Montag, 23. April 2012

Trotz Remis in Cottbus - Zukunft des VfL Bochum hängt am seidenen Faden

Der VfL Bochum hat in seiner langjährigen Geschichte sicherlich schon bessere Zeiten erlebt - so dramatisch wie sich die Situation derzeit darstellt war es aber wohl noch nie an der Castroper Straße.

Wichtiger Punktgewinn in Cottbus

Spielte erschreckend: Philipp Bönig
Das positivste an einer wieder intensiven Woche war sicherlich der Punktgewinn beim 1:1 (0:1) in Cottbus, den man nach einer erneut unterirdischen ersten Halbzeit nicht mehr erwarten durfte. Gegen die allerschwächste Mannschaft der Rückrunde, die seit dem Abgang von Kult-Coach Pele Wollitz überhaupt kein Bein mehr auf den Boden bringt, war der VfL zu Beginn chancenlos. Die fußballerisch limitierten Lausitzer gewannen jeden Zweikampf, brachten mit simplen Mitteln die VfL Defensive allzuoft in Verlegenheit. Allein Philipp Bönig schoss in Halbzeit eins ein halbes Dutzend Böcke, die normalerweise für eine ganze Saison ausreichen sollten.
So musste man zur Pause froh sein, dass man "nur" mit 0:1 zurück lag, wenngleich das Tor ein Geschenk von Philipp Bönig, verbunden mit mangelnder Robustheit Holmar Eyjolfssons, war. Doch dass Cottbus die schwächste Offensive der Liga hat, war am Freitagabend unübersehbar.


Durch eine deutliche Leistungssteigerung in Halbzeit zwei sicherte wieder Kevin Vogt mit einem ähnlichen Treffer wie gegen 1860 München das Remis - und eröffnete den Bochumern gegen Spielende sogar die Chance auf den Auswärtssieg - was gleichbedeutend mit Klassenerhalt gewesen wäre. Doch sowohl Takashi Inui, als auch Christoph Dabrowski und Daniel Ginczek, brachten aus aussichstreichen Positionen den Ball nicht im von Ex-VfL Keeper Rene Renno gehüteten Cottbuser Tor unter.

Weil der KSC am Sonntag sein Spiel gewann ist heißt es im Lager des VfL mindestens eine Woche weiter zittern - sportlich zumindest.



Lizenz noch nicht gesichert

Noch viel ernster als die sportliche Bedrängnis (zumindest ist der direkte Abstieg rechnerisch nun auszuschließen) könnten in den nächsten Wochen die finanzielle Sorgen werden. Die Lizenz wurde dem VfL zwar vorerst erteilt - jedoch nur unter bis zum 24.Mai zu erfüllenden Auflagen.
Die Zeiten, in denen der VfL seine Schulden deutlich abbauen konnte und so gut wie keinerlei Auflagen mehr zu erfüllen hatte, sind vorbei. Seit dem Abstieg 2010 schreibt man in Bochum wieder rote Zahlen - tiefrote wie sich jetzt herausstellte.
Dass die finanziellen Probleme beim VfL Bochum größer sein könnten als zunächst erwartet zeigte sich schon im Januar, als man kurz vor Ende der Transferphase Matthias Ostrzolek (Augsburg) und Chong Tese (Köln) für frisches Geld in die Bundesliga wechseln liess. Wie jetzt bekannt wurde fehlen den Bochumer mindestens 1,3mio Euro, um den Spielbetrieb in Liga 2 fortführen zu können. Als Gründe nennt der Vorstand die zu geringenen Ticketeinnahmen und den Verlust des TV-Ranges an Greuther Fürth. Der dickste Brocken, der den VfL jetzt vor Existenzprobleme stellt, wird jedoch einmal mehr verschwiegen: Die Forderung bezüglich des Transfererlöses von Stanislav Sestak in Höhe von ca. 2,4mio€ kann dem Verein noch das Genick brechen.
Nach wie vor fehlt dieses Geld den Bochumer an allen Ecken und Enden, und wird aller Voraussicht nach in naher Zukunft auch nicht auf dem Konto des VfL eintrudeln. Die Hoffnung, dass Finanzvorstand Ansgar Schwenken seinen Fehler, Sestak OHNE BANKBÜRGSCHAFT in die Türkei ziehen gelassen zu haben, korrigieren kann, ist zwar noch gegeben - doch als Sicherheit lässt die DFL die Forderung gegenüber Ankaragücü nicht gelten. So müssen schnellstmöglich andere Liquiditätspotentiale aufgezeigt werden - oder es drohen weitere Spielerabgänge. Gerüchte um die letzten für Bundesligisten noch interessanten Kicker wie Andreas Luthe und Takashi Inui werden in naher Zukunft zur Tagesordnung gehören. Und dennoch gilt es alles dafür zu unternehmen, um genau diese Spieler, die einem eine bessere Zukunft ermöglichen könnten, zu h. Denn sonst droht wohl schon in Bälde ein Szenario wie bei Ex-Bundesliga Kollegin Armina Bielefeld.
Oder wie es einst schon Ex-Präsident Werner Altegoer sagte: "Der VfL kann nur als Erstligist im Profifußball existieren".

Es gilt zu hoffen, dass sich diese Worte nicht bestätigen werden.


Glück Auf!


FC Energie Cottbus - VfL Bochum 1848   1:1 (1:0)

1-0 Reimerink 33.
1-1 Vogt 58.


Luthe - Acquistapace, Maltritz, Eyjolfsson, Bönig - Sinkiwicz(66.Dabrowski) - Federico, Vogt(83.Berger) - Inui - Gelashvili(46.Freier), Ginczek



Der Weg zum Klassenerhalt:

Der VfL hält die Klasse vorzeitig, wenn:

- man am Sonntag gegen Braunschweig gewinnt
- man remis spielt, Karlsruhe jedoch nicht gewinnt
- man remis spielt, Karlsruhe gewinnt, jedoch Aue oder Cottbus verlieren
- man verliert, Karlsruhe jedoch nicht gewinnt




Hätte niemals an Ankaragücü verkauft werden dürfen: Ex-Star Stani Sestak

Sonntag, 15. April 2012

Kevin Vogt erlöst Bochum - Klassenerhalt greifbar

Es war wohl die angespannteste Woche der Saison beim VfL Bochum. OK, die Woche vom 12.-16. September letzten Jahres, als man Montag Abend in Dresden das vierte Spiel in Folge kläglich verlor, am darauffolgenden Dienstag Friedhelm Funkel entliess und am Ende der Woche unter Neu-Trainer Bergmann 0:4 gegen Paderborn unterging, war wohl ähnlich schlimm. Doch die Angst, nochmal böse erwischt zu werden nach Wochen der Versäumnisse, war diesmal weitaus größer.

In Aachen, am Mittwoch Spätnachmittag, wollte man doch alles klar machen in Sachen Klassenerhalt. Beim relativ abgeschlagenen Tabellenletzten, die bis dahin erst drei Spiele in der Saison gewonnen und schon zwei Trainerwechsel hinter sich hatten. Wenn nicht dort, wo dann würde der VfL seine notwendigen Punkte einfahren?
Doch der Mittwoch war ein ganz schwarzer Tag in einer dunkelgrauen Saison, denn ohne nützliches Zweikampfverhalten, ohne System in Angriff, und ohne jegliche Sicherheit bei einfachsten Aktionen kann man auch beim Tabellenletzten nicht gewinnen. So dominierte die noch leidgeprüftere Alemannia, Aufstiegspartner aus dem Jahr 2006, den VfL über die 90 Minuten nach Belieben, gewann locker und hochverdient mit 2:0 (2:0) und traf noch weitere drei Mal Aluminium. Das Ergebnis hielt sich im Neuen Tivoli glücklicherweise in Grenzen - eine Blamage war es allemal. Symbolisch für den Auftritt war die Gelb-Rote Karte für Linksverteidiger Philipp Bönig, der mit der Schnelligkeit David Odonkors völlig überfordert war und unmotiviert über den Rasen senste. Für Bönig war es die zweite Gelb-Rote Karte der Saison - im dritten Einsatz. Eine abenteuerliche Quote.
Die Bochumer Verantwortlichen schlugen nach der Vorführung harte Töne an: Sportvorstand Jens Todt sprach nicht um den heißen Brei herum, sondern betonte, "dass man nun sehen werde, auf wen man sich verlassen könne". Dass die Mannschaft "von Rückschlägen leichter aus der Bahn geworfen werde als alle anderen Teams der Liga" wusste man schon vorher, genauso bekannt war die Tatsache, dass ein Nika Gelashvili "vollkommend verunsichert" sei.
Man hoffte beim VfL, dass die harten Töne ihre Wirkung zeigen würden - im Spiel gegen Lieblingsgegner 1860 München, für das wieder Ausfälle zu verkraften waren:

Linksverteidiger Bönig war folglich gesperrt, viele andere, wie Kopplin, Federico und Dabrowski weiterhin angeschlagen, weitere wie Concha nicht einsatzbereit. So kam es, dass Federico und Kopplin beginnen mussten, die Linke Abwehrseite von Jonas Acquistapace besetzt wurde, Kevin Vogt ins Mittelfeld "rotierte", und vorne der Zweimann Sturm Gelashvili-Ginczek Druck auf die Münchener Abwehr ausüben sollten.

Die Bochumer übernahmen von Beginn an das Kommando, 1860 agierte abwartend, nicht den Eindruck erweckend, zwingend die Letzte Chance zum Erreichen des Relegationsplatzes nutzen zu wollen. Den konzentriert und überlegt nach vorne spielenden Bochumer wurde genügend Raum gelassen, die dem VfL schon zu Beginn die ein oder andere Chance ermöglichte. Inui, Vogt und Federico versuchten es mit Schüssen - die Marschrichtung war vorgegeben. Die Löwen waren im eigenen Angriff über Konter nicht ungefährlich, doch hatte die Abwehr des VfL den nominell so starken Sturm mit Lauth und Volland im Griff, lediglich Aushilfs-Außenverteidiger Acquistapace stand das ein oder andere Mal zu weit von seinem Gegenspieler Aigner entfernt.
Erzielte die Führung: Daniel Ginczek
Die Logische Führung für den aktiveren VfL fiel dann kruios: Gelashvili's Schussversuch wurde abgeblockt, der Georgier brachte den Ball nochmals zur Mitte, wo Ginczek den Ball in den Strafraum bolzte, ehe er ihm noch einmal vor den Fuß fiel, und der Dortmunder etwas glücklich den Ball durch die Hosenträger des unglücklichen München-Keeper Gabor Kiraly drosch (18.)
In Folge der Führung hatte der VfL weitere Torchancen, die beste wohl kurz vor dem Halbzeitpfiff durch Vogt (45.), musste gegen Ende der Halbzeit aber auch einen stärker werden Gegner bekämpfen, dem Kopplin durch eine Grätsche, bei der er sich an seiner angeschlagenen Leiste verletzte, die bis dahin beste Chance vereitelte (36.).
Zu Kopplin: Jens Todt lobte den Berliner diese Tage für seine vorbildliche Einstellung, würde er doch seit Monaten schon nicht mehr regelmäßig trainieren können und müsse seit Längerem aufgrund von Leistenproblemen gespritzt werden. Die unausweichliche OP könnte nun doch schon vor Saisonende anstehen - ein Vertragsangebot zur Weiteranstellung liegt dem 22-Jährigen Außenverteidiger vom VfL leider nicht vor.

Noch mit Kopplin kam der VfL aus der Kabine und erlebte eine Halbzeit, die eine gesamte Saison in 45 Minuten zusammenfasst. Zu Beginn war es weiter der VfL, der die Offensive suchte, schon in der 48.Minute ergab sich für Ginczek die Chance zur Vorentscheidung, als er sich antrittsschnell Aygün vom Leib riss und frei vor Kiraly am Tor vorbei schoss. Diese vergebene Chance war der Anfang ganz bittere Minuten, in denen der VfL die Führung leichtfertig verspielte und die Giesinger ohne sonderlich großen Aufwand die Weichen auf den vermeintlichen Sieg stellen konnten: Nur eine Minute nach der vergebenen Vorentscheidung tauchten urplötzlich einmal mehrere Münchener in der Hälfte des VfL auf, ein simpel geschlagener Ball von Aigner in den Strafraum auf Rakic genügte zum Ausgleich. Kopplin war nicht auf seiner Position, rückte auch zu spät nach (Er wurde kurz danach für Freier ausgewechselt) und Maltritz erkannte die Nichtbesetzung seiner Nebenposition zu spät und musste Rakic in seinem Rücken ziehen lassen.
Benny Lauths Reaktion auf seinen Zufallstreffer
Die Verunsicherung nach diesem ersten Nackenschlag war spürbar, das Spiel des VfL erlitt einen ersten Bruch. Als nur zehn Minuten später, eine misslungene Lauth-Flanke aus 33 Metern den Weg über Luthe hinweg ins Kreuzweg fand, schwanden die Hoffnungen der Bochumer auf den befreienden Sieg. Ein zweiter Ball nach einer Ecke kam zu Lauth, der Inui aussteigen liess und den Ball relativ "planlos" in den Winkel schoss. Das Glück war in dieser Phase nicht auf Seiten der Bochumer.

Die darauffolgende Viertelstunde war von Wechseln auf beiden Seiten geprägt, Spielfluss wollte nicht recht aufkommen, 1860 hatte mittlerweile die Oberhand gewonnen, der VfL, nun etwas wild aufgestellt, fand nicht mehr den Rhythmus der Ersten Halbzeit. Als Paradebeispiel dient hier Denis Berger: Der Österreicher, kein Fußballfeinmotoriker, kam in Minute 65 für den verletzten Kopplin in die Partie, spielte die seine ersten Minuten rechts im Mittelfeld, wechselte danach auf die Linke Außenbahn, und liefert eine höchst unglückliche Leistung ab. Berger gelang nichts. Obwohl sichtlich bemüht traf er durchgehend falsche Entscheidungen oder hatte kurioses Pech in seinen Aktionen. Entweder spielte er trotz vierer, fünf Ballberührungen nicht ab, oder seine Pässe waren ungenau und hoppelten. Die Krönung seiner schwachen Saison und des Fehleinkaufs an sich waren jedoch die folgenden Aktionen: So kam Berger urplötzlich im Strafraum frei an den Ball, statt den Ball ins Tor zu hämmern prüfte er Kiraly nur mit einem Mini-Schüsschen (74.). Als der unglückliche Ösi dann nach einem Flankenversuch nicht den Eckball zugesprochen bekam, sondern die Schiedsrichterin zurecht auf Abstoß entschied, war der Tag für Berger, wie seine komplette Saison, zum Vergessen.
Die Jungs von der Castroper versuchten in der Schlussphase alles, Ecken brachten auch Gefahr, doch Acquistapcae und Maltritz vergaben diese Halb-Chancen (82./83.). Doch weil man diesmal nicht aufgab und weiterhin trotz beschränkter Mittel alles versuchte, glückte noch der Lucky-Punch. In der 93.Spielminute chipte der eingewechselte Özi Kefkir einen Freistoß in den Strafraum, Gelashvili konnte den Ball in der Luft erreichen, und Vogt nagelte den vor ihm aufprallenden Ball in die MASCHEN. Schon lange hatte man beim VfL kein so spätes Tor mehr gesehen und endlich einmal ging das Team von Andreas Bergmann wieder mit einem positiven Gefühl aus einem Zweitligaspiel.

Erleichterung nach dem Erzwungenen Ausgleich

Erlösung in Sicht


Durch die Ergebnisse der Konkurrenz hat sich die Situation beim VfL etwas entspannt. Zwar ist man nun endlich, und glücklicherweise, nicht mehr Tabellenzehnter, doch durch die kollektiven Niederlagen der auf den Abstiegsplätzen beheimateten Teams nimmt man diesen derzeit 13.Tabellenplatz in Kauf.
Die Bochumer liegen nun sechs Punkte vor dem Relegationsplatz (Karlsruhe), zudem besitzt man das bessere Torverhältnis. Die beiden Letzten, Rostock und Aachen, müssten alle drei verbleibenden Saisonspiele gewinnen, um rechnerisch noch am VfL vorbeiziehen zu können.

Trotz allem hat der VfL noch lange keinen Freifahrtsschein für die restlichen Partien. Bei den ebenfalls seit Monaten kränkelnden Cottbusern soll nun rechnerisch der Klassenerhalt fixiert werden. Die Lausitzer stehten mittlerweile auch nur noch auf Rang 14, haben zwei Punkte weniger als der VfL auf dem Konto, und sind bei nur vier Punkten Vorsprung auf Karlsruhe noch in Reichweite der Abstiegsplätze. Kein Grund für den VfL, freiwillig Punkte abzugeben. Denn auch in Cottbus heißt es: Verlieren gilt nicht!

Für die Partie in Cottbus fehlen den Bochumer Christoph Kramer (Sperre) und womöglich Björn Kopplin. Philipp Bönig hingegen wird wieder ins Aufgebot stoßen.

Glück Auf!


Alemannia Aachen - VfL Bochum 1848   2:0 (2:0)

1-0 Odonkor 26.
2-0 Streit 39.


Luthe - Eyjolfsson, Maltritz, Acquistapaca, Bönig - Sinkiewicz(66.Dabrowski), Kramer(57.Vogt) - Freier, Federico(85.Berger), Inui - Ginczek



VfL Bochum 1848 - TSV 1860 München   2:2 (1:0)

1-0 Ginczek 18.
1-1 Rakic 49.
1-2 Lauth 60.
2-2 Vogt 93.

Luthe - Kopplin(65.Berger), Maltritz, Eyjolfsson, Acqusitapace - Kramer(75.Kefkir) - Federico(55.Freier), Vogt - Inui - Gelashvili, Ginczek

Torschüsse: 18 - 10
Ballbesitz(%): 56 - 44
Zweikämpfe(%): 52 - 49
Ecken: 6 - 4
Fouls: 22 - 17
Abseits: 5 - 2
Laufleistung(km): 109.04 - 113.36
Zuschauer: 10.132

Alter der Teams(Jahre): 25.3 - 27.4


Sonntag, 8. April 2012

0:0 gegen Karlsruhe - Bochum muss in Aachen punkten

Es wurde nichts mit dem erhofften Heimsieg. Konzentrierte Bochumer trennten sich am Ostersonntag in einem durchwachsenen Kick vom ehemaligen Bundesligakollegen Karlsruher SC mit 0:0.

Der VfL hatte in den vergangenen Jahren schon so schöne Siege erlebt am Ostersonntag, besonders in Erinnerung hängen blieb der 4-1 Erfolg von vor fünf Jahren in Leverkusen an eben jenen Feiertag - und obwohl diesmal das Wetter mitspielte, wurde es kein Festtag für den VfL Bochum.

Vor gerade einmal noch 10.000 zahlenden Zuschauern versäumten es die Bochumer endgültig den Deckel drauf zu machen auf den Klassenerhalt, der immer noch nicht gänzlich gesichert ist.


Dominanz in Halbzeit eins unbelohnt

Ein Grund wieso der Klassenerhalt noch immer unsicher ist liegt an der mangelnden Durchschlagskraft im Angriff. Einmal mehr wurde dieses Manko im Ernstfall deutlich. Der VfL behrerrschte die erste Halbzeit gegen einen äußerst passiv agierenden KSC klar, ein Tor sollte dabei jedoch nicht herausspringen.
Aus einem hohen Ballbesitzanteil heraus versuchten die Bochumer das Spiel sicher, aber doch konsequent aufzubauen. Der verbesserte Kopplin konnte genauso wie Routinier Bönig über die Außen das Spiel durchaus ankurbeln, im Mittelfeld war Takashi Inui stets anspielbar, und Lukas Sinkiewicz sorgte auf der 6 dafür, dass Karlsruher Konter überhaupt nicht aufkeimen konnten. Doch was nutzt es, wenn der Gegner zwar keinen einzigen Torschuss produziert, man selbst aber trotz drückender Überlegenheit kein Tor erzielen kann?
Die Chancen dazu waren ja da: Schon in der 1.Minute sorgte ein abgefälschter Schuss von Kramer für Torgefahr, man übernahm von Anpfiff weg das Kommando. Christoph Dabrowski muss den VfL in der 22.Spielminute in Führung bringen, brachte aber mit einem viel zu unplatzierten Kopfball Philipp Bönig um seinen ersten Scorerpunkt seit fast neun Jahren, der Dabrowski mit einer butterweichen Flanke ideal bediente. Nur kurze Zeit später hatte Christoph Kramer die Führung auf dem Fuß, als Takashi Inui den Ball in den Strafraum trug, dieser über Umwegen Kramer fand und der Junge Mittelfeldspieler den Ball an den heraushechtenden KSC-Keeper Orlishausen vorbei an den rechten Torpfosten setzte.
Der VfL hatte weit über 70% Ballbesitz - das Tor wollte aber wieder einmal nicht fallen.

Vergab die Riesenchance: Kapitän Dabrowski
Zur Zweiten Halbzeit bracht Neo-KSC-Coach Kauczinski mit Klemen Lavric für Christian Timm mehr Durchschlagskraft für den Angriff, was die richtige Entscheidung aus Sicht der Gäste war. Lavric, körperlich deutlich robuster, konnte erstmals Bälle in der Karlsruher Offensive halten, der Slowene bereitete vor allem Maltritz im Kopfballspiel einige Probleme und erzwang eine Gelbe Karte gegen Maltritz. So kam es, dass die Badener die zweite Halbzeit nicht mehr ausschließlich in der eigenen Defensive verbrachten, sondern es entwickelte sich ein offener Schlagabtausch.
Agierte total glücklos: Nika Gelashvili
Die größte Chance in der Phase nach Wiederanpfiff hatte sogar der KSC, als Bönig mit einen Ausrutscher einen längst beendeten KSC-Angriff nochmal neuen Schwung verlieh. Durch Bönigs Fauxpass setzte sich der KSC in Höhe des Bochumer Strafraums fest, Pascal Groß, Sohn der ehemaligen KSC-Legende Stephan Groß tanzte sich durch die Bochumer Gefahrenzone, Eyjolfsson und Sinkiewicz fehlte es an Grip, letztlich konnte Luthe glänzend reagieren, der Ball viel Klemen Lavric genau vor die Füße, doch Maltritz und Luthe konnten den Ex-Grazer gedankenschnell am Torerfolg hindern.

Der KSC war urplötzlich wieder im Spiel, doch auch der VfL kam zu Chancen. Orlishausen parierte einen Sinkiewicz Fernschuss noch vor der Lavric-Chance, Ginczeks und Federicos Versuche um Minute 75 waren jedoch wenig zwingend.

Überzeugend im Kopfballspiel: Holmar Eyjolfsson
In der letzten Minute des Spiels hatte der VfL dann aber nochmal die Riesenmöglichkeit zum Sieg: Holmar Örn Eyjolfsson, der junge Isländer, der speziell im Kopfballspiel überzeugte, köpfte eine Freier-Ecke scharf aufs Tor, doch der abermals zu unplatzierte Ball konnte wieder vom starken KSC-Goalie Dirk Orlishausen entschärft werden.
Ein Sieg konnte somit nicht eingefahren werden, aber zumindest war das Spiel gegen Karlsruhe das Erste, das nicht verloren wurde, an dem Denis Berger teilgenommen hat. Der Österreicher wurde nach gut einer Stunde für Kapitän Dabrowski eingetauscht.

Der Ex-KSC-Torschützenkönig Giovanni Federico fiel an diesem Nachmittag überhaupt nicht auf. Auch Federico ist momentan von Erstligafußball so weit entfernt wie weitere ehemalige Bundesligakicker des KSC: Staffeldt, Iashvili und Timm sind/waren allesamt gestandene Bundesligaspieler. Dass sich die Kräfteverhältnisse im Fußball schnell ändern können beweist ein kleiner Blick in die Vergangenheit. Federico verließ 2007 als Torschützenkönig den Aufsteiger Karlsruhe und heuerte bei Borussia Dortmund an - den derzeit amtierenden Deutschen Meister - der die Bundesliga-Saison 2007/08 auf Rang 13 abschloss. Bochum war vor vier Jahren zwölfter, Karlsruhe gar elfter. Federico wäre heute in einer Dortmunder Tempo-Truppe genauso unvorstellbar wie ein Ilkay Gündogan beim VfL - der damals mehr oder weniger "vergrault" wurde...


Mittwochs in Aachen

Der Fokus rückt zurück auf die Gegenwart. Am Ende des Osterwochenendes steht für die Jungs von der Castroper Straße der 32. Saisonpunkt. Um den Klassenerhalt zu sichern, muss noch der ein oder andere Punkt dazukommen. Gelegenheit dazu bietet sich bereits kommenden Mittwoch. Auch die Zweite Liga kommt im EM-Jahr nicht ohne Englische Woche aus, was den VfL am Mittwoch um 17.30 Uhr in Aachen anstoßen lässt.
Die Alemannia ist derzeit Tabellenletzter, verspielte in Ingolstadt nach 3-1 Führung zwei wichtige Punkte und ist noch länger als der VfL sieglos. Leider nicht mehr antreffen wird man in Aachen die Ex-Trainer Funkel und John, die letzte Woche von ihren Aufgaben befreit wurden. Neo-Coach bei den Gelb-Schwarzen ist U-23 Trainer Ralf Außem. Er stellte beim Spiel in Ingolstadt auf 4-3-3 um und eine Verbesserung des bislang desaströsen Offensivspiel der Alemannen war unschwer zu erkennen. Die "Öcher" stehen nach 29 Spielen bei mageren drei Siegen - es mögen zeitnah keine Folgen.


Glück Auf!


VfL Bochum 1848 - Karlsruher SC   0:0

Luthe - Kopplin, Maltritz, Eyjolfsson, Bönig - Sinkiewicz - Federico(76.Freier), Kramer, Inui, Dabrowski(66.Berger) - Gelashvili(70.Ginczek)


Torschüsse: 15 - 6
Ballbesitz(%): 64 - 36
Zweikämpfe(%): 52 - 48
Ecken: 3 - 3
Fouls: 22 - 18
Abseits: 2 - 3
Laufleistung(km): 108.69 - 116.36
Zuschauer: 10.133

Alter der Teams(Jahre): 27.3 - 28.0



  Bundesliga-Abschlusstabelle 2008 - vier Jahre ist's her.


Zitat des Tages: "Hört auf mit Petting - Bochum ist Hardcore" (Ostkurve)

Montag, 2. April 2012

Nach Pleiten gegen Ingolstadt und Frankfurt droht dem VfL das große Zittern

Die seit Monaten wenn nicht Jahren leidgeprüften VfL-Fans sehnen sich seit Wochen dem nicht näher kommen wollenden Saisonende entgegen. Ähnlich wird es Trainer Andreas Bergmann ergehen, der seit Wochen kein Rezept mehr hat, den etlichen Nackenschlägen entgegenzuwirken, und den steilen Absturz nach dem Spiel in Fürth bislang nicht abfangen kann.
So schlittert man in Bochum immer mehr Richtung Gefahrenzone, ohne die noch wenigen, aber dringend notwendigen Punkten für den Klassenverbleib einzuspielen. Der schon länger trügerische 10.Tabellenplatz spiegelt das derzeitige Leistungsvermögen der Mannschaft (leider) nicht wieder, der Blick hat sich längst auf den Abstand zum Tabellen-16. gerichtet, dem kommenden Gegner, den KSC, der nur noch acht Punkte Rückstand auf den VfL aufweist.

Die Situation erinnert böse an den letzten Abstieg von vor zwei Jahren, als man ebenfalls zu einem gewissen Zeitpunkt relativ grundlos das Punktesammeln einstellte, aus den letzten zehn Saisonspielen lediglich einen einzigen! Punkt erspielte und einen komfortablen Vorsprung in selten zuvor dagewesener Art und Weise verspielte und am Ende abstieg. Wohlgemerkt aus Liga 1. Ein ähnliches Saisonende 2012 würde wohl das Ende des Vereins in seiner jetzigen Form darstellen.

Man dürfte gewarnt sein an der Castroper Straße - Chancen, die noch notwendigen drei bis vier Punkte einzufahren, um wenigstens die Klasse zu erhalten, bieten sich noch genügend. Doch stellen die Partien gegen den KSC und Alemannia Aachen, beide mit neuem Trainergespann ausgestattet, schon kleine Endspiele dar. Verloren werden dürfen diese Spiele nicht - sonst droht das große Zittern.


Überlegenheit gegen Ingolstadt wertlos

Caiuby nahm dem VfL die Aussicht auf Punkte
In diese jetzt mehr oder minder akute Lage gebracht hat den VfL auch die Heimniederlage gegen den FC Ingolstadt. Das 0:1 kurz vor Schluss von Caiuby stellte das Spiel auf den Kopf, war aber an Naivität des VfL nicht zu überbieten. Slawo Freier vertändelte leichtfertig einen Konter, leitete dabei einen Ingolstädter Gegenzug ein, Maltritz leistete dem Torschützen Caiuby weit vom Strafraum entfernt Geleitschutz, verpasste das Foulspiel, Acquistapace rückte zu spät aus der Verteidigung  heraus, verzichtete ebenfalls auf die Gelbe Karte und liess so den lange mit dem Ball am Fuß laufenden Caiuby gar in den 16m-Raum einbiegen. Ergebnis bekannt.



Leichtes Spiel für Frankfurt

Am Freitag Abend in der Commerzbank-Arena zu Frankfurt lieferte der VfL wie erwartet brav die Punkte ab, die der einfallslos, aber effizient agierenden Frankfurter Eintracht das Tor zur Fußball-Bundesliga weit aufstoßen. Nachdem die Chancen zur eigenen Führung (z.B. Maltritz, 1.) nicht genutzt wurden, schenkte man in der Defensive wieder relativ einfach die Tore ab. Alle drei Gegentreffer waren Gastgeschenke und fielen nach dem selben Schema. Drei mal Flanke - Drei mal Tor. Einfacher hat es in dieser Saison den Frankfurtern, die trotz aller Dominanz in Liga 2 im nächsten Jahr wohl auch wieder ganz tief im Abstiegssumpf der Fußball Bundesliga stecken werden, wohl noch kein Gegner gemacht.
Beim ersten Gegentreffer hatte die Eintracht zunächst Pech, als Idrissou, der zur Halbzeit ausgewechselt werden musste, bis dahin aber der VfL-Defensive deren Schwächen gnadenlos aufgezeigt hatte, zunächste den Pfosten traf, VfL-Verteidiger Kopplin, der im Sommer wohl zurück in seine Heimat Berlin wechseln wird, den Ball aber nicht weit genug aus der Gefahrenzone gedroschen bekam, sodass Linksverteidiger Djaka mit maßgenauer Flanke den freistehenden Kittel bediente, der technisch fein auf des Torschützens' Kopf Idrissous weiterleitete.
Überragend: Erwin "Jimmy" Hoffer
Idrissou spielte vornehmlich Acquistapace schwindelig und konnte vom VfL zu keinem Zeitpunkt kontrolliert werden. Anders noch in der Relegation, als der Kameruner noch für Mönchengladbach stürmte, und gegen Maltritz und Yahia keinen Stich machte. Erst als Trainer Favre in diesen Partien jeweils mitte Zweiter Halbzeit Igor de Camargo für den bulligen Idrissou brachte bekam der VfL in der Defensive Probleme und verpasste letztlich den Aufstieg.
Die weiteren Gegentore in Frankfurt waren mehr oder weniger Kopien des Ersten, Alex Meier erzielte sehenswert per Seitfallzieher das 2-0 nach Flanke des Ex-Rapidlers Jimmy Hoffer, mit 3-0 machte der Österreicher wieder nach Flanke Djakpas und wohlwollendem Abwehrverhaltens des VfL dann alles klar.

Eine Nummer zu groß für den VfL: Alex Meier und seine SGE
Der VfL hätte die Partie mit eigenen Torerfolgen durchaus spannender gestalten können, doch Inui (40.,Pfosten) und Ginczek Mitte der Zweiten Halbzeit vergaben beste Einschussmöglichkeiten. Die Eintracht schaltete im weiteren Verlauf des Spiels zurück, sodass es letztlich bei dem 3-0 Sieg der SGE blieb.



Dem VfL Bochum stehen nun unangenehme Wochen an. Der 9.Platz, der eventuell höhere Fernseheinnahmen ermöglichen würde, ist längst außer Reichweite. Der Überlebenskampf, dem man im Herbst enteilen konnte, hat wieder eingesetzt. Mindestens eine Partie müssen die Bochumer noch gewinnen - je früher desto besser für alle Beteiligte.
Auch für Sportvorstand Jens Todt, der hinter den Kulissen seit Wochen an einer "spannenden" neuen Mannschaft bastelt. Dass es auch ihm nicht möglich sein wird alle eklatanten Versäumnisse seine Vorgänger auszubessern ist abzusehen, dass er aber zumindest optimistisch an die Aufgabe herangeht zeigen die ersten Transfergerüchte. Nachdem der österreichische Nationalspieler Florian Klein seit längerem im Gespräch ist (Ihm liegt aber wohl eine lukrative Offerte aus Salzburg vor) betonte Todt nun, dass man vermehrt nach frischen Führungsspielern für die Mannschaft Ausschau hält. Der Siegburger Axel Bellinghausen soll wohl auch auf Todts Liste gestanden haben. Der Linksaußen entschied sich aber für Fortuna Düsseldorf, und wie schon Olivier Occean GEGEN den VfL. In diesen Tagen keine allzu überraschende Entscheidung...


Freitag, 23. März 2012

Bochum verdaddelt Sieg in Duisburg und verliert Azaouagh - Heute Dreier gegen Ingolstadt Pflicht

Der VfL Bochum hat es mal wieder geschafft, einen vor dem Spiel bereits toten, während des Spiels noch "toteren" Gegner so aufzubauen, dass dieser am Ende des Spiels den ersten Sieg seit einem Vierteljahr einfuhr und wieder auf bessere Tage hofft. Eine nette Geste der braven Bochumer, die so oft schon, auch direkte Konkurrenten um diverse Saisonziele, auf diese Weise aufgebaut haben.

Bei der 1:2 (1:1) Niederlage an der Wedau traf der VfL auf einen ausschließlich planlos über den Platz holzenden MSV Duisburg, dem man den Tabellenplatz ansah und es wenig überraschte, dass diese Truppe, die in anderer Zusammenstellung im Mai noch das Pokalfinale erreicht hat, im Jahr 2012 erst ein dürftiges Remis zustande brachte.

Und trotz der frühen Führung des VfL, Azaouagh setzte einem bereits verlorenem Ball gut nach und steckte auf Inui durch, der den Ball souverän am Torwart vorbeilegte, war abzusehen, dass sich dieses Spiel nur in zwei Richtungen wird entwickeln können. Entweder bricht Duisburg ein und wird in deren "Sturmlauf" durch zwei, drei Kontertore bestraft und 3-0 abgefiselt, oder der VfL bringt es mal wieder auf die Reihe, einem absolut verunsicherten und schwachen Gegner innerhalb kürzester Zeit auf die Beine zu helfen.
Letzteres trat ein.

Agierte einmal mehr unglücklich: N.Gelashvili
Nur sechs Minuten nach der Führung vollendete Nika Gelashvili eine erbärmlich getretene Gjasula-Ecke in ungewohnter Torjäger-Manier zum Ausgleich ins eigene Tor. Diese Bogenlampe, sicherlich in Arnd Zeiglers Fußballsendung "Kacktor-des-Monats"-würdig, passt nur zu gut ins derzeitige Bochumer Gesamtbild. Man haut sich seit Wochen die Dinger praktisch selbst rein. Nur zu sinnbildlich, dass das Eigentor des ansonsten absolut harmlos agierenden Georgiers schon das zweite spektakuläre Eigentor des VfLs innerhalb weniger Wochen war.

Und dennoch waren die Duisburger derart schwach, dass der VfL das Spiel vor der Halbzeit hätte locker zu seinen Gunsten entscheiden können. Zwischen Minute 30 und 45 spielte der VfL nämlich ansehnlichen Offensivfußball, und kam zu einigen Chancen - genutzt wurde freilich keine.

Gute Besserung Mimoun Azaouagh
Der letztliche Knackpunkt des Spiels war die Verletzung Mimoun Azaouaghs. Der Frankfurter, bis dahin bester Bochumer Feldspieler, verletzte sich nach einem Knochenbrecherpass von Freier höchst unglücklich und schwerst im Gesicht. Azaouagh blieb einige Minuten bewusstlos am Boden liegen, erlitt ein Schädel-Hirn-Trauma und einen Kieferbruch. Die Saison ist für den Mittelfeldspieler beendet.

Danach war der Schwung auf Bochumer Seite komplett raus, die Stellungsfehler indes häuften sich und das über das ganze Spiel bemängelte passive Zweikampfverhalten ermöglichte den Zebras sogar noch den Sieg, als ein längst zu klären gewesener Ball nochmal zum MSV gelangte, und der leicht im Abseits stehende Maurice Exslager trotz Bochumer Begleitschutz relativ freistehend aus 18m zum Siegtreffer einschießen konnte.



Der Blick geht nach unten


Durch die Niederlage in Duisburg bleibt der VfL bei mageren 31 Punkten stehen - man hat zehn Punkte Vorsprung auf Relegationsplatz 16 und Ex-Trainer Friedhelm Funkel. Natürlich darf an der Castroper Straße deshalb noch keine Panik ausbrechen, aber die Tendez zeigt klar nach unten. Zudem bricht mit Mimoun Azaouagh der nächste wichtige Stammspieler aus der Mannschaft und wird in dieser Saison nicht mehr eingesetzt werden können.
Leicht wird es daher nicht, mit einem positiven Gefühl aus der Saison zu gehen. Um die Spannung aber hochzuhalten wurde von den Verantwortlichen wieder vermehrt der Aspekt der TV-Gelder ins Spiel gebracht. Der VfL ist in der Rangliste der TV-Gelder, die sich aus den zurückliegenden vier Spielzeiten berechnet, bereits vom FC St.Pauli überholt wurden - nun heißt es mit etwas Glück und dem neunten Tabellenplatz am Saisonende zumindest die Spvgg Greuther Fürth noch hinter sich zu lassen - es geht um eine halbe Million Euro.

Zuerst aber kommt am heutigen Freitag der FC Ingolstadt ins rewirpowerSTADION. Die Oberbayern haben sich unter Trainer Oral stabilisiert und sich im Winter soweit verstärkt, dass sie wohl dem Abstiegssumpf entfliehen können. Trotz allem muss der VfL diese Partie gewinnen, um endgültig Planungssicherheit für die kommende Saison zu besitzen. Zudem haben die Duelle gegen Ingolstadt schon ein klein wenig "Kultcharakter", gab es doch in den ersten drei Aufeinandertreffen nach zwei bösen VfL-Schlappen im Oktober den kuriosen 5:3-Auswärtssieg. Wiederholung gerne erwünscht.


MSV Duisburg - VfL Bochum 1848   2:1 (1:1)

0-1 Inui 20.
1-1 Gelashvili ET 26.
2-1 Exslager 78.


Luthe - Freier, Maltritz, Acquistapace, Kopplin - Kramer - Azaouagh(61.Eyjolfsson), Dabrowski(83.Berger) - Federico - Gelashvili(76.Ginczek), Inui


Traf in Ingolstadt dreifach: Der jetzt-Kölner Chong Tese

Dienstag, 13. März 2012

Verbesserter VfL punktet in Paderborn - Hohe Auswärtshürde vor der Brust

Sören Brandy, bald Zebra, und "Zeitarbeiter" Faton Toski
In einem wenig ansehnlichen Zweitligaspiel konnte der VfL Bochum 1848 am vergangenen Freitag durch ein 0-0 Unentschieden einen Punkt vom Aufstiegsanwärter SC Paderborn 07 entführen. Der VfL zeigt sich mannschaftlich geschlossener als zuletzt und liess keine Paderborner Torchancen zu. Für einen Sieg reichte es dennoch nicht, da man im Torabschluss zu fahrig agierte und der nichtmal drittligataugliche Rasen in der Paderborner Fischdose sein übriges dazu beitrug.

Für die Bochumer, bei denen der zuletzt gesperrte Faton Toski als Linksverteidiger ins Team zurückkehrte, dieser jedoch lediglich durch unzählige Befreiungsschläge auf die Paderborner Sitzplatztribünen und ein unmotiviertes Handspiel, was ihm die nächste Sperre einbrachte, auffiel, war die unansehnliche Partie in Paderborn zweifelsfrei ein Fortschritt, geriet man doch zuletzt arg unter die Räder. Die Mannschaft zeigte defensiv eine größtenteils geschlossene Mannschaftsleistung, Kapitalaussetzer wie im Heimspiel gegen Dresden gab es zum Glück nicht zu betrachten. So durfte man am Ende mit dem Punkt bei einem biederen, in dieser Form keinesfalls aufstiegsreifen Gegner aus Ostwestfalen, zufrieden sein - wenngleich man im zweiten Spiel in Folge ohne Torerfolg blieb, trotz nominell abermals sehr offensiver Aufstellung.


Vor Duisburg, vor den ersten Transfergerüchten

Noch nicht verlängert: Johann Friedrich aka Giovanni Federico
Das Spiel in Paderborn war das 18. unter Trainer Andreas Bergmann. Im Vergleich zu dessen Debut im Hinspiel gegen Paderborn, als der VfL sang- und klanglos mit 0-4 unterlag und jegliche Zweitligatauglichkeit vermissen liess, sind Verbesserungen in der Mannschaft natürlich nicht zu übersehen. Damals stand man auf dem letzten Tabellenplatz, es ging ausschließlich ums überleben. Bergmanns Bilanz mit 27 Punkten aus 18 Spielen ist keineswegs grandios, angesichts der Umstände zu Beginn seiner Anstellung aber anständig und lobenswert. Das Abstiegsgespenst konnte früh aus dem Ruhrstadion verbannt werden und sollte auch nicht mehr zurückkehren - erst Recht nicht nach dem Auswärtsspiel beim MSV Duisburg. Die Fast-Holländer starteten ebenfalls mit weit höheren Ambitionen in die Spielzeit, war man doch im Mai noch im DFB-Pokalfinale in Berlin gestanden. Nach einem Zwischenhoch vor Weihnachten murksten sich die Zebras durch teils desaströse Auftritte im Februrar wieder Richtung Abstiegszone. Im Jahr 2012 wurde gerade mal ein einziger mickriger Zähler ergattert, mit nur 21 Punkten, zehn weniger als der VfL auf dem Konto stehen hat, steckt man mitten drin im Existenzkampf. Für Trainer Oliver Reck ist ein Sieg gegen Bochum Pflicht - um nicht doch noch (endlich) von seinen Aufgaben entlassen zu werden.
Es erwartet den VfL an der Wedau ein heißer Kampf, denn mit einer Niederlage müsste man an der Castroper definitiv das Saisonziel wieder auf Klassenerhalt polen. Doch dass es nicht dazu kommen muss haben die Spieler des VfL selbst in der Hand. Ein Remis würde das gröbste verhindern, ein Auswärtssieg dem VfL zumindest in Sachen Abstiegskampf aller Sorgen ledig machen und den MSV vor einen ganz ganz harten Frühling stellen.
Die Bochumer könnten am Sonntag nachmittag den MSV Duisburg seit dem letzten Abstieg 2010 zum vierten Mal im vierten Duell besiegen (1-0, 3-1, 2-1), das ist bislang nur gegen den FSV Frankfurt gelungen (1-0, 1-0, 1-0, 2-0).


Werden an der Wedau die fest eingeplanten Punkte 32, 33 und 34 eingefahren sollte auch der Blick auf die dritte aufeinanderfolgende Zweitligasaison gerichtet werden. Während noch längst nicht absehbar ist, wer die Liga nach oben und unten hin verlassen wird, geschweige denn wer sich aus der Bundesliga nächstes Jahr in die Zweite Liga hinzugesellen wird müssen, ist die Aufgabe für die Verantwortlichen des VfL längst klar: Man hat für die kommende Spielzeit eine homogenere, ausgewogenere, schnellere Mannschaft auf die Beine zu stellen, die trotz Etatkürzung in der Lage sein sollte, um den Aufstieg mitzuspielen.
Trotz vieler auslaufender Verträge auf Seiten des VfL keine leichte Aufgabe, hat man das Hauptargument für Wechsel ins RewirpowerSTADION, das Prilvileg Bundesliga zu spielen, längst verloren.

Mit dem Gerücht des Interesses an dem ablösefreien Florian Klein/Austria Wien keimt aber zumindest etwas Hoffnung auf, dass man dieses Mal beim VfL ein etwas glücklicheres Händchen haben könnte als in den letzten Jahren.



SC Paderborn 07 - VfL Bochum 1848   0:0


Luthe - Kopplin, Maltritz, Acqusitapace(86.Eyjolfsson), Toski - Kramer - Azaouagh(70.Freier), Dabrowski(81.Ginczek) - Federico - Gelashvili, Inui


Torschüsse: 11 - 11
Ballbesitz(%): 51 - 49
Zweikämpfe(%): 48 - 52
Ecken: 6 - 4
Fouls: 19 - 22
Abseits: 1 - 6
Laufleistung(km): 102.92 - 105.65

Alter der Teams(Jahre): 26.7 - 26.5


Am Gründonnerstag 2011 verspielten Zlatko Dedic und Co. mit einem 0-0 in Paderborn wohl den direkten Aufstieg

Samstag, 3. März 2012

Dem schwarzen Samstag in Fürth folgt Heimniederlage gegen Dresden

Nein, es war sicherlich nicht die Woche des VfL Bochum 1848. Während man vor gut einer Woche noch optimistisch mit Ambitionen zum Auswärtsspiel nach Fürth reiste richtet sich heute der Blick wieder nach unten - verbunden mit der Hoffnung nicht doch noch in den Abstiegsstrudel gezogen zu werden.

Die Partie am 25.2. in Fürth begann doch so vielversprechend! Die ersten fünfzehn Minuten diktierte der VfL das Geschehen, man führte bereits früh dank des schönsten Angriffs der Saison verdient mit 1:0 (Inui, 7.), und schöpfte Hoffnung, doch tatsächlich den ersten Saisonsieg gegen eines der so dominant auftretenden Top-5 Teams der 2.Liga einfahren zu können.
Doch dann nahm das Schicksal des VfL für diese Woche seinen Lauf: Erst verletzte sich Michael Delura in seinem ersten Spiel von Anfang an für den VfL ohne grobe Fremdeinwirkung schwer am rechten Knie. Der von etlichen Kreuzbandverletzungen im linken Knie um Jahre zurückgeworfene Delura zeigte in seinen ersten Einsätzen für den VfL sehr gute Ansätze, belebte die rechte Außenbahn deutlich, und fällt nun für ein knappes halbes Jahr aus. Trotz seiner Verletzungsgeschichte und neuerlichen unsicheren sportlichen Zukunft verlängerte der VfL den Vertrag mit dem Ex-Schalker diese Woche bis 2013. Hoffentlich kann Delura nach seiner Reha wieder so durchstarten wie zuletzt und längere Zeit von Verletzungen verschont bleiben!

Das Skandalfoul an Mirkan Aydin
Ähnlich schlimm erwischte es in Fürth Mirkan Aydin. Nur ein paar Minuten nach der Auswechslung Deluras wurde Mirkan Aydin, der bisher noch keine schwere Verletzung zu verkraften hatte, von Gerald Asamoah ohne Rücksicht auf Verluste umgesenst. Aydin wurde das Wadenbein gebrochen, Asamoah bekam für dieses klare Rot-Foul nur gelb durfte nach diesem Körperverletzungs-Foul weiterspielen. Aydin hingegen wurde noch am Abend des Spieltags in Dortmund operiert und man hofft, dass er zur neuen Saison wieder zum Team stoßen wird können.
Es war das dritte mal in nicht einmal eineinhalb Jahren, dass ein Spieler des VfL mehr oder minder vorsätzlich verletzt wurde und der Sünder keine Rote Karte gezeigt bekam. Asamoah vs. Aydin, Kobiashvili vs. Azaouagh und Mouhani vs. Concha - letzterer erhielt sogar einen Freistoß gegen sich gesprochen.

Nach den Verletzungen war das Spiel in Fürth mehr oder weniger gelaufen, durch die Auswechslung beider Flügelspieler war einerseits die Dynamik in der Offensive dahin, zudem waren natürlich die Spieler des VfL geschockt: Am Ende stand ein mehr als unglückliches 2-6. Die mehr als katastrophalen Abwehrfehler eines Marcel Maltritz, das verrückte Eigentor Kevin Vogts, oder die gelb-rote Karte Faton Toskis entschuldigen die Verletzungen natürlich nicht, trotz allem war das Ergebnis nach diesem Horror-Tag eher zweitrangig. Dass sich die Mannschaft nach diesen schmerzlichen Nackenschlägen mehr gewehrt und mehr "gekratzt" hätte, wäre zwar wünschenswert, nur in der Gesamtsituation, in der sich Mannschaft, Verein und einzelne Spieler befinden nicht unbedingt zu erwarten gewesen.


So kam es, dass der VfL vor dem gestrigen Spiel gegen Dynamo Dresden, neben den schwer Verletzten Delura und Aydin, auch die Reskonvaleszenten Fabian, Gündüz, Bönig, sowie die gesperrten Toski und Freier vorgeben musste. Zu allem Überfluss verletzten sich im Training auch noch Vogt und Federico. Und da war ja noch die Länderspielwoche, weshalb ja auch Freitag Abend kein Bundesliga-Spiel angesetzt wurde, sondern der VfL um 20.30h spielen "durfte" - oder musste. Die international eingesetzten Inui, Gelashvili, Eyjolfsson hatten weite Flugreisen in den Knochen, Kramer war mit der deutschen U-20 auch in Europa unterwegs.
Wieder am Ball: Matias Concha (hier gegen M.Özil)
So hatte Trainer Bergmann die Wahl, ob er mehreren Nachwuchsspielern eine Chance geben, oder den ein oder anderen sicherlich nicht top-fitten Spieler aufbieten würde. Er entschied sich für letzteres. So kam Daniel Ginczek, erst seit dieser Woche wieder im Training, zum Startelfeinsatz, ebenfalls wie Matias Concha, der tatsächlich knapp 14 Monate nach seinem Schien- und Wadenbeinbruch zu seinem 2.Liga Comeback kam. Unglaublich und kaum mehr zu erwarten, steht für Concha doch erst seit November fest, wieder Profifußball spielen zu können.

Die Mannschaft vervollständigten die zuletzt verletzten Azaouagh und Dabrowski, die Vielflieger Inui, Kramer und Gelashvili, sowie der in Bochum verbliebende Abwehrverbund Luthe, Maltritz, Acquistapace und Kopplin.
Und genau die Spieler, die Beschwerdefrei und durchgängig zuhause trainieren konnten, machten der Mannschaft das Leben gegen einen biederen Gegner schwer. Beide Gegentore bei der gestrigen unnötigen 0:2 (0:1) Heimpleite wurden vom Dresdener Innenverteidiger Bregerie vorbereitet - das allein sagt viel aus über das Abwehrverhalten der VfL-Profis. Beide male stand man extrem hoch, das Spielfeld wurde sehr klein gemacht, so dass jeweils ein einfach gechipter Ball des Franzosen aus der Dynamo-Abwehr einen Angreifer frei auf Luthe zusteuern lies. Der seit langem schwache und kaum noch 2.Liga taugliche Marcel Maltritz hatte weder Gegner noch eigene Abwehrkollegen bei diesen Gegentreffern im Griff. Dass sich der VfL, speziell die Abwehr, schwer tut, wenn die Mannschaft offensiv agiert und hoch stehen muss, hatte einst ja Friedhelm Funkel moniert und abgestellt, so eklatant wie gestern fiel diese Schwäche aber noch nie auf.
Anführer Azaouagh gegen Ex-VfL-"Aufstiegsheld" Fiel
Und trotz der Gegentore, eines freilich durch Zlatko Dedic erzielt, wäre es für den VfL möglich gewesen, mühelos die Partie für sich zu entscheiden. Allein Nika Gelashvili hatte eine Handvoll herausragender Möglichkeiten, die er entweder leichtfertig vergab (Chancentodgefahr!), oder Benjamin Kirsten, der Dresdener Keeper, hervorragend entschärfte.
Trotz aller Offensivbemühungen, speziell Azaouagh kurbelte immer wieder an, gelang dem VfL wie gegen den SC Paderborn und Energie Cottbus kein Treffer im Heimspiel. So harmlos wie damals präsentierte man sich gestern zum Glück nicht, das Auswärtsspiel in Paderborn nächste Woche bei der vielleicht technisch stärksten Truppe der Liga wird aber kein Zuckerschlecken. Da wird sich zeigen, ob der VfL vor dem danach ebenfalls Auswärts stattfindenden Spiel in Duisburg den Blick nochmal Richtung Abstiegsplätze richten muss...


Zlatko Dedic - ein Missverständnis?

Glücklos: Nika Gelashvili
Hauptthema rund um das Spiel gegen Dynamo Dresden war natürlich die Personalie Zlatko Dedic. Der beste Torschütze der Liga im Jahr 2012, beim VfL ungeliebt und missverstanden!? Fassen wir zusammen: Seit dem Abgang Dedic' und dem Treffer gestern gegen den VfL liegen knapp 6 Monate. Ein halbes Jahr in dem  Dedic "körperlich stärker" (R.Loose, Trainer Dresden) geworden sei, und in dem man sich über jedes seiner Tore "freue" (J.Todt, VfL). Man darf sich schon fragen, was den VfL geritten ist, damals den freien Kaderplatz an Denis Berger zu vergeben und Dedic abgegeben zu haben. Berger ist das jüngste Paradebeispiel Bochumer Fehleinschätzungen. "Berger wird dem Team gut tun" meinte im Juni noch Friedhelm Funkel, als man mit der ersten Verpflichtung im Sommer schon wieder die erste Euphorie auf die Saison einbremste. Womöglich holte man Berger aus Offenbach nur, weil man Wunschspieler Occean (Fürth) nicht bekam. Speziell in den derzeit finanziell so angespannten Zeiten sind solche Fehltransfers einfach nicht zu akzeptieren. Hätte man damals Berger nicht geholt wäre Dedic geblieben, man wäre sicherlich nicht schlechter gestellt gewesen.
Berger wurde gestern wieder einmal eingwechselt, eine Zukunft hat der österreichische End-20er freilich nicht in Bochum. Dafür aber vielleicht Dedic? Oftmals betonte man was für ein guter Spieler Dedic doch sei, Bergmann, der Dedic in Bochum nicht mehr erleben durfte, sprach sogar von "einem Spieler mit hoher Qualität". Fakt ist, dass Dedic in Bochum einen Vertrag bis 2013 hat. Ganz ausschließen darf man es mittlerweile nicht mehr, dass Zlatko Dedic ab Juni doch wieder das blau-weiße Trikot trägt, denn Dresden wird ihn sicherlich nicht verpflichten können. Und ob dem VfL ein so interessantes Angebot ins Haus flattern wird, das dem VfL die Gewissheit gibt, einen besseren Stürmer als Dedic verpflichten zu können, sei mal dahin gestellt. Einen neuer Fall Denis Berger darf es in dieser Transferperiode nicht mehr geben!


Glück Auf!


VfL Bochum - SG Dynamo Dresden   0:2 (0:1)

0-1 Dedic 10.
0-2 Fort 47.


Luthe - Concha(66.Berger), Maltritz, Acqusitapace, Kopplin - Kramer(74.Kefkir) - Ginczek(66.Freiberger), Dabrowski - Inui - Gelashvili, Azaouagh


Torschüsse: 14 - 12
Ballbesitz(%): 59 - 41
Zweikämpfe(%): 51 - 49
Ecken: 6 - 4
Fouls: 12 - 10
Abseits: 1 - 3 (2x zu wenig)
Laufleistung(km): 111.05 - 111.96
Alter der Teams(Jahre): 26.0 - 26.5

Meiste Torschüsse: Gelashvili, 6
Meiste Ballkontakte: Kopplin, 96
Meiste Fehlpässe: Azaouagh, 12!

Zuschauer: 14.498


Freitag, 24. Februar 2012

Nach Niederlage gegen Pauli und Sieg gegen Union - Klappt's in Fürth mit dem Ersten Top-5 Sieg?

Aufgrund von Zeitmangel konnte der Blog die letzten beiden Partien des VfL in Hamburg und gegen Berlin leider nicht behandeln.

Zu Buche stand eine unnötige und spielerisch schwache Niederlage beim FC St.Pauli, und ein glücklicher, fast leichtfertig verspielter Sieg gegen Union Berlin.

Am kommenden Samstag nun darf die Mannschaft von Andreas Bergmann ihr Glück in Fürth versuchen. In der Trolli-Arena, wo man in der Vorsaison leichtfertig zwei am Ende nicht unentscheidende Punkte verspielt hat, trifft man auf den aktuellen Tabellen-Dritten und Pokalhalbfinalisten. Eine derzeit schier unlösbare Aufgabe, ist Fürth doch dieses Jahr gewillt wie noch nie endlich den Sprung ins Fußball-Oberhaus zu schaffen.

Der VfL muss auf Kapitän Dabrowski und Mimoun Azaouagh verzichten, beide verletzten sich im Spiel gegen Union. Zudem ist Torwart Luthe (Schulter) angeschlagen. Zurück im Aufgebot ist der zuletzt gesperrte Paul Freier.

Unter der Woche trat das Gerücht auf, Galatasaray Istanbul hätte ein  3mio Angebot für Spielmacher Takashi Inui abgegeben. Der Japaner, der nächste Woche erstmals seit zwei Jahren für sein Heimatland auflaufen wird, winkte jedoch ab. Freilich wird das letzte Wort in diesem Fall noch nicht gesprochen worden sein.


Konnte die Reise nach Fürth nicht mitantreten: Kapitän Christoph Dabrowski

Montag, 6. Februar 2012

Mühsamer Arbeitssieg gegen Angstgegner Rostock - Gelashvili mit Einstandstreffer

Der VfL Bochum ist erfolgreich ins neue Spieljahr gestartet. In einem abwechslungsreichen, wenngleich durchschnittlichem Zweitligakick siegte das Team von Trainer Andreas Bergmann gegen die höchst abstiegsgefährdete Truppe von Hansa Rostock mit 2:1 (1:0).

Am Ende wurde es zur Zitterpartie. Gegen in der zweiten Halbzeit verbesserte Rostocker mühte sich der neu geformte VfL zu einem klassischen Arbeitssieg, der nicht unverdient, aber etwas glücklich zu Stande kam.

Trotz blödem Gegentreffer mit gutem Debut: H.Eyjolfsson
Die Bochumer, bei denen Holmar Eyjolfsson in der Innenverteidigung als Vertreter von Marcel Maltritz sein Startelf Debut feierte, dominierten zumindest den ersten Spielabschnitt nach Belieben und hielten die harmlosen Gäste fast vollständig vom eigenen Tor fern. Die jüngste Bochumer Defensive seit Jahren (Luthe 24 Jahre, Toski 24, Acquistapace 22, Eyjolfsson 21, Kopplin 22, Kramer 20) stand ordentlich, nach vorne kurbelte natürlich der Techniker Inui das Spiel an.
Der VfL setzte sich nach einer ruhigeren Viertelstunde in der Rostocker Hälfte fest. Inui hatte frei im Rostocker Strafraum die Chance zur Führung (13.), wenig später ging der VfL dann in Führung. Eine feine, selten gesehene, Freistoßvariante von Azaouagh und Toski ermöglichte Giovanni Federico den Ball aus gut 8 Metern ins Tor zu schieben (19.)
In Folge der Führung spielte der VfL gefällig nach vorne, Aydin hatte mehrfach, speziell nach den an diesem Sonntag gut getretenen Ecken, die Möglichkeit die Führung auszubauen, sein knappster Versuch landete nach feiner Vorarbeit von Inui am rechten Rostocker Torpfosten (34.).

Doch diese schwache Chancenverwertung sollte sich noch rächen: Der ehemalige "Bundesliga-Kollege" Rostock, zuletzt 2008 aus der Bundesliga abgestiegen und sogar zwischenzeitlich bis in die dritte Liga durchgereicht, kam kurz vor der Halbzeitpause erstmals vors Bochumer Gehäuse: Nach einer Ecke bekam der VfL den Ball nicht gut genug geklärt, ehe Ex-Phantom und Bundesligatorschützenkönig Marek Mintel Jonas Acquistapace im Strafraum anschoss, und nach einigen Sekunden sehr überraschend einen Elfmeter zugesprochen bekam. Das vermeintliche Handspiel Acquistapaces verursachte einen weiteren der vielen Elfmeter in dieser Saison gegen den VfL. Mintal trat selbst zum Strafstoß gegen Elfmeter-Killer Andi Luthe an, und Luthe guckte den Elfmeter auch dieses mal neben das Tor: Auch ohne Einschreiten zu müssen verschießen die Gegenspieler Elfmeter gegen Luthe, wie schon letzten Mai Tyrala in Osnabrück. Der erste Torschuss der Rostocker strich einen halben Meter am linken Pfosten vorbei - der VfL ging hochverdient mit der Führung in die Pause.

Aus dieser kam jedoch ein viel zu passiver, ungenau agierender VfL wieder, während die Rostocker an dem Tag des 46. Super-Bowls jetzt eine andere Zweikampfaggressivität an den Tag legten. Und trotz des stärker werdenden, aber im ganzen arg limitierten Gegners, hätte der VfL in der 58.Minute die Entscheidung erzielen müssen. Ein Konter ermöglichte Inui eine Überzahlsituation im Rostocker Strafraum, doch anstelle auf den blank stehenden Aydin querzulegen zog der kleine Japaner eigensinnig ab und vergab die Riesenchance. Durch den verschenkten K.O. Schlag baute man den angeschlagenen Gegner weiter auf, der dann fünf Minuten später zum Ausgleich kam. Eyjolfsson, der insgesamt gut spielte, verlängerte unglücklich auf Rostock-Neo-Stürmer Borg, der volley den Ausgleich erzielte (63.) Der glatzköpfige Schwede war an diesem Nachmittag der Rostocker Sturmführer und kann noch eine ganz wichtige Verstärkung des behebigen Angriffsspiel der Ostdeutschen werden.

Tor Nika Gelashvili - daran kann man sich gewöhnen
Daraufhin kam dann der Bochumer Neuzugang Nika Gelashvili in die Partie, die dieser nur wenig später entscheidend prägen sollte: Wieder war es eine Ecke, die für Gefahr vor dem Rostocker Tor sorgte, Aydin erkämpfte sich im Strafraum den Ball, Acquistapaces Flanke auf den langen Pfosten konnte Dabrowski nicht erreichen, Federicos Nachschuss wird abgeblockt, Eyjolfssons ungenauer Volleyversuch kullerte in Richtung des Georgiers, der gedankenschnell mit der Hacke den Ball ins Tor leitete. Ein kurioses Tor, jedoch ein spektakulärer Einsand für den Neuen Stürmer, der in seinen übrigen Aktionen noch etwas wackelig wirkte, aber seinen Torinstinkt schon unter Beweis stellte.
Ermöglicht hat dieses Tor der heute viel gescholtene Takashi Inui. Die Ecke, die zum Tor führte, enstand durch Inuis lobenswertes Nachsetzen. Denn: Dabrowski schlampiger Pass in den Fuß eines Rostockers hätte beinahe einen gefährlichen Gegenangriff eingeleitet, doch Inui eroberte sich den verloren geglaubten Ball im Zweikampf zurück und schaltete mit einem Pass auf Gelashvili schnell in den Angriff um, ehe Federicos abgeblockter Schuss einen Eckstoß einbrachte.

Am Ende begann dann das große Zittern weil der VfL ohne Souveränität zu Ende spielte, einmal jeweils Acqusitapace und der eingewechselte Freier in höchster Not einspringen mussten, und die Konter vertendelt wurden. Die offensichtlichen konditionellen Probleme Dabrowskis und Federicos waren der Verteidigungsleistung am Ende nicht förderlich.

Trotz allem steht am Ende ein verdienter Bochumer Arbeitssieg, der speziell in der zweiten Halbzeit fast verspielt wurde. Der VfL hat nun 27 Punkte auf der Habenseite, Rostock schließt die Tabelle mit derzeit zwölf Punkten ab.

Trauriger Nebenschauplatz: Am Rande des Spiels kam es zwischen Fans von Rostock und der Bochumer Polizei zu Auseinandersetzungen mit 42 verletzten Personen. Es kam zu 19 Festnahmen und sogar einem Hubschraubereinsatz. Leider bestätigte sich wieder einmal das Bild der Rostocker "Problemfans".


 VfL Bochum 1848 - FC Hansa Rostock   2:1 (1:0)

1-0 Federico 19.
1-1 Borg 63.
2-1 Gelashvili 76.


Luthe - Kopplin(74.Freier), Eyjolfsson, Acqusitapace, Toski - Kramer - Azaouagh(67.Gelashvili), Dabrowski - Federico - Aydin, Inui(81.Vogt)


Torschüsse: 13 - 16
Ballbesitz(%): 57 - 43
Zweikämpfe(%): 54 - 46
Ecken: 8 - 9
Fouls: 23 - 19
Abseits: 6 - 0
Laufleistung(km): 112.64 - 113.05
Alter der Teams(Jahre): 25.7 - 25.9

Meiste Torschüsse: Aydin,Federico,Inui je 3
Meiste Ballkontakte: Eyjolfsson, Acquistapace je 91
Meiste Fehlpässe: Federico, 13!

Zuschauer: 12.819

Dienstag, 31. Januar 2012

Ausverkauf in Bochum? Chong Tese nach Köln - Nachfolger bereits gelandet

Die letzten beiden Tage der Wintertransferperiode 2011/12 brachten beim VfL noch einmal einige Änderungen des Kaders mit sich. In dieser Wintertransferzeit wickelte der VfL Bochum so viele Transfers wie lange nicht mehr ab und erinnerte bisweilen an alte Zeiten, als alles was nicht niet- und nagelfest war noch kurzfristig verkauft wurde um an dringend benötigtes Geld zu kommen. Doch ganz so schlimm ist es dann heute doch noch nicht.

Den Anfang machte wie bereits bekannt der überraschende und wenig nachvollziehbare Wechsel des Bochumers Matthias Ostrzolek zu einem möglichen nächstjährigen Aufstiegskonkurrenten FC Augsburg. Am späten Sonntagabend trat dann noch die Vermutung auf, Chong Tese könnte den Verein am Montag verlassen, da sich der Verein mit dem Spieler auf keine Vertragsverlängerung ab Sommer einigen hat können.

So überraschte dann nicht unbedingt die Nachricht von Chong Teses plötzlichem Wechsel in die Bundesliga - als Ersatz für den verletzten Lukas Podolski zum 1.FC Köln. Nach Ostrzolek und Yahia(Kaiserslautern) somit der dritte Bochumer, der innerhalb weniger Tage bei Bundesligaklubs aus dem unteren Tabellendrittel untergekommen ist.
Auslöser der "Wechselflut" ist wohl auch die Tatsache, dass ein Großteil der Summe, die der VfL für Stanislav Sestak für MKE Ankaragücü erhalten sollte, immer noch nicht eingetroffen ist. Einerseits eine Frecheit der sportlich wie finanziell schwerst angeschlagenen Türken, andererseits auch der Naivität des VfL-Vorstands geschuldet, die das Bochumer "Tafelsilber" Sestak im Sommer per Ratenzahlung an Ankara abgaben, obwohl diese schon die ein Jahr zuvor vereinbarte Leihgebühr erst mit einem Jahr Verspätung zahlten. Noch immer sind drei Zahlungen ausständig - insgesamt Rund 2,3mio Euro - Geld, das dem VfL an allen Ecken und Enden fehlt...

Chong Tese - mit FC-Tüte und VfL-Anzug
Chong Tese wechselte nach der WM 2010 für 250.000€ aus Kawaski/JPN als Nachfolger Sestaks ins Ruhrgebiet und traf in 45 Pflichtspielen für den VfL 15 mal. Der Nordkoreaner wurde durch seine Tränen beim Abspielen der Nordkoreanischen Nationalhymne im WM-Gruppenspiel gegen Brasilien weltberühmt. Nach einem herausragenden ersten Halbjahr in Bochum baute Tese leider sportlich ab, was vielleicht auch an der Atom-Katastophe in seinem Heimatland Japan gelegen haben könnte. Nach einem Halswirbelanbruch Anfang April 2011 fiel Tese wochenlang aus und kam im Relegationsspiel in Gladbach eine Halbzeit lang zum Einsatz. In der laufenden Saison war Tese unter Neo-Coach Bergmann durchwegs gesetzt, erzielte aber nur vier Tore. Oftmals schwankten seine Leistungen zu stark, Teses Spielweise wirkte bisweilen zu fahrig und eigensinnig. Trotz allem verlässt mit Chong Tese ein überaus talentierter und symphatischer Zeitgenosse den Verein, der mit seinen Deutschkenntnissen beeindruckte und auch eine wichtige Stütze für Takashi Inui war. Tese, dem im Sommer ein finanziell rentabler Wechsel (auch für den VfL) nach England verwehrt wurde, wechselt für ca. 400.000€ Ablöse in die Domstadt.

Nika Gelashvili
Doch der VfL konnte den kurzfristigen Abgang Chong Teses schnell auffangen: Schon seit längerer Zeit scoutete man den Geogrer Nika Gelashivili (26,FC Sestaponi, GEO), an dem auch der FC Köln interessiert gewesen sein soll. Die Japan/Freiburg/Georgien-Connection von Köln-Sportchef Finke und VfL-Vorstand Todt scheint wohl noch immer ganz gut zu funktionieren. Gelashvili, der erste Georgier beim VfL, ist aktueller Georgischer Nationalspieler und zweimaliger Torschützenkönig seines Landes. Der 26-jährige, an dem auch etliche andere Vereine Europas Interesse zeigten, überzeugte in der letztjährigen Champions- und Europa League Quali, als er sowohl gegen Sturm Graz als auch gegen den FC Brügge erfolgreich war. Der schnelle Angreifer soll denn dünn besetzten Angriff (nach Chong Teses Wechsel war nur noch Mirkan Aydin einsatzbereit) verstärken. Für die Verpflichtung Gelashvilis, der bis 2015 unterzeichnete, lies der VfL eine geringere Summe springen, als für Tese eingenommen wurde. Zur Eingewöhnung in Bochum steht dem Georgier für die nächsten beiden Wochen ein ihm bekannter Dolsmetscher zur Verfügung, für die Zeit danach bemüht sich der Verein um die Dienste eines der Russischen/Georgischen Sprache mächtigen RUB-Mitarbeiters.

Neben Nika Gelashivili konnte sich der VfL Bochum auch noch die Dienste von dem zuletzt vereinslosen Michael Delura(26) sichern. Der seit zwei Jahren von Verletzungen geplagte ehemalige Bundesligaspieler (zuletzt aktiv in Bielefeld) trainierte bereits vor dem Trainingslager bei den VfL-Profis mit und ist laut Jens Todt ein Spieler, der nur durch seine schlimme Verletzungsgeschichte für den VfL realisierbar geworden ist. Den Kontakt zu Delura stellte Ex-Coach Peter Neururer her, der den Ex-Schalker seit längerem schätzt.
Delura ist vielen VfL-Fans noch negativ in Erinnerung, schoss er doch am 27.3.2004 den 2-1 Auswärtssiegtreffer Schalkes und beendete eine über ein Jahr währende Niederlagenfreie Zeit des VfLs im heimischen Stadion. An diesem Nachmittag endete auch Rein van Duijnhovens Gegentorfreie Zeit im Ruhrstadion, sein Rekord von 911 Minuten am Stück ohne Gegentor in Heimspielen hält freilich bis heute.
Michael Delura
Delura erhält einen Vertrag bis Saisonende, der VfL trägt somit wenig finanzielles Risiko an der Verpflichtung.

Die Mannschaft des VfL Bochum startet daher doch stärker verändert als erwartet am Wochenende in die verkürzte Rückrunde. Neben dem spannend erwarteten sportlichen Abschneiden wird auch interessant zu sehen sein, ob die Langzeitverletzten Philipp Bönig und Matias Concha, auf den personell arg dünn besetzten Außenverteidiger-Positionen nochmal zum Einsatz kommen werden und ob die Neuzugänge, fußballerisch(Gelashvili) und physisch(Delura) dem Verein von Nutzen sein können.

Transfers Winter 11/12:

Abgänge: Philipp Heerwagen (FC St.Pauli, Leihe), Andreas Johansson (IKF Norköpping), Matthias Ostrzolek (FC Augsburg), Chong Tese (1.FC Köln), Oliver Zech (Sportfreunde Lotte)

Zugänge: Nika Gelashvili (FC Sestaponi), Michael Delura (Vereinslos)

2004: Delura umring von Hamit Altintop(heute Real Madrid) und Sven Vermant

Samstag, 28. Januar 2012

Der VfL ist wieder in Deutschland - Rückblick auf das Trainingslager in Belek

Am vergangenen Freitag flog die Delegation des VfL Bochum wieder zurück ins kalte Deutschland. Eine Woche verbrachte man in der wärmeren Türkei, nachdem kurzfristig noch Hotel und Ort getauscht wurden, schlug man seine Zelte im Fußballerdomizil Belek auf. Das 40km von Side entfernte Belek war zuletzt zu Zeiten Peter Neururers Anlaufstation für die Wintervorbereitung der VfL-Profis.

Hotel Cornelia Diamond
In Belek fand der VfL-Tross hervorragende Bedingungen vor, im 4*-Palast Cornelia Diamond, einem riesigen Hotelkomplex direkt am Strand, logierte die Mannschaft in der 6.Etage. Auch die Trainingsplätze, die ja den Wechsel nach Belek forcierten, konnten Trainer Andreas Bergmann überzeugen. Und trotz aller Perfektion und Luxus sind die Kosten eines Türkei-Trainingslagers weitaus geringer als die Spanien Ausflüge zu fetteren Bundesligajahren.

Es wurde fleißig trainiert auf den bestens vorbereiteten Trainingsplätzen, besonders viel Wert wurde auf das Spiel gegen den Ball im wohl festgespielten 4-4-2 Rautensystem gelegt, was in der Hinrunde nicht immer perfekt funktionerte. Teilnehmen am Training der Profis konnten auch wieder Matias Concha, und zum Ende der Woche, auch Philipp Bönig. Desweiteren erlebten Dritter Torwart Markus Scholz(23) und Top-Talent Leon Goretzka(16) ihr erstes Profi-Trainingslager, auch wenn beide in den Testspielen nicht zum Einsatz kamen/kommen durften (Goretzka).


Bittere Verletzungen in den Testspielen

Wenig erfreulich verliefen jedoch die in der Türkei angesetzten Testspiele. Waren schon die beiden Partien in Deutschland die Woche zuvor (0:0 gegen Wuppertal, 0:5 in Mainz) ernüchternd, wurden die Spiele in der Türkei zudem noch durch Verletzungen überschattet. Im Testkick in Side gegen die von Ex-Coach Friedhelm Funkel betreute Aachener Alemannia (1:2), verletzte sich Patrick Fabian schwer am Kreuzband. Der nächste Kreuzbandriss im rechten Knie Fabians, der sich erst im vergangenen März bei einem Testspiel in Essen (1:0) ebenfalls ohne Fremdeinwirkung einen solchen zuzog. Fabian flog daher bereits vergangenen Montag mit Funkel und Aachen zurück nach Deutschland und wurde mittlerweile erfolgreich im unweit von Passau entfernten Bad Griesbach operiert.
Auch der zweite Test sollte die Stimmung im VfL-Lager trüben. Gegen den russischen Champions-League Teilnehmer Rubin Kasan setzte es die nächste Pleite (1:2), doch das war das geringste Übel an diesem Tag. Leih-Stürmer Daniel Ginczek riss sich kurz vor Spielende das Innenband im Knie ab und muss ebenfalls einige Monate aussetzen.
Bereits im ersten Training des Jahres riss sich Jungprofi Selim Gündüz das Kreuzband, somit war die Verletzung Ginczeks bereits die dritte schwere Knieverletzung innerhalb weniger Wochen. Eine deprimierende Quote.


Bewegung im Kader

Von den 3 Bochumer Jungs ist nur noch Kevin Vogt übrig
Nachem sich Andreas Johansson noch unmittelbar vor dem Abflug in die Türkei vom VfL verabschiedet hatte (er wechselt in seine Heimat Schweden zu Norköpping), Philipp Heerwagen bereits bei St.Pauli untergebracht werden konnte, und sich eine Ausleihe Patrick Fabian an den österreichischen Bundesligisten Superfund Kapfenberg nach dessen Verletzung zerschlagen hatte, traten am letzten Trainingslagertag neue Gerüchte auf. Demzufolge wird Mattias Ostrzolek (21), gebürtiger Bochumer und U-21 Nationalspieler Deutschlands, den Verein Richtung Augsburg und 1.Liga verlassen. Ein sehr überraschender Transfer des sich zuletzt im Leistungstief befindlichen Ostrzoleks, der ursprünglich vor hatte, sein ein Jahr brach liegendes Wirtschaftsstudium an der Fern-Uni Hagen neu aufzunehmen. Ostrzolek, Linksverteidiger, wurde von Friedhelm Funkel Ende 2010 aus dem Hut gezaubert, und entwickelte sich in der Rückrunde zur absoluten Stammkraft hinten links. Vor gut einem Jahr stattete man den schnellen Linksfuß mit seinem ersten Profivertrag aus, nachdem er in der Zweiten Mannschaft nicht einmal Erste Wahl war. Ostrzolek dankte das Vertrauen mit starken Auftritten, besonders seine stärkste Leistung beim so wichtigen Heimsieg gegen Energie Cottbus Ende März sollte nicht unerwähnt bleiben.
Zuletzt hing der Spieler in einem sportlichen Loch, wirkte überspielt und fehleranfällig. So wurde Ostrzolek erstmals beim 6-0 Heimsieg gegen Aue von Faton Toski ersetzt und fand sich seitdem nicht mehr im Kader wieder. Das Vorhaben, in der Winterpause neu angreifen zu wollen, zerschlug sich nun schlagartig. Der VfL Bochum wird eine Ablöse im sechsstelligen Bereich kassieren - aber einen jungen, einheimischen Spieler verlieren und damit etwas vom zuletzt eingeschlagenen Weg abweichen.


Ausblick

Am kommenden Sonntag steht noch ein Testspiel in Bochum gegen den FSV Frankfurt an bevor es dann am 5.2. wieder ernst wird. Mit Hansa Rostock kommt ein schwer angeschlagener Ex-Bundesligagefährte ins rewirpowerSTADION. Will man den Schwung aus dem Jahresende nicht gleich wieder abstechen, muss dieses Spiel gewonnen werden. Für den gelbesperrten Marcel Maltritz könnte Holma Örn Eyjolfsson erstmals in der Startformation stehen.


Alle Gute Matthias Ostrzolek (Foto: Saison 06/07 B-Jugend)

Freitag, 6. Januar 2012

2012 - ein Übergangsjahr? Das erwartet den VfL im neuen Jahr.

Das neue Jahr hat begonnen, seit Freitag den 6.Januar 14Uhr bereitet sich auch der VfL Bochum wieder auf die Rückrunde der Saison vor. Im Gegensatz zum Vorjahr, als die Zweitligisten wie die Bundesligisten auch nur eine sehr kurze Pause hatten, startet das Bundesligaunterhaus erst im Februar in eine verkürzte, 15 Spiele umfassende Rückrunde.
Dass nur noch 15 Partien zu absolvieren sind kommt dem VfL Bochum natürlich gelegen. Die vollkommen verkorkste Saison wird dann in kompakten 3 Monaten zu Ende gespielt und man hat dann im Sommer wieder eine richtige Pause vor sich, nicht so wie letztes Jahr, als man bereits wieder 3 Wochen nach verlorener Relegation wieder in den Trainingsbetrieb einstieg. Und dann sollte ab Juli diesen Jahres der nächste Aufstiegsversuch unternommen werden - vielleicht die letzte Chance die sich dem Verein in naher Zukunft bietet.

Dass bis zum Juli viele Entscheidungen getroffen werden müssen steht fest. Durch den relativ einfach zu kalkulierenden restlichen Saisonverlauf hat man genügend Zeit sich neu aufzustellen für die zweite Jahreshälfte. Schon in diesen Tagen tut sich zumindest auf dem Trainingsplatz einiges: Die Langzeitverletzten Matias Concha und Philipp Bönig, sowie Lukas Sinkiewicz sollen wieder ins Training einsteigen, genauso wie Gastspieler Varela aus Uruguay und ein ehemaliger Spieler des Vereins, Felix Bastians. Der aussortierte Freiburger Linksverteidiger und gebürtige Bochumer/Wattenscheider hält sich beim VfL fit - die Chancen auf eine Verpflichtung des überraschend in Freiburg nicht mehr erwünschten Linksfußes sind aber minimal. Schade, würde er doch genau in das neue Bochumer Beuteschema passen: Jung, Talentiert, aus der Region, Erfolgshungrig. Doch bevor man über derart qualitativ starke Spieler nachdenkt müssen andere Dinge geklärt werden:
Zum 30.6.12 laufen beim VfL etliche Spielerverträge aus - einerseits bietet das die Möglichkeit des nächsten (erforderlichen) Schrittes des Umbruchs, andererseits sind unter den vertragslosen Spieler auch einige Grenzfälle, über deren Zukunft Jens Todt zu entscheiden hat. Während Vertragsverlängerungen bei Matias Concha und Philipp Bönig (Karrieerende?) stand heute eher unwahrscheinlich sind, Andreas Johanssons Kontrakt auf keinen Fall verlängert wird, sind es besonders die Verträge von Dabrowski, Tese, Azaouagh und Federico, über die hart diskutiert werden müssen. An der weiteren Beschäftigung dieser vier etablierten Spieler hängt so ziemlich die komplette Personalpolitik des VfL im kommenden Jahr ab. Genossen insbesondere Azaouagh (2008) und Dabrowski (2009) ihre letzten Vertragsabschlüsse noch in den fetten Jahren, müssten auch diese Spieler, falls eine Verlängerung seitens des Vereins überhaupt angedacht, im 3.Zweitligajahr weitere Abstriche hinnehmen. Daneben gibt es noch die Jungen Spieler Kopplin, Ginczek (Leihgabe BVB), Acquistapace und Kefkir, die ohne Kontrakt ab Sommer da stehen. Kann Kopplin seine zuletzt deutlich verbesserte Leistung bestätigen, wird man mit ihm verlängern, Özi Kefkir steht vor einer ganz entscheidenden Rückrunde für seine Profikarriere und Jonas Acquistapace, bislang Vertrags-Amateur, hat seit längerem ein Angebot seitens des VfL vorliegen. Dem Ex-Ahlener, Aufsteiger der Saison und Innenverteidiger mit großem Potential, liegt ein Vertragsangebot für die nächste Saison vor, der Spieler möchte wohl jedoch schon zur Rückrunde zum Profi aufsteigen. Für den klammen VfL, der schon jetzt einen 30-Mann-Profikader durchzufüttern hat, schwer zu stemmen.

Marc Rzatkowski
Es wird sich im Frühjahr zeigen welchen Weg der VfL bei seinen Personalentscheidungen einschlagen wird - aber auch schon zur Rückrunde kann sich einiges ändern. So sind Spielerabgänge bei entsprechenden Angeboten jederzeit denkbar, neben Johansson wurde zuletzt vermehrt über einen Transfer Mirkan Aydins in die Türkei spekuliert. Galatasaray soll Interesse an dem einzigen Bochumer Angreifer mit langfristigen Vertrag haben - ein Abgang ist aber bislang eher unwahrscheinlich, hat der Hattinger doch beim VfL alle Möglichkeiten in den nächsten Jahren sich weiterzuentwickeln. Und dann ist da natürlich noch Takashi Inui, Bochums bester Spieler, über dessen genaue Vertragsinhalte wenig bekannt ist, aber man davon ausgehen darf, dass ein Spieler seiner Qualität keine zweite Saison am Stück in der 2.Liga auflaufen wird. Ideal wäre natürlich aus Bochumer Sicht eine nette Ablöse zu generieren, die ja angeblich festgeschrieben sein soll. Aber mit Marc Rzatkowski, einer von zwei derzeit ausgeliehenen Bochumern Spielern (neben Zlatko Dedic), steht ab Sommer zumindest ein potentieller Nachfolger des Japaners wieder beim VfL auf der Matte.

Ausnahmetalent L.Goretzka
Aber man kann auch schon im Frühjahr neue Gesichter im rewirpowerSTADION zu sehen bekommen, so sollen doch bei endgültig gesichertem Tabellenstand noch diese Saison der ein oder andere A-Jugendliche zum Einsatz kommen. Hier sticht immer wieder der Name Leon Goretzka hervor, 16, Kapitän der Deutschen U-17 Auswahl, VfLer seit der F-Jugend und wohl derzeit eines der größten deutschen Fußballtalente. Die Anzeichen, dass Goretzka vielleicht schon im Sommer seinen ersten Profivertrag beim VfL unterzeichen wird, stehen angeblich nicht schlecht, obwohl der Junge lt. A-Jugend Trainer und VfL-Legende Dariusz Wosz "überall hätte hinwechseln können".

Es wird also ein Übergangsjahr in Bochum, dieses Europameisterschaftsjahr 2012, aber der VfL befindet sich auf einem ganz neuen, spannenden, freilich nicht einfachen Weg der dann hoffentlich im Frühsommer 2013 am Ziel 1.Bundesliga endet.