des idealen VfL-Spielers darstellt, als einer der seit der F-Jugend im Verein ist, seit Jahren mit Dauerkarte ausgestattet ist und dann auch noch selbst unten auf dem Rasen das Tor schießt. Ein Traum.

Leon Goretzkas erster Treffer für die Profis des VfL

Die Dresdener, die die ersten Minuten nach der Halbzeit kaum zum Zug kamen, spielten danach wieder besser mit. Dynamos stärkster Spieler, Pote, hatte die Chance auf einen Elfmeter, weniger gefährlich waren die Distanzschüsse von Papadopoulos.

Der VfL jedoch dominierte trotz großer Hitze weiterhin. Wenn auch nicht alle Spielzüge sitzen, wurde zu keinem Zeitpunkt vom Angriffsspiel Abstand genommen. Die Mannschaft wollte den Auftaktsieg. Tasaka, Iashvili, auch Kramer, kurbelten permanent an.

Die Chancen waren da: Iashvili's Querpass verpassten Dedic und der im Abseits stehende Tasaka(63.), Kramer's scharfen Schuss(78.) parierte abermals Kirsten (Sohn von Bundesliga-Legende Ulf). Doch das Tor sollte an diesem perfekten Nachmittag noch fallen: Das demonstrierten auch die Wechsel. Mutig, vielleicht sogar etwas zu offensiv wechselte Andreas Bergmann, brachte im Laufe der Partie Chaftar, Freier und Rzatkowski, die sich allesamt sofort engagiert einbrachten. Besonders auffällig dabei war Chaftar, der 26-jährige Frankfurter, hinterliess bislang im Profibereich noch keinen bleibenden Eindruck. Der Linksverteidiger ersetzte den engagierten und sicheren, wenngleich auch etwas nervösen Florian Brügmann, und machte von der ersten Sekunde an den Eindruck, dass er weiß was er zu tun hat, die nötige Qualität im Fuß mitbringt, und dem Team jederzeit weiterhelfen kann! Klasse!

Auf dem Weg zum Publikumsliebling: Alexander Iashvili
Und der andere Joker, Slawo Freier, erzielte nach einer von Marc Rzatkowski, im schönen Zusammenspiel der "Linksfuß-Achse" Chaftar, Iashvili, Rzatkowski, erarbeiteten Ecke mit einem unglaublichen Volley-Linksschuß das 2:1. Ein unfassbares und kaum für möglich gehaltenes Tor von Freier, der ja bekanntlich kein Kandidat für die Torjägerkanone ist und schon gar nicht für gezielte Volleyschüsse mit Links bekannt sein dürfte.

Ein toller Auftaktsieg war erreicht, an dem jeder seinen Anteil hatte, von Iashvili begonnen, über den starken Japaner Tasaka, einem sehr mannschaftsdienlichen Spieler, dem der Ball aber ähnlich wie Inui auf's Wort hört, bis hin zu Sinkiewicz, der wohl sein bislang bestes Spiel im VfL-Trikot machte und in der Abwehr seine enorme Kopfballstärke in den Ring warf. Man möge hoffen, dass der Ex-Nationalspieler fit bleibt und konstant auf hohem Niveau die Abwehr verstärken kann!


Glück Auf!


VfL Bochum 1848 - SG Dynamo Dresden   2:1 (0:1)

0-1 Pote 29.
1-1 Goretzka 54.
2-1 Freier 85.


Luthe(C) - Rothenbach, Maltritz, Sinkiewicz, Brügmann(66.Chaftar) - Goretzka(79.Rzatkowski), Dabrowski(73.Freier), Kramer, Tasaka - Iashvili, Dedic


Torschüsse: 18 - 20
Ballbesitz(%): 54 - 46
Zweikämpfe(%): 51 - 49
Ecken: 13 - 9
Fouls: 10 - 14
Abseits: 1 - 1
Laufleistung(km): ? - ?
Zuschauer: 16.191

Alter der Teams(Jahre): 27.4 - 25.8

Alter der Startelf VfL: 26.9
















Zitat des Tages: "Schwarz-Gelb gibt's nicht in Bochum" - Michael Wurst, Stadionsprecher VfL Bochum

Freitag, 3. August 2012

Das Warten hat ein Ende

Und es kribbelt doch wieder: Der VfL Bochum 1848 starten am morgigen Samstag in seine insgesamt achte 2.Liga-Spielzeit, und das kurioserweise zur klassischen Bundesliga-Anstoß Zeit um 15.30h.

Der Blog konnte sich in den letzten Wochen nicht mit dem Geschehnissen rund um die Castroper Straße befassen, deshalb eine kurze Zusammenfassung der Vorbereitung, die Ergebnistechnisch mit der aus dem Vorjahr nicht mithalten konnte.

Der VfL weilte in zwei Trainingslagern, zuerst im Skisprungmekka Willingen, später noch in der Fußballhochburg Barsinghausen. Die Vorbereitung war leider wieder einmal geprägt von Verletzungen, die neu passiert, oder noch nicht auskuriert sind. So erwischte es in Barsinghausen Patrick Fabian und Michael Esser schwer. Fabian erlitt den dritten Kreuzbandriss im selben Knie innerhalb von 16 Monaten - das Karrierende droht. Michael Esser, der Torwart, brach sich zudem die Hand.

Keine gute Vorzeichen für Trainer Andreas Bergmann, der weiterhin mit Mirkan Aydin, Faton Toski, Michael Delura und Jonas Acquistapace auf vier potentielle Stammspieler und Leistungsträger verzichten muss.

Dennoch wurde auch Fußball gespielt, der Ball rollte jedoch allzuoft in die falsche Richtung, Testspielsiege blieben Mangelware, mehrmals zog man gegen klassentiefere Gegner den Kürzeren (Marl, Havelse, Osnabrück), konnte nur in Ansätzen spielerische Klasse erkennen lassen. Spätestens jedoch seit dem Transfer von Yusuke Tasaka, der den Abgang Takashi Inuis in Ansätzen kompensieren soll, blickt man wieder optimistisch nach vorne beim VfL.

13 neue Spieler werden diese "spannende" Spielzeit beim VfL angehen, neben Routinierten Neuzugängen wie Carsten Rothenbach und Alexander Iashvili setzt der VfL auf die Jugend: Mit Mounir Chaftar, Kevin Scheidhauer, Florian Brügmann, Sören Bertram und auch Daniel Engelbrecht kamen vier externe Spieler, denen der sportliche Durchbruch noch bevor steht, dazu gesellten sich die Juniorenspieler Onur Bulut, Selim Gündüz und freilich Leon Goretzka. Komplettiert wird der Kader von den Rückkehrern Zlatko Dedic und Marc Rzatkowski.

Sportlich ist der Kader sicherlich stärker aufgestellt als in der Vorsaison, auch wenn man in der Spitze Qualität abgeben musste, scheint der Kader nun deutlich ausgeglichener, breiter und stabiler aufgestellt. Wenngleich der letzte Test gegen Borussia Mönchengladbach mit 1:4 klar verloren wurde, sehen die Führungsspieler um Neo-Kapitän Andreas Luthe, dem wie erwartet das Vertrauen geschenkt wurde, ab sofort die Mannschaft aufs Spielfeld zu führen, einer guten Saison entgegen.

Gut auch, dass kurz vor Saisonbeginn noch der ein oder andere Sponsorenvertrag abgeschlossen werden konnte, der dem VfL etwas Geld in die luftigen Kassen spült. Die TK Techniker Krankenkasse und Tipico Sportwetten weiten ihr Sponsor-Engagement aus und sind ab sofort als "Premium-Partner" mit dem Verein verbunden.


Es kann also losgehen, die Achte, und, wenn es auch nicht unbedingt erwartet wird, vielleicht voerst letzte Zweitligasaison für unseren VfL!*


 VfL vs Dresden, Samstag, Primetime, 15.30h rewirpowerSTADION Bochum, SKY Bundesliga HD

 1Luthe - 24Rothenbach, 4Maltritz, 6Sinkiewicz, 17Brügmann - 18Goretzka, 23Kramer - 8Tasaka, 13Rzatkowski - 11Dedic, 10Iashvili





* Der Autor spielt in diesem Satz auf einen möglichen Aufstieg in die 1.Bundesliga an!
Bitte nicht falsch interpretieren ;-)


Montag, 11. Juni 2012

Bochum verliert Vogt an Augsburg

Die Befürchtungen haben sich bestätigt: Der erste Transfer-Schock des Sommers hat Bochum erreicht. Kevin Vogt(20) verlässt sehr überraschend seinen Heimatklub und unterschreibt für drei Jahre beim Ex-Aufstiegskonkurrenten FC Augsburg. Die Ablösesumme, kein unentscheidendes Argument derzeit für den VfL, beträgt ca. 600.000€.

Vogt im Duell mit Sankoh beim 1-0 Sieg in Augsburg (Jan'11)
Kevin Vogt spielte seit 2004 für den VfL und erhielt Ende 2008 seinen ersten Profivertrag. Im April 2009 folgte sein Bundesligadebut beim 0:2 gegen Borussia Dortmund. Nach dem Ingolstadt-Desaster im Herbst 2010 zählte Vogt fortan zur Stammformation der Mannschaft. Wie so oft in seiner noch jungen Laufbahn wurde er im Mai 2011 wieder durch eine Knieverletzung zurückgeworfen, sodass er die Relegationsspiele gegen Borussia Mönchengladbach verpasste. Nach einer mehr als durchwachsenen und abermals nicht verletzungsfreien letzten Spielzeit hatte er dennoch aufgrund zweier wichtiger Tore an Spieltag 31 und 32 entscheidenden Anteil am Klassenerhalt. Trotz seiner erst 20 Jahre absolvierte Vogt bereits 38 Pflichtspiele für den VfL Bochum und erzielte dabei zwei Tore. Schon mit 19 war er fester Bestandteil der deutschen U-21 Nationalmannschaft und trug bislang fünf mal den Adler auf der Brust.

Vogts Abgang wirft Fragen auf: Die Bochumer lassen ein hoffnungsvolles Talent, das erst kürzlich von Leon Goretzka als Aushängeschild der eigenen Nachwuchsabteilung abgelöst wurde, an einen Klub, der erst sein zweites Jahr in der Fußball Bundesliga spielen wird, ziehen. Nach Matthias Ostrzolek bereits der zweite Bochumer Junge, der den Weg in die 1.Bundesliga über Augsburg sucht. Bei seiner letzten Vertragsverlängerung im März 2011, als man in Bochum stark auf die 1.Bundesliga schielte, spielte Vogt noch "eine wichtige Rolle in unseren Zukunftsplanungen"(T.Ernst) und für Vogt war die Vertragsverlängerung "eine Herzensangelegenheit".

Der VfL Bochum steckt in der Zwickmühle: Will man sein Jugendkonzept und den eingeschlagenen Weg verteidigen, dürfen fortan keine dieser mehr als fragwürdigen Wechsel Tagesordnung sein. Ob Jahreshauptversammlung, Mitgliederforum etc - überall ist das Thema eigener Nachwuchs + Einbindung von Spielern wie Vogt und Ostrzolek bewusst vom VfL angesprochen worden, um diese Aussagen einige Monate später mit Füßen zu treten.

Zwei gingen, einer kommt zurück: "Bochumer Zukunft" Ostrzolek, Vogt, Rzatkowski
Ein Konzept ist so jedenfalls nicht vertretbar, wenn nach Ostrzolek, Kopplin, Vogt und Kefkir vier junge Spieler, größtenteils über viele Jahre im Verein, genau zu dem Zeitpunkt, wenn sie für den Profibereich interessant werden, abgegeben, und zugleich um Dekaden ältere Fußballer wie Iashvili oder Rothenbach verpflichtet werden.

Nicht dass bei der nächsten Jahreshauptversammlung anstatt auf die Vielzahl der Bochumer U-21 Nationalspieler, sondern auf die Masse an Bundesligaspielen Dabrowski, Freiers, Maltritz' und Iashvilis hingewiesen wird...


Glück Auf!




Zitat des Tages:

"Langfristig ergibt sich natürlich eine Baustelle im zentralen Mittelfeld. Man hat da diese Saison eine ziemlich freakige Mischung aus einem Leihspieler in der letzten Saison, einem halbausgemusterten Opa, einem Halbinvaliden und einem Minderjährigen." (User "Bochum" aus dem VfL4u-Forum)

Freitag, 8. Juni 2012

Ein Kommen und Gehen beim VfL Bochum


Der VfL Bochum erlebt derzeit die wohl „spannendste“ Sommerpause seit einigen Jahren. Etliche neue Spieler binden sich an den VfL während zugleich fast eine ganze Mannschaft den Verein verlässt. Viel zu tun also für Sportvorstand Jens Todt, der im ersten Teil des Umbruchs (der zweite wird folgenden Sommer erfolgen) langjährige Versäumnisse so gut es geht auszubessern versucht.
Nicht unbedingt gelegen kamen dabei die erheblichen Lizenzprobleme, deren genauen Auswirkungen nur zu erahnen sind. Finanzvorstand Ansgar Schwenken konnte bis Ende Mai in Zusammenarbeit mit der Sparkasse Bochum, Sponsoren und privaten Geldgebern das Finanzleck vorerst stopfen, welche Zugeständnisse er dabei machen musste um das immer noch fehlende Geld des Sestaks Abgangs auszugleichen, wird sich erst in der Zukunft herausstellen. Laut Schwenken ist man jedoch nicht gezwungen, sofortige Transfererlöse zum Ausgleich der Kredite zu erzielen.

Dennoch: Der VfL Bochum wird die Saison 2012/13 in der 2.Fußball-Bundesliga bestreiten. Und dass dies erfolgreicher der Fall sein wird als zuletzt, ist ein Muss. Der Kaderumbruch wird hierbei einen gewichtigen Anteil beitragen.
Schon nach dem gesicherten Klassenerhalt und vor dem letzten Saisonspiel in Aue, dessen Ausgang bewusst verschwiegen werden möchte, konnte der VfL mit Sören Bertram(21) und Mounir Chaftar(26) seine ersten beiden Neuzugänge für die kommende Saison bekannt geben.
Seither sind viele weitere Personalien hinzugekommen, der Stand sieht wie folgt aus:
Ciao Giova!
Die Verträge von Björn Kopplin(23), Mimoun Azaouagh(29), Oguzhan Kefkir(21), Giovanni Federico(31), Philipp Bönig(32) und Matias Concha(32) wurden nicht mehr verlängert. Azaouagh und Federico erhielten neue Vertragsangebote, entschieden sich jedoch gegen den VfL. Bei Azaouagh spielten die finanziellen Einbußen die entscheidende Rolle, der hervorragende Fußballer versucht sein Glück ab sofort bei Stefan Kuntz in Kaiserslautern. Federico hingegen konnte sich aus privaten Gründen nicht für den VfL entscheiden sodass die Bochumer ihr Angebot zurückziehen mussten. Der Italo-Hagener wird wohl seine Karriere beenden. Eine Karriere, die gemessen an den Fähigkeiten des Torjägers, viel zu früh und erfolglos zu Ende gehen wird. Kopplin wechselt zu Union Berlin, Kefkir nach Aachen. Die Außenverteidiger Bönig und Concha befinden sich noch auf Vereins-/Karrieresuche.
Einen weiteren Spieler, dessen Vertrag auslief, hätte man noch weitaus lieber gehalten – doch bei Daniel Ginczek(21) spielten die Dortmunder nicht mit. Der einjährige Leihvertrag konnte nicht verlängert werden, der talentierte, wenngleich nicht überragende Stürmer, spielt im nächsten Jahr als Angreifer für den FC St.Pauli gegen den VfL.

Neben den ganzen Abgängen, teils auch prominenter Spieler, geisterte lange Zeit das Gerücht des Wechsels von Stammkeeper Andreas Luthe(25) durch Bochum. Luthe, der wohl auch als nächstjähriger Kapitän im Gespräch ist, sollte bei Werder Bremen Tim Wiese ersetzen. In letzter Zeit ist das Gerücht zum Glück abgekühlt, Werder verpflichtete Keeper Raphael Wolf aus Kapfenberg, Luthe wird aller Voraussicht nach in Bochum bleiben! Und das, obwohl sich Luthe mit Werder bereits einig war. Eine Absage Jens Todts an Bremen lässt die wichtigste Personalie des Sommers weiter in blau-weiß auflaufen. Trotzdem: Genauso wichtig wie die klare Absage an Bremen ist die nun anstehende Vertragsverlängerung mit dem Publikumsliebling. Den bis 2013 datierte Vertrag will der VfL nun frühzeitig langfristig verlängern.
Eine weitere positive Nachricht war der unerwartete Transfer Denis‘ Bergers zu Absteiger Rostock. Der Österreicher, der sich als Flop herausstellte und in Bochum oftmals als „Occean-B-Lösung“ angesehen wurde versucht sich nun wieder unter Ex-Coach Wolfgang Wolf.
Florian Brügmann
Berger machte somit auch Platz für frisches Blut. Jeder Kaderplatz, den man bereits jetzt neu besetzen kann, bietet den finanziell klammen Bochumer eine neue Chance. Und die „Chancen“, die zum VfL wechseln, sind allesamt „spannend“: Florian Brügmann(21), Rechtsverteidiger, kommt wie Sören Bertram vom Hamburger SV nach Bochum. Der schnelle Hamburger wird sich in der Abwehr mit dem zehn Jahre Älteren Carsten Rothenbach (FC St.Pauli) um den Stammplatz streiten. Rothenbach nahm das Vertragsangebot der Hamburger nicht an und verlässt wie so viele Stammkräfte das Pauli-Schiff. Wenig überraschend, dass hier Andreas Bergmann zuschlug, war er schließlich lange Jahre Rothenbachs Trainer in Pauli und Karlsruhe. Beide Rechtsverteidiger unterschrieben bis 2014.
Carsten Rothenbach
Neben den beiden Rückkehrern Marc Rzatkowski(22), ausgeliehen an Bielefeld, Zlatko Dedic(27), ausgeliehen an Dresden, und Philipp Heerwagen(29), die stand heute wohl beide beim VfL bleiben werden, wenngleich Dedic und Heerwagen freilich noch einen nett dotierten Bundesliga-Vertrag in der Tasche haben, verstärkte sich der VfL auch extern für die Offensive: Kevin Scheidhauer(20) wird für vorerst zwei Jahre vom VfL Wolfsburg ausgeliehen, und zuletzt sicherte man sich auch noch die Dienste eines alten Bekannten aus der Bundesliga: Alexander Iashvili(34) wird für ein Jahr in Bochum anheuern, nachdem er mit Karlsruhe in der Relegation an Jahn Regensburg gescheitert ist. Die berechtigte Frage: Warum Iashvili? Sticht er nicht komplett aus dem Raster heraus?
Kevin Scheidhauer
Der Transfers des Georgiers, der seit 1997 in Deutschland spielt und Jahr für Jahr Stammspieler in Freiburg und später Karlsruhe war, mag auf den ersten Blick nicht ins Konzept passen, überrascht aber auch nicht. Iashvili, der in der Abstiegssaison nicht unerwähnenswerte 15 Scorerpunkte für den KSC leistete, steht noch voll im Saft und kann dem VfL in mehreren Dingen sofort helfen. Einerseits als Spieler, der von Anfang an oder als Einwechselspieler in der 2.Liga zur absoluten Elite zählt, zugleich mit seiner Erfahrung und Führunsstärke Giovanni Federico ersetzen kann und schließlich eine große Hilfe bei der Integration von Sturmpartner Nika Gelashvili sein wird. Iashvili betonte, dass ihm längerfristig und vor allem finanziell besser entlohnte Angebote vorlagen, er aber bewusst seine Entscheidung für seine Aufgabe beim VfL getroffen habe.
Alexander Iasvhili
Die positive Punkte überwiegen somit beim bisherigen „Königstransfer“ – trüben kann die Stimmung aber ein anstehender Abgang Takashi Inuis. Wenngleich die Transferperiode noch sehr lange andauern und den VfL-Fans wohl auch noch im Juli/August wie gewöhnlich die ein oder andere Horror-Nachricht ins Haus flattern wird, scheint der Abgang Takashi Inuis leider nur noch eine Frage von Tagen zu sein.
So gerne man den Japaner halten würde und so oft man betont hat, man müsse keinen Spieler unter Wert verkaufen, wird Inui den Weg zur Frankfurter Eintracht finden. Von den vier Millionen Euro, die Galatasaray Istanbul einst geboten haben soll, ist leider nicht mehr viel zu hören. Eher deutet die Ablösesumme auf einen Wert von unter zwei Millionen Euro hin. Freilich viel zu wenig Geld für einen Spieler seines Niveaus, der auch als Bochumer Spieler in vielleicht schon einem halben Jahr ein vielfaches dessen Wert sein könnte – nur: Niemand weiß ganz genau wie es um den Verein finanziell bestellt ist. Leider.

Doch Spielerabgänge gehören zum Fußball dazu und die besten Spieler werden immer den Weg zu einem anderen Klub finden, es sei denn man ist Bayern München. Das weiß man als Bochumer gut genug und weiß es zu akzeptieren. Schwerwiegender sind dann wieder aufkeimende Gerüchte eines Wechsels Kevin Vogts(20) zu Retortenklub Augsburg.
Auch wenn das nur Gerüchte sein sollen, die sich hoffentlich nicht bestätigen mögen, wäre solch ein Transfer wieder ein böser Schlag ins Gesicht für den VfL. Auch wenn Vogt, was oft moniert wird, keine Ballannahme eines Franck Riberys sein Eigen nennen darf, ist er mit gerade einmal 20 Jahren schon seit längerem Stammspieler in der 2.Liga und fester Bestandteil der Deutschen U-21 Nationalmannschaft. Zudem wurde Vogt als gebürtiger Bochumer in letzter Zeit vermehrt in die Öffentlichkeistarbeit des Verein eingebaut und es erweckte den Eindruch, dass er zusammen mit Top-Talent Leon Goretzka das „Testimonial“ des Vereins werden sollte.
Bochumer Jungs: Vogt und Goretzka
Der Verein steckt verhältnismäßig viel Geld in seine Jugendarbeit, die in Zukunft das „Aushängeschild“ des Vereins werden soll.
Will man dann das neue Jugendkonzept mit Wahrheit füllen darf nach Ostrzolek und der Ausleihe Rzatkowskis nicht das dritte Bochumer Talent dieser Vorreitergeneration ziehen gelassen werden.
Die Zeiten, in den die Bochumer Talente das Gros ihrer Spieler nur in der Jugend oder U-23 für den VfL gemacht haben müssen vorbei sein, sie sollen Ihren Platz in der Stammelf finden. Das wurde in den letzten Jahren viel zu oft versäumt (z.B. Gündogan, Schmidtgal) und selbst Andreas Luthe erhielt 2009 nur „im Stechen“ seinen ersten Profivertrag gegen Andreas Lengsfeld.
So verwundert es schließlich auch nicht, dass der einfache Fan einen Kevin Vogt bei jedem zweiten Ballverlust inbrünstig auspfeift – er bekam es ja lange Zeit nicht anders von den Verantwortlichen vorgelebt…

Wenn auch die Transferperiode noch lange andauern und der ein oder andere Spielerwechsel noch unvermeindlich (Inui) sein wird – so rollt der Ball doch schon in gut einer Woche wieder. Denn dann startet der VfL-Tross in den ersten Teil seiner Vorbereitung. Nach einem Lauftrainingslager in Willingen, an dem auch der im März am Kreuzband operierte Michael Delura teilnehmen will, unterbricht Andreas Bergmann die Vorbereitung noch einmal für eine Woche, ehe es dann nach dem EM-Finale wieder so richtig los geht!

Glück Auf!



  

Donnerstag, 3. Mai 2012

Erleichterung nach Klassenerhalt - Erste Neuzugänge fix

Es ist vollbracht! Als Daniel Ginczek am Sonntag Nachmittag im Bochumer Ruhrstadion in der 90.Minute zum 2-0 Siegtreffer gegen Eintracht Braunschweig einschoss, war die Erleichterung bei Spielern, Verantwortlichen und Fans spürbar.
Die Fans, die gegen Braunschweig eine außerordentliche Leistung ablieferten, gegen einen starken Gegner in der Schlussviertelstunde einen akkustischen Abwehrriegel errichteten, können diese so lange und kräftezehrende Saison nun endlich abhaken. Auch die Mannschaft, die aufgrund einer unglaublichen Verletztenmisere seit Wochen auf dem Zahnfleisch geht kann nun durchatmen und mit dem Erreichen des Minimalziels versöhnlich aus einem Wahnsinns-Jahr gehen.

Und trotz aller Erleichterung war das Spiel nochmal 90 Minuten höchsten Nervenanspannung, spiegelte es doch wie so oft die komplette Spielzeit wieder. Früh geführt, Chancen auf das 2-0 vergeben, dann die übliche Rote Karte, und am Ende ein anrennender Gegner - doch diesmal mit dem glücklicheren Ende für den VfL. Der Sieg gegen starke Braunschweiger war der Erste nach 10 Erfolglosen Versuchen en suite. Eine derart lange Negativserie gab es in der 2.Liga Historie des VfL noch nie - einer von vielen Negativrekorden die die Mannschaft in dieser Saison aufgestellt hat.

Voller Freude nach seinem Kopfballtor: Slawo Freier
Das Spiel begann ideal: Schon in der dritten Minute erzielte Oldie Slawo Freier nach einer Federico-Ecke die Führung per, Achtung!, Kopf! Die unsortierten Braunschweiger Defensivspezialisten ermöglichten Freier eines seiner wenigen Kopfballtore, zudem musste er nicht mal hochspringen, um den Ball in die Maschen zu drücken.
Die Führung spielte dem an sich verunsicherten VfL-Team in die Karten, das Stadion verbreitete dank beider Fan-Lager und gutem Wetter beste Fußball-Stimmung.
Doch weitere Chancen auf den Ausbau der Führung hatten die Spieler von Andreas Bergmann vor der Halbzeit keine, nein, es waren die Braunschweiger die mehrmals haarscharf am Ausgleich vorbeischrammten. Besonders die Freistöße sorgten für Verunsicherung, doch das Glück war an diesem Tag endlich wieder auf Bochumer Seite.
Braunschweig musste dann frühzeitig Dominik Kumbela für Kapitän Kruppke eintauschen, beim VfL blieb der vorbelastete Kramer in der Kabine - für ihn kam Ösi Denis Berger mal wieder in die Partie. Der ebenfalls gelb-verwarnte Philipp Bönig durfte mangels Alternativen weiter machen - und holte sich später in seinem letzten Spiel für den VfL abermals gelb-rot ab. Nach einem viel zu harten und enorm schlecht getimten Einsteigen gegen den Braunschweiger Raffael Korte sah der Erdinger seine dritte Ampelkarte der Saison - im fünften Einsatz! Eine unheimliche Quote und einsamer Rekord für den 32-jährigen Bochumer, der es zwar nie zu einem Treffer für blau-weiß brachte, aber nun wohl eine Statistik auf Lebenszeit anführen wird. Das bittere an der Sache: Jede Einzelne der sechs Gelben Karten die Bönig in seinen 317 Minuten Saisoneinsatzzeit erhielt waren absolut gerechtfertigt und eher rotwürdig denn als Fehlentscheidung zu werten.

Pippo Bönig bei seiner bewegenden Abschiedsrede

Verständlicherweise waren auch die Coaches Neitzel und Bergmann sauer auf den Übeltäter, der sich zweifelsohne einen anderen Abgang verdient gehabt hätte. Wieder einmal - zum bereits sechsten Mal (3xBönig, 1xToski, 1xBerger, 1xFreier, 1xInui) in dieser Saison musste der VfL in Folge einer Ampelkarte ein Spiel in Unterzahl beenden.
Die Braunschweiger drängten den VfL weit in die eigene Hälfte zurück und kam zu Chancen: Luthe rettete überragend gegen Kumbela, der zudem ein Abseitstor erzielte. Der VfL überstand die heikle Phase nach dem Auschluss, Jannick Stevens kam zu seinem Profidebüt und stabilisierte die Linke Seite, da Jonas Acqusistapace, noch von einem Infekt geschwächte, nicht mehr konnte.
Und dann kam der VfL zu Kontern: Ginczek eroberte sich einen Ball, liess einen Braunschweiger aussteigen und startete Richtung Tor, die letzten Braunschweiger Abwehrspieler um den talentierten Torwart Petkovic konnten den Ball aber im Kollektiv entschärfen (75.). Auch kurze Zeit später, als Inui aus vollem Sprint einen Luthe-Ball technisch grandios aus der Luft auf Tempo null stoppte, nach feiner Drehung auf Ginczek spielte, war es der Badener Petkovic, der den Braunschweiger Knock-Out mit einer tollen Flugeinlage verhinderte.
So entstand in den allerletzten Minuten ein Spiel wie man es aus den Europacup Spielen kennt, wenn ein Team noch ein Tor benötigt, um die Auswärtstorregel zu bezwingen: Braunschweig schickte neun Feldspieler nach vorne, der VfL hielt mit seinen neunen dagegen. Zu Beginn der Nachspielzeit dann die Befreiung: Luthe parierte einen Kopfball von Korte herausragend, die zweite Welle konnte Eyjolfsson abblocken und Ginczek auf die Reise schicken. Geistesgegenwertig sprintete Inui mit, der in der Schlussphase defensiv unglaubliche Wege ging, teilweise bis an die eigenen Eckfahnen verteidigte und sich erneut als grandioser Team-Player für die Defensive erwies. Der Japaner bekam den von Ginczek gespielten Ball, umkurvte Petkovic und legte quer auf Ginczek, der mit voller Wucht aus sechs Metern den gesamten Frust einer ganzen Saison wegschoß!
Erster Gratulant Ginczeks war ein mit Bierbecher ausgerüsteter Fan, der höhe des Marathontores auf das Spielfeld gelangte und den Dortmunder innigst umarmte.

Es war ein besonders Spiel, dieses gegen Braunschweig. Die Stimmung war hervorragend, man hatte das Gefühl, dass erstmals jeder Bochumer den wohl länger bevorstehenden Zweitliga-Fußball annahm und sich mit der Situation identifizierte. Es muss das Ziel sein, auch in der Zweiten Liga öfter um die 20.000 Zuschauer ins Stadion zu bekommen. Mit Grußel-Kicks wie gegen Ingolstadt oder Dresden wird das nicht gelingen, mit leidenschaftlichen Auftritten, die dem Fan auch das Gefühl verleihen, dass man sich verbessert und sportlich Fortschritte erzielt, schon. Dafür braucht es natürlich viel mehr Heimsiege, aber das Stimmungsbild und der Tabellenstand können sich in der nächsten Saison mit einer runderneuerten Mannschaft und Fans, die den vorgegeben Weg, der sowieso alternativlos ist, unterstützen, auch schnell wieder von einer schöneren Seite zeigen.


Personeller Umbruch

Dass die Saison zwar sportlich, hinter den Kulissen aber noch lange nicht abgeschlossen ist, zeigte einem neulich die nicht gänzlich geklärte Lizenz-Frage auf. Der VfL muss Liquiditätspotentiale vorweisen - wie wird sich zeigen. Ob Spielerverkäufe notwendig sein werden weiß man noch nicht, vermutlich werden aber nicht alle Spieler zu halten sein. Dass ist aber freilich auch gar nicht das Ziel, denn man will ja einen gezielten Umbruch bewirken. Die berechtigte Frage: Was bringt ein Umbruch wenn die Leistungsträger den Verein verlassen und die alten "Stars" um Freier weiter an Bord bleiben dürfen?

Der Verein wird alles versuchen um die beiden besten Spieler, Andreas Luthe und Takashi Inui zu halten. Beiden werden Kontakte nach Bremen nachgesagt, besonders im Fall Luthe will sich der VfL besonders strecken und seinen bis 2013 datierten Vertrag langfristig verlängern. Takashi Inui ist sicherlich der derzeit lukratistive Bochumer Spieler, ein Verbleib ist fraglich. Denn: Der Japaner ist einfach zu gut für die 2.Liga. Es wäre natürlich hervorragend den kleinen Spielmacher noch ein Jahr halten zu können, ihm zwei bis drei gute Kicker an die Seite stellen und ihn erst dann zu verkaufen. Wahrscheinlich würde Inui im nächsten Jahr sogar noch größere Transfererlöse einbringen, sofern seine Leistungskurve nicht unerwarteterweise einbricht. Doch lässt die finanziell angespannte Lage dem VfL es wohl nicht zu, bei einem 3mio€ Angebot einfach so nein zu sagen. Auch wenn man die Lizenzfrage unabhängig von Luthe und Inui geklärt haben will - ein Verbleib der Spieler ist derzeit noch nicht absehbar.

Und ob der drittbeste Kicker, Mimoun Azaouagh, seinen auslaufenden Vertrag verlängert ist wohl auszuschließen. Bis Sonntag, bis zur Parie in Aue, will sich der Edeltechniker nun spätestens entscheiden. Für - oder gegen den VfL. Bzw. Für den VfL oder für Stefan Kuntz. Der Vorstandsvorsitzende des FCK holte Azaouagh einst nach Bochum, und soll sich laut Gerüchteküche mit Azaouagh schon auf diversen Autobahnraststätten getroffen haben....
Wird den Verein wohl doch noch einmal wechseln: Mimoun "Aza" Azaouagh
Die Entscheidung Azaouaghs wird diese Tage fallen; In Bochum könnte er bis zu seinem Karriereende wohl eine gewisse Führungsposition einnehmen, während Kaiserslautern wohl doch den ein oder anderen Cent mehr anbieten wird können.



Erste Neuzugänge fix

Wechselt vom HSV nach Bochum: Sören Bertram
Unabhängig der Zukunft der bisherigen Leistungsträger konnte Jens Todt schon zwei neue Gesichter für den VfL gewinnen: Mit Sören Bertram und Mounir Chaftar verpflichtete man zwei Linksfüßer aus unterklassigen Ligen. Bertram wechselt fest vom HSV an die Ruhr und unterzeichnete bis 2015. Der Offensive Mittelfeldspieler galt vor kurzem noch als großes Talent, konnte aber weder in Hamburg noch in seinem Jahr in Augsburg den endgültigen Durchbruch schaffen. Nach intensiver Beobachtung des 20-jährigen ist sich wohl Andreas Bergmann sicher, dass Bertram eben diesen beim VfL packen kann.

Mounir Chaftar
Mounir Chaftar, 26, gehört schon einem etwas älteren Semester an - den Sprung in den Profifußball hat der Frankfurter wie Bertram aber noch nicht geschafft. Sowohl bei der SGE als auch in Duisburg konnte er sich dauerhaft nicht durchsetzen, überzeugte aber diese Saison als Linker Verteidiger bei Wacker Burghausen. An Chaftar, der wohl die Planstelle Bönigs einnimt, waren mehrere Zweitligisten interessiert. Der Spieler hat das spielerische Potential für hochklassigen Fußball, war aber ähnlich wie Faton Toski bislang kein "Vielspieler" in seiner Karriere.


Die nächsten Transfers stehen bereits in den Startlöchern, den Erwartungen nach großen Namen müssen jedoch gedämpft werden. Die neuen Spieler werden vermutlich alle ablösefrei sein und eher aus unterklassigen Teams nach Bochum stoßen. Was wie im Fall von Christoph Kramer kein Nachteil sein muss. Doch bevor weitere Spieler vorgestellt werden können muss sich zuerst die Zukunft von Luthe, Inui, Azaouagh(s.o.), Ginczek (Dortmund will ihn zurück), Federico (50:50 ob Verlängerung oder Karriereende), und den Leihspielern Heerwagen, Dedic und Rzatkowski (Letzterer wird wohl zurückkommen!) klären.


Glück Auf!



VfL Bochum 1848 - TSV Eintracht Braunschweig   2:0 (1:0)

1-0 Freier 3.
2-0 Ginczek 90.



Luthe - Acquistapace(74.Stevens), Maltritz, Eyjolfsson, Bönig - Kramer(46.Berger) - Freier, Dabrowski - Federico(70.Sinkiewicz) - Inui, Ginczek




Freitag, 27. April 2012

Hochspannung vor Braunschweig - Verabschiedungen

Eine kräftezehrende, von Rückschlägen geprägte Zweitliga-Saison des VfL Bochum neigt sich endlich dem Ende entgegen. Und obwohl mit ganz anderen Ambitionen in die Spielzeit gestartet, haben die Bochumer zwei Spieltag vor Saisonende noch nicht einmal das Minimalziel, den Klassenerhalt, erreicht.

Der direkte Abstieg konnte nach zwei mühseligen Remis in den Vorwochen vermieden werden, ein Abrutschen auf den Relegationsplatz - nicht zu vergleichen mit dem Relegationsplatz des Vorjahres... - ist rechnerisch noch möglich.

Deshalb gilt es vor der so überlebenswichtigen Partie am Sonntag gegen Eintracht Braunschweig noch einmal alles auszublenden. Auch die Anzeigetafel, die an diesem Spieltag nicht über Ergebnisse der anderen acht zeitglich beginnenden Partien informieren wird, und auch die Bevorstehenden Verabschiedungen einiger Akteure.

Alles Gute Philipp Bönig!
Björn Kopplin, Matias Concha und Philipp Bönig werden den VfL verlassen und schon diesen Sonntag vor heimischer Kulisse verabschiedet. Während der frisch an der Leiste operierte Kopplin nach zwei unterschiedlichen VfL-Jahren den Weg zurück in seine Heimat Köpenick antreten wird, sieht die Lage bei den anderen beiden Außenverteidigern anders aus:

Matias Concha und speziell Philipp Bönig waren lange Zeit beim VfL, Bönig ist schließlich dienstältester Akteur, war Mitglied der Europacup-Mannschaft, und seit 2003 im Dienst. Beide Ex-Bundesligakicker waren in den letzten Jahren von schweren Verletzungen geplagt und schafften den Anschluss mit Anfang 30 nicht mehr. Ob es beide nochmal im Profifußball versuchen wollen ist offen.

Besonders Philipp Bönig wird einen schweren Sonntagnachmittag erleben. Der Symphatieträger aus Erding, der Jahrelang die Linke Außenbahn beackert hat und trotz immer weniger werdenden Einsätzen in den letzten drei, vier Jahren als Vorbild für Einsatz und Leidenschaft galt, muss nämlich nach der sicherlich rührenden Verabschiedung vor dem Spiel im Anschluss noch einmal seine Knochen hin halten für seinen, für unseren VfL.

Und wer würde es Ihm und Uns nicht gönnen, wenn "Rüstü" das entscheidende Tor zum Sieg des VfL erzielen würde?


Glück Auf!


Aufstellung VfL:

1Luthe - 26Acquistapace, 4Maltritz, 15Eyjolfsson, 24Bönig - 23Kramer - 7Freier, 16Vogt - 18Federico - 11Inui, 21Ginczek


Übrigens:  Das letzte Heimspiel gegen Braunschweig gewann der VfL am 19.3.2006 mit 4:0 (Tore: 2xMisimovic, Edu, Zdebel). Kleiner Wertmutstrophen: Das Hinspiel in Braunschweig im November'11 verloren die Bochumer ihrerseits mit 0:4....





Montag, 23. April 2012

Trotz Remis in Cottbus - Zukunft des VfL Bochum hängt am seidenen Faden

Der VfL Bochum hat in seiner langjährigen Geschichte sicherlich schon bessere Zeiten erlebt - so dramatisch wie sich die Situation derzeit darstellt war es aber wohl noch nie an der Castroper Straße.

Wichtiger Punktgewinn in Cottbus

Spielte erschreckend: Philipp Bönig
Das positivste an einer wieder intensiven Woche war sicherlich der Punktgewinn beim 1:1 (0:1) in Cottbus, den man nach einer erneut unterirdischen ersten Halbzeit nicht mehr erwarten durfte. Gegen die allerschwächste Mannschaft der Rückrunde, die seit dem Abgang von Kult-Coach Pele Wollitz überhaupt kein Bein mehr auf den Boden bringt, war der VfL zu Beginn chancenlos. Die fußballerisch limitierten Lausitzer gewannen jeden Zweikampf, brachten mit simplen Mitteln die VfL Defensive allzuoft in Verlegenheit. Allein Philipp Bönig schoss in Halbzeit eins ein halbes Dutzend Böcke, die normalerweise für eine ganze Saison ausreichen sollten.
So musste man zur Pause froh sein, dass man "nur" mit 0:1 zurück lag, wenngleich das Tor ein Geschenk von Philipp Bönig, verbunden mit mangelnder Robustheit Holmar Eyjolfssons, war. Doch dass Cottbus die schwächste Offensive der Liga hat, war am Freitagabend unübersehbar.


Durch eine deutliche Leistungssteigerung in Halbzeit zwei sicherte wieder Kevin Vogt mit einem ähnlichen Treffer wie gegen 1860 München das Remis - und eröffnete den Bochumern gegen Spielende sogar die Chance auf den Auswärtssieg - was gleichbedeutend mit Klassenerhalt gewesen wäre. Doch sowohl Takashi Inui, als auch Christoph Dabrowski und Daniel Ginczek, brachten aus aussichstreichen Positionen den Ball nicht im von Ex-VfL Keeper Rene Renno gehüteten Cottbuser Tor unter.

Weil der KSC am Sonntag sein Spiel gewann ist heißt es im Lager des VfL mindestens eine Woche weiter zittern - sportlich zumindest.



Lizenz noch nicht gesichert

Noch viel ernster als die sportliche Bedrängnis (zumindest ist der direkte Abstieg rechnerisch nun auszuschließen) könnten in den nächsten Wochen die finanzielle Sorgen werden. Die Lizenz wurde dem VfL zwar vorerst erteilt - jedoch nur unter bis zum 24.Mai zu erfüllenden Auflagen.
Die Zeiten, in denen der VfL seine Schulden deutlich abbauen konnte und so gut wie keinerlei Auflagen mehr zu erfüllen hatte, sind vorbei. Seit dem Abstieg 2010 schreibt man in Bochum wieder rote Zahlen - tiefrote wie sich jetzt herausstellte.
Dass die finanziellen Probleme beim VfL Bochum größer sein könnten als zunächst erwartet zeigte sich schon im Januar, als man kurz vor Ende der Transferphase Matthias Ostrzolek (Augsburg) und Chong Tese (Köln) für frisches Geld in die Bundesliga wechseln liess. Wie jetzt bekannt wurde fehlen den Bochumer mindestens 1,3mio Euro, um den Spielbetrieb in Liga 2 fortführen zu können. Als Gründe nennt der Vorstand die zu geringenen Ticketeinnahmen und den Verlust des TV-Ranges an Greuther Fürth. Der dickste Brocken, der den VfL jetzt vor Existenzprobleme stellt, wird jedoch einmal mehr verschwiegen: Die Forderung bezüglich des Transfererlöses von Stanislav Sestak in Höhe von ca. 2,4mio€ kann dem Verein noch das Genick brechen.
Nach wie vor fehlt dieses Geld den Bochumer an allen Ecken und Enden, und wird aller Voraussicht nach in naher Zukunft auch nicht auf dem Konto des VfL eintrudeln. Die Hoffnung, dass Finanzvorstand Ansgar Schwenken seinen Fehler, Sestak OHNE BANKBÜRGSCHAFT in die Türkei ziehen gelassen zu haben, korrigieren kann, ist zwar noch gegeben - doch als Sicherheit lässt die DFL die Forderung gegenüber Ankaragücü nicht gelten. So müssen schnellstmöglich andere Liquiditätspotentiale aufgezeigt werden - oder es drohen weitere Spielerabgänge. Gerüchte um die letzten für Bundesligisten noch interessanten Kicker wie Andreas Luthe und Takashi Inui werden in naher Zukunft zur Tagesordnung gehören. Und dennoch gilt es alles dafür zu unternehmen, um genau diese Spieler, die einem eine bessere Zukunft ermöglichen könnten, zu h. Denn sonst droht wohl schon in Bälde ein Szenario wie bei Ex-Bundesliga Kollegin Armina Bielefeld.
Oder wie es einst schon Ex-Präsident Werner Altegoer sagte: "Der VfL kann nur als Erstligist im Profifußball existieren".

Es gilt zu hoffen, dass sich diese Worte nicht bestätigen werden.


Glück Auf!


FC Energie Cottbus - VfL Bochum 1848   1:1 (1:0)

1-0 Reimerink 33.
1-1 Vogt 58.


Luthe - Acquistapace, Maltritz, Eyjolfsson, Bönig - Sinkiwicz(66.Dabrowski) - Federico, Vogt(83.Berger) - Inui - Gelashvili(46.Freier), Ginczek



Der Weg zum Klassenerhalt:

Der VfL hält die Klasse vorzeitig, wenn:

- man am Sonntag gegen Braunschweig gewinnt
- man remis spielt, Karlsruhe jedoch nicht gewinnt
- man remis spielt, Karlsruhe gewinnt, jedoch Aue oder Cottbus verlieren
- man verliert, Karlsruhe jedoch nicht gewinnt




Hätte niemals an Ankaragücü verkauft werden dürfen: Ex-Star Stani Sestak

Sonntag, 15. April 2012

Kevin Vogt erlöst Bochum - Klassenerhalt greifbar

Es war wohl die angespannteste Woche der Saison beim VfL Bochum. OK, die Woche vom 12.-16. September letzten Jahres, als man Montag Abend in Dresden das vierte Spiel in Folge kläglich verlor, am darauffolgenden Dienstag Friedhelm Funkel entliess und am Ende der Woche unter Neu-Trainer Bergmann 0:4 gegen Paderborn unterging, war wohl ähnlich schlimm. Doch die Angst, nochmal böse erwischt zu werden nach Wochen der Versäumnisse, war diesmal weitaus größer.

In Aachen, am Mittwoch Spätnachmittag, wollte man doch alles klar machen in Sachen Klassenerhalt. Beim relativ abgeschlagenen Tabellenletzten, die bis dahin erst drei Spiele in der Saison gewonnen und schon zwei Trainerwechsel hinter sich hatten. Wenn nicht dort, wo dann würde der VfL seine notwendigen Punkte einfahren?
Doch der Mittwoch war ein ganz schwarzer Tag in einer dunkelgrauen Saison, denn ohne nützliches Zweikampfverhalten, ohne System in Angriff, und ohne jegliche Sicherheit bei einfachsten Aktionen kann man auch beim Tabellenletzten nicht gewinnen. So dominierte die noch leidgeprüftere Alemannia, Aufstiegspartner aus dem Jahr 2006, den VfL über die 90 Minuten nach Belieben, gewann locker und hochverdient mit 2:0 (2:0) und traf noch weitere drei Mal Aluminium. Das Ergebnis hielt sich im Neuen Tivoli glücklicherweise in Grenzen - eine Blamage war es allemal. Symbolisch für den Auftritt war die Gelb-Rote Karte für Linksverteidiger Philipp Bönig, der mit der Schnelligkeit David Odonkors völlig überfordert war und unmotiviert über den Rasen senste. Für Bönig war es die zweite Gelb-Rote Karte der Saison - im dritten Einsatz. Eine abenteuerliche Quote.
Die Bochumer Verantwortlichen schlugen nach der Vorführung harte Töne an: Sportvorstand Jens Todt sprach nicht um den heißen Brei herum, sondern betonte, "dass man nun sehen werde, auf wen man sich verlassen könne". Dass die Mannschaft "von Rückschlägen leichter aus der Bahn geworfen werde als alle anderen Teams der Liga" wusste man schon vorher, genauso bekannt war die Tatsache, dass ein Nika Gelashvili "vollkommend verunsichert" sei.
Man hoffte beim VfL, dass die harten Töne ihre Wirkung zeigen würden - im Spiel gegen Lieblingsgegner 1860 München, für das wieder Ausfälle zu verkraften waren:

Linksverteidiger Bönig war folglich gesperrt, viele andere, wie Kopplin, Federico und Dabrowski weiterhin angeschlagen, weitere wie Concha nicht einsatzbereit. So kam es, dass Federico und Kopplin beginnen mussten, die Linke Abwehrseite von Jonas Acquistapace besetzt wurde, Kevin Vogt ins Mittelfeld "rotierte", und vorne der Zweimann Sturm Gelashvili-Ginczek Druck auf die Münchener Abwehr ausüben sollten.

Die Bochumer übernahmen von Beginn an das Kommando, 1860 agierte abwartend, nicht den Eindruck erweckend, zwingend die Letzte Chance zum Erreichen des Relegationsplatzes nutzen zu wollen. Den konzentriert und überlegt nach vorne spielenden Bochumer wurde genügend Raum gelassen, die dem VfL schon zu Beginn die ein oder andere Chance ermöglichte. Inui, Vogt und Federico versuchten es mit Schüssen - die Marschrichtung war vorgegeben. Die Löwen waren im eigenen Angriff über Konter nicht ungefährlich, doch hatte die Abwehr des VfL den nominell so starken Sturm mit Lauth und Volland im Griff, lediglich Aushilfs-Außenverteidiger Acquistapace stand das ein oder andere Mal zu weit von seinem Gegenspieler Aigner entfernt.
Erzielte die Führung: Daniel Ginczek
Die Logische Führung für den aktiveren VfL fiel dann kruios: Gelashvili's Schussversuch wurde abgeblockt, der Georgier brachte den Ball nochmals zur Mitte, wo Ginczek den Ball in den Strafraum bolzte, ehe er ihm noch einmal vor den Fuß fiel, und der Dortmunder etwas glücklich den Ball durch die Hosenträger des unglücklichen München-Keeper Gabor Kiraly drosch (18.)
In Folge der Führung hatte der VfL weitere Torchancen, die beste wohl kurz vor dem Halbzeitpfiff durch Vogt (45.), musste gegen Ende der Halbzeit aber auch einen stärker werden Gegner bekämpfen, dem Kopplin durch eine Grätsche, bei der er sich an seiner angeschlagenen Leiste verletzte, die bis dahin beste Chance vereitelte (36.).
Zu Kopplin: Jens Todt lobte den Berliner diese Tage für seine vorbildliche Einstellung, würde er doch seit Monaten schon nicht mehr regelmäßig trainieren können und müsse seit Längerem aufgrund von Leistenproblemen gespritzt werden. Die unausweichliche OP könnte nun doch schon vor Saisonende anstehen - ein Vertragsangebot zur Weiteranstellung liegt dem 22-Jährigen Außenverteidiger vom VfL leider nicht vor.

Noch mit Kopplin kam der VfL aus der Kabine und erlebte eine Halbzeit, die eine gesamte Saison in 45 Minuten zusammenfasst. Zu Beginn war es weiter der VfL, der die Offensive suchte, schon in der 48.Minute ergab sich für Ginczek die Chance zur Vorentscheidung, als er sich antrittsschnell Aygün vom Leib riss und frei vor Kiraly am Tor vorbei schoss. Diese vergebene Chance war der Anfang ganz bittere Minuten, in denen der VfL die Führung leichtfertig verspielte und die Giesinger ohne sonderlich großen Aufwand die Weichen auf den vermeintlichen Sieg stellen konnten: Nur eine Minute nach der vergebenen Vorentscheidung tauchten urplötzlich einmal mehrere Münchener in der Hälfte des VfL auf, ein simpel geschlagener Ball von Aigner in den Strafraum auf Rakic genügte zum Ausgleich. Kopplin war nicht auf seiner Position, rückte auch zu spät nach (Er wurde kurz danach für Freier ausgewechselt) und Maltritz erkannte die Nichtbesetzung seiner Nebenposition zu spät und musste Rakic in seinem Rücken ziehen lassen.
Benny Lauths Reaktion auf seinen Zufallstreffer
Die Verunsicherung nach diesem ersten Nackenschlag war spürbar, das Spiel des VfL erlitt einen ersten Bruch. Als nur zehn Minuten später, eine misslungene Lauth-Flanke aus 33 Metern den Weg über Luthe hinweg ins Kreuzweg fand, schwanden die Hoffnungen der Bochumer auf den befreienden Sieg. Ein zweiter Ball nach einer Ecke kam zu Lauth, der Inui aussteigen liess und den Ball relativ "planlos" in den Winkel schoss. Das Glück war in dieser Phase nicht auf Seiten der Bochumer.

Die darauffolgende Viertelstunde war von Wechseln auf beiden Seiten geprägt, Spielfluss wollte nicht recht aufkommen, 1860 hatte mittlerweile die Oberhand gewonnen, der VfL, nun etwas wild aufgestellt, fand nicht mehr den Rhythmus der Ersten Halbzeit. Als Paradebeispiel dient hier Denis Berger: Der Österreicher, kein Fußballfeinmotoriker, kam in Minute 65 für den verletzten Kopplin in die Partie, spielte die seine ersten Minuten rechts im Mittelfeld, wechselte danach auf die Linke Außenbahn, und liefert eine höchst unglückliche Leistung ab. Berger gelang nichts. Obwohl sichtlich bemüht traf er durchgehend falsche Entscheidungen oder hatte kurioses Pech in seinen Aktionen. Entweder spielte er trotz vierer, fünf Ballberührungen nicht ab, oder seine Pässe waren ungenau und hoppelten. Die Krönung seiner schwachen Saison und des Fehleinkaufs an sich waren jedoch die folgenden Aktionen: So kam Berger urplötzlich im Strafraum frei an den Ball, statt den Ball ins Tor zu hämmern prüfte er Kiraly nur mit einem Mini-Schüsschen (74.). Als der unglückliche Ösi dann nach einem Flankenversuch nicht den Eckball zugesprochen bekam, sondern die Schiedsrichterin zurecht auf Abstoß entschied, war der Tag für Berger, wie seine komplette Saison, zum Vergessen.
Die Jungs von der Castroper versuchten in der Schlussphase alles, Ecken brachten auch Gefahr, doch Acquistapcae und Maltritz vergaben diese Halb-Chancen (82./83.). Doch weil man diesmal nicht aufgab und weiterhin trotz beschränkter Mittel alles versuchte, glückte noch der Lucky-Punch. In der 93.Spielminute chipte der eingewechselte Özi Kefkir einen Freistoß in den Strafraum, Gelashvili konnte den Ball in der Luft erreichen, und Vogt nagelte den vor ihm aufprallenden Ball in die MASCHEN. Schon lange hatte man beim VfL kein so spätes Tor mehr gesehen und endlich einmal ging das Team von Andreas Bergmann wieder mit einem positiven Gefühl aus einem Zweitligaspiel.

Erleichterung nach dem Erzwungenen Ausgleich

Erlösung in Sicht


Durch die Ergebnisse der Konkurrenz hat sich die Situation beim VfL etwas entspannt. Zwar ist man nun endlich, und glücklicherweise, nicht mehr Tabellenzehnter, doch durch die kollektiven Niederlagen der auf den Abstiegsplätzen beheimateten Teams nimmt man diesen derzeit 13.Tabellenplatz in Kauf.
Die Bochumer liegen nun sechs Punkte vor dem Relegationsplatz (Karlsruhe), zudem besitzt man das bessere Torverhältnis. Die beiden Letzten, Rostock und Aachen, müssten alle drei verbleibenden Saisonspiele gewinnen, um rechnerisch noch am VfL vorbeiziehen zu können.

Trotz allem hat der VfL noch lange keinen Freifahrtsschein für die restlichen Partien. Bei den ebenfalls seit Monaten kränkelnden Cottbusern soll nun rechnerisch der Klassenerhalt fixiert werden. Die Lausitzer stehten mittlerweile auch nur noch auf Rang 14, haben zwei Punkte weniger als der VfL auf dem Konto, und sind bei nur vier Punkten Vorsprung auf Karlsruhe noch in Reichweite der Abstiegsplätze. Kein Grund für den VfL, freiwillig Punkte abzugeben. Denn auch in Cottbus heißt es: Verlieren gilt nicht!

Für die Partie in Cottbus fehlen den Bochumer Christoph Kramer (Sperre) und womöglich Björn Kopplin. Philipp Bönig hingegen wird wieder ins Aufgebot stoßen.

Glück Auf!


Alemannia Aachen - VfL Bochum 1848   2:0 (2:0)

1-0 Odonkor 26.
2-0 Streit 39.


Luthe - Eyjolfsson, Maltritz, Acquistapaca, Bönig - Sinkiewicz(66.Dabrowski), Kramer(57.Vogt) - Freier, Federico(85.Berger), Inui - Ginczek



VfL Bochum 1848 - TSV 1860 München   2:2 (1:0)

1-0 Ginczek 18.
1-1 Rakic 49.
1-2 Lauth 60.
2-2 Vogt 93.

Luthe - Kopplin(65.Berger), Maltritz, Eyjolfsson, Acqusitapace - Kramer(75.Kefkir) - Federico(55.Freier), Vogt - Inui - Gelashvili, Ginczek

Torschüsse: 18 - 10
Ballbesitz(%): 56 - 44
Zweikämpfe(%): 52 - 49
Ecken: 6 - 4
Fouls: 22 - 17
Abseits: 5 - 2
Laufleistung(km): 109.04 - 113.36
Zuschauer: 10.132

Alter der Teams(Jahre): 25.3 - 27.4