Sonntag, 9. Juni 2013

Hochwasser in Passau - VfL-Fans zeigen sich solidarisch

Dass Zusammenhalt und Gemeinschaft beim VfL Bochum und seinen Fans schon immer eine ganz große Rolle spielte ist durfte in den vergangenen Tagen auch Maurice Cremers, der Wirt der Passauer Kneipe Zeche14 erfahren.

Da dieser Blog aus der Dreiflüssestadt Passau geschrieben wird muss auch an dieser Stelle an die dramatischen Geschehnisse der vergangenen Tage in der Stadt eingegangen werden.

Passau - die Dreiflüssestadt: Wunderschön gelegen zwischen Donau, Inn und Ilz, die sich an der Passauer Ortsspitze zur Donau vereinigen. Viel Wasser im Verhältnis zu wenig Land - das, was Passau zu einer stark frequentierten Touristenstadt macht kann andererseits eine große Gefahr bedeuten. Passau hat sich über die Jahrhunderte hinweg zu einer hochwassererprobten Stadt entwickelt- doch Katastrophen wie diese im Juni 2013 sind nicht zu verhindern. Passau erlebte in diesen Tagen die schlimmste Katastrophe seit dem Stadtbrand von 1662.

Passau von seiner schönen Seite (Bild von 2004): Links der Inn, mittig die Donau, und rechts die so harmlos wirkende Ilz

Pegelstand am Rathaus
Die Donau erreichte in der Nacht auf den 4.6.2013 ihren Höchststand von 12,89m - normal sind zu dieser Jahreszeit ca. 4m. Obwohl der Scheitel der Donau erst Tage später Passau erreichte und Regensburg und vor allem Deggendorf bedrohte, erreichte Passau eben schon an jenem 4.6. seinen Höchststand, da zu diesem Zeitpunkt der Inn gut 10m Pegelstand erreichte und durch seine Wucht die Donau zusätzlich zurückstaute. Das Wasser stieg in manchen Stunden teilweise über 20cm. Das "Jahrhunderthochwasser" von 2002 - als 10,83m gemessen wurden, wurde gewaltig übertroffen. Ja nicht nur 2002, auch das schlimmste Hochwasser Passaus der jüngeren Geschichte von 1954, als eine Woche nach dem WM-Triumph der Deutschen Fußball-Nationalmannschaft in Bern die Donau 12,20m maß, und sogar der "Allzeitrekord" aus dem Mittelalter von 1501 wurden deutlich übertroffen. Dadurch wurden diesmal neben den nahe an den Flüssen gelegenen Wohnungen/Geschäfte/Lokale getroffen, sondern auch etliche Menschen, die mit bisherigen Hochwassern noch nie in Berührung gekommen waren. Große Teile der Stadt, die vom Hochwasser nicht tangiert waren, mussten zudem für gut 36 Stunden ohne Strom oder Trinkwasser auskommen.





 
Land unter in Passau - 3.6.2013



VfL-Fans helfen Maurice


Dass nun die Hochwasserkatastrophe in der niederbayerischen Kleinstadt auch Bochum und den VfL betrifft hängt damit zusammen, dass Passau so etwas wie die südlichste Außenstelle Bochums darstellt. In den vergangenen Jahren hat sich eine kleine, aber feine Fangemeinde gebildet, die von Ostbayern vor allem die Auswärtsspiele im Süd- und Ostdeutschen Raum ansteuert. Das Herz des Ruhrgebiets in Passau schlägt aber in der Zeche14, einer Musikkneipe, die vom gebürtigen Bochumer Maurice Cremers geführt wird und das Ruhrgebiet, und speziell Bochum und den VfL, in Passau repräsentiert. Hier bekommt man auch über 650km von Bochum entfernt 'ne frische Dönninghaus mit Fiege. Das "Bochumer Gedeck" hat sich in der Studentenstadt längst einen Namen gemacht.
Die Kult-Kneipe ist glücklicherweise, obwohl nahe des mächtigen Inns gelegen, von der Flut verschont geblieben, jedoch hat es Maurice' Wohnung, im Einflussbereich der eher harmlos wirkenden Ilz gelegen, aufs Schlimmste getroffen. Wie viele Passauer hat Maurice fast jeglichen Besitz verloren. Wände, Möbel und Elektrogeräte sind den Fluten meist schutzlos ausgesetzt. Ein schreckliches Szenario, das man niemanden wünschen würde.

Doch wenn die Not am Schlimmsten ist halten die VfL-Fans am stärksten zusammen: Das VfL-Forum "VfL4u" hat sich in kürzester Zeit organisiert, ein Spendenkonto für Ihren in Not geratenen VfL-Fan einzurichten, eine einzigartige Aktion, an der sich desweiteren der VfL, Ben Redelings, der die im Besitz von Jens Tampier befindliche Goretzka-Zeichnung versteigern konnte, Frank Goosen und die Bochumer Printmedien beteiligt haben. Dafür höchsten Respekt und Anerkennung für diese selbstlosen Taten! Jeder Spender, der die symbolische Summe von 18,48€ überweist, erweist Maurice beim Wiederaufbau seiner Wohnung eine große Hilfe!



Die Zeche 14 in der Passauer Löwengrube

"Bochumer Gedeck" in der Zeche


Bitte Spenden: Hilfe für VfL-Mitglied Maurice Cremers


Michael Berchner
Knr. 858953301
Blz. 30040000
Commerzbank
Betreff: Hilfe für Maurice Cremers


Damit auch weiterhin der Geschmack von Fiege und Dönninghaus in Passau erhalten bleibt!



Glück Auf Maurice!





Montag, 27. Mai 2013

VfL Bochum reloaded - Neururer setzt auf "Wir sind VfL"

Peter Neururer weiß was er will - und versucht gerade in Windeseile dem VfL Bochum ein neues altes Gesicht zu verpassen.

Man fühlt sich in diesen Tagen schon so etwas wie in einer Zeitmaschine als Fan des VfL Bochum. Nachdem Peter Neururer innerhalb weniger Wochen den Verein aus seinem Dornröschenschlag zum Ligaerhalt geführt hat und dann tatsächlich seinen Vertrag bis 2015 verlängern durfte, ist auch wenige Tage nach Saisonende der Weg vorgegeben, den Neururer mit seinem VfL in Zukunft gehen will: Den "Gemeinsam sind wir stark"- Weg, den Weg "Wir sind VfL".

"Gebt uns unseren Verein zurück" - das war vor knapp drei Jahren der Hilfeschrei vieler Fans, ja mehr oder weniger initiert von mittlerweile Co-Präsidenten Frank Goosen, nach einer Besinnung auf VfL-Tugenden, die in den Jahren zuvor, beginnend in der Koller-Zeit und in dem Abstieg 2010 gipfelnd, immer mehr entfremdet wurden. Ob damit damals ein Integrieren alter verdienter Bochumer flächendeckend auf entscheidenden Positionen im Verein gemeint war, ist nicht überliefert. Doch genau das ist heute, im Mai 2013 der Fall, und es ist wohl der einzige Weg, den VfL wieder dahin zu bringen was er einst war: Eine geschlossene Einheit auf und nebem dem Fußballplatz.

Neururer versucht konsequent ohne Inhilfenahme finanzieller Mittel die Stärken aus seinem Verein zu kitzeln. Die Fans, der wohl wichtigste Teil des Vereins, hat er in kürzester Zeit erreicht und von seiner Art, den VfL Bochum zu leiten, überzeugt. Die Mitarbeiter, die Spieler, ja auch den Aufsichtsrat schwor er zu einer Einheit zusammen, wie es wohl lange nicht mehr usus war an der Castroper Straße. Dass er diesen Weg nun auch mit menpower stärken will ist folglich der logische Schritt.

Während der Aufsichtsrat noch nach einem tauglichen Sportvorstand sucht, an dessen Suche sich Neururer angeblich nicht beteiligt, setzt Neururer mit seinen ersten Personalentscheidungen die Devise "Wir sind VfL" in die Tat um:


Mit Frank Heinemann kommt DER Bochumer Junge schlechthin zurück nach Bochum

Funny Heinemann
Neururers neuer Co-Trainer wird nämlich Frank Heinemann heißen. Der Bochumer Junge Heinemann, von 1976 bis 2011 ununterbrochen im Verein und 14 Jahre als Co-Trainer beim VfL tätig, kommt nach zwei Jahren "Ausleihe" vom Hamburger SV zum VfL Bochum zurück. Der VfL trennte sich 2011 im Rahmen einer Umstrukturierung des Jugendbereichs von Heinemann, nachdem dieser nach seiner Interimstrainertätigkeit im September/Oktober 2009 nicht mehr auf der Bochumer Bank gesessen hatte. Heinemann folgte als Co-Trainer Michael Oenning zum HSV, war auch unter Thorsten Fink zuletzt in dieser Position tätig. Nun der Schritt zurück zu seinem VfL, obwohl ihm anscheinend ein weiteres, wohl auch besser dotiertes Vertragsangebot der Hamburger vorlag.

Welcome Back, Heiko!
Auf dem Spielersektor konnte Peter Neururer auch einen alten Bekannten Willkommen heißen: Heiko Butscher, dem einst Neururer den Weg in den Profifußball geebnet hatte, obwohl er nie unter Neururer trainiert hat (Neururer verpflichtete Butscher vor seinem Abschied aus Bochum 2005), kehrt nach sechs Jahren Abstinenz zurück "anne Castroper". Butscher, der mit 25 relativ spät sein Debut im Profifußball feiern durfte, spielte von 2005-2007 in Bochum, wurde dann vom weniger glücklichen Mergim Mavraj abgelöst und zog nach Freiburg weiter. Dort stieg er als Kapitän 2009 in die Bundesliga auf, dies gelang ihm 2012 erneut mit Eintracht Frankfurt. Der Defensivspezialist und Führungsspieler trägt den VfL im Herzen, den Wechsel zurück zu Bochum ermöglichte auch die Anstellung seiner Frau Maren am Landesgericht Bochum.

Des weiteren verlängern mit Slawo Freier (33) und Patrick Fabian (25) zwei weitere Ur-Bochumer ihren Vertrag um ein Jahr.

C.Dabrowski
Und auch für Christoph Dabrowski (34) wird eine interne Stelle gesucht: Dass es für den Ex-Kapitän, der, das wird immer schnell vergessen, in erfolgreicheren Bundesliga-Jahren die Knochen für den VfL hingehalten hat und sogar vom geschassten Ex-Coach Heiko Herrlich als "Vorzeige-Profi" bezeichnet wurde, leider nicht mehr für den Profifußball reicht wurde in den letzten beiden Spielzeiten immer deutlicher. Seine letzten großen Spiele waren die Relegationsspiele gegen Mönchengladbach, als Dabrowski nochmal auf höchstem Niveau gegen Champions-League-Finalspieler wie Reus oder Dante seinen VfL anführte. Ein Job als Nachwuchstrainer, der ja auch Marcel Maltritz in Aussicht gestellt wird - beide arbeiten bereits seit längerem an ihrem Trainerschein - könnte hier für beide Parteien eine ausgezeichnete Lösung darstellen.

Mats Hummels verletzte Dabrowski im März 2008 beim 3:3 gegen Dortmund schwer
Neben diesen Personalentscheidungen, denen noch viele folgen werden, wird mit Felix Bastians (25) höchstwahrscheinlich ein weiterer Ex-VfLer ab Sommer für den VfL auflaufen. Der gebürtige Wattenscheider Bastians, soll für die linke Außenbahn kommen und den kniegschädigten Michael Lumb ersetzen. Bastians, einst mit Butscher in Freiburg aktiv und in der Jugend nach England gewechselt, kommt von Hertha BSC Berlin, wo seine Karriere in den letzten eineinhalb Jahren etwas ins Stocken geraten ist. Aber genau deshalb tut sich hier die Chance für Neururer und den VfL auf.


Es wird "spannend" sein, den BOCHUMER Weg weiter verfolgen zu dürfen. Die ersten Personalentscheidungen sind in sich stimmig und machen Hoffnung auf mehr. Dass sich nach den etlichen Transferflops von Jens Todt aus dem Niedersächsischen Flachland oder der Georgischen Wildnis etwas ändern müsste war klar - der Gedanke, die Spieler wieder mehr über die emotionale Verbundenheit dem Verein gegenüber zu scouten macht durchaus Sinn. Denn die Leistungsträger der jüngeren Vergangenheit waren nicht die zugekauften Spieler, sondern die, die das VfL-Logo nicht erst seit gestern auf dem Trikot trugen. Es wäre nicht verkehrt, mehr Luthes, Aydins, Goretzkas, Rzatkowskis, Freiers, Maltritz' oder auch Kramers zu haben. Letzter war zwar kein "gebürtiger" VfLer, doch hat er sich mit seiner Art zu spielen zu einem gemacht und vielleicht trotz seinem Abgangs den Weg für kommende Generationen vorgegeben! Dass Kramer nun die kommenden Jahre für Borussia Mönchengladbach auflaufen wird sei ihm verziehen - er selbst hätte ja Benfica Lissabon vorgezogen, das Leverkusener Veto jedoch machte seinen Traum zu nichte.


Glück Auf!
 
Alte, neue Innenverteidigung: Malte-Butscher

Freitag, 24. Mai 2013

Relegation - Wieso ein Abstieg Hoffenheims für den Fußball so wichtig wäre

Während ganz Fußball-Deutschland, und auch teile Deutschlands, die in den weniger entscheidenden Fußballmonaten eher weniger mit dem Fußball am Hut hat, in diesen Tagen nach Wembley/London blickt, finden in Deutschland für vier Vereine die wohl wichtigsten wie auch unnötigsten Spiele des Jahres statt: Es ist wieder mal RELEGATION.

Relegation - dieser unfaire Wettbewerb zweier klassenverschiedener Mannschaften gegeneinander, bei dem das Ergebnis einer ganzen Saison als Spieleinsatz herhalten muss, und bei dem immer ein Teilnehmer am Ende auf der Strecke bleibt. Seit 2009 wieder im Programm der DFL aufgenommen, ganz einfach aus finanziellen Gründen, weil sich eben zwei als "Schicksalsspiele" titulierte Begegnungen ziemlich nett vermarkten lassen. Nicht umsonst lautet ja die offziele Bezeichnung dieses Bewerbs: "Relegation - Die Entscheidung". Dass freilich "Spannung" als Hauptargument für die Wiedereinführung der Relegationsspiele herhalten musste verwundert da kaum, für den neutralen Fußballfan, der wohl auch am Samstag das Treiben in Wembley beobachten wird, mag das sogar zutreffen.

Dass ausgerechnet Hoffenheim, das gehypte Fußball-Projekt aus dem Hause SAP, in diesem Jahr die Rettung über die Relegation betreiben darf, ist wohl Ironie des Schicksals. Da Borussia Dortmund es am Wochenende verpasst hat, den Dorfverein nach nur fünf Jahren in der Bundesliga wieder in das Unterhaus zu schicken, dürfen die Kraichgauer gegen den Traditionsclub Kaiserslautern trotz einer desaströsen Saison auf den Klassenverbleib hoffen. Und hier liegt das Problem: So groß die Unterschiede, besonders im finanziellen Bereich, zwischen Bundesligisten und Zweitligisten auch sein mögen, war er nie größer wie in dieser Begegnung. Dass die finanziellen Rahmenbedingungen Hoffenheims nichts mit denen eines Zweitligisten vergleich bar sind ist allseits bekannt, dass sie sich gegen Zweitligisten behaupten dürfen somit doppelt ungerecht.

Könnten wie Gladbach von der Relegation eklatant profitieren: 1899 Hoffenheim



Die Liga klafft auseinander


Die Bundesliga strahlt derzeit so stark wie nie: Zwei Deutsche Teams begegnen sich vollkommen verdient im Champions League Finale, ein vor Jahren unvorstellbares Szenario. Die Liga boomt, das Produkt Bundesliga ist auf der ganzen Welt heiß begehrt, der Nationalmannschaft geht es gut wie lange nicht. Trotzdem lauert im Hintergrund eine große Gefahr: Das Jahrelang Plus der Liga, die intere Wettbewerbsfähigkeit, droht verloren zu gehen. Viele Verantwortliche scheinen das Problem der "spanischen Verhältnisse" erkannt zu haben - die Spanne innerhalb der Liga klaffte noch nie so weit auseinander wie in dieser Saison. Der Meister Bayern München holte 70 Punkte mehr als der letzte Fürth - eine Punktzahl, mit der man in vergangenen Jahren hätte Meister werden können. Auch Dortmund scheint dem Rest zu enteilen, während im Abstiegskampf ein Schneckenrennen um den Klassenerhalt stattfindet. So kann es auch sein, dass eine Mannschaft wie Hoffenheim, die mehrere eklatante Pleiten in dieser Spielzeit hat hinnehmen müssen, sogar die Liga hält - natürlich nur dank der Relegation - und dann im Folgejahr weiter in der finanziellen Wohlfühloase Bundesliga vor sich hin vergetieren wird.


Die Bundesliga braucht drei Aufsteiger!


Die Bundesliga verliert mit Düsseldorf und Fürth dieses Jahr wohl nur zwei Mannschaften, zwei Vereine, die erst im Vorjahr den Aufstieg in die Bundesliga feiern durften. Speziell Fürth überrante im Vorjahr die 2.Bundesliga, dominierte wie selten zuvor eine Mannschaft diese Spielklasse. Und ging in der Bundesliga gnadenlos baden. Die Bundesliga läuft derzeit große Gefahr, der Zweiten Liga zu enteilen. Es wird für Aufsteiger immer schwieriger sich in der Bundesliga zu etablieren bzw. überhaupt mithalten zu können. Diese traurige Entwicklung, die durch die extrem unterschiedlichen finanziellen Möglichkeiten zwischen Erster und Zweiter Liga begründet sind, wird durch die Relegationsspiele bestärkt. Die Relegation verhindert bei normalem Verlauf einen dritten Absteiger, sodass nur noch zwei Teams nach einer langen Fußballsaison "ausgetauscht" werden müssen. Die 16 anderen Vereine können sich festspielen, die Vorteile der Bundesliga genießen, und ein Fundament aufbauen, gegen das ein Zweitligist dauerhauft chancenlos ist. Stefan Kuntz, Vorstands-Vorsitzender des 1.FC Kaiserslautern und ehemaliger Vorstand des VfL Bochum erklärte einst, beim letzten Aufstieg der Pfälzer 2010, dass es vier Jahre Bundesliga benötigen würde, um den FCK auf die wirtschaftliche Stufe zu stellen, auf der er bei seinem Abschied aus Bochum mit dem VfL stand (2008). Es wurden nur zwei Jahre Bundesliga, es folgte 2012 der deutliche Abstieg. Schafft Kaiserslautern dieses Jahr nicht den Wiederaufstieg wird auch der "Betze" harten Zeiten in Liga2 entgegenblicken müssen...


Spanische Verhältnisse könnten verhindert werden

Es muss, nicht nur aus Sicht des Zweitligisten, auch aus Sicht der Erhaltung der Chancengleichheit bzw. Wettbewerbsfähigkeit der Bundesligavereine untereinander dringend wieder auf das alte System mit drei Aufsteigern umgestellt werden! Das bedeutet eine Abschaffung der Relegation. Die Gefahr der Etablierung von 16 Vereinen auf ihren jeweiligen Leistungsniveau bedroht die Spannung, ja auch das Niveau der Bundesliga. Findet kein Austausch zwischen den Ligen mehr statt, beziehungsweise nur noch sehr reduziert und auf die selben Vereine beschränkt, wird die Liga, ja auch der DFB-Nachwuchs an Klasse verlieren. Langeweile, ja auch Desinteresse an der Prozedur Bundesliga könnte eintreten, dem gilt es entgegen zu steuern.
Der klassische Abstieg: Hart aber ehrlich (Düsseldorf 2013)

Aus diesen Gründen wäre ein Abstieg Hoffenheims für die Liga so wichtig - denn man stelle sich vor, wie z.B. Sensationsaufsteiger Eintracht Braunschweig, neben dem SC Freiburg der einzige Underdog der Liga, überhaupt nur den Hauch einer Chance auf den Klassenverbleib haben soll, wenn man nur zusammen mit der Übermacht aus der Haupstadt, Hertha BSC, neu in die Liga eintritt und somit mit der Aufgabe vertraut wird, zumindest zwei seit Jahren etablierte Erstligisten hinter sich lassen zu müssen, um über eben jene Relegation überhaupt die Chance zu haben ein zweites Jahr im noblen Bundesliga-Oberhaus verbringen zu dürfen? Die Chancen für Braunschweig stünden bei einem zweiten Mitaufsteiger schon doppelt so gut.

Viel Erfolg Eintracht, viel Erfolg Bundesliga!


GEGEN RELEGATION!


Glück Auf!


Die bislang bitterste Stunde der Relegation: Die Ausschreitung von Düsseldorf 2012


Sonntag, 19. Mai 2013

Saison beendet - Klasse gehalten - Nach der Erleichterung folgt der Blick nach vorne

Aus.

Endlich.

Endlich hat diese Horror-Saison ein Ende gefunden. Die Klasse wurde ja bereits am letzten Wochenende in Frankfurt gehalten. Oder eigentlich schon bem Saisonhighlight, dem 2:1-Sieg gegen Köln acht Tage zuvor.


Ja, das Spiel gegen Köln, mittlerweile auch schon wieder 15 Tage alt, das war so ein Spiel, nachdem man sich in Bochum seit Jahren gesehnt hatte: Ein vollkommen ausverkauftes Bochumer Stadion, Stimmung wie in besten Zeiten, dazu noch ein Sieg gegen den in der Vergangenheit fast immer übermächtigen FC Köln. Dieser Tag war vielleicht der Lohn für monatelanges Leiden und etlichen Heimniederlagen. Nach diesem ersten Mai-Samstag erlebte die Euphorie, die Peter Neururer nach Bochum gebracht und dem Verein letztlich das Überleben gesichert hat, seinen absoluten Höhepunkt. Neururer hat den Verein mit einer Vier-Sieges-Serie vor dem Abgrund bewahrt, hat eine mit vielen Schwächen belegte Mannschaft endlich in die Spur gebracht, auch dazu, einmal am Stück zu punkten. Dass die beiden abschließenden Saisonspiele unglücklich verloren wurden ist natürlich ärgerlich, fiel aber durch das intensive Punkten nach Neururers Amtsantritt nicht mehr ins Gewicht. Auch die finale Pleite gegen Union Berlin änderte z.B. nichts mehr an einem besseren Abschneiden in der TV-Tabelle.

Es war zweifellos ein verrücktes Saisonfinish. Anfang April schien in Bochum alles zusammenbrechen. Innerhalb kürzester Zeit hat der Bochumer Aufsichtsrat mit der Installation Peter Neururers voll ins Schwarze getroffen. All das ist noch keine sechs Wochen her, doch die Intensivität dieser Zeit, auch verbunden mit der viel stärkeren Präsenz, die der VfL Bochum wieder in der bundesweiten Medienlandschaft einnimmt, lässt diese Saisonphase viel länger wirken. Was auch daran liegen mag, dass Peter Neururer ja keine neue Person in Bochum war, sondern allen bestens bekannt. Man fühlte sich wieder ein bisschen in die Vergangenheit, in bessere Zeiten zurückversetzt.

Erweckte den VfL wieder zum Leben: Peter Neuruer

Das Jahr in Bochum hat viele Opfer gefunden: Während Neururer in guter Laune und mit größtem Optimismus den Verein aus der Versenkung holte, waren seine Vorgänge Karsten Neitzel, Jens Todt und Andreas Bergmann allzuoft aufgrund von etlichen Misserfolgen deprimiert vom Platz gestrichen. Fazit nach Saisonende: Es hat einfach nicht gepasst. Die Verantwortlichen, allen voran Jens Todt, gerieten immer mehr in eine Negativspirale, aus der der Aufsichtsrat sie befreien musste. Auch die Trainer, Karsten Neitzel zeigte gewiss positive Ansätze, konnten der Mannschaft und dem Verein aber nie die Perspektiven aufzeigen, die es benötigt hätte, um gemeinsam eine erfolgreiche Saison spielen zu können. Deshalb musste der Aufstichtsrat Anfang April alles auf die Karte Neururer setzen, der auf diese Gelegenheit seit Jahren gewartet hatte und mit enormer Energie und Akribie das versuchte gut zu machen, was über Jahre hinweg versäumt bzw. kaputt gemacht worden ist. Peter Neururer war schon während seiner ersten Amtszeit ein Glücksfall für den Verein, doch war/kann er diesmal noch ein größerer sein/werden.

Kann werden? Wird! Auch wenn bis dato noch kein Vertrag unterzeichnet wurde: Peter Neururer wird auch in den kommenden beiden Spielzeiten Trainer des VfL Bochum sein. Neururer sprüht vor Angriffslust und Ideen, will dem VfL wieder ein Gesicht und Perspektiven geben. Und: Wer kann das besser als Peter Neururer? Wohl niemand.
Zudem gibt es auch niemand anderen. Die Position des Sportvorstands ist nach wie vor vakant, doch hinter den Kulissen hat Neururer bereits die Planung für die kommende Saison vorangetrieben. Wie in Bochum zumeist der Fall liegt dabei auch in diesem Sommer das Hauptaugenmerk auf der Kaderplanung, da den VfL wieder etliche Spieler verlassen werden/müssen.


Emotionaler Abschied Kramers


Damit wurde nach dem Abpfiff gegen Union Berlin begonnen: Die Spieler Zlatko Dedic, Philipp Heerwagen, Manuel Ortega, Alexander Iashvili, Marc Rzatkowski und leider auch Christoph Kramer wurden mit einem Bochumer Spezialtäten-Korb verabschiedet. Besonders der Abschied Kramers schmerzt: Der Leihspieler von Bayer Leverkusen hat bis zuletzt seine Verbundenheit mit dem VfL bekundet, sich letzten Endes aber der großen Karriereaussichten und des Vetos Bayer Leverkusens beugen müssen. Kramer wird entweder zum SC Freiburg weiterverliehen oder Kramer darf sogar den großen Schritt zu einem internationalen Top-Klub wagen: Benfica Lissabon und Inter Mailand wollen Kramer verpflichten. Gut möglich, dass ein Teamplayer wie Kramer, der gegen Union Berlin nochmal mit Einsatz und fußballerischer Leidenschaft brillierte, in einer Top-Mannschaft seine Stärken noch viel besser zur Geltung bringen kann. Und nach Bochum darf er auch gerne wieder heimkommen! Wenngleich das wohl erst in gut zehn Jahren passieren könnte...

Emotionaler Abschied - aber er konnte nicht bleiben: Christoph "Zinedine" Kramer

Viele offene Fragen also beim VfL Bochum und keine Zeit sich nach der Anspannung der vergangenen Monate entspannt zurückzulehnen. Sehr viele Entscheidungen müssen in den kommenden Tagen/Wochen an der Castroper Straße getroffen werden, die Hoffnung, dass man dabei glücklicher agiert als in den vergangenen Jahren ist auch durch Neururer gegeben. Die Fans jedenfalls, hat der Verein wieder auf seine Seite gezogen. Und wie schön wäre es denn, wenn ein neuer VfL mit Trainer Peter Neururer ab Juli vor ähnlich großem Publikum wie zuletzt wieder genau so erfrischend aufspielt wie bei diesem so umjubelten Sieg gegen den 1.FC Köln........?

Alles ist möglich!


Glück Auf!


Zitat der Woche:

"Was ist der Unterschied zwischen Gott und Peter Neururer? Gott schickt seinen Stellvertreter, Pedda kommt selbst."
          F.Goosen, Aufsichtsratsmitglied des VfL Bochum
                                        


Samstag, 4. Mai 2013

16 Ecken, 32 Torschüsse, nur 1 Tor: Bochums Sieg der Nerven in Sandhausen - Samstag Großkampftag gegen Köln

3 Spiele, 9 Punkte, 6:0 Tore - Peter Neururer hat den VfL Bochum stabilisiert, aus einer mit vielen Schwächen zu kämpfenden Mannschaft die Stärken herausgekitzelt, und auch das nötige Glück zurück gebracht nach Bochum, dort, wo es seit Jahren wenig zu Lachen gab: Und dennoch: Die Klasse ist längst noch nicht gesichert, das leichte Restprogramm der Hauptkonkurrenten Aue und Dresden lässt keinen weiteren Leistungseinbruch zu. 40, vielleicht sogar 41 Punkte könnten in dieser Saison notwendig sein, um die Relegationsspiele gegen einen starken Drittligisten, womöglich aus NRW, zu vermeiden.

In Sandhausen - gottlob man brachte die Punkte mit nach Bochum - hätte man sein mageres Torverhältnis deutlich aufbessern können. Mehrfach rannten die Bochumer auf das Sandhäuser Tor zu, allein 16 Torschüsse in den ersten 25 Minuten der zweiten Halbzeit registrierten die Statistiker. Ein Tor sprang dabei nicht heraus. Bayern München hätte in ihrer derzeitigen Gier Sandhausen wohl zweitstellig abgefertigt, der VfL zitterte sich letztlich trotz deutlicher fußballerischer Überlegenheit zu einem knappen Auswärtssieg. Und dennoch: Der Aufwärtstrend ist unübersehbar:



Neururer verzweifelte an der Abschlussschwäche seines Teams
26.000 Zuschauer gegen St.Pauli, mehr als 1.000 Bochumer bei Peters Gebursttagsparty in Sandhausen, dem fußballerischen Kaff nahe der Walldorfer SAP-Zentrale gelegen, ausverkauftes Stadion gegen Köln, knapp 3.000 erwartete Auswärtsfahrer nach Frankfurt - und wohl nochmal volle Hütte zum Saisonabschluss gegen Berlin - diese Zahlen gehen für Freunde des VfL Bochum runter wie Öl. Der VfL Bochum beweist in diesen Tagen, dass er mehr bieten kann als traurig-tristen Zweitliga-Alltag ohne Aussicht auf sportliche Erfolge oder begeisternde Stadionbesuche. Diese schlagartige Entwicklung, die natürlich hauptsächlich auf Peter Neururers Begeisterungsfähigkeit, seinen Enthusiasmus, zurückzuführen ist, kann die Rettung für den Verein darstellen: Denn: Neben der überlebenswichtigen Tatsache Klassenerhalt muss auch weiter gedacht werden: Auf Jahre gesehen hätte der VfL bei einem 10.000er Zuschauerschnitt nicht existieren können. Gelingt es, den unbeschreiblichen Aufschwung der vergangenen drei Wochen in die nächste Saison zu retten, und wöchentlich mehr als 20.000 Fans ins Stadion zu locken, hat der Verein auch finanziell wieder eine Perspektive, im Profifußball neu durchzustarten.

Der Verein, die Stadt, auch die Poltik in Bochum durchlebt keine einfache Zeit: Nach Nokias Abzug 2008 verlässt Opel die Ruhrstadt nun endgültig 2014. Das im Ruhrpott schwer verbreitete Problem der strukturellen Arbeitslosigkeit, die in anderen Revier-Städten wie Gelsenkirchen noch viel stärker ausgeprägt ist, droht auch Bochum noch weiter zu treffen. Durch Opel verliert man gut 3.000 Arbeitsplätze - und eine Vielzahl derer, die mit Opel zu tun hatten.
Dass zudem die Bochumer Stadtwerke, niemand geringerer als der Hauptgönner des Vereins, durch die Skandale rund um die Gastredner-Honorare bei den "Atrium-Gesprächen" seit längerem mit herber Kritik aus der Bevölkerung zu kämpfen haben und das Sponsoring, besonders auch den VfL betreffend, kürzen wollen, passt in dieser Negativspirale wie die Faust aufs Auge.

Der VfL lebt in diesen Tagen als Identifikationsfigur Bochums wieder neu auf, am heutigen Samstag gegen den 1.FC Köln kann ein großes Spiel erwartet werden. Ein Zweitligaspiel, dass es hoffentlich im nächsten Jahr erneut zu sehen geben wird, denn der VfL will sich mit einem Heimsieg weiter von den Abstiegsplätzen frei schwimmen und somit gleichzeitig Köln die letzten vagen Hoffnungen auf den direkten Bundesliga-Wiederaufstieg nehmen.

Aydin fehlt erneut

Nach zuletzt vier Startelfeinsätzen en suite muss Peter Neururer diesmal erstmals seine Siegformation der letzten Wochen umbauen und Top-Stürmer Mirkan Aydin ersetzen. Bochums Hoffnungsträger im Angriff hat weiterhin mit Nachwehen seiner Wadenbeinverletzung zu kämpfen, könnte aber in den beiden finalen Saisonspielen nochmal zum Einsatz kommen. Wer Aydin ersetzen wird ist noch offen. Neben Michael Delura könnte auch Yusuke Tasaka eine Option für die Zentrale Angriffsposition darstellen. Kevin Scheidhauer und Nika Gelashvili sind derzeit komplett außen vor und werden wohl auch in naher Zukunft keine Alternativen für Neururer darstellen.


Glück Auf!


SV Sandhausen 1916 - VfL Bochum 1848   0:1 (0:1)

0-1 Maltritz 41.


Luthe - Freier, Maltritz, Acquistapace, Lumb - Kramer, Goretzka - Tasaka(81.Chaftar), Rzatkowski(75.Toski) - Aydin(69.Delura), Dedic


Torschüsse:        12 - 32
Ballbesitz(%):     52 - 48
Zweikämpfe(%): 44 - 56
Ecken:                  4 - 16
Flanken:              12 - 22

Zuschauer: 4.400



+++ Funfact +++

Der VfL weist gegen den 1.FC Köln eine desaströse Bundesligabilanz auf, auf die nicht näher eingegangen werden möchte: Aber: Unter Trainer Neururer gewann der VfL beide bislang ausgetragenen Spiele gegen Köln, ja auch der bislang einzige Bochumer Auswärtssieg in Köln geht auf das Konto Neururers, damals im Frühjahr 2004, als Dariusz Wosz und Frank Fahrenhorst beim 2-1 Auswärtssieg im nagelneuen Rhein-Energie-Stadion den "Kölner-Fluch" besiegten. Torschütze für Köln damals: Lukas Podolski.


Das bis dato letzte Heimspiel gegen Köln endete im November 2009 trist 0:0. Hier im Bild: Roman Prokoph und Milivoje Novakovic


Montag, 22. April 2013

Peter Neururer bringt Punkte, Zuschauer und Geld - Bochum hat den Klassenerhalt wieder in eigener Hand

Sechs Punkte in Sechs Tagen - dank dieser für diese Saison außergewöhnlichen Bilanz hat Peter Neururer den vor 14 Tagen klinisch toten VfL Bochum neues Leben eingehaucht und eine ganze Stadt mobilsiert, das nach wie vor schwer zu realisierende Ziel Klassenerhalt gemeinsam zu erreichen.

2-0 in Cottbus, 3-0 gegen St.Pauli vor über 26.000 Zuschauern - der VfL Bochum lebt gerade einen kleinen Wiederauferstehungstraum, ganz genau aber wissend, dass diese beiden so überlebenswichtigen Siege die Situation keineswegs entspannt, sondern lediglich verbessert haben. In der Provinz, in Sandhausen, ereilt dem VfL wohl sein Schicksalsspiel, denn dort gilt es die hoffnungsvolle Aufbruchstimmung mit einem dritten Sieg in Folge zu füllen - dem ersten "Hattrick-Sieg" seit April/Mai 2011.

VfL wie zu seinen besten Zeiten

Ein kleiner Rückblick auf das schönste Spiel der letzten Jahre, dass die hartgesottenen VfL-Fans im Ruhrstadion erleben durften, sei aber gestattet. Mit 26.200 Zuschauern erlebte der Verein ausgerechnet in der schwierigsten Phase seiner Vereinsgeschichte einen neuen Zweitligabesucherrekord! Letztmals mehr Zuschauer passierten in den Partien gegen Bayern München (Dezember 2011), Borussia Mönchengladbach (Mai 2011) und Hannover 96 (Mai 2010) die Stadiontore - großer Unterschied zu den Spielen damals: Man ging diesmal als Gewinner aus der Partie heraus.

Glücksbringer St.Peter
Peter Neururer hat es in seiner Präsentations-PK gesagt: Der Zeitpunkt, zurück zu kommen, ist alles andere als ideal. Dennoch schaffte er es innerhalb kürzester Zeit, alle Stärken des Vereins zu bündeln und dem VfL Bochum kein völlig neues, aber ein lange vermisstes Gesicht zu geben. Freilich nicht ohne Risiko, denn Neururer selbst weiß, dass das ganz große Zittern, vielleicht auch schon Resignation, eingetreten wäre, wenn die Mannschaft das Spiel gegen St.Pauli, vor voller Zuschauerunterstützung, abermals in den Sand gesetzt hätte. Doch wer Neururer kennt weiß, dass genau darin seine Stärke liegt: Alles auf eine Karte zu setzen. Geradlinigkeit, Teamdenken, den Fokus auf die eigenen Stärken zu legen - Neururers Methoden sind keineswegs neu, doch waren sie wie sich zeigt sehr sehr lange vermisst worden in Bochum, bei tausenden von Fans und bei einer Mannschaft, die wohl genau diese Art von Motiviation, Stärkung und auch öffentliche Wahrnehmung gebraucht hat.

Gegen den FC St.Pauli absolvierten die immernoch zweifelsohne talentierten Bochumer Fußballer ihr bestes Offensivspiel der Saison, gegen einen Gegner, der körperlich extrem robust aufgestellt ist, aber auch nicht grundlos dort in der Tabelle steht, wo er steht: Nämlich ab sofort in Reichweite des VfL.
Neururer, der relativ schnell (auch aus Mangel an Alternativen) seine Startelf gefunden hat - deren Aufstellung auch absolut nachvollziehbar ist und keinerlei Diskussion bedarf) - scheint auch aus dem ein oder anderen Spieler ungeahnte Stärken herauskitzeln zu können. Zlatko Dedic, beispielweise, auch so ein Kandidat, der, da keine Alternative, "gesetzt" ist, erzielte nach seinem Treffer in Cottbus gleich weitere zwei Tore gegen St.Pauli. In Bochum ist ihm das zuvor noch nicht gelungen. Auch Yusuke Tasaka, dem Neururer laut der Zeitung mit den großen vier Buchstaben für die kommende Saison hoffentlich nicht zu voreilig die Rolle des "10ers" versprochen hat, überzeugte gegen St.Pauli als unglaublich starker Fußballer in der Offensive. Nur allzuoft kommt einen da dieser Gedanke, wo diese Mannschaft "hätte" stehen können, wenn sie doch nur immer so gespielt "hätte"...

Montag Morgen in Bochum: IRRE!
Doch die VfL-Fans folgen dem Plan Neururers, so viel wie möglich aus den wenig verbleibenden Spielen zu machen und sich nicht über verlorene Punkte und die vielen misslungenen Transfers (Gelashvili, Iashvili, Ortega, Scheidhauer, Bertram, Brügmann - keiner von ihnen stand gegen St.Pauli im Bochumer Aufgebot...) aus den Amtszeiten der Vorgänger zu ärgern. Für das kommende Heimspiel gegen Köln sind bereits zwölf Tage vor dem Spiel fast alle Karten verkauft worden. Eine echte Bundesligaatmosphäre könnte es dann geben in Bochum, wenn es für beide in den letzten Jahren kriselnden Kindern der Bundesliga um richtig viel geht: Für den VfL um den direkten Klassenerhalt, und für den FC um die allerletzte Chance, doch noch die kleine Gelegenheit auf den Aufstieg über den so blöden wie unnötigen Umweg Relegation wahrzunehmen.


Glück Auf!


VfL Bochum 1848 - FC St.Pauli Hamburg   3:0 (2:0)

1-0 Dedic FE 25.
2-0 Dedic 37.
3-0 Tasaka 70.


Luthe - Freier, Maltritz, Acquistapace, Lumb - Kramer, Goretzka(83.Dabrowski) - Tasaka, Rzatkowski(77.Toski) - Aydin(73.Delura), Dedic


Torschüsse:        22 - 19
Ballbesitz(%):     44 - 56
Zweikämpfe(%): 44 - 56
Ecken:                  9 - 6
Flanken:              12 - 7

Zuschauer: 26.072







+++News+++

Ex-Nationalspieler Christian Wörns, seit dieser Spielzeit Bochumer U-15 Coach, wird das Angebot, ab nächster Saison die U-17 des VfL zu trainieren leider nicht annehmen und in selber Position bei Schalke 04 anheuern. Der Mannheimer belegt mit der VfL-C-Jugend derzeit den zweiten Tabellenplatz hinter Borussia Dortmund in der Regionalliga West.


Die Zweite Mannschaft des VfL konnte nach etlichen Unentschieden in den vergangenen Wochen einen sehr wichtigen Auswärtssieg beim schwer angeschlagenen Wuppertaler SV einfahren und hat nun wieder drei Punkte Vorsprung auf die Abstiegszone der Regionalliga West. Der zu den Amateuren verbannte Kevin Scheidhauer und der Torjäger vom Dienst, Sven Kreyer, erzielten die Treffer beim 2-0 Auswärtssieg des VfL im Zoo. Die Profispieler Iashvili, Gelashvili, Ortega, Bertram und Brügmann befanden sich nicht im Kader bzw. wurden nicht eingesetzt.


Donnerstag, 11. April 2013

Die Aller, Aller, Allerletzte Chance: Peter Neururer küsst den VfL Bochum wach

Freitag Abend, 19.36h, Bochum, Bratwurststand Block A:

Unter den Fans im Block A, die ja doch das Geschehen an der Castroper Straße sehr aufmerksam verfolgen, reift nicht plötzlich ein völlig neuer Gedanke, es ist mehr ein Wissen, was Montag morgen beim VfL passieren wird. Der allgemeine Tenor: Neururer wird's machen.

Ja, auch der Autor dieses Artikels ist vergangene Woche der Aufforderung des Vereins gefolgt, die Mannschaft in dem so wichtigen Heimspiel gegen Erzgebirge Aue im Stadion zu unterstützen. Sorgen, dass die Fans den Club in dieser heiklen Phase im Stich lassen könnten, waren gegeben, als bis Donnerstag lediglich 6.500 Tickets verkauft werden konnten. Am Ende kamen sie doch, die Fans, über 13.000 beobachten das Geschehen auf dem Rasen, liessen ihren Verein, ihre alte Liebe nicht im Stich. Sie wurden aber im Stich gelassen.

Was war geschehen? Der VfL verlor eine Partie, die nicht von wenigen völlig zurecht als "Schickssalsspiel" tituliert wurde, auf schlimmste Art und Weise mit 0:3(0:3) gegen Erzgebirge Aue. Gegen das Erzgebirge Aue, gegen das man im Spätoktober, bei ähnlich kalten, aber noch weit unangenehmeren äußeren Bedingungen schon mit 1-6 auf die Fresse bekommen hat. Kein Einsatz, kein Aufbäumen, kein Zweikampfverhalten, Fehlverhalten bei Standardsituationen wie auf dem Bolzer - vieles, wenn nicht alles erinnerte an die 0:3 Heimniederlage im bislang letzten Bundesligaspiel gegen Hannover 96.


Alles auf Anfang beim VfL Bochum

Was die meisten Fans schon wussten, passierte dann am Montag: Der Aufsichtsrat entliess sowohl Vorstand Jens Todt als auch Chefcoach Karsten Neitzel aus ihren verantwortlichen Positionen. Weder Neitzel, der im Grunde sicherlich der talentierteste der letzten VfL-Trainer war noch Jens Todt, der als Manager nicht im Ansatz die Fortune in seinen Entscheidungen hatte wie einst sein Namensvetter und heutiger FIA-Präsident Jean Todt als Ferrari-Motorsportchef, waren zu halten. Zu kritisch ist die Situation, zu dürftig die Ergebnisse des Duos. Dass beide wohl unterschriftsreife Verträge im Falle des Klassenerhalts, im Idealfall noch im April, hätten unterschreiben sollen, hat einen faden Beigeschmack, ändert aber nichts an der akuten Lebensgefahr des Vereins.


Peter Neururer wie er leibt und lebt

Peter I. von Bochum  - ganz Bochum klammert sich an seinen Optimismus
Sonntag Abend hatten dann alle Fans und Freundes des Clubs Gewissheit: Endlich, nach fast acht! Jahren, kehrt Peter Neururer zu seinem Verein zurück. Eine innerhalb der Saison vollkommen überraschende Entwicklung, doch irgendwie wusste jeder, der sich mit dem VfL beschäftigt, dass es, wenn es wirklich einmal um das nackte Überleben des VfL Bochum 1848 gehen würde, nur einer den Verein zum Retten bereit ist: Peter Neururer.

Peter Neururer hat durch den unnötigen Abstieg 2005 verbrannte Erde in Bochum hinterlassen, das ist unbestritten. Doch: Seine Befürworter sind in einer enormen Überzahl zu den Kritikern. Kritiker, die derzeit entwicklungsbedingt keine Argumente gegen Neururer aufbringen können, sondern wie alle anderen Fans einfach nur hoffen, dass Neururer diese Herkulesaufgabe bewältigt und den über Jahre in den Abgrund taumelnden Verein vor der finalen Klippe retten wird können.
Der Zuspruch, den Trainer, Mannschaft und Verein durch die Neuinstallation der Trainer-Ikone allein in den ersten Tagen erhalten haben, ist für Bochumer Verhältnisse überwältigend. Speziell für den in der Öffentlichkeit kaum noch beachteteten Ruhrgebietsverein ein Hallo-Wach Erlebnis, so nach dem Motto: Ja, wir leben noch! Der VfL Bochum erreichte die Medien im In- und auch Ausland, es war wohl der interessanteste Trainerwechsel nach Guardiolas Zusage bei den Bayern in dieser Saison. Auch für den um Sponsoren kämpfenden VfL, keine schlechte Publicity. Wenn der Klassenerhalt gelingt.


Neuruer trifft erste nachvollziehbare Entscheidungen

Leidenschaft, Disziplin und Verantwortung: Neururers Leitsätze
Neururer selbst weiß, dass ihm wenig Zeit bleibt, den worst case zu verhindern, und es sich zumindest bis zum ersten Spiel in Cottbus kaum Möglichkeiten bieten, die Mannschaft entscheidend zu verbessern. Sein enges Verhältnis zum VfL ist deshalb von Vorteil: Im Gegensatz zu z.B. Jens Kellers einschläfernder Antrittsrede auf Schalke (Keller: "Muss mir erst ein Bild von der Mannschaft machen") kennt Neururer, auch durch die Freundschaft zu etlichen Mitarbeitern und natürlich zu Dariusz Wosz, praktisch jeden relevanten Spieler des Vereins genauestens. So war es auch wenig überraschend, dass Neururer bereits in sein erstes Training mit Jan Gyamerah (17) und Jannick Stevens (20) zwei talentierte Außenverteidiger berief, die die Positionen der so enttäuschenden Calle Rothenbach und Mounier Chaftar neu ausschreiben sollen. Auch kritisierte Neururer das Verhalten bei Standardsituationen scharf, es ist davon auszugehen, dass Andi Luthe in Zukunft nicht mehr auf das Besetzen des zweiten Pfostens verzichten wird können.


Im Verein, unter den Fans, HOFFENTLICH auch in der Mannschaft herrscht eine seit der Relegation nicht mehr erlebte Aufbruchsstimmung. Man ist wieder GEIL auf den VfL, gegen St.Pauli werden 20.000 Zuschauer im Stadion erwartet. Neururer küsst gerade seine alte Liebe wach. Der Traum, der es zu sein scheint, ist real. Gelingt Neururer die Rettung, kann nicht nur Neururer sein zweites Leben von vorne Beginnen, nein auch dem VfL wäre ein zweites Leben geschenkt worden. Wenn es noch Märchen geben sollte, soll das diese am 19.Mai in Bochum seinen vorläufigen Höhepunkt erreichen!


Glück Auf!

VAU EFF ELL!






Montag, 25. März 2013

Nach dem erholsamen spielfreien Wochenende - wohin führt den VfL diese Albtraumsaison?

Ach, was war das herrlich, ein Wochenende ohne bedrückenden Zweitliga-Überlebenskampf, so völlig entspannt Samstag und auch Sonntag aufwachen zu können - ohne um die Mittagszeit leidend dem VfL bei der Arbeit zusehen zu müssen. Man kann sich anderen Dingen widmen, freilich bei dieser Kälte fällt der Frühjahrsspaziergang noch aus, die schönen Sachen des Wochenendes genießen, und mit einem 3-0 Auswärtssieg der Nationalmannschaft am Freitagabend auch um die Zukunft des deutschen Fußball beruhigt völlig unbeschwert vor sich hin vegetieren.

Zum Glück ist das ab nächstem Wochenende wieder vorbei!

Denn dann wird bis Mitte Mai (oder auch länger) durchgespielt, ohne Pausen, ohne diese erholsamen Wochenenden, denn es muss gepunktet werden, es muss der Abstieg vermieden, der Verein gerettet werden!

Samstag mittag wird man wieder fingernägelkauend auf den Anpfiff im Berliner Olympiastadion hinfiebern, die Hoffnung nicht aufgebend, dass es doch einmal unser VfL sein wird, der einen dreckigen, unverdienten Überraschungssieg einfahren wird, der aufgrund von mehrerer eklatanter Schiedsrichterfehlentscheidungen und heftiger Proteste des Gegners zustande gekommen ist. Also genau diese Art von Sieg, die die Gegner des VfL in den letzten Jahren nur allzuoft errungen haben.

Der Höhepunkt dieses Negativtrends ereignete sich vorletzten Samstag, als der VfL ein spielerisch ordentliches, aber auf jeden Fall dominantes Spiel gegen Aufsteiger Eintracht Braunschweig ablieferte, zweimal an der Latte, mehrfach an der eigenen Abschlussschwäche scheiterte, um sich letztlich das Ding hinten wieder selbst rein zu murmeln. 0:1 verloren, wieder einmal, während beispielsweise die fußballerisch bei weiten limitierten Duisburger zwei Wochen zuvor eben 1:0 gegen Braunschweig gewannen.

Der VfL hat sich unter Trainer Karsten Neitzel in vielen Dingen weiterentwickelt: Der Spielaufbau, das Positionsspiel bei Ballbesitz des Gegner hat sich enorm verbessert, auch wird eine Vielzahl an Chancen fußballerisch erspielt. Auch die Standards sind mittlerweile als Stärke des VfL anzusehen. Was Neitzel jedoch nicht geschafft hat, hat Vorgänger Bergmann den Job gekostet: Spiele zu gewinnen. Nach wie vor hat der VfL unfassbare Probleme, einen Gegner zu besiegen. Man kann den "Sack", besonders in Heimspielen, nicht "zumachen" - verliert immer noch viel zu häufig "unglücklich" (was natürlich verschieden definiert werden kann) und man schießt natürlich immer noch viel zu wenig Tore. Aufwand und Ertrag stimmen in keinem Maß überein, der Tabellenplatz 15 bestätigt diese Schwächen haargenau.

Fehlt in der Abwehr und im Mittelfeld: Lukas Sinkiewicz
Was erschwerend hinzu kommt, ist die Tatsache, dass mit Mirkan Aydin und Lukas Sinkiewicz derzeit die jeweils besten Offensiv- bzw. Defensivspieler des Vereins verletzt sind. Sinkiewicz, dessen Knie wieder einmal keinen Profifußball erlaubt, und das auch in dieser Saison nicht mehr erlauben wird, war bis zu seinem letzten Spiel in Stuttgart sowohl als Innenverteidiger oder Mittelfeldspieler der entscheidende Faktor in der Defensive, ein Turm in der Schlacht, der auch die beste Waffe im Bochumer Offensivstandard darstellte. Gleiche, wenn nicht sogar noch bedeutendere Wichtigkeit für das Bochumer Wohl ist Mirkan Aydin zuzurechnen, der in lediglich fünf Einsätzen drei Treffer erzielte. Aydin hebt das Offensivspiel des VfL auf ein anderes Level, ist er der einzige Spieler im Team, der als Stürmer Schnelligkeit, Technik, den Körper, und vor allem die Abschlusssicherheit mitbringt, die es braucht, um in der zweiten Liga zu bestehen. Mit einem gesunden Aydin, zumindest in der Rückrunde, wäre, so viel ist klar, der VfL in keine so beängstigende Situation gekommen.

Acht Spiele hat der VfL noch zu absolvieren, drei, besser vier muss die Mannschaft von Trainer Karsten Neitzel gewinnen. Dass sie prinzipiell das Rüstzeug mitbringt, die Klasse halten zu können, ist unbestritten, doch in der Praxis bislang nur unzureichend bestätigt worden. Wohin es den VfL am Ende dieser Horrorsaison führen wird, ist heute, Ende März 2013, noch lange nicht absehbar.


Glück Auf!


+++


Die fünf Nationalspieler des VfL konnten im ersten Teil der Länderspielwoche unterschiedlich erfolgreiche Ergebnisse einfahren: Während Leon Goretzka in seinem ersten U-19 Spiel in Düsseldorf Spanien besiegte (Goretzka wird das zweite Spiel der U-19 nur als Zuschauer beobachten), konnte nur noch Holmar Eyjolfsson einen Sieg bejubeln. Die Isländer gewannen überraschend mit 2-1 in Slowenien, zu einem Aufeinandertreffen von Eyjolfsson und Dedic kam es jedoch nicht, während Dedic in Minute 84 eingewechselt wurde musste Eyjolfsson die Partie von der Bank beobachten.

Erfreulich waren aus Bochumer Sicht die guten Kritiken die Daniel Heuer Fernandes bei seinem Einsatz als Torwart für die Portugisische U-21 Nationalmannschaft erhielt. Dennoch verlor das Team der Portugiesen mit dem U-23 Keeper unglücklich gegen Schweden.
Daniel Heuer Fernandes (nicht verwandt mit Ex-Torwart-Flop Daniel Marcio Fernandes)

Sonntag, 10. März 2013

VfL spielt sich in die 3.Liga

Nein, auch wenn es in den letzten Wochen so scheinen mag, dieser Blog soll nicht nur nach Niederlagen mit harter Kritik am VfL Bochum aufwarten, doch lässt die kritische und mehr als ernste Gesamtsituation um das Weiterbestehen des VfL Bochum 1848 kein mögliches Aufatmen zu, auch nach zuletzt diversen nett anzusehenden Punkteteilungen der Mannschaft.

Heute, beim bislang dritten Auftritt im oberbayerischen Ingolstadt, verspielte der VfL mal wieder eine größere Chance, sich endlich freizuschwimmen aus der Gefahrenzone, die sportlich ernst, und wirtschaftlich höchst akut ist.
Ein Spiel unter guten äußeren Bedingungen gegen einen harmlosen, wenig bis kaum auf Attacke eingestellten Gegner, der fußballerisch akzeptabel, aber sicherlich nicht stärker als man selbst aufgestellt ist und zudem mit der Chance in die Partie gestartet, diesen wenig überzeugenden Gegner mit in den Abstiegssumpf ziehen zu können. Was mal wieder nicht passiert ist.

Der VfL liess an diesem Sonntagmittag in Ingolstadt alle Tugenden vermissen, die es benötigt, im Tabellenkeller ein Spiel zu gewinnen. Es fehlte jene Entschlossenheit, vorne einmal ein Tor erzwingen zu wollen, zudem jene Konzentration, die in den letzten Auswärtsspielen zumindest in der Abwehr die Null ermöglichte: Der Siegtreffer Caiubys beispielsweise, war für die Mannschaft des VfL auch kein vollkommen neues Erlebnis: Dennoch wurde einer unserer derzeitigen Angst-Gegenspieler beim Torschuss allein gelassen.

In der Offensive waren halbherzige Bälle in die Spitze die Folge, unzählige gechipte Bälle auf die sich nicht durchsetzenden Angreifer das gewohnte Bild. Obwohl die Mannschaft das Potential besitzt, fußballerisch Akzente zu setzen und sich Tore zu erspielen, konnte man über 90 Minuten keine durchdachten Angriffsaktionen erkennen. Es blieb bei bloßem Stückwerk.

Stückwerk, das der VfL über die komplette Saison anbietet und den Verein an den Rande des Abgrunds befördert hat. Wie ein roter Faden zieht sich eine extreme Harmlosigkeit im Offensivspiel der ersten Halbzeiten, in der man meistens den Gegner "im Griff hat", wohl aber nicht entscheidend zupacken kann/will, um ein Zweitligaspiel auch bereits einmal zu Beginn für sich positiv zu beeinflussen.
Die Warnung, die Coach Karsten Neitzel, der die Mannschaft zwischen den 16ern zweifelsohne geformt hat, im Angriffs-und Abwehrdrittel aber weiterhin mit mangelnder Klasse bzw. gewohnten Aussetzer zu kämpfen hat, vor der Partie aussprach, spiegelt die Situation der Mannschaft wieder: Nach einer guten Trainingswoche folgten oft zu blutleere und durchschlagsarme Meisterschaftsspiele. Woran das liegen mag muss in den kommenden Wochen erörtert werden, will man zumindest Tabellenplatz 15 verteidigen.

Der VfL, der bereits die vorangegangenen Partien gegen Duisburg und Kaiserslautern trotz großem Chancenplus nicht für sich entscheiden konnte, trifft nun in den kommenden beiden Zweitligapartien auf die kommenden Bundesligisten Eintracht Braunschweig und Hertha BSC Berlin. So leicht, wie in Ingolstadt, liegen in diesen Partien die Punkte nicht auf der Straße. Und dennoch muss und wird sich der VfL von einer lebendigeren Seite zeigen, geht es wieder gegen große Namen bzw. in ein großes Stadion. Ob am Ende aus diesen Spielen überlebenswichtige Punkte herausspringen werden steht in den Sternen, ein Abrutschen auf den Relegationsplatz vor der Partie gegen den mittlerweile wieder über Bochum stendenen FC Erzgebirge Aue droht trotz der ach so "positiven Rückrunde" (Anmerkung: im Jahr 2013 erreichte der VfL lediglich einen einzigen Zittersieg gegen 1860 München).

Die Mannschaft, die, das ist klar, im nächsten Jahr ligenunabhängig ein völlig anderes Gesicht bekommen wird, scheint derzeit Gefahr zu laufen, sich in die dritte Liga zu spielen. Und das ist im Abstiegskampf, schon vielen Mannschaften zuvor "gelungen".


Glück Auf!


FC Ingolstadt 04 - VfL Bochum 1848   2:1 (0:0)

1-0 Groß
1-1 Goretzka
2-1 Caiuby


Luthe - Rothenbach(Iashvili), Maltritz, Eyjolfsson(46.Acquistapace), Lumb - Goretzka, Kramer - Rzatkowski, Tasaka - Toski(Dedic), Scheidhauer

Dienstag, 12. Februar 2013

Ingolstadt, Aue, Regensburg - Hauptsache VfL

Der VfL Bochum hat zum Heimspielauftakt des Jahres 2013 ein weiteres finsteres Kapitel seiner von Höhen und Tiefen geprägten Vereinsgeschichte hinzugefügt. Nachdem der Verein vor allem in jüngerer Vergangenheit desöfteren Spiele gegen Mannschaften verloren hatte, deren Existenz vor wenigen Jahren in Bochum wohl nur absoluten Fachleuten bekannt war, setzte es mit der 0-2 Niederlage gegen den SSV Jahn Regensburg einen neuen Tiefpunkt.

Der Verein aus der Oberpfalz, der immerhin nicht Sommerschlussverkauf Regensburg heißt, ist vielleicht der größte Underdog in der mehr als 40-jährigen Profifußballgeschichte Bochums, der den VfL ein Bein gestellt hat. Wie vor mittlerweile zweieinhalb Jahren der FC Ingolstadt, reiste auch der "Jahn" als abschlagenes Tabellenschlusslicht nach Bochum, um locker und ohne größeren Aufwand die Punkte in den Mannschaftsbus zu packen und sich auf die lange Heimreise zu machen. Nein, es war nicht die erste Pleite des VfL gegen Regensburg, schon vor zehn Jahren verlor man in Regensburg im DFB-Pokal. Doch konnte man die damalige Niederlage noch als Ausrutscher bezeichnen, ist die diesmalige Demütigung mit Hinsicht auf dem Existenzkampf Zweitligaverbleib viel schwerer zu verdauen.

Dem VfL fehlt es an so vielen, was für ein Überleben im Profigeschäft von Nöten ist. Schon seit Jahren ist eine permanente Fehlentwicklung des Vereins zu erkennen, der man wohl im Nachhinein nur mit einem glücklicheren Ausgang des Relegationsspiels gegen Mönchengladbach hätte entfliehen können.

Trainer, Vorstände Kommen und Gehen, die Mannschaft wird einerseits Jahr für Jahr ausgetauscht, den alten Kern hat man immer noch nicht beseitigen können. Maltritz, Dabrowski und Co. haben alle paar Monate ihre Lichtblicke, sind über eine Saison gesehen aber nicht mehr die Führungsspieler, die sie einst waren. Neuzugänge, die auf das Konto Jens Todt gehen, floppten bis auf Tasaka und mit Abstrichen Iashvili kollektiv. Die Verpflichtung von Bergmanns Kumpel Rothenbach ist das beste Beispiel der Hilflosigkeit, die der Vorstand mit seinen Entscheidungen ausstrahlt. Denn die Ausrede, es wäre kein Geld vorhanden, zählt nicht, das war es nie und ist bei der Hälfte der anderen Zweitligisten auch nicht vom Baum gefallen. Ein Spieler wie der Regensburger Carlinhos, ausgeliehen von Bayer Leverkusen, hätte auch dem VfL auf der Rothenbach-Position einen Schub gegeben. Aber vielleicht war Jens Todt nach der Ortega-Pleite bezüglich Südamerikanischen Leihspielern demoralisiert.

Der VfL Bochum wird als Drittligist nicht existieren können, das haben Villis und Co bereits bestätigt. Die Anstrengungen die dagegen unternommen werden, dieses Horroszenario zu vermeiden sind derzeit nicht ausreichend. Ein paar nette Kantersiege im Dezember reichen nicht um den Profifußball halten zu können. Die Zahl der katastrophalen Leistungen heben die positiven Ausstecher locker auf.

Im Winter wurde die Mannschaft, die in der Spitze unbestritten ansehnliches spielerisches Potential besitzt, nicht verstärkt, gleichwohl war man in dem Wissen, dass nach Position 7,8 ein enormes Leistungsgefälle im Team herrscht und einige Spieler des Vereins seit Jahren enorm verletzungsanfällig geworden sind. So passt es ins Bild, dass der Sturmführer und wohl derzeit bester Fußballer des Vereins, Mirkan Aydin, nach einer Traininsgverletzung seine Platte im operierten Bein entfernen lassen muss, bevor er wieder auf dem Platz stehen kann. Drei, wohl eher vier Wochen wird dies dauern, ersetzen wird ihn bis dahin Kevin Scheidhauer, der von Trainer Neitzel in der Winterpause außergewöhnlich oft gelobt und wohl auch stärker eingeschätzt wurde als er tatsächlich ist. Eine dieser unzählbaren Fehleinschätzungen innerhalb des Vereins, die uns am Ende hoffentlich nicht das Genick brechen werden.

Nicht dass es dann schon bald heißt: Kleve, Krey, Lotte - Hauptsache VfL!



VfL Bochum 1848 - SSV Jahn Regensburg   0:2

0-1 Djuricin 47.
0-2 Djuricin 86.

Mittwoch, 9. Januar 2013

Bochum trauert um Werner Altegoer

Mit einer sehr traurigen Nachricht meldet sich der VfL-Blog Passau nach einer mehrwöchigen, auch etwas aus Aberglauben aufgrund des sportlich überraschend guten Jahresabschlusses, Winterpause zurück.

Werner Altegoer war der VfL
Werner Altegoer, langjähriger Präsident und Gesicht des Vereins, verstarb am 9.1.2013 nach schwerer Krankheit. Ein Schock, war Altegoer trotz seines Ausscheidens aus dem Aufsichtsrat des Vereins im Oktober 2010 bis zuletzt eine ständig gesehene Persönlichkeit an der Castroper Straße und sollte (als Gönner?) wieder stärker in den Verein integriert werden.

Werner Altegoer, geboren am 18.6.1935, spielte selbst bis zu seinem fünfzehnten Lebensjahr als Jugendlicher für den VfL Bochum. Ab den 80er Jahren arbeitete Altegoer zuerst im Wirtschaftsrats des VfL Bochum, dessen Vorsitz er von 1980-82 und 1990-93 inne hatte. Im Jahr 1993 folgte Altegoer Ottokar Wüst als Präsident, ab 2002 wurde Altegoer in Folge der Satzungsänderung der erste Aufsichtsratsvorsitzende des Vereins. Seinen unrühmlichen Abgang leitete die Jahreshauptversammlung 2010 ein.


Werner Altegoer bei der Präsentation Heiko Herrlichs
Werner Altegoer musste in 18 Jahren an der Spitze des Vereins immer wieder größte Probleme lösen, allein sechs mal stieg der Verein in dieser Zeit aus der Fußball-Bundesliga ab, jedoch gelang unter Altegoers Regie jeweils der sofortige Wiederaufstieg. Mehrfach musste der Unternehmer (Paul Roskothen GmbH - Kohlen- und Brennstoffhandel) den chronisch klammen Verein auch finanziell unter die Arme helfen, hielt den Klub mehrfach über Wasser. Altegoer war zweifelsohne das Gesicht des Vereins, der mitunter (zu) eigensinnige Patriarch war unter Mitarbeitern und Bundesliga-Kollegen sehr angesehen. So z.B. wurde Werner Altegoer von Rainer Calmund, Friedhelm Funkel oder Peter Neururer als hervorragender Fußballfunktionär bezeichnet.

Zu großen sportlichen Erfolge konnte er seinen geliebten Verein nicht führen - doch zwei große Wünsche prägten das Fußball-Leben des gebürtigen Bochumers: Einen davon, den Bau des VfL-Stadioncenters, das Altegoer seit 1994 plante, konnte er sich 2003 erfüllen. Der Andere, einmal mit seinen Bochumer Jungs den Pokal nach Bochum zu holen, wurde nicht Wirklichkeit - zumindest bis zu seinem zu frühen Tod.

Der VfL verlor innerhalb kürzester Zeit die beiden wichtigsten Persönlichkeiten seiner Vereinsgeschichte: Vor nicht einmal eineinhalb Jahren, am 18.6.2011, dem 76.Geburstag Werner Altegoers, verstarb Altegoers Amtsvorgänger, Ehrenpräsident Ottokar Wüst. Beide prägten das Vereinsbild über Jahrzehnte und werden auf ewig mit Verein und Stadt verbunden werden.

R.I.P.


Donnerstag, 6. Dezember 2012

1:2 in Berlin - Dritte Pleite in Folge - VfL schließt schlechteste Hinrunde der Vereinsgeschichte kurz vor dem Abgrund ab

Teil1 -  9.Saisonniederlage in Berlin

1.Dezember 2012 - Abschluss der Hinrunde in der 2.Fußball Bundesliga:

Knapp zwei Jahre nach dem Horror-Foul an Matias Concha schließt der VfL in Berlin eine vielversprechend beginnende, im Anschluss ernüchternd und gegen Ende katastrophal verlaufende Hinrunde mit 14 Punkten auf Rang 16 der zweiten Liga ab. 14 Punkte aus 17 Spielen - eine verherende Bilanz, die selbst zu Bundesligazeiten große Sorgen bereitet hätte.

Zum Vergleich: Im Vorjahr holten die Bochumer aus den ersten 17 Spielen auch nur magere 20 Punkte - Negativrekord. Schon ein Jahr zuvor, zu Weihnachten 2010, stand der VfL bei "nur" 28 Punkten, was bis dahin die schlechteste Herbstsaison in der Bochumer Zweitligageschichte bedeutete. Dennoch reichte diese Ausbeute damals aus, um die Saison nach einer überragenden Rückrunde noch bei 65 Punkten abzuschließen. Punktezahlen, von denen der Verein derzeit unendlich weit entfernt ist.

Die Patronen bereits verschossen? Neitzel und Reis
Selbst in der Abstiegssaison 2009/10 erreichten die Bochumer zumindest 16 Punkte - wohlgemerkt eine Klasse höher. Weihnachten 2008 waren es nur elf Punkte, der Klassenerhalt gelang dennoch dank einer Siegesserie zu Beginn der Rückrunde und einer extrem schwachen Konkurrenz (Gladbach, Cottbus, Karlsruhe, Bielefeld). 2006 und 2007 blieb man zwar auch stehts unter der 20 Punkte Marke, erreichte den Klassenerhalt aber dank guter Rückrunden problemlos. In 2004/05, der bislang vorletzten Abstiegssaison, waren es ebenfalls nur 14 Punkte, die bis zum Winter gesammelt werden konnten - am Ende stand der Abstieg.


Gegen spielerisch nicht weiter nennenswerte Berliner verlor der VfL diesmal unglücklich, freilich selbst verschuldet, durch zwei Standardgegentore mit 1:2 (1:1). Die spielerisch bisweilen besseren Bochumer, die in gewissen Phasen des Spiels in Führung hätten gehen können, verhielten sich in den entscheidenen Situationen zu ungeschickt und verliessen den Platz somit erneut als Verlierer. Selbst erfahrene Spieler wie Christoph Dabrowski, der insgesamt ordentlich spielte, nach einer knappen Stunde aber völlig platt schien, verursachten schon früh dumme, unnötige Fouls an der Außenlinie, aus denen bereits in der 3.Minute das 0-1 durch Markus Karl resultierte. Kohlmanns Freistoß fand ungehindert Karls Kopf, der mühelos einnickte.

Der VfL, im 19.Pflichtspiel damit zum 15.mal mit 0-1 in Rückstand geraten!, agierte auf dem guten Boden ganz gefällig, verpasste kurz nach der Führung durch Maltritz den Ausgleichstreffer (7.) und erzielte durch Zlatko Dedic nach gutem Laufweg Christoph Dabrowskis den verdienten Ausgleich (26.). In den folgenden Minuten drängte der VfL gegen zu diesem Zeitpunkt konfuse Berliner auf das Führungstor, nach einer Ecke erzielte Mirkan Aydin auch ein Tor, welches jedoch zu unrecht aberkannt wurde (angebliches Foulspiel von Zlatko Dedic an Marc Pfertzel).

Siegtorschütze Nemec, einst vom Baum gefallen
Leider konnten die Bochumer, die wieder große Probleme hatten, mit brauchbaren Flanken ein passables Flügelspiel aufzuziehen, danach den Druck nicht weiter erhöhen, sodass es mit einem aus Berliner Sicht doch glücklichen Remis in die Pause ging.

Doch schon kurz nach der Halbzeit waren die Punkte weg: Nach einer Ecke, wieder getreten durch Kohlmann, nickte Adam Nemec relativ ungehindert zum 2-1 ein. Wie auch Luthe verzichtete der ansonsten überhaupt nicht geprüfte Heerwagen darauf, einen Spieler an den kurzen Pfosten zu stellen, welcher in dieser Situation den Ball problemlos klären hätte können.

Somit nahm der Anti-Lauf der Bochumer seinen Lauf, in der zweiten Halbzeit gelang es dem VfL auch erst viel zu spät Druck auf das Unioner-Tor auszuüben, der erste Torschuss durch den eingewechselten Iashvili stammte aus Minute 73!, erst nach der Einwechslung des zuletzt nicht berücksichtigten Kevin Scheidhauer konnten noch einmal Offensivakzente gesetzt werden. Scheidhauer war es auch, der, technisch fein, in der 90.Minute die beste Ausgleichschance hatte.

Wie so oft feierte am Ende nur der Gegner

Unter dem Strich bleibt festzuhalten: Der VfL zeigte sich verbessert, noch schlechter als gegen Frankfurt ging aber auch nicht mehr. Trotzdem präsentiert sich die Mannschaft im Augenblick wie ein Absteiger: Knappe Spiele auf Augenhöhe gehen unnötig verloren, daraufhin folgen abenteuerliche Auftritte, in denen man chancenlos agiert und Befreiungsschläge wie gegen Sandhausen sind lediglich ein kurzes Strohfeuer.

Noch sind drei Spiele zu absolvieren, in denen es zu verhindern gilt, sich mit der Roten Laterne unter den Weihnachtsbaum setzen zu müssen.


Glück Auf


1.FC Union Berlin - VfL Bochum 1848   2:1 (1:1)

1-0 Karl 3.
1-1 Dedic 26.
2-1 Nemec 51.


Heerwagen - Rothenbach, Maltritz, Sinkiewicz, Chaftar - Goretzka(71.Iashvili), Dabrowski, Kramer(82.Ortega), Tasaka - Dedic, Aydin(62.Scheidhauer)







Teil 2 - Saisonhalbzeitanalyse


1. - Mannschaftsanalyse


Hoffnungsträger #1
1 Luthe, Andreas, TW, 11 Ligapiele, 912min, 0 Tore 

Gut - Luthe war bis zu seiner Verletzung der Chef des Teams, dem in dieser Position jeder Fehler mehr angekreidet wurde als zuvor. Erst durch seine Verletzung ist den Fans seine Wichtigkeit wieder bewusst worden. Luthe muss als Leistungsträger eine schwache Abwehr in der Rückrunde stabilisieren. Seinen Vertrag hat der VfL bis 2016 verlängern können - zumindest auf dieser Position mit einem fitten Luthe ist der VfL sehr gut besetzt.


2 Chaftar, Mounir, LV 15, 1232, 0


Mangelhaft - Waren seine ersten Auftritte in Blau-Weiß noch in Ordnung, konnte Chaftar keine gute Hinrunde abliefern. Als Ersatzlinksverteidiger wohl eingeplant gewesen, konnte der Frankfurter zumindest fußballerisch seine Konkurrenten distanzieren, doch leistet sich der Ex-Burghausener viele Stellungsfehler und hat zudem große Probleme im Zweikampfverhalten. Konnte kein Zweitliga-Niveau nachweisen.


3 Fabian, Patrick, IV, 0,0,0

Nach dem dritten Kreuzbandriss seit März 2011 wohl keine Option mehr. Vertrag läuft aus.


4 Maltritz, Marcel, IV, 15, 1350, 1

Befriedigend - Trotz all seiner seit Jahr und Tag bekannten Schwächen - Maltritz ist auch dieses Jahr der beste Abwehrspieler. Dennoch läuft seine Zeit endgültig aus, es wäre das beste für alle, könnte sich der Luthe-Ersatzkapitän mit dem Klassenerhalt aus der Ersten Mannschaft verabschieden.


5 Dabrowski, Christoph, DM, 5, 306, 1

Der ehemalige Kapitän wurde zum Teilarbeiter - arbeitete sich nach mehreren Muskelverletzungen zuletzt wieder in das Team. Hat letztlich Tempo und Dursetzungsvermögen verloren, zuletzt aber zumindest bewiesen, noch mithalten zu können. Könnte im Verlauf der Saison noch wichtig werden für den Klassenerhalt - für mehr reicht es freilich nicht mehr. Seine letzten großen Spiele waren die Vergleich gegen Mönchengladbach.


6 Sinkiewicz, Lukas, IV, 16, 1413, 1

Gut - Vielleicht die positive Überraschung der Saison. Der Kölner kann, endlich verletzungsfrei, nun sein Niveau abrufen und die Erwartungen eines Ex-Nationalspielers erfüllen. Pendelte zwischen Abwehr und Mittelfeld, zumeist die bestimmende Figur auf dem Feld. Lieferte eine ganz starke Partie gegen Cottbus ab. Derzeit nicht zu ersetzen.


7 Freier, Slawo, RM, 12, 583, 1

Ausreichend - Der andere Ex-Nationalspieler arbeitete sich zu Beginn des Herbsts zurück in die Startelf, ehe er sich eine neuerliche Knieverletzung zuzog. Hat längst nicht mehr das Tempo früherer Tage, spielt viel zu kompliziert, und ist aufgrund deutlicher Konditionsdefizite nur noch als Einwechselspieler zu gebrauchen. Slawo muss dennoch wie Dabro und Maltritz ohne Aussicht auf Vertragsverlängerung mithelfen, an der Verhinderung des worst case. Womöglich im neuen Jahr als Rechtsverteidiger.


8 Tasaka, Yusuke, RM, 17, 1323, 2

Gut - Der japanische Neuzugang, der Inui aufgrund dessen Vorgaben natürlich nicht gleichwertig ersetzen konnte, ist wahrscheinlich der beste Transfer des Sommers gewesen. Tasaka überzeugte zwar nur in unregelmäßigen Abständen, seine 17 Einsätze beweisen aber eine gewisse Wichtigkeit. Dem Japaner dürfte eine zentralere Rolle in der Rückrunde zukommen, fußballerisch bringt er alles mit.


9 Gelashvili, Nika, ST, 7, 168, 1

Ungenügend - Auch die zweite Runde in Bochum konnte Gelashvili nicht für sich nutzen. Technisch, Spielerisch und taktisch absolut unzureichend geschult, konnte er zu keinem Zeitpunkt Zweitliganiveau beweisen. Unfassbar, wie man einem derart mangelhaften Kicker einen 3,5 Jahresvertrag anbieten konnte. Die Wegen müssen sich trennen, baldmöglichst.


10 Iashvili, Alexander, ST, 17, 1307, 0

Befriedigend - Der zweite Georgier im Team erwies sich trotz seines unterirdischen Torabschlusses als zweitbester Sommertransfer. Lief in den ersten Wochen noch jeder Angriff über den im Gegensatz zu Gelashvili fußballerisch so beschlagenen Iashvili, liessen gegen Ende der Saison die Kräfte des 35-jährigen merklich nach. Dennoch wird analog zu den anderen alten "Kämpen" Iashvili eine tragende Rolle im Abstiegskampf spielen müssen.


11 Dedic, Zlatko, ST, 17, 1130, 4

Befriedigend - Der beste Torschütze des Teams hatte mit einee langen Torflaute zu kämpfen, fehlte aber nur bei dem Pokalspiel in Garbsen. Zeigte sich unter Neitzel verbessert, könnte mit etwas Glück und besseren Mitspielern seine Torquote aus Dresden (13) doch noch erreichen.


12 Ortega, Michael, OM, 7, 245, 0

Mangelhaft - Bislang ein einziges Missverständnis. Beide Vertragspartner enttäuschten. Der VfL verpflichtete einen kaum ins Spielsystem zu integrierten Kolumbianer, der spielerisch zwar mit dem Ball umgehen kann, aber dennoch weit von gepflegten Profifußball entfernt seine Kreise zieht. Mehr als fraglich ob der kleine Mittelfeldspieler bei seinem Hauptarbeitgeber Leverkusen eine Chance bekommen hätte. Auch hier muss der VfL-Fan auf eine Leistungsexplosion hoffen.


13 Rzatkowski, Marc, LM, 10, 647, 2

Gut - In der Saisonvorbereitung in der internen Rangliste unverständlicherweise ziemlich weit unten angesiedelt, war Rzatkowski doch einer der stärkeren Spieler in einer schwachen Mannschaft. Pendelte oft zwischen Links und Mitte, ist aber aufgrund seiner guten Technik auf beiden Positionen ein Gewinn. Der gebürtige Bochumer soll seinen Vertrag verlängern. Ein Spieler, der in naher Zukunft seine Leistungen auf ein gehobenes Level stellen wird können.


14 Bertram, Sören, LM, 0,0,0

Niente. Spielte keine Rolle, lediglich in der Regionalliga im Einsatz. Keine Bewertung möglich.


15 Eyjolfsson, Holmar, IV, 7, 476, 0

Ausreichend - Ausbaufähig. Der Isländer machte in der vergangenen Rückrunde einen bereits reiferen Eindruck, besonders im Luftkampf. Spielte immer mal wieder, ohne jedoch zu überzeugen. Auch in der Regionalliga nicht immer sattelfest.


16 Delura, Michael, RM, 5, 201, 0

Der Dauerpatient kam überrachend früh (bereits am 7.Spieltag) in die Mannschaft, um daraufhin wieder in ziemlich regelmäßigen Abständen mit dem Training aussetzen zu müssen. So auch zuletzt, als sich das Knie erneut bemerkbar machte. So reichte es nur für wenig prickelnde fünf Einsätze, in denen seine Dynamik nicht erkenntlich war. Es bleibt zu hoffen, dass der starke Fußballer einen guten Winter erlebt. Denn ein wirklich fitter Delura kann wie Sinkiewicz schnell zum Leistungsträger werden.


17 Brügmann, Florian, LV, 6, 432, 1

Mangelhaft - Man hat sich mehr erwartet von dem kleinen, auf beiden Außenpositionen eingesetzten Verteidiger. Baute zum Ende der Hinrunde merklich ab, konnte seinen schwachen Konkurrenten Rothenbach kaum fordern. Fraglich, ob Brügmann, der ein hohes Ansehen im Trainerteam genießt, den letzten Schritt Richtung Profifußball beim VfL gehen kann. Eine Leistungsexplosion erscheint derzeit Wunschdenken.


18 Goretzka, Leon, ZM, 16, 1334, 1

Hoffnungsträger und Wegweiser #2
Gut - Der jüngste und wohl wertvollste Spieler der Liga beeindruckte nicht nur die VfL-Fans mit seinem Spiel. Dynamik, Technik, Stärke - der 17-jährige bringt schon ganz früh sehr viel mit. Der Knopf, die zweite Liga mit seinem Spiel zu bestimmen, könnte schon bald aufgehen. Steckt die Strapazen der vielen Pflichtspiele auf zumindest körperlich sehr hohem Niveau gut weg. Eine Ausnahmespieler.



20 Toski, Faton, LM, 0,0,0

Der vielleicht stärkste Fußballer des VfL konnte kein Spiel absolvieren. Wie so oft muss auch hier der VfL auf ein Comeback des vielseitigen Frankfurters hoffen. Wird er wieder fit, kann er das Mittelfeld oder die linke Seite deutlich verstärken!


21 Scheidhauer, Kevin, ST, 9, 333, 1

Befriedigend - Von den jungen sicherlich der stärkste Neuzugang, spielte er teilweise überhastet und konnte wie so viele seiner Kollegen nur in Ansätzen sein Potential andeuten. Erzielte das wichtige Tor in Regensburg, müsste mit seinen Anlagen, die doch an Daniel Ginczek erinnern, zumindest einen soliden Zweitligaangreifer stellen können.


22 Aydin, Mirkan, ST, 3, 142, 0

Die Erleichterung war groß, als endlich wieder Mirkan Aydin auf dem Spielberichtsbogen des VfL zu finden war. Bis zu seinem ersten Einsatz dauerte es dann doch noch etwas länger. Der Ex-Sprockhövler und technisch vielleicht einer der besten Angreifer der Liga wird wohl auch erst im neuen Jahr wieder an die 100% Leistungsstärke finden. Der Plan sieht auch Aydin als Leistungsträger für die Rückrunde vor.


23 Kramer, Christoph, DM, 13, 981, 0

Ausreichend - Zu Beginn der Saison noch gewohnt der Stratege im Mittelfeld, musste auch Kramer dem Negativlauf Tribut zollen und das ein oder andere Spiel von draußen beobachten. Konnte nicht an seine erste Saison in Bochum anknüpfen, der bei Bayer Leverkusen unter Vertrag stehende "6er" steht vor einer ungewissen Zukunft. Eine gesunde Bochumer Mannschaft vorausgesetzt könnte Kramer in der Rückrunde seinen Platz an Toski verlieren.


24 Rothenbach, Carsten, RV, 15, 1254, 0

Ungenügend - Ein Wahnsinnstransfer. Abenteuerlich. Der 32-jährige Rothenbach ist sportlich die größte Offenbarung der Hinrunde. Fußballerisch komplett limitiert, war der Heidelberger zu sehr mit sich selbst beschäftigt. Die Verpflichtung granzt bei den Auftritten des eigentlich routinierten Zweitligaspielers an Slapstick, gespielt hat Rothenbach dennoch, aus Mangel an Alternativen. Hier hofft niemand mehr auf eine Leistungsexplosion, man musste einfach bereits zu früh erkennen, dass es bei der Nr.24 für den Profifußball nicht mehr reicht.


25 Bulut, Onur, ZM, 0,0,0

Zeigte in der Regionalliga gute Leistungen, erlitt in einer Partie aber auch einen Kreislaufzusammenbruch. An der Seite von Grammozis zum türkischen U-19 Nationalspieler gereift. Noch ohne Einsatz bei den Großen Jungs.


26 Acquistapace, Jonas, IV, 6, 389, 0

Ein weiterer potentieller Leistungsträger, der verletzungsbedingt erst unter der Saison ins Team rutschte. Agiert bisweilen solide, ohne ausreichenden Spielrhythmus jedoch auch noch nicht wieder auf seinem Leistungslevel angekommen. Sollte in der Rückrunde wieder Stamminnenverteidiger sein.


27 Gündüz, Selim, LM, 0,0,0

Ohne Einsatz. Zuletzt auch wieder vermehrt in der A-Jugend aktiv, kann mit seinem ersten Seniorenjahr bislang nicht zufrieden sein.


29 Heerwagen, Philipp, TW, 7, 618, 0

Ungenügend - Die Never-Ending-Story Heerwagen: Dieses Kapitel hätte längst geschlossen werden müssen, ist zur Zeit aber wieder präsenter wie je zuvor. Heerwagen durfte/musste sich nach den Verletzungen von Esser und Luthe doch noch mal das VfL-Trikot überstreifen, und wird das wohl auch bis zur Genesung Luthes (frühestens Pokalspiel 19.12.) weiterhin tun. Konnte nur in seinem Pokaleinsatz überzeugen, danach in jedem Spiel ein Unsicherheitsfaktor. Warf sich die Tore zuletzt selbst rein. Kann der Mannschaft keine Sicherheit verleihen und unterstreicht nur die Sonderstellung Andi Luthes im Team. Der derzeit größte Schwachpunkt, da er die wichtigste Position, die des Torwarts bekleidet. Im Sommer zieht es auch den Niederbayer weg aus Bochum.


30 Engelbrecht, Daniel, ST, 1, 0, 56

Der Stürmer der U-23 begann in der Partie gegen Cottbus und spielte 90min im Pokal. Seither wieder außen vor. Trifft regelmäßig in der Regionalliga, ohne jedoch mit besonderen Ambitionen in Sachen Bundesligafußball ausgestattet zu sein.


31 Esser, Michael - 39 Fernandes, Daniel, beide TW

ohne Einsatz.